Ludwig-Maximilians-Universität München

Digitale Hochschulschriften der LMU
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    Zwischen Täterschaft und Anpassung

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    Homosexuelle Männer waren unter dem nationalsozialistischen Regime erheblichen Repressionen und staatlicher Verfolgung ausgesetzt. Eine umfassende Aufarbeitung der Thematik wurde lange Zeit verschleppt, und erst jüngere Arbeiten beginnen, den um-fangreichen Themenkomplex zu bearbeiten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich ein-gehend mit der privilegierten Berufsgruppe der Ärzte, die an essenziellen Prozessen staatlicher und gesellschaftlicher Repressionen beteiligt war. In dem Spannungsfeld zwischen NS-Ideologie, ärztlicher Wissenschaft und dem Leben von Homosexuellen wird die verfügbare Quellenlage anhand medizinischer Publikationen und ungedruckter Archivalien umfassend analysiert, um die Frage zu beantworten, inwiefern eine Partizipation von Ärzten an der Diskriminierung homosexueller Männer nachweisbar ist und ob Mediziner intrinsisch motiviert – also autark – handelten oder „lediglich“ als Handlanger eines übermächtigen faschistischen Regimes verstanden werden müssen. Dabei spielen neben archivalischen insbesondere psychiatrische, kriminalbiologische und ideologische Quellen eine entscheidende Rolle. Die Arbeit illustriert die vielfältigen und bedeutenden Funktionen, in denen die Ärzte während des Nationalsozialismus bei der Diskriminierung homosexueller Männer eingebunden waren. Keineswegs waren Ärzte nur Instrumente oder Verführte des NS-Staates; stattdessen entwickelten sie wesentliche Inhalte der Diskriminierung selbstständig mit und waren auch an der konkreten Ausführung der Verfolgungspolitik maßgeblich beteiligt

    Diagnostische und medikamentöse perioperative Unterstützung der postoperativen Wundheilung in der Dermatochirurgie

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    Barrieren bei der Vorbeugung und Behandlung von Übergewicht und Adipositas beim Pferd

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    Die immunologischen Funktionen der Müllerzelle im gesunden Auge und bei der equinen rezidivierenden Uveitis

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    Deep learning for real-time motion management during MRI-guided radiotherapy

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    Time window of 3 seconds in cognitive processing reflected as a logistic function

