University of Hildesheim
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Ästhetische Polysemiotizität und Translation
Polysemiotische Kommunikation ist per se kein neues Phänomen. Vielmehr stellt der kombinierte Einsatz heterogener semiotischer Ressourcen in allen Bereichen der interpersonalen Kommunikation den Normalfall dar. Auch im ästhetischen Kontext bildet die Polysemiotizität seit jeher die Grundlage für schöpferische Grenzüberschreitungen und sinnlich-ganzheitliche Erfahrungen – und dies tut sie nicht erst seit Wagners Vorstellung des alle großen Einzelkünste umfassenden Gesamtkunstwerks, wie dieser sie ab ca. 1850 in seinen polemisierenden Kunstschriften erörtert hat.
Neu ist dagegen die wissenschaftliche Ambition, solche kommunikativen Prozesse vollumfänglich beschreiben zu wollen. Inwiefern eine Relektüre semiotischer ‚Klassiker‘ (Ferdinand de Saussure, Charles S. Peirce, Charles Morris und Karl Bühler) diesem Anliegen entgegenkommt, ist Gegenstand der vorliegenden Studie. Es wird sich im Besonderen der Frage gewidmet, welche Relationen zwischen
den Konstituenten eines polysemiotischen Kommunikats bestehen können und was geschieht, wenn dieses Relationsgefüge – etwa im interkulturellen und interlingualen Transfer – notwendigerweise umdisponiert werden muss, um Akzeptanz bei einer neuen Zielrezipientenschaft zu erfahren. Veranschaulicht werden die Implikationen solcher jenseits von Sprach- und Kulturgrenzen ablaufender polysemiotischer Kommunikationsprozesse anhand von Beispielen aus dem Bereich der Librettoübersetzung
Ausufern
Dieses Buch erscheint anlässlich der beiden Ausstellungen von Aliénor Dauchez Der Berg oder wer um wen weint und wer davon nass wird im Kunstverein Hildesheim vom 15. November 2018 – 13. Januar 2019 und Ausufern im Kunstverein Via 113 vom 06. – 24. November 2018.
Im ersten Teil des Bandes zeigt eine Bildreihe den Gang durch die Räumlichkeiten des Kunstvereins, den Kehrwiederturm. Der zweite Teil zeigt bildhauerische Arbeiten der Künstlerin in den Räumen des Kunstvereins Via 113. In Form eines Interviews werden beide Ausstellungen besprochen.
Die performative Ausstellung Der Berg oder wer um wen weint und wer davon nass wird nutzte die mittelalterlichen Räume des Kunstvereins Hildesheim, um ein zeitgenössisches Märchen zu erzählen. Die Künstlerin verwandelte mit einer Gruppe von Akteur*innen den Kehrwiederturm in eine zeitbasierte Bildhauerei. In allen Räumen tropfte Wasser von den Decken und im Dachstuhl fand während der gesamten Öffnungszeiten eine durchgehende Performance statt
Das Hildesheimer Jesuitenkolleg (1592-1773): Visionäre – Reformer – Modernisierer. Efektivität und Polyvalenz – geostrategische Missionsarbeit in der Diaspora
Der Beitrag informiert einschlägig über den archivalischen Bestand, die Bibliothek, den Personalbestand, die Schulen, Kunst- und Grabdenkmäler sowie das missionarische Wirken der Jesuiten während ihrer 180-jährigen Geschichte in Hildesheim
Vorurteile und Heterogenität Risiken und Chancen in einer Gesellschaft der Vielfalt und ihre Auswirkungen auf das Bildungssystem
The current research on prejudice shows that in multicultural societies, including Germany, prejudices against minorities are not reduced automatically. Prejudices are usually not (no longer) expressed as directly as before, but are visible in hidden reactions and/or transmitted implicitly, for example by media or the “hidden curriculum” of educational institutions. This is often done without knowledge and intention of their participants. To achieve more equality of prospects in a “diverse society” and to promote integration, as the Federal Government demands in its national integration plan (short NIP) since 2007, it is important for those who are occupied in social work to understand prejudices in their genesis and to be able to classify their function and effects. The article declares, for example on the basis of anthropological knowledge, why humans tend to form prejudices and why it is so difficult to counteract this. It refers to long-standing international explored concepts for categorizing and connects them with the latest knowledge and studies to research on prejudice. It shows why it is also important in future to pay attention to this phenomenon in our society and to develop strategies and concepts for an education, which also presumes the