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Korneales Crosslinking bei Keratokonus, klinischer Vergleich des beschleunigten zum konventionellen Dresdner
Das korneale Crosslinking ist mittlerweile ein seit mehr als einem Jahrzehnt etabliertes Verfahren zur Behandlung von kornealen Ektasien, insbesondere des Keratokonus. Versuche, die Interventionszeit zu reduzieren, führten zu Modifikationen des ursprünglich von Wollensak et al. [51] entwickelten Protokolls. Auch wenn heutzutage die beschleunigten Behandlungsprotokolle an mehreren Kliniken angewandt werden, gibt es wenige Studien zum Vergleich der Protokolle untereinander. Diese Studie beinhaltet 413 Augen von 316 Patienten mit progressivem Keratokonus, die eine Crosslinking Behandlung im Zeitraum von 1. Januar 2009 bis 30. Dezember 2014 in der Augenklinik der LMU - München erhielten. Die Behandlung erfolgte entweder mit dem konventionellen Dresdner - Protokoll (Gruppe A - Strahlungsenergie: 3mW / cm², Bestrahlungsdauer: 30 min) oder mit dem beschleunigten Protokoll (Gruppe B - Strahlungsenergie: 9 mW / cm², Bestrahlungsdauer: 10 min). Mit dem konventionellen (Gruppe A) wurden 131 Augen von 101 Patienten und mit dem beschleunigten Protokoll (Gruppe B) 282 Augen von 215 Patienten behandelt. UCVA (Fernvisus ohne Korrektur) und CDVA (Fernvisus mit Korrektur) sowie die Tomographiedaten (Pentacam HR®) wurden während eines postoperativen Beobachtungszeitraumes von 36 Monaten zwischen den Gruppen verglichen. UCVA und CDVA stiegen in beiden Gruppen ohne statistische Signifikanz zwischen den beiden Gruppen nach 36 Monaten (p = 0.081 und p = 0.344). Der maximale Keratometriewert der kornealen Vorderfläche (KMAX) ergab in beiden Gruppen eine statistisch signifikante Besserung (p = 0.04, p = 0.01) ohne signifikante Differenz zwischen den Gruppen (p = 0.113). Die Keratokonus - Indices (ISV, IVA, KI) besserten sich unabhängig vom Behandlungsprotokoll ohne statistisch signifikante Differenz zwischen den Gruppen (p = 0.21, p = 0.316, p = 0.107). Die Hornhautdicke (PACHM) zeigte in Gruppe A eine weitere Abnahme um 9 μm (p = 0.014) und blieb in Gruppe B stabil (p = 0.063) mit statistisch signifikanter Differenz zwischen den Gruppen nach 36 Monaten (p = 0.032). Zusammenfassend zeigt diese Studie, dass das beschleunigte Crosslinking - Protokoll ähnliche Ergebnisse wie das konventionelle Dresdner - Protokoll bezüglich der Keratometriewerte, der Keratokonus - Indices und der Visusentwicklung erzielt. Gleichzeitig offenbaren unsere Ergebnisse eine Überlegenheit des beschleunigten Protokolls in Bezug auf die geringere korneale Ausdünnung nach der Operation. Dieser Vorteil, zusammen mit der Zeitersparnis bei Anwendung des Protokolls sind überzeugende Argumente für dessen Verwendung.Corneal crosslinking is an established method for more than a decade for the treatment of corneal ectasias, especially keratoconus. Attempts to reduce the intervention time led to modifications of the protocol originally developed by Wollensak et al.[51]. Although many ophthalmic operation centers today use accelerated treatment protocols, there are few studies comparing the protocols with one another. 413 eyes of 316 patients with progressive keratoconus who received a crosslinking treatment in the period from 01/01/2009 to 30/12/2014 in the eye clinic of the Ludwig Maximilian University of Munich were included in this study. The treatment was conducted either with the conventional Dresden protocol (group A - radiation energy: 3mW / cm², radiation time: 30 min) or with the accelerated protocol (group B - radiation energy: 9mW / cm², radiation time: 10 min). 