University of Hildesheim
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Der Aufstieg der Rothschilds – Von der Frankfurter Judengasse an die Londoner Börse Eine vergleichend kritische Literaturanalyse
Die Familie Rothschild gehört zu den bekanntesten Bankiersdynastien Europas. Ihr wirtschaftlicher Aufstieg begann im 18. Jahrhundert in der Frankfurter Judengasse und führte sie innerhalb weniger Jahrzehnte an die großen Finanzzentren Europas. Doch wie konnte eine jüdische Familie in einer Zeit gesellschaftlicher Einschränkungen und politischer Umbrüche ein derart weitreichendes Wirtschaftsimperium aufbauen?
Welche Bedeutung hatten Münzhandel, Wechselgeschäfte und Heereslieferungen für ihren Erfolg? Welche Netzwerke und Strategien nutzten die Rothschilds, um sich einen festen Platz in der Finanzwelt zu sichern? Wie beeinflusste Nathan Mayer Rothschild die Londoner Börse, und welche Rolle spielten die Rothschilds bei der Finanzierung europäischer Staaten?
Dieses Buch beleuchtet die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Aufstieg der Rothschilds ermöglichten. Es untersucht ihre Geschäftspraktiken, setzt sich kritisch mit verschiedenen historischen Deutungen auseinander und hinterfragt gängige Mythen – etwa die Legende, dass Nathan Mayer Rothschild durch geheime Informationen über die Schlacht von Waterloo einen finanziellen Coup landete.
Diese Analyse gibt einen tiefen Einblick in die Finanzwelt des 18. und 19. Jahrhunderts und zeigt, wie geschicktes wirtschaftliches Handeln einer Familie, die über Ländergrenzen hinaus wie eine Einheit auftrat, über Generationen hinweg Geschichte schreiben kann
Sounds of Coexistence Investigating the Potential of Music in Shaping Transcultural Narratives
"Sound of Coexistence" explores music as an aesthetic and social resonance space where identity, culture, and future are continuously renegotiated. Positioned between artistic practice and cultural theory, the dissertation demonstrates how music transcends linguistic and categorical boundaries: as a medium of imagination, empowerment, and resistance.
At its core lies the question of how improvisation and collective sound-making transform difference from rupture into possibility. Improvisation emerges as an avant‑garde method that converts risk into opportunity, error into innovation, and unpredictability into shared experience. Music becomes a site where individual voices merge into polyphonic dialogues, generating new narratives of belonging.
The dissertation unfolds along three axes: "Hybridity", as the formation of new identities within the dynamics of global urbanity; "Disruption", as an engagement with colonial wounds, power asymmetries, and cultural stereotypes; and "Substance", as artistic practice fostering healing, solidarity, and social renewal.
Through projects and collectives the study illustrates how music opens social spaces, decolonizes cultural narratives, and designs new forms of coexistence.
Ultimately, "Sound of Coexistence" positions itself as a manifesto of aesthetic communication beyond dualistic dichotomies: music as both mirror and motor of a polyphonic future, where difference does not divide but connects."Sound of Coexistence" untersucht Musik als ästhetisches und soziales Resonanzfeld, in dem Identität, Kultur und Zukunft neu verhandelt werden. Die Arbeit bewegt sich zwischen künstlerischer Praxis und kulturwissenschaftlicher Reflexion und zeigt, wie Musik jenseits sprachlicher und kategorialer Grenzen wirkt: als Medium der Imagination, der Selbstermächtigung und des Widerstands.
Im Zentrum steht die Frage, wie improvisierte und kollektive Klangpraxis Differenz nicht als Bruch, sondern als Möglichkeit begreift. Improvisation erscheint hier als avantgardistisches Verfahren, das Risiken in Chancen verwandelt, Fehler in Innovationen und das Unvorhersehbare in gemeinschaftliche Erfahrung. Musik wird zu einem Ort, an dem individuelle Stimmen in polyphonen Dialogen verschmelzen und neue Narrative von Zugehörigkeit entstehen.
