University of Hildesheim
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    Benutzererwartungen: Eine interaktive Information Retrieval Studie zur Wahrnehmung von Suchergebnissen

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    Ein genaues Verständnis des Suchprozesses und der Frage, wie Benutzer darin unterstützt werden können, bessere Suchergebnisse zu erhalten, stellt eine wichtige Aufgabe der Information-Retrieval-Forschung dar. Jedoch tragen unter anderem die dynamische Natur dieses Prozesses, die aktive Beteiligung des Nutzers am Suchverlauf sowie die Kontextabhängigkeit des Relevanzbegriffs zur Komplexität dieser Fragestellungen bei. Eine besondere Herausforderung besteht daher darin, im Kontext dieses komplexen Prozesses, die genauen Wirkungsmechanismen aller beteiligten Einflussgrößen und ihre Abhängigkeiten zu isolieren. Im Rahmen dieser Arbeit wird daher die Auswirkung zweier wesentlicher Einflussfaktoren, der Systemleistung und der Nutzererwartung, auf Benutzerleistung, Relevanzwahrnehmung und Benutzerzufriedenheit untersucht, während andere Einflussgrößen statistisch kontrolliert werden. Zu diesem Zweck werden drei aufeinander aufbauende interaktive Information-Retrieval-Nutzerstudien geplant und durchgeführt, deren Daten im Anschluss quantitativ ausgewertet werden. Bezüglich der Benutzerzufriedenheit wird dabei insbesondere untersucht, ob sich das aus der Kundenzufriedenheitsforschung bekannte C/D-Paradigma, das die Entstehung von Zufriedenheit als Soll/Ist-Vergleich zwischen wahrgenommener und erwarteter Leistung begreift, auch auf den Kontext der Informationssuche übertragen lässt. Auf Grundlage der vorliegenden Datenbasis kann zunächst gezeigt werden, dass eine direkte Korrelation zwischen der verwendeten Systemqualität und dem Relevanzempfinden der Testteilnehmer zu bestehen scheint. Dabei ist im direkten Vergleich zweier Suchsysteme mit unterschiedlicher Systemgüte die Anwendung restriktiverer Relevanzkriterien im Kontext des besseren Systems zu beobachten. Dieses Verhalten lässt sich insbesondere anhand der in dieser Arbeit eingeführten Imprecisionmaße nachweisen, die im Wesentlichen die Tendenz der Testpersonen erfassen, mit ihrem Relevanzurteil von den dem Testkorpus zugrundeliegenden Jurorenurteilen abzuweichen. Für recallorientierte Benutzerleistungsmaße lässt sich hingegen kein signifikanter Unterschied in Abhängigkeit der Systemleistung beobachten. In Bezug auf die Benutzerzufriedenheit scheint der beschriebene systembedingte Anpassungseffekt der Relevanzwahrnehmung zu einer Reduzierung des perzipierten Systemleistungsunterschieds zu führen, wodurch auch die Benutzerzufriedenheit nur eine schwache Abhängigkeit von der Systemleistung zeigt. Für die im Rahmen der interaktiven Information-Retrieval-Forschung bislang wenig beachteten Nutzererwartungen lässt sich hingegen ein qualitativ anderes Verhalten feststellen. Hier führt eine positive Grundeinstellung bezüglich des verwendeten Suchsystems zur Anwendung weniger restriktiver Relevanzkriterien, was sich schlussendlich in einer signifikant erhöhten Nutzerzufriedenheit im Vergleich zu Testpersonen mit einer niedrigen Erwartungshaltung widerspiegelt. Darüber hinaus ergeben sich für ausgewählte Leistungsmaße und Zufriedenheitsdimensionen auch Wechselwirkungen zwischen beiden Anpassungseffekten, welche darauf hindeuten, dass der systembedingte Anpassungseffekt der Relevanzwahrnehmung vornehmlich im Kontext einer hohen Erwartungshaltung zum Tragen kommt, weswegen im Umkehrschluss ein Einfluss der Systemgüte auf die Benutzerzufriedenheit hauptsächlich bei Probanden mit niedriger Erwartungshaltung zu beobachten ist. In diesem Sinne können also die Vorhersagen des C/D-Paradigmas, bei denen eine hohe Zufriedenheit mit dem Übertreffen der eigenen Erwartungen assoziiert ist, nicht bestätigt werden. Vielmehr scheint die aktive Beteiligung der Nutzer am Suchprozess zur Ausbildung anderer Wirkungsmechanismen zu führen, bei denen die Entstehung von Nutzerzufriedenheit stärker an eine positive Einstellung zum verwendeten Suchsystem gekoppelt ist