131 eyes of 101 patients were treated with the conventional protocol (group A) and 282 eyes of 215 patients with the accelerated protocol (group B). UCVA (uncorrected distance visual acuity) and CDVA (corrected distance visual acuity) as well as tomography data (Pentacam HR®) were compared between the groups during a postoperative observation period of 36 months. UCVA and CDVA increased in both groups without statistical significance between the two groups after 36 months (p = 0.081 and p = 0.344, respectively). The maximum keratometry value of the anterior corneal surface (KMAX) showed statistically significant improvement in both groups (p = 0.04, p = 0.01) with no significant difference between groups (p = 0.113). Keratoconus indices (ISV, IVA, KI) improved regardless of treatment protocol with no statistically significant difference between groups (p = 0.21, p = 0.316, p = 0.107). The thinnest corneal thickness (PACHM) showed a further decrease of 9 μm in group A (p = 0.014) and remained stable in group B (p = 0.063) with a statistically significant difference between groups after 36 months (p = 0.032). In conclusion, our study demonstrates that the accelerated crosslinking protocol yields comparable outcomes to the conventional Dresden protocol regarding keratometry values, keratoconus indices, and visual acuity. Furthermore, our findings highlight the superiority of the accelerated protocol in terms of reduced corneal thinning post-surgery. This advantage, combined with the time-saving aspect of this protocol, provides a compelling rationale for its adoption
Korrelative histopathologische Charakterisierung immun-mediierter Polyneuropathien in einer europäischen Katzenpopulation
Molekulare Therapie des Mantelzelllymphoms
Das Mantelzelllymphom gehört zu den B-Zell-Neoplasien aus der Gruppe der Non- Hodgkin-Lymphome. Fast alle MCL-Zellen zeigen eine Überexpression des Zyklins D1 mit einem konstitutiv aktivierten Zellzyklus. Trotz zahlreicher Fortschritte in der Behandlung und teils besseren molekularbiologischen Verständnis der Erkrankung ist das MCL nach wie vor schwer zu behandeln und hat langfristig eine sehr schlechte Prognose.
In der hier vorgestellten Arbeit wurde die Wirkung von PQR309 auf verschiedene MCL- Zelllinien in vitro untersucht. PQR309 ist ein pan-PI3K-, dualer mTOR-Inhibitor und inhibiert dementsprechend gleich mehrere wichtige Signalwege, die für das Überleben und die Proliferation einer Zelle verantwortlich sind. Die untersuchten MCL-Zelllinien zeigten alle eine dosisabhängige Reduktion der Proliferation und Viabilität auf die Behandlung mit PQR309, jedoch bestanden Unterschiede in der Sensitivität der Zelllinien. Um herauszufinden, welche Signalwege für diese Effekte von PQR309 verantwortlich waren, wurden selektive Inhibitoren der PI3K-, mTORC1- sowie mTORC2-Signalwege eingesetzt und in Kombination verwendet. Dabei stellte sich heraus, dass eine duale Inhibierung von mTORC1 und mTORC2 besonders wichtig ist und die Kombination mit PI3K-Inhibition synergistisch wirkt. Eine reine Inhibition von mTORC1 und pan-PI3K sowie eine Kombination der beiden Inhibitoren waren nur moderat effektiv.
Die Kombination von PQR309 mit Inhibitoren anderer zellulärer Signalwege lieferte zum Teil vielversprechenden Synergismus. Die besten Ergebnisse brachte dabei die Kombination von PQR309 und PIM-1-Kinase-Inhibitor AZD1208.
Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass MCL-Zellen eine breite genetische Heterogenität aufweisen. In der Zukunft wäre daher eine vorangehende Resistenzanalyse vor der Therapieplanung mit solchen und ähnlichen Signalweginhibitoren sinnvoll
The effect of adversity on the behavioral response to social exclusion in patients with borderline personality disorder and persistent depressive disorder
Einfluss der intraoperativen endoluminalen Pyloromyotomie auf die Häufigkeit der Magenentleerungsstörung nach pyloruserhaltender Duodenohemipankreatektomie
Die Inzidenz von Pankreaskopfkarzinomen, distalen Gallengangskarzinomen und Papillenkarzinomen stieg in den letzten Jahrzehnten an. Die Duodenohemipankreatektomie (PD) stellt die einzige kurative Therapieoption dar.
In „High Volume Zentren“ wird heute eine Letalität von unter 5% erreicht, allerdings bleibt die Morbidität dieses Eingriffs hoch. Eine der häufigsten Komplikationen nach PD ist die verzögerte Magenentleerung („delayed gastric emptying“ – DGE), welche mit einer reduzierten Lebensqualität, verlängertem Krankenhausaufenthalt und erhöhten Kosten assoziiert ist.
Die Ätiologie der DGE ist multifaktoriell und ihre Pathophysiologie ist noch nicht vollständig verstanden. Eine mögliche Ursache für die DGE nach pyloruserhaltender PD (ppPD) ist eine Störung der Pylorusfunktion.
Ziel dieser retrospektiven Studie war es zu untersuchen, ob die intraoperative endoluminale Pyloromyotomie vor der Anlage der Duodenojejunostomie während der ppPD, die Inzidenz der DGE reduziert. Zudem sollte in der vorliegenden Arbeit die Rate an postoperative Komplikationen, der Schweregrad der DGE, die Krankenhausaufenthaltsdauer und die Sterblichkeit untersucht werden.
Patienten, die zwischen Januar 2015 und Dezember 2017 eine ppPD erhielten, wurden anhand der durchgeführten OP-Schritte vor der Anlage der Duodenojejunostomie in zwei Gruppen eingeteilt (Pyloromyotomie-Gruppe und Dehnungs-Gruppe). Der primäre Endpunkt war die DGE-Rate nach ISGPS-Definition. Sekundäre Endpunkte waren die Rate an postoperativen Komplikationen, Schweregrad der DGE, Aufenthaltsdauer und Letalität.
Es wurden 110 Patienten in diese Studie eingeschlossen, wobei eine Pyloromyotomie bei 44 Patienten durchgeführt wurde (40%). Die Inzidenzrate der DGE bei den untersuchten Patienten betrug 56,4% (62 von den 110 Patienten). Die Pyloromyotomie war in dieser Arbeit im Vergleich mit der Dehnung mit einer signifikanten Reduktion der Rate an DGE assoziiert (40,9% vs. 66,7%; OR 0,35, 95% KI 0.16-0,76; p = 0,008). Diese Assoziation konnte in der multivariaten Analyse bestätigt werden (OR0.32, 95% KI 0,13-0,077; p = 0,011). Das Vorhandensein mindestens einer intraabdominellen Komplikation war mit einem erhöhten Risiko für eine DGE verbunden (OR 5,54, 95% KI 2.00-15.36; p < 0,001). Die Inzidenz einer primären DGE, also dem Auftreten einer DGE ohne gleichzeitiges Vorliegen einer intraabdominellen Komplikation, war in der Pyloromyotomie-Gruppe signifikant geringer als in der Dehnungs-Gruppe (29% vs. 53,7%, OR 0,35, 95% KI, 0,13-
6
0,95, p=0,037). Hinsichtlich Morbidität, Letalität und Aufenthaltsdauer zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Operationstechniken.
Zusammenfassend war in der vorliegenden Arbeit die intraoperative endoluminale Pyloromyotomie im Rahmen einer ppPD mit einer reduzierten DGE-Rate assoziiert.
Diese einfache und sichere Technik kann potentiell das Auftreten einer DGE reduzieren