informing and self-reflection of teaching staff.Die aktuelle Vorurteilsforschung zeigt: in multikulturellen Gesellschaften, zu denen auch Deutschland gehört, werden Vorurteile gegenüber Minderheiten nicht automatisch abgebaut. Vorurteile werden zwar in der Regel nicht (mehr) so offen geäußert wie früher, zeigen sich aber in versteckten Reaktionen und/oder werden, z. B. durch die Medien oder den „heimlichen Lehrplan“ der Bildungsinstitutionen implizit übermittelt. Dies geschieht häufig ohne Wissen und Absicht der in ihnen handelnden Akteur*innen. Um mehr Chancengerechtigkeit in einer „Gesellschaft der Vielfalt“ herzustellen und Integration zu fördern, wie es die Bundesregierung u. a. bereits 2007 in ihrem nationalen Integrationsplan (kurz NIP) fordert, ist es für die in sozialen Arbeitsfeldern Tätigen wichtig, Vorurteile in ihrer Entstehung, Funktion und Wirkung aufschlüsseln zu können. Der Artikel erklärt, u. a. auf Basis anthropologischer Erkenntnisse, warum der Mensch überhaupt dazu tendiert, Vorurteile auszubilden und warum es so schwierig ist, diesen entgegenzuwirken; er rekurriert dabei auf langjährig international erforschte Konzepte zur Kategorienbildung und verbindet diese mit aktuellen Erkenntnissen und Studien zur Vorurteilsforschung. Er zeigt auf, warum es auch künftig wichtig ist, diesem Phänomen in unserer Gesellschaft unsere Aufmerksamkeit zu widmen und Strategien und Konzepte für eine Bildung zu entwickeln, welche auch die Aufklärung und Selbstreflexion von Lehrenden in der Schule und in pädagogischen Kontexten voraussetzt
Übersetzen in Leichte Sprache
Der Artikel stellt Leichte Sprache als verständlichkeitsoptimierte Reduktionsvarietät des Deutschen dar, in die aus dem Standarddeutschen intralingual übersetzt wird. Im Verlauf des Artikels werden äquivalenzzentrierte und zielsituationsorientierte Übersetzungsansätze auf ihre Übertragbarkeit für die intralinguale Übersetzung in Leichte Sprache geprüft und evaluiert. In Anlehnung an Rink (2020) wird Übersetzen als Überwinden kommunikativer Barrieren konzeptualisiert und es werden fortbestehende Forschungsdesiderate benannt
Ergebnisbericht zur Publikumsbefragung am Theater für Niedersachsen in der Spielzeit 2018 / 2019
Im Rahmen eines Forschungs-Seminars im Wintersemester 18/19 an der Universität Hildesheim wurde in Kooperation mit dem TfN eine Publikumsbefragung durchgeführt, um mehr über die Zusammensetzung der Publika der einzelnen Sparten herauszufinden und deren Image vom Theater zu erfragen. Der vorliegende Ergebnisbericht stellt das Untersuchungsdesign vor und fasst die Erkenntnisse der Untersuchung zusammen.
Inhalte der Befragung waren unter anderem Fragen zur Besuchshäufigkeit unterschiedlicher Sparten, der Besuchsmotivationen und der Wahrnehmung von Zusatzangeboten (z.B. Vermittlungsangebote), sowie das Informationsverhalten der BesucherInnen und ihre Kenntnis und Nutzung von angebotenen Ermäßigungen. Untersucht wurde auch das Freizeitverhalten der Befragten, differenziert nach Fragen zu anderen kulturellen Freizeitaktivitäten im Allgemeinen und dem Besuch anderer Theater und freien Gruppen in der Region im Speziellen. Zudem wurde die Wahrnehmung des TfN und Erwartungshaltungen, welche an einen Theaterbesuch gestellt werden untersucht. Als Demografische Daten wurden Alter, Geschlecht, höchster Bildungsabschluss, Anzahl und Alter der eigenen Kinder, Migrationshintergrund und der Besitz eines Abonnements erhoben
Förderpotenziale für die Kultur- und Kreativwirtschaft – Eine Untersuchung zur Effektivität von Fördermaßnahmen der öffentlichen Hand am Beispiel der Designwirtschaft in NRW
Kultur- und Kreativwirtschaft – im vergangenen Jahrzehnt ist kaum ein Thema so bereichsübergreifend von Kulturpolitik und -management, Stadtplanung sowie Sozial¬wissen-schaften behandelt worden. Gleichermaßen schenkten Politik und öffentliche Hand der Kultur- und Kreativwirtschaft verstärkt Aufmerksamkeit, insbesondere deshalb, weil mit den sog. Kreativ-Branchen großes Potenzial für Wirtschaftswachstum verbunden worden ist. Mit Blick auf die Auseinandersetzung der öffentlichen Hand mit dem Themenfeld Kultur- und Kreativwirtschaft wird das Land NRW häufig als Vorreiter bezeichnet. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass hier 1992 der erste Kulturwirtschaftsbericht eines Bundeslandes in Deutschland veröffentlicht wurde.