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    „Zeit“ ist eine grundlegende, zugleich jedoch schwer fassbare Dimension der menschlichen Kognition. Obwohl „Zeit“ kein spezifisches Sinnesorgan zugeordnet ist, strukturiert sie Wahrnehmungen und Verhalten in einer umfassenderweise. Diese Dissertation untersucht die Hypothese, dass zeitliche Verarbeitung von Information nicht nur ein Bestandteil der Wahrnehmung, sondern eine fundamentale logistische Funktion ist, die kognitive Prozesse organisiert. Es wurden zwei Experimente durchgeführt, um die Rolle eines niederfrequenten „Zeitfensters“ von etwa drei Sekunden zu untersuchen, das vermutlich als präsemantische Organisationseinheit zu verstehen ist. In Experiment 1 wurde das Paradigma der Zeitreproduktion angewandt, um das 3-Sekunden-Zeitfenster in einem realitätsnahen Kontext zu testen: Es wurde untersucht, wie visuelle Darstellungen (eine Balken- vs. eine Ring-Anzeige) die subjektive Zeitwahrnehmung bei Intervallen von 3 und 15 Sekunden beeinflussen. Die Ergebnisse zeigten, dass der Einfluss der visuellen Konfiguration nur bei der 15-Sekunden-Bedingung gegeben war. Die Reproduktionen in der 3-Sekunden-Bedingung blieben stabil und unabhängig von den visuellen Reizmerkmalen, was die Annahme eines präsemantischen 3-Sekunden-Zeitfensters stützt, dass also sensorische Informationen inhaltsunabhängig verarbeitet wird. In Experiment 2 wurde mit Hilfe des MEG untersucht, ob Beta-Oszillationen als neuronale Indikatoren für zeitliche Kontrolle dienen könnten. Die Versuchspersonen führten eine sensomotorische Synchronisationsaufgabe bei fünf unterschiedlichen rhythmischen Tempi aus. Die Analyse zeigte, dass Beta-Oszillationen, insbesondere die Event-Related Synchronization (ERS), systematisch mit der „Stimulus-Onset-Asynchrony“ (SOA) variierten, und das Verhalten signifikant vorhersagten. Der Übergang von antizipatorischem zu reaktivem Verhalten bei der sensomotorische Synchronisationsaufgabe erfolgte etwa bei einer SOA von drei Sekunden, was den Beobachtungen aus Experiment 1 entspricht. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Beta-Oszillationen sensitiv für zeitliche Strukturen sind und möglicherweise die neuronale Implementierung des niederfrequenten Zeitfensters widerspiegeln. Sowohl die verhaltensbasierten Befunde wie auch die Beobachtungen über neuronale Oszillationen stützen die Theorie, dass das 3-Sekunden-Zeitfenster ein organisierendes Prinzip kognitiver Verarbeitung repräsentiert. Dieses theoretische Konzept ermöglicht zudem, eine differenzierte Klassifikation kognitiver Funktionen vorzunehmen, wobei zwischen inhaltlichen und logistischen Funktionen unterschieden wird. Diese Taxonomie wird vor allem auch durch physiologische Befunde gestützt, in denen Störungen der zeitlichen Organisation beobachtet wurden. Insgesamt wird nahegelegt, dass „Zeit“ nicht nur ein Inhalt der Wahrnehmung sein kann, sondern als ein organisierendes Gerüst zu verstehen ist, das wesentlich ist für die Kohärenz von Wahrnehmungen, Handlungen und dem subjektiven Erleben.“Time” is a foundational yet elusive dimension in human cognition, lacking a dedicated sensory organ yet pervasively structuring perception and behavior. This dissertation investigates the hypothesis that temporal processing is not merely a perceptual content but a fundamental logistic function organizing cognitive operations. Two experiments were conducted to examine the role and neural basis of a low-frequency time window of approximately three seconds, proposed to function as a presemantic organizational unit. Experiment 1 employed a temporal reproduction paradigm to test the 3-second time window in a realistic setting: how visual representations of progress (bar vs. ring indicators) influence subjective time perception at durations of 3 and 15 seconds. Results revealed that the influence of visual configuration on subjective duration was present only for the 15-second condition. Reproductions in the 3-second condition remained stable and unaffected by visual stimulus features, supporting the idea of a presemantic 3-second time window that sensory inputs are processed independently of content. Experiment 2 used magnetoencephalography (MEG) to investigate whether beta-band oscillations could serve as neural indicators of temporal control. Participants performed a sensorimotor synchronization task across five rhythmic tempos. The analysis showed that beta oscillatory activity, particularly event-related synchronization (ERS), varied systematically with stimulus onset asynchrony (SOA) and significantly predicted behavioral asynchrony. Importantly, the transition from predictive to reactive responses occurred around the 3-second SOA, mirroring the behavioral boundary identified in Experiment 1. These results indicate that beta oscillations are sensitive to the temporal structure and may reflect the neural instantiation of the low-frequency time window. By integrating behavioral findings with the oscillatory neural dynamics, the thesis supports a theory that the 3-second time window represents an organizing principle for cognitive processing. This framework further advances a plausible classification of cognitive functions, distinguishing between content and logistic ones. Such taxonomy is also grounded on physiological evidence showing disruptions in temporal organization. Taken together, this work proposes that time, rather than being merely a content of perception, is an organizing framework essential for the coherence of perception, action, and subjective experiences