    Möglichkeiten und Grenzen des interreligiösen Begegnungslernens am Beispiel der Interreligiösen Studientage

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    Der Islam ist in Deutschland aufgrund seiner verhältnismäßig großen Menge an Gläubigen sehr präsent. Das Verhältnis der Menschen ist infolge vergangener Ereignisse, die den Islam mit Terrorismus in Verbindung gebracht haben, zwiegespalten. Jedoch bleiben interreligiöse Begegnungen im Alltag durch die Pluralität der Gesellschaft nicht aus. Trotz allem führen diese zu gewisser Unsicherheit der Menschen, was das Verhalten gegenüber dem „Anderen“ angeht. Soll man auf sie zugehen? Ist es besser, sich gegenseitig zu ignorieren? Will man überhaupt in Kontakt treten? Tendenziell ist die Situation vorzufinden, dass die Menschen in Deutschland zwar miteinander in einem Land, aber dabei doch eher aneinander vorbei leben. Einerseits kann eine solche religiöse Pluralität im Umgang miteinander Herausforderungen bieten. Andererseits kann sie ebenso eine Chance für Austausch oder Neues sein. Eine grundsätzliche Frage, die sich dabei stellt, ist: Nimmt man sich den Herausforderungen an, wagt Neues und entdeckt die Möglichkeiten der Vielfalt oder gibt man den Schwierigkeiten nach und beschränkt sich auf das Bekannte? Im Zuge solcher Überlegungen entstand 2017 in einer Kooperation der Institute der Katholischen sowie Evangelischen Theologie der Universität Hildesheim, des Instituts der Islamischen Theologie der Universität Osnabrück, dem Bistum Hildesheim und dem St. Jakobushaus in Goslar eine Universitätsveranstaltung, die sich der Förderung interreligiöser Begegnungen verschrieben hat: die Interreligiösen Studientage. Hier erhalten Studierende der katholischen, evangelischen und muslimischen Theologie einmal im Jahr die Möglichkeit im Rahmen ihres Studiums, Begegnungen mit anderen Glaubensrichtungen unmittelbar zu erfahren. Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den sich bietenden Möglichkeiten und Grenzen interreligiösen Begegnungslernens auseinander, um sie anschließend abzuwägen

    Untersuchungen zur Schädel- und Gebisspathologie bei Seehunden (Phoca vitulina) und Kegelrobben (Halichoerus grypus) sowie zur altersabhängigen Veränderung von Knochendichte und Mikroarchitektur im Seehund-Unterkiefer

