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Delegation & Accountability im Politikbetrieb: Beiträge zur Regierungs- und Parlamentarismusforschung
Dies ist das Einleitungskapitel der kumulativen Habilitationsschrift "Delegation & Accountability im Politikbetrieb: Beiträge zur Regierungs- und Parlamentarismusforschung", die dem Fachbereich Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften der Universität Münster im Wintersemester 2022/2023 im Fach Politikwissenschaft vorgelegt wurde. Zunächst geht der Text auf die gemeinsame theoretisch-konzeptionelle Basis der insgesamt 14 Zeitschriftenaufsätze und Buchbeiträge der Habilitationsschrift ein: die Prinzipal-Agent-Theorie der Politik und die Politische Ökonomie. Danach werden die einzelnen Forschungsbeiträge zum Forschungsfeld "Politik als Beruf" kurz vorgestellt und es wird deren Relevanz für das Fach Politikwissenschaft sowie deren Mehrwert im Vergleich zum bisherigen Forschungsstand erläutert. Im Fazit werden aus den dargestellten Forschungsergebnissen schließlich eine Reihe von generellen Schlussfolgerungen für Politik und Politikwissenschaft gezogen
Educational Governance: Beteiligungschance für Zivilgesellschaft im deutschen Schulsystem
Die Dissertation beleuchtet das Handlungsfeld Bildung innerhalb der organisierten Zivilgesellschaft in Deutschland. Ausgehend von einem empirischen Forschungsdesiderat analysiert sie zunächst den Wandel der bildungspolitischen Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliche Organisationen seit den 1990er Jahren. Anschließend wird untersucht, wie sich das Handlungsfeld Bildung vor dem Hintergrund dieser Veränderungen strukturell und inhaltlich transformiert. Im Zentrum stehen zivilgesellschaftliche Akteure wie Vereine, Stiftungen und gGmbHs, die zunehmend als Bildungspartner in das öffentliche Schulsystem eingebunden werden. Die Arbeit verknüpft theoretische Perspektiven aus der Governance-Forschung mit empirischen Daten, insbesondere aus dem ZiviZ-Survey. Auf Basis von sechs Einzelbeiträgen zeigt die Dissertation, dass Bildung ein dynamisch wachsendes, bislang jedoch wenig erforschtes Handlungsfeld der Zivilgesellschaft ist – geprägt von staatlicher Steuerung, institutionellen Öffnungsprozessen und neuen Kooperationsformen. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Integration von Bildungs- und Zivilgesellschaftsforschung und liefert Impulse für Theorie, Empirie und Praxis.This dissertation explores the field of education within the organized civil society in Germany. Starting from an empirical research gap, it first analyzes how education policy frameworks for civil society organizations have evolved since the 1990s. It then examines how these changing conditions are transforming the field of education itself. The focus lies on civil society actors such as associations, foundations, and nonprofit limited liability companies (gGmbHs), which are increasingly integrated as educational partners within the public school system. The study combines theoretical approaches from governance research with empirical data, notably from the ZiviZ Survey and other studies. Across six individual contributions, the dissertation demonstrates that education is a growing yet underexplored field of civil society activity—characterized by state steering, institutional openings, and new forms of cooperation. It contributes to bridging the gap between education and civil society research and provides insights for theory, empirical inquiry, and practice
Erklärungsfaktoren für die Vergabe des Literaturnobelpreises:Eine feldtheoretische Analyse mit dem Schwerpunkt auf der niederländischsprachigen Literatur von 1901 bis 1966
Ausgangspunkt dieser Arbeit ist, dass die Vergabe des Literaturnobelpreises Resultat eines sozialen Prozesses zwischen Institutionen und Personen verschiedener Literaturräume ist. Es werden institutionelle Mechanismen der Preisvergaben untersucht: Was führt in der Schwedischen Akademie zum Entschluss, welche Nominierten den Preis verdienen?
Anhand von Archivmaterial der Schwedischen Akademie werden Erklärungsfaktoren bzgl. deren Relevanz bei den Preisvergaben untersucht, wobei Nominierungen, Übersetzungen und Wertschätzung der Nominierten zentralstehen. Als Pilotstudie wird im Kontrast zu anderen Literaturen die bis dato nicht ausgezeichnete niederländischsprachige Literatur fokussiert.
Es zeigt sich, dass das Nobelkomitee institutionell bedingten Verfahrenslogiken folgt: Neben den formalen Regeln handelt es auch nach informellen Regularitäten. Dies ermöglicht erstens eine Urteilsfindung. Zweitens kann dadurch die Wahl als literarisch autonome, sorgfältig abgewogene Entscheidung präsentiert werden und drittens wird die Wahrscheinlichkeit externer Kritik an der Entscheidung minimiert