Die Dissertation entfaltet sich entlang dreier Achsen: "Hybridität" als Formation neuer Identitäten im Spannungsfeld globaler Urbanität; "Disruption" als Auseinandersetzung mit kolonialen Wunden, Machtasymmetrien und kulturellen Stereotypen; sowie "Substanz" als künstlerische Praxis, die Heilung, Solidarität und gesellschaftliche Erneuerung ermöglicht.
Ausgehend von Projekten und Kollektiven wird gezeigt, wie Musik soziale Räume öffnet, kulturelle Narrative dekolonisiert und neue Formen des Zusammenlebens entwirft.
So versteht sich "Sound of Coexistence" als Manifest einer ästhetischen Kommunikation, die jenseits dualistischer Dichotomien operiert: Musik als Spiegel und Motor einer polyphonen Zukunft, in der Differenz nicht trennt, sondern verbindet
Editorial – Mixed-Methods und Triangulation: Plurale Forschungsdesigns in qualitativer Sozialforschung
Das Editorial stellt die Kontur und die Beiträge des Themenhefts „Editorial – Mixed-Methods und Triangulation: Plurale Forschungsdesigns in qualitativer Sozialforschung“ des Fallarchiv Kindheitspädagogische Forschung vor
Minoritätenschutz in zwei europäischen Grenzregionen Die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein und die deutsch-ladinische in Südtirol
Der Schutz nationaler Minderheiten ist ein zentrales Thema europäischer Rechtsgeschichte – besonders in Grenzregionen, in denen nationale Zugehörigkeit und staatliche Souveränität oft umstritten waren. Diese wissenschaftliche Untersuchung widmet sich der Entwicklung des Minderheitenschutzes im auslaufenden 19. und 20. Jahrhundert anhand zweier exemplarischer Regionen: der deutsch-dänischen Grenzregion und Südtirol.
Auf Grundlage rechtswissenschaftlicher Literatur werden Schlüsseldokumente analysiert, in ihren historischen Kontext eingeordnet und ihre Bedeutung für heutige Rechtsentwicklungen bewertet. Dabei werden sowohl völkerrechtliche als auch innerstaatliche Regelungen betrachtet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Methode des historischen Vergleichs, dessen Potenzial und Grenzen für die Geschichtswissenschaft kritisch reflektiert werden.
Diese Studie leistet damit einen Beitrag zum Verständnis der historischen Wurzeln moderner Minderheitenrechte und zeigt, wie rechtliche Diskurse vergangener Jahrhunderte die heutige Situation in europäischen Grenzregionen prägen
Aus dem Blickwinkel der Jüngsten. Inklusionsbezogene Einstellungen und mögliche Einflussfaktoren: Eine empirische Untersuchung im Grundschulbereich.
Seit der Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention im März 2009 ist Inklusion in Deutschland geltendes Recht. Zwar sind seitdem bereits 15 Jahre vergangen – trotzdem ist die Umsetzung von Inklusion im hochdifferenzierten deutschen Bildungssystem mit Schwierigkeiten verbunden und verläuft stockend. Auf der Suche nach gelingenden Bedingungen für die Umsetzung von Inklusion geraten u.a. auch die Einstellungen der zentralen Akteur:innen in den Fokus: Einstellungen werden aufgrund ihres handlungsleitenden Charakters in Bezug auf die erfolgreiche Implementierung von Inklusion eine besondere Rolle beigemessen. Dabei wurden die Einstellungen von Schüler:innen bisher kaum beachtet, gleichzeitig liegt kein für Grundschüler:innen geeignetes Messinstrument zur Erfassung inklusionsbezogener Einstellungen vor. Aufbauend auf den Ergebnissen von Pernot (2018) wurde ein Fragebogen entwickelt, der zum Ziel hat, die Einstellungen von Viertklässler:innen zu verschiedenen Facetten schulischer Inklusion zu erfassen. Die statistische Überprüfung erfolgte in einem ersten Schritt mittels einer Stichprobe von insgesamt N = 895 Schüler:innen aus 37 