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    Skulls of 1,901 harbor seals from the North Sea were systematically investigated for dental, periodontal and cranial disorders as well as pathological changes of the temporomandibular joint (TMJ). Volumetric bone mineral density (vBMD) and microarchitecture of the mandible of a subsample of these specimens were analyzed in respect to age-related changes. Age at death of examined seals ranged from 1 week to 25 years. Most of the specimens were collected in 1988, when the population suffered from a phocine distemper virus epizootic. Therefore, it is assumed that, contrary to other museum collections, only little overrepresentation of pathological skeletal condition is present in the analyzed death sample. Age- and sex-related differences in the frequency and severity of pathological changes were observed in the dentition and the TMJ. Intravital tooth loss, tooth fracture and periapical lesions were recorded more frequently in male seals than in femals. Lesions consistent with temporomandibular joint osteoarthritis (TMJ-OA) also occurred more frequently in males, while lesion severity tended to be higher in female specimens. Severity of TMJ-OA lesions was positively correlated with age. Significant age-related changes in vBMD and several microarchitectural parameters were observed between individuals of the age classes “young juveniles” (0.5–10 months),“yearlings” (12–23 months),and “adults” (12–25 years),indicating an overall increase in cortical and trabecular area, cortical thickness as well as vBMD with age. For juvenile animals (≤ 23 months), positive correlations with age were observed for cortical area and thickness, trabecular separation, as well as vBMD. Negative correlations with age existed for trabecular number and thickness as well as for trabecular bone volume fraction (BV/TV) in the juveniles. The findings suggest a reduction in BV/TV with age,due to the bone trabeculae becoming thinner,less numerous and more widely spaced. This detailed knowledge of age-related changes in the structure and mineralization of bones is an important prerequisite for interpreting osseous changes in wild mammals caused by external factors, as such as exposure to environmental contaminants. The examination of large skeletal collections enables the observation also of rare pathological conditions. In the present investigation a case of anodontia,diagnosed as a manifestation of hypohidrotic ectodermal dysplasia was for the first time described in the harbor seal. In five juvenile Baltic grey seals,severe osteomyelitis of the jaws was described for the first time. The condition was attributed to disturbed dentin formation,presumably of genetic causation, in the affected individuals. The present study highlights the fact that systematic analyses of museum collections can provide important insights into the dental and skeletal pathology of wild mammals. These data can be used for reconstructing the health situation and living condition of past animal population.Es wurden 1.901 Schädel des Ostatlantischen Seehundes (Phoca vitulina vitulina) aus derdeutschen Nordsee auf pathologische Gebiss-, Parodontal-, Cranial- und Kiefergelenks-veränderungen systematisch untersucht. Bei 93 dieser Tiere erfolgte mittels hochauflösenderperipherer quantitativer Computertomographie (HR-pQCT) eine Analyse der volumetrischenMineraldichte und der Mikroarchitektur des Unterkieferknochens in Hinblick auf alters-abhängige Veränderungen. Die Altersspanne der untersuchten Tiere erstreckt sich von einer Woche bis zu 25Jahre. Der überwiegende Anteil der Stichprobe (etwa 75%) stammt von Seehunden, die imVerlauf der Seehundstaupe-Epizootie im Jahr 1988 verendeten. Entsprechend wird ange-nommen, dass im Gegensatz zu anderen Museumssammlungen, keine oder eine nur geringeÜberrepräsentation von pathologischen Veränderungen am Skelett und Gebiss vorhanden ist.Es fanden sich alters- und geschlechtsabhängige Unterschiede in der Häufigkeit undIntensität von entwicklungsbedingten und post-eruptiven Zahnanomalien und –schädigungensowie von Veränderungen des Zahnhalteapparates (Parodontopathien) und osteo-arthrotischen Veränderungen des Kiefergelenks (TMJ-OA). Während männliche Seehunde häufiger von intravitalen Zahnverlusten, Zahnfrakturenund periapikalen Läsionen betroffen waren, zeigten Weibchen häufiger eine Hyperodontie.Osteoarthrotische Veränderungen des Kiefergelenks wurden seltener bei weiblichen See-hunden vorgefunden, jedoch wiesen diese tendenziell höhere Schädigungsgrade auf alsmännliche Tiere. Der Schweregrad von osteoarthrotischen Kiefergelenksveränderungenkorrelierte positiv mit dem Alter der Tiere. Ebenso besteht ein positiver Zusammenhangzwischen dem Alter und der Frequenz von periapikalen Läsionen, Zahnfrakturen und intra-vitalen Zahnverlusten bei Seehunden. Signifikante altersabhängige Veränderungen der volumetrischen Mineraldichte undmikroarchitektureller Parameter im Unterkieferknochen wurden zwischen Seehunden derAltersklasse „young juveniles“ (0,5 – 10 Monate), „yearlings“ (12 – 23 Monate) und „adult“(12 – 25 Jahre) festgestellt. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Flächen- undDickenzunahme der Kortikalis, einer Zunahme der Flächenausdehnung des trabekulärenKnochens sowie einer Zunahme der Mineraldichte der Kortikalis und des Gesamtknochens.Weiterhin wurde für juvenile Seehunde (≤ 23 Monate) signifikante positive Korrelationenzwischen dem Alter und (a) der Unterkieferlänge und dem Unterkieferumfang, (b) der Flächeund Dicke des kortikalen Knochens, (c) dem intratrabekulären Abstand sowie (d) dergesamten und kortikalen Knochenmineraldichte festgestellt. Eine negative Korrelation mitdem Alter zeigten die juvenilen Tiere bei der Anzahl und Dicke der Trabekel sowie bei demAnteil des trabekulären Knochens am Gesamtknochengewebe. Diese Ergebnisse belegen eine rasche Zunahme der Größe und des Mineralisations-grades des Seehund-Unterkiefers innerhalb der ersten 23 Lebensmonate. Insgesamt erhöhtsich der Anteil kortikalen Knochens mit dem Alter, während der Anteil des trabekulärenKnochens abnimmt. Vertiefte Kenntnisse zu altersabhängigen Veränderungen von Struktur undMineralisation des Knochens sind eine wesentliche Voraussetzung für die Interpretation vonKnochenveränderungen bei Wildtieren, die durch die Belastung durch Umweltkontaminantenverursacht werden. Die Untersuchung großer Skelettsammlungen ermöglicht das Auffinden seltenerpathologischer Auffälligkeiten. So konnte im Rahmen der vorliegenden Arbeit erstmals ein Fallvon Anodontie beim Seehund beschrieben werden, der als Manifestation einer an-hidrotischen ektodermalen Dysplasie diagnostiziert wurde. In fünf juvenilen baltischen Kegel-robben aus dem 19. Jahrhundert wurde erstmals eine schwere Osteomyelitis der Kieferbeschrieben. Die Erkrankung wurde auf eine (eventuell genetisch bedingte) Störung derDentinbildung zurückgeführt. Die vorliegende Studie illustriert die Möglichkeiten und Vorteile, die einesystematische Analyse von Museumssammlung bietet. Hierzu zählen vertiefte Kenntnisseüber die Gebiss- und Skelettpathologie von Wildtieren, die für eine Rekonstruktion desGesundheitszustandes und den Lebensbedingungen von Populationen genutzt werdenkönnen. Die Analyse von Veränderungen in Frequenz und Intensität pathologischer Ver-änderungen über einen langen Zeitraum kann das Verständnis von diachronen Ver-änderungen der Wildtiergesundheit verbessern und einen Beitrag zur Entwicklung eineszeitgemäßen Wildtiermanagements leisten