    Erfassung des Carnitin-Transporter-Defekts im bayerischen Neugeborenenscreening

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    Die angeborene Stoffwechselerkrankung Carnitin-Transporter-Defekt (CTD) ist potenziell lebensbedrohlich, in einem symptomfreien Stadium diagnostizierbar und effektiv therapierbar. Sie wurde daher in vielen Neugeborenenscreening (NGS)-Programmen weltweit untersucht. Die Erkrankung manifestiert sich klinisch in Abhängigkeit des Alters als metabolische Dekompensation mit Koma, Myopathien der Herz- und Skelett-Muskulatur sowie kardialen Arrhythmien. Als Screening-Parameter im NGS dient die Konzentration des freien Carnitins (C0). Diese Arbeit analysierte die Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitprogramms des bayerischen NGS auf CTD sowie der langfristigen klinischen Betreuung der am Zentrum für angeborene Stoffwechselerkrankungen des Dr. von Haunerschen Kinderspitals behandelten Patienten aus dem Zeitraum Januar 1999 bis Juni 2018. Unter 1.816.000 bayerischen NGS-Proben wurden sechs Neugeborene mit CTD diagnostiziert (Inzidenz 1:303.000). In dem Zeitraum Januar 2008 bis Juni 2018 lag der positiv prädiktive Wert (PPW) eines auffälligen NGS zwischen 1,63 und 2,17 %. Im Stoffwechselzentrum des Dr. von Haunerschen Kinderspitals wurden 24 Neugeborene zur Konfirmationsdiagnostik vorgestellt und parallel eine Diagnostik bei den Müttern initiiert. Ein CTD lag bei vier Neugeborenen und sieben Müttern vor, bei einem Neugeborenen und vier Müttern konnte der Verdacht auf CTD molekulargenetisch nicht verifiziert werden. Bei einer Mutter wurde eine Glutarazidurie Typ I festgestellt. Bei den verbleibenden elf Neugeborenen und ihren Müttern ergab sich kein Anhalt für eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Eine signifikante negative Korrelation zwischen der C0-Konzentration der Neugeborenen im NGS und dem Abstand zur Geburt (r = -0,502 (p = 0,015)) legte nahe, das externe Faktoren, insbesondere der maternale Stoffwechsel, den Screening-Parameter beeinflussten. In summiert 104,5 Patientenjahren hatten die Neugeborenen und Mütter mit CTD weder zum Zeitpunkt der Diagnosestellung noch während des Beobachtungszeitraums unter Carnitin-Supplementierung schwerwiegende klinische Manifestationen. Der niedrige PPW führte zu einer hohen Anzahl falsch positiver Befunde und damit zu einer hohen Belastung der gesunden Bevölkerung. Gleichzeitig schließt die Diskrepanz zwischen der niedrigen beobachteten Inzidenz und einer molekulargenetisch errechneten höheren Inzidenz falsch negative Ergebnisse nicht aus. Die pathologische Relevanz der Diagnose eines CTD ist für viele der über das NGS gefundenen Individuen, insbesondere für die asymptomatischen Mütter, ungeklärt. Die Ergebnisse sind im Einklang mit anderen Studien, die gegen ein NGS auf CTD sprechen, das auf einer Bestimmung der C0-Konzentration in den ersten Lebenstagen beruht.The inborn metabolic disease carnitine transporter deficiency (CTD) is potentially life-threatening, can be diagnosed at a symptom free stage and can be treated effectively. It has therefore been investigated in many newborn screening (NGS) programs worldwide. Depending on age, the disease manifests clinically as metabolic decompensation with coma, myopathies of the heart and skeletal muscles and cardiac arrhythmias. The concentration of free carnitine (C0) serves as the screening parameter in the NGS, but is strongly influenced by maternal metabolism. This study analyzed the results of the scientific program of the Bavarian NGS for CTD as well as the long-term clinical outcome of patients treated at the center for inborn metabolic diseases of the Dr. von Hauner Children’s Hospital from January 1999 to June 2018. Six newborns were diagnosed with CTD among 1.816.000 Bavarian NGS samples (incidence 1:303,000). In the period of January 2008 untill June 2018, the positive predictive value (PPW) of an abnormal NGS for CTD ranged from 1.63 to 2.17 %. At the metabolic centre of the Dr. von Hauner Children’s Hospital, 24 newborns were presented for confirmation diagnostics and parallel diagnostics were initiated on the mothers. A CTD was present in four newborns and seven mothers, in one newborn and four mothers the suspicion of CTD could not be verified genetically. One mother was diagnosed with glutaric aciduria type I. In the remaining eleven newborns and their mothers, there was no evidence of a congenital metabolic disorder. A significant negative correlation (r = -0,502 (p = 0,015)) between the newborn’s C0-concentration and the distance to birth suggested that external factors, particularly maternal metabolism, influenced the values. In a total of 104.5 patient-years, the newborns and mothers with CTD had no severe clinical manifestations either at the time of diagnosis or during the observation period under carnitine supplementation. The low PPW led to a high number of false positive findings and, thus, to a high burden on the healthy population. At the same time, the discrepancy between the low observed incidence and a calculated, higher incidence using molecular genetics does not rule out false negative results. The pathological relevance of the diagnosis of CTD is uncertain for many of the individuals found by NGS, especially for the asymptomatic mothers. The results are consistent with other studies that argue against NGS on CTD, which is based on determining the C0 concentration in the first days of life

    Präklinische und klinische Strategien zur Verbesserung der systemischen Therapie von gastrointestinalen Tumoren

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    Multimodale Versorgungkonzepte in der geriatrischen Traumatologie

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