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Erfolgsquote postmortaler robotikgestützter CT-navigierter Stanzbiopsien (PMRCTB) in thorakoabdominellen sowie intrakranialen Geweben als Alternative zur klassischen Obduktion
Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie wird ein CT-gestütztes, robotergeführtes Verfahren (serieller Gelenkarmroboter „LBR Med 14 R820“ (KUKA AG, Augsburg, Deutschland); stereotaktische Trackingkamera „fusionTrack 500“ (Atracsys LLC, Puidoux, Schweiz); Planungssoftware auf Basis der freien opensource-Plattform „3D Slicer“) zur postmortalen minimal-invasiven bioptischen Sicherung von humanen Geweben (sogenannte PMRCTB) mit halbautomatischem (G)14-Biopsienadelsystem (2 cm Stanzzylinderlänge) und (G)13-Koaxialnadelhülsen an in „Body bags“ verhüllten Leichen im Rahmen einer proof-of-concept-Studie vorgestellt.
Die Stichprobe (mittleres Durchschnittsalter: 75 Jahre (SD 12,0 Jahre), mittlerer BMI: 26,0 (SD 6,1), mittleres PMI: 7,6 Tage (SD 3,5 Tage)) wurde aus dem rechtsmedizinischen sowie klinischen Eingangskollektiv der zentralen Leichenhalle des UKE rekrutiert.
Es wurde ein Standardprotokoll für 13 definierte Zielorgane bzw. Zielgewebe entwickelt, mit dem an 27 Verstorbenen (davon 23 (85%) männlichen und 4 (15%) weiblichen Geschlechts) insgesamt 647 PMRCT-Nadelpunktionen mit anschließender Stanzbiopsie sowie postprozeduraler CT-Lagekontrolle durchgeführt wurden.
Insgesamt waren 446 (68,9%) der 647 durchgeführten Erstbiopsien erfolgreich im Sinne einer Übereinstimmung zwischen annotiertem Zielorgan/Zielgewebe und der qualitativen Zugehörigkeit in der histologischen Analyse der