niedersächsischen Grundschulen. Der Fragebogen wurde anschließend überarbeitet und erneut statistisch überprüft anhand einer Stichprobe von insgesamt N = 515 Schüler:innen. Unter Zuhilfenahme einer konfirmatorischen Faktorenanalyse ergab sich eine fünffaktorielle Struktur, die die Faktoren Nachteilsausgleich – selbstbezogen, Nachteilsausgleich – fremdbezogen, (soziale) Bewertungsangst sowie Heterogenität und Heterogenität – Ängste beinhaltet. Es ist gelungen, einen Fragebogen zu konstruieren, der Einstellungen von Kindern zu inklusiver Praxis und zu Heterogenität im Klassenzimmer erfasst und dabei sowohl fremd- als auch selbstbezogene Aspekte berücksichtigt. Gleichzeitig wurden in beiden Studien auf Grundlage von Strukturgleichungsanalysen mögliche Einflussfaktoren (Empathie, Selbstwirksamkeitserwartung, Kontakterfahrungen, Lern- und Leistungszielorientierung, Klassenklima) auf die inklusionsbezogenen Einstellungen eruiert. Die Ergebnisse werden diskutiert und praktische Implikationen werden abgeleitet.Since the ratification of the Convention on the Rights of Persons with Disabilities in March 2009, inclusion has been legally binding in Germany. Although 15 years have passed since then, the implementation of inclusion in the German education system is progressing slowly. In search of successful conditions for the implementation of inclusion, attitudes come into focus: due to their guiding influence, attitudes are attributed a special role regarding the successful implementation of inclusion. So far, attitudes of students have been hardly considered, and there is currently no suitable instrument measuring their attitudes regarding inclusion. Building on the results of Pernot (2018), a questionnaire was developed with the aim of capturing the attitudes of fourth graders towards various facets of inclusion. The statistical validation was carried out initially based on a sample of N = 895 students from 37 primary schools in Lower Saxony. The questionnaire was then revised and statistically revalidated based on a sample of N = 515 students. A confirmatory factor analysis revealed a five-factor structure, which includes the factors of accommodation (self- and other-related), (social) evaluation anxiety, heterogeneity, and heterogeneity-related fears. It has been possible to construct a questionnaire that captures children's attitudes towards inclusive practices and classroom heterogeneity, taking into account both other-related and self-related aspects. At the same time, in both studies, potential influencing factors (empathy, self-efficacy expectations, contact experiences, learning and performance goal orientation, classroom climate) on inclusion-related attitudes were examined based on structural equation modeling. The results are discussed and practical implications are derived
Mit der Situationsanalyse Praktiken der Differenzkonstruktion untersuchen. Implicated und silent actors in der Elternbeteiligung in Grundschulen
Der Beitrag untersucht, wie in den Praktiken schulischer Elternbeteiligung Differenzen konstruiert und Bildungsungleichheiten (re-)produziert werden. Eingesetzt wird die Situationsanalyse (SitA) nach Adele Clarke. Als Weiterentwicklung der Grounded Theory ermöglicht die SitA eine differenzkritische Analyse komplexer sozialer Situationen, indem sie neben Interaktionen auch Diskurse, materielle Bedingungen und nicht-menschliche Elemente einbezieht. Im Zentrum stehen Mappingverfahren, mit denen systematisch Relationen zwischen unterschiedlichen Elementen der Untersuchungssituation – etwa Akteur*innen, Artefakten, Diskursen und räumlichen Strukturen – sichtbar gemacht werden.