Im Jahr 2018 scheint in NRW seitens der Politik die größte Euphorie verflogen. Prominent ist neben der Designwirtschaft fast nur noch die Games-Branche Thema, obwohl die Kultur- und Kreativwirtschaft aus vielen unterschiedlichen Teilbranchen besteht. Dennoch gibt es auch weiterhin Förderangebote, die sich an Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft im Allgemeinen richten. Gerade mit Blick auf ein künftiges Förderengagement der öffentlichen Hand ist es unerlässlich zu prüfen, inwieweit bisherige Aktivitäten im Handlungsfeld der Förderung von Kultur- und Kreativwirtschaft als positiv zu bewerten sind und welche Rückschlüsse aus ihnen gezogen werden müssen.
Genau hier setzt die vorliegende Untersuchung an: Weil bisher eine systematische Nutzenanalyse zu Förderaktivitäten in NRW fehlt, ist es notwendig, diese nachzuholen, damit aufgezeigt werden kann, welcher konkrete Nutzen für Kulturschaffende und Kreativunternehmer bisher durch das Förderengagement der öffentlichen Hand erreicht werden konnte.
Das Untersuchungsgebiet ist NRW bzw. der Ballungsraum Rhein-Ruhr sowie das Bergische Städtedreieck. Der Untersuchungszeitraum beginnt im Jahr 2009 und reicht bis einschließlich 2015. Die vorliegende Untersuchung konzentriert sich auf zwei Zielgruppen: Die Förderaktivitäten der öffentlichen Hand werden anhand ihres Nutzens für Solo-Selbständige und Kleinunternehmer des Berufszweigs Grafik- und Kommunikationsdesign hin untersucht. Die zweite Zielgruppe der Untersuchung sind Akteure der öffentlichen Hand, die mit der Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft beauftragt worden sind.
Insgesamt wird folgenden Leitfragen nachgegangen: Wie passgenau sind bestehende Förderangebote der öffentlichen Hand für Designer? Welche Hemmnisse beeinträchtigen eine effektive Förderung der Designwirtschaft? Kurzum: Auf welche Weise ist die Designwirtschaft in NRW effektiv zu fördern?
Am Beispiel von Solo-Selbständigen und Kleinunternehmern des Berufszweigs Grafik-und Kommunikationsdesign wird somit modellhaft gezeigt, wie eine effektive Förderung durch die öffentliche Hand zu gestalten wäre, damit Steuergelder zielgerichtet eingesetzt werden und Potenziale für die Entwicklung von Kunst und Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nicht ungenutzt bleiben
Schönschreibheft 2 der Schülerin Maria Stegemann, Oberstufe b (1910)
Eines von drei erhaltenen Übungshefte der Hildesheimer Schülerin Maria Stegemann für den Schreibunterricht in der Schule aus dem archivalischen Bestand der Stiftung Schulmuseum Hildesheim, entstanden im Jahr 1910.
Provenienz:
Stiftung Schulmuseum Hildesheim,
Manuskripte, Hildesheim: Schülerarbeiten, Nr.
Forschungsdatenmanagement in der Musikethnologie
Dieses Buch gibt Einblick in die gegenwärtige Praxis von in Deutschland wirkenden MusikethnologInnen im Umgang mit Forschungsdaten. Exkurse führen dabei auch nach Großbritannien und in die USA, vor allem zum Repositorium Ethnographic Video for Instruction and Analysis Digital Archive in Bloomington. Aktuelle und potentielle Infrastrukturpartner für musikethnologisches Forschungsdatenmanagement in Deutschland, von Archiven über Medienrepositorien von Verlagen bis hin zu Forschungsdatenservices an Hochschulen, werden vorgestellt. Ferner werden Möglichkeiten des Forschungsdatenmanagements in Zusammenarbeit mit Datenzentren und Datenarchiven und nationalen Lösungen wie dem DARIAH-DE Repositorium aufgezeigt. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Studie gehören spezifische fachliche Probleme der Musikethnologie durch ihren Umgang mit ethnographischem Material und außereuropäischen Musikkulturen, die wiederum spezifische Fragen hinsichtlich Urheberrecht und intellektuellem Eigentum mit sich bringen. Das Buch liefert wertvolle Empfehlungen zur Bereitstellung von Forschungsdaten für musikethnologisch Arbeitende aus der Perspektive der Musikethnologie und Informationswissenschaft
Grazing animals and their interrelations and effects on the island ecosystem of the Asinara National Park (Sardinia, Italy)
Grazing animals alter natural processes by affecting ecosystems and at the same time fulfilling ecosystem functions, thus they are regarded as ecosystem engineers. Effects of grazing are mainly studied in managed systems, where grazing animals are restricted in their movement and thus limited to certain vegetation types. On the island of Asinara the grazing system is now, due to its history as agro-penitentiary, a natural grazing system with donkeys, horses, goats, mouflons and wild boars. This multitude of grazers poses a challenge for the Asinara National Park and its management. Therefore this dissertation takes an interdisciplinary approach to investigate grazing animals and their interrelations with different components of the island ecosystem to analyse their role on the island and evaluate their effects on the biodiversity. The composition and distribution patterns of the five grazing animal species have been investigated in the context of the land-cover types of the island ecosystem. In addition, the input on the vegetation through endozoochorous seed dispersal by donkeys and goats was analysed, and the impact of grazing animals on dung beetle assemblages was studied in three highly frequented vegetation units, taking into account the intensity of use by the grazing animals. The results derived from this work highlight the importance of studying grazing animals and their interrelations within an island ecosystem. Moreover, the insights given in this thesis concerning the interrelations of grazing animals with different components of the island should open up the view on grazers and their multifaceted effects on the biodiversity, thus leading to management implementations for a sound functioning of the island ecosystem as well as the conservation and maintenance of biodiversity.Weidetiere ändern durch ihren Einfluss auf Ökosysteme natürliche Prozesse und erfüllen so gleichzeitig Ökosystemfunktionen, so dass Weidetiere als Ökosystemingenieure betrachtet werden. Der Einfluss von Beweidung wird dabei meist in gemanagten Weidesystemen untersucht, in denen Weidetiere in ihren Bewegungsmustern beschränkt und auf bestimmte Vegetationstypen begrenzt sind. Auf der Insel Asinara ist heutzutage, aufgrund der Geschichte der Insel als landwirtschaftliches Gefängnis, ein natürliches Weidesystem mit Eseln, Pferden, Ziegen, Mufflons und Wildschweinen vorzufinden. Diese Vielzahl an Weidetieren stellt eine Herausforderung für den Nationalpark Asinara und dessen Management dar. Deshalb wählt diese Dissertation einen interdisziplinären Ansatz, um Weidetiere und ihre Interaktionen mit verschiedenen Bestandteilen des Inselökosystems zu untersuchen, ihre Rolle auf der Insel zu analysieren und ihren Einfluss auf die Biodiversität zu bewerten. Im Rahmen dieser Arbeit wurden die Zusammensetzung und Verbreitungsmuster der fünf Weidetierarten im Kontext der Landbedeckungstypen der Insel untersucht. Zusätzlich wurde der Eintrag in die Vegetation durch endozoochore Samenverbreitung durch Ziegen und Esel analysiert und der Einfluss von Weidetieren auf die Dungkäfergemeinschaft in drei hochfrequentierte Vegetationseinheiten untersucht, wobei die Nutzungsintensität durch die Weidetiere einbezogen wurden. Die durch diese Arbeit gewonnenen Ergebnisse heben die Wichtigkeit der Untersuchung von Weidetieren und ihren Wechselbeziehungen in einem Inselökosystem hervor. Zudem sollen die im Rahmen dieser Doktorarbeit erlangten Erkenntnisse bezüglich der Zusammenhänge der Weidetiere mit verschiedenen Komponenten des Inselökosystems die Betrachtung von Weidetieren und ihren vielseitigen Effekten erweitern und zur Implementierung von Managementmaßnahmen zum Schutz und Erhalt der Biodiversität sowie für ein intaktes und funktionierendes Inselökosystem führen