    Kosmohomogenität – junge Erwachsene auf (Welt-)Reisen

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    In dieser ethnografischen Studie wird differenziert Einblick in das junge Erwachsenenalter gegeben. Im Mittelpunkt stehen dafür Praktiken von jungen Erwachsenen, die Teil der internationalen Couchsurfing-Community sind. Schauplatz der Studiesind Couchsurfer-Treffen in Deutschland und andere Aufeinandertreffen von Hosts und Couchsurfern in verschiedenen Ländern Südamerikas. Es wird gezeigt, dass es die Jugendforschung hier mit einer Gruppe junger Erwachsener zu tun hat, die sie bisher wenig im Blick hatte: Diese Gruppe repräsentieren privilegierte junge Erwachsene, die sich innerhalb der Couchsurfing-Community überall auf der Welt, unabhängig von Zeit und Raum, zusammenfinden und gemeinsam bestimmte communityspezifische Praktiken durchleben. Dieses von der Autorin in hochspannenden Analysen herausgearbeitete Phänomen wird als Kosmohomogenität betitelt. Die Arbeit verortet sich somit in der Jugendforschung, beleuchtet aber auch die Themen Raumtheorie, Mobilität, Kosmopolitismus und Transnationalität

    Transforming Cities Paradigms and Potentials of Urban Development Within the „European Capital of Culture“

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    In its more than three decades of history, the European Capital of Culture initiative has become an important instrument for cul-tural urban development. The EU cultural policy guidelines apply in all participating countries-but the design varies greatly from location to location. This volume reflects the approaches in 18 countries, inside and outside the EU, that have already hosted one or more Capitals of Culture. It conveys the assessments of scholars from various disciplines, and from those responsible for the programme on how art and culture deal with local and regi-onal forms of transformation

    Easy Language and beyond How to maximize the accessibility of communication

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    Accessible communication is easy to find, easy to perceive, easy to understand and is related to the previous knowledge of the recipients. Target groups may have special communication needs necessitated by sensory, cognitive or psychological impairment, low education or critical life events such as illness, loss of reference persons or forced migration. When texts fail to address the needs of these target groups, they become barriers to successful interaction: sensory and cognitive barriers, media and culture barriers, language or specialized language barriers or even motoric barriers. Accessible communication comprises all measures to prevent texts (oral or written) from becoming a barrier for the intended target groups. This is a broad field of action that comprises, but goes way beyond Easy and Plain Language: A text could be written in Easy Language but the intended users have no access to it; a text may not be well perceived and therefore not understood; a text may be accessible online, but directed to users with different media preferences; a text may be easy to perceive and understand but not acceptable with respect to the politeness requirements of the users. What good are such texts to the target audience? This paper, that was held as Plenary Speech on the 2019 Klaara Network conference, focuses on Easy Language and Accessible Communication in Germany and discusses communication barriers and the conditions of communicative accessibility for people with diverse needs in the light of the following questions: What road have we travelled thus far? Where are we right now? Have we really covered all necessary aspects of accessibility? Where do we go from here

    Performing the system

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    In seinem Aufsatz „Performing the System“ geht Tom Holert der Frage nach, wie sich Künstler*innen zu den Systemen, in denen sie sich bewegen, in Bezug setzen. Sich durch das System zu bewegen oder auf das System einzuwirken ist dabei nach Holert immer schon ein Akt, der eine Auseinandersetzung mit Machtstrukturen mit sich bringt. Und dieser erfordert, wie er schreibt, ein „bodily commitment“ – entgegen der weitläufigen Annahme, dass unsere technologisierte Gegenwart das Verschwinden des Körpers zur Folge hat. Das System kann also als Beziehungsgeflecht von Politik, Macht und Körpern in einem ‚immer digitaler werdenden‘ Zeitalter beschrieben werden. „Performing the system“ in unserem Sinne bedeutet, das System aus dem Akt seiner Erzeugung heraus – eben performativ – zu generieren. Konkret meint dies, dass mit den analysierenden und imaginativen Mitteln der Kunst Spielräume veranschaulicht und Strategien der Adaption, Subversion, Infiltration und Sichtbarmachung als aktive Eingriffe erprobt werden. Der menschliche Körper tritt dabei immer wieder als widerständiges Gegenmodell aber auch als Ausgangs- und Fixpunkt für Virtualisierungs- und Digitalisierungsprozesse auf den Plan. Er wird Objekt von Begehren, von algorithmischer Handlungsmacht, Selbstüberwachung und Zuschreibungen. Auswirkungen des Politischen werden gleichsam am eigenen Leib und an den Körpern der Anderen sichtbar. Die Gruppenausstellung performing the system (19. April – 24. Juni 2018) im Kunstverein Hildesheim zeigte insgesamt sechs künstlerische Positionen, die sich in filmischen, videografischen, fotografischen und performativen Arbeiten mit den Handlungsmöglichkeiten in einer von Digitalität geprägten Gesellschaft befassten. Alle gezeigten Positionen finden in unterschiedlicher Form Eingang in diesen Band

    Case Factories: A Maintenance Cockpit for distributed structural Case-Based Reasoning Systems

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    In this thesis a novel approach for maintenance of distributed structural Case-based Reasoning (CBR) systems is presented. The so-called maintenance cockpit is an agent based work-flow that considers dependencies between knowledge items such as attributes, attribute values, and cases in CBR systems. Using these dependencies, the maintenance cockpit generates a maintenance plan with the required maintenance actions. During this thesis, dependencies and maintenance actions in the context of the novel approach are introduced and defined, the concept for the agent-based workflow is described, and the roles and agents as well as the interaction and communication between them are presented. In addition to the maintenance cockpit another novel approach for knowledge acquisition from textual sources is presented. The approach was developed during the OMAHA research project. The resulting framework FEATURE-TAK (Framework for Extraction, Analysis, and Transformation of UnstructeREd Textual Aircraft Knowledge) acquires knowledge from free texts containing fault descriptions in the aviation domain. These texts are analyzed, relevant knowledge is extracted, transformed, and added to the knowledge containers of a structural CBR system. In this thesis, the basic idea and the work-flow with the individual steps of FEATURE-TAK are described and the cooperation with the maintenance cockpit is presented.Die vorliegende Dissertation beschreibt einen neuen Ansatz zur Wartung von verteilten strukturellen fallbasierten Systemen. Das sogenannte Wartungs-Cockpit ist ein agenten-basierter Prozess, der Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Wissenseinheiten (z.B. Attributen, Attributwerten und Fällen) in fallbasierten Systemen berücksichtigt und mit deren Hilfe einen Wartungsplan mit den notwendigen Wartungsaktionen aufstellt. In dieser Dissertation werden die Abhängigkeiten und Wartungsaktionen im Kontext des neuen Ansatzes eingeführt und definiert. Außerdem werden der agenten-basierten Prozess beschrieben und die notwendigen Rollen und Agenten sowie deren Interaktion und Kommunikation vorgestellt. Zusätzlich zu dem neuen Wartungskonzept wird ein weiterer neuer Ansatz zur Wissensakquisition vorgestellt. Dieser Ansatz wurde im Kontext der Forschungsprojekts OMAHA entwickelt. Das resultierende Framework FEATURE-TAK (Framework for Extraction, Analysis, and Transformation of UnstructeREd Textual Aircraft Knowledge) extrahiert Wissen aus Freitexten mit Fehlerbeschreibungen aus der Luftfahrt. Diese Texte werden analysiert, relevantesWissen extrahiert und transformiert und anschließend den Wissenscontainern struktureller fallbasierter Systeme hinzugefügt. Im Laufe dieser Dissertation werden die Idee der Frameworks und der Ablauf mit den individuellen Schritten beschrieben und die Zusammenarbeit zwischen dem Wartungs-Cockpit und FEATURE-TAK dargelegt

    Dokumentarische Interpretation von Gruppendiskussionen mit Kindern: Kinder erzählen von Lehrer-Schüler-Eltern-Gesprächen

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    Gruppendiskussionen mit Kindern gelten als Möglichkeit, sowohl intragenerationale Kommunikation zwischen Kindern als auch intergenerationale Verständigungen zwischen Angehörigen verschiedener Generationen in den Blick zu nehmen (Heinzel, 2012). Aus kindheitstheoretischer Perspektive können so in spezifischer Art und Weise die konjunktiven Erfahrungen über Kindheit und Erwachsen-sein analysiert werden (Fangmeyer & Mierendorff, 2017). Im Hinblick auf dieses Erkenntnisinteresse wird im Beitrag die komparative Interpretation (formulierende und reflektierende Interpretation) von zwei Sequenzen aus Gruppendiskussionen mit Kindern vorgestellt (u.a. Bock, 2010; Wopfner, 2012). Die Gruppendiskussionen wurden im Kooperationsprojekt „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Familie und Grundschule: Positionen und Perspektiven von Kindern“ unter Leitung von Professorin Tanja Betz erhoben (Bertelsmann Stiftung/Goethe-Universität Frankfurt am Main).1 Insgesamt wurden – neben narrativen leitfadengestützten Interviews – 13 Gruppendiskussionen mit Dritt- und Viertklässlern an fünf Grundschulen in Hessen und Rheinland-Pfalz geführt und dokumentarisch ausgewertet. In der Studie wurden drei sinngenetische Typen rekonstruiert, in denen sich kontrastive Handlungsorientierungen von Kindern im Verhältnis von Familie und Grundschule wiederspiegeln (Betz, Bischoff, Eunicke & Menzel, i.V.). In den für den Beitrag ausgewählten Sequenzen behandeln die zwei vorgestellten Gruppen das Thema Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräch [sic] in kontrastiver Art und Weise. Neben der Darstellung der Interpretationsschritte, in denen auch Fokussierungsakte (Nentwig-Gesemann, 2010) interpretiert werden, wird ein Schwerpunkt auf Herausforderungen in der Interpretation gelegt. Hierzu gehört z.B. der analytische Umgang mit ‚Nebenschauplätzen‘ und ‚Schweiger*innen‘ (Spyrou, 2015) in der Diskussion

    „Wir sind eigentlich auch nur normale Jugendliche.“

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    „Einmal zu den Olympischen Spielen, einmal olympisches Edelmetall gewinnen...“. So oder so ähnlich hören sich die Träume von Nachwuchssportler*innen in den olympischen und paralympischen Sportarten an. Dabei liegt im Verborgenen, wie lang der Weg dorthin ist, wie früh er beginnt, welche Rahmenbedingungen und systemspezifischen Konstellationen es benötigt, damit sich dieser Traum einmal im Leben erfüllt. Auch die Lebensgeschichten von denjenigen, die es nicht an die internationale Spitze schaffen, kennt kaum jemand. Wie gestaltet sich so ein junges Leben im Nachwuchsleistungssport in Deutschland, unabhängig von späteren Erfolgsaussichten — zumal als Jugendlicher mit Migrationshintergrund oder körperlicher Behinderung? Um Antworten auf diese Fragen zu erarbeiten wurde für das vorliegende Werk die Lebenswelt jugendlicher Internatsathlet*innen aus soziologischer sowie sportpädagogischer und -psychologischer Perspektive betrachtet und bietet somit einen besonders tiefen Einblick in die Lebensgeschichten einzelner

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