Anhand von ethnographischen Beobachtungen und Interviews aus dem Forschungs- und Praxisprojekt SODETE (Soziale und demokratische Teilhabe durch Elternbeteiligung) zeigt sich, wie etwa am Elternabend insbesondere Eltern mit nicht-deutscher Erstsprache oder in prekären Lebenslagen ausgeschlossen und zu „implizierten“ oder „schweigenden“ Akteur*innen werden. Der Beitrag zeigt die Potenziale der SitA zur Analyse institutioneller Machtverhältnisse und zur Reflexion der eigenen Forschungspraxis
Social and cultural factors affecting the involvement of male educators in early childhood education: a cross-cultural study
This research explores the social and cultural factors influencing male educators' involvement in Early Childhood Education (ECE) in Germany, focusing on how cultural background shapes their experiences, perspectives, and career trajectories. Using a qualitative approach, 18 face-to-face interviews were conducted with male ECE educators from diverse cultural backgrounds across various cities and institutions in Germany. Half of the participants were of German cultural background, while the other half were migrants from Middle Eastern and North African (MENA) countries. Interviews were conducted in Arabic and German, with the research presented in English. Adhering to EECERA ethical code for early childhood researchers, participants provided written and verbal taped consents for recording the interviews, signifying their voluntary participation in the research. Reflexive thematic analysis (Braun & Clarke, 2006) was employed to analyze the data, identifying five key groups of factors, each with associated themes and sub-themes: factors related to the country (Germany), the ECE field, ECE institution, family and friends, and the individual male educator. The findings emphasize the dynamic interplay between individual agency and the broader social and cultural context, illustrating how cultural background and the social environment in Germany influenced participants' career-related decisions at various stages - entry, settling, and future trajectories. Additionally, the analysis demonstrates that cultural background plays a significant role in the career-related decisions of male educators, creating distinct realities for those with a migration background. These insights have practical implications for promoting and sustaining a diverse workforce in the German ECE sector, particularly regarding cultural and gender dynamics
Sensemaking im sonderpädagogischen Feststellungsverfahren bei Mehrsprachigkeit
Im Beitrag wird die organisationale Logik des Ein- und Ausschlusses im Kontext der Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarfe bei mehrsprachigen Kindern untersucht. Ausgehend vom Konzept des sensemaking nach Weick (1995) und unter Rückgriff auf Theorien institutioneller Diskriminierung, die rassismus- und ableismuskritisch perspektiviert werden, wird analysiert, wie Entscheidungen im Rahmen der Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarfe legitimiert werden. Im Fokus stehen zwölf Feststellungsverfahren von mehrsprachigen Kindern, die sich aus einem Beratungsgespräch und einem Feststellungsgutachten zusammensetzen. Die Analyse mit Hilfe der Grounded Theory Methodologie zeigt, dass Mehrsprachigkeit in der diagnostischen Praxis häufig nicht differenziert berücksichtigt wird. Es wird deutlich, dass institutionelle Routinen weniger an den individuellen Fähigkeiten der Kinder als an der Stabilisierung organisationaler Logiken orientiert sind, somit strukturelle Ausschlüsse produzieren und zu einer systematischen Schlechterstellung mehrsprachiger Kinder führen
Match'In. Policy Paper Passgenaue Verteilung für Schutzsuchende und Kommunen im Zuweisungsverfahren
Wie können Asylsuchende so zugewiesen werden, dass ihre individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten mit den Ressourcen und Möglichkeiten der aufnehmenden Kommunen bestmöglich zusammenpassen? Und welche Auswirkungen hätte eine solche passgenaue Verteilung auf Integration, Verwaltungsprozesse und gesellschaftliche Akzeptanz?
Das Policy Paper beleuchtet den Algorithmus Match’In als einen neuen Ansatz, der diesen Fragen nachgeht. Es zeigt, welche Faktoren über die erfolgreiche Eingliederung Geflüchteter entscheiden, welche Herausforderungen bestehende Verteilmechanismen mit sich bringen und wie ein datenbasierter Abgleich zwischen Schutzsuchenden und Kommunen die Effizienz und Fairness des Systems verbessern könnte. Dabei geht es nicht nur um theoretische Überlegungen – auch praktische Erfahrungen und erste Erkenntnisse aus der Anwendung eines innovativen Matching-Ansatzes spielen eine Rolle.
Match’In ist ein neuer Algorithmus, der die Effizienz der Zuweisungen von Asylsuchenden verbessern kann. Wie durch ihn gezieltere Zuweisung den Integrationsprozess unterstützen kann, welche Akteure daran beteiligt sind und welche Chancen und Grenzen dieser Ansatz mit sich bringt, wird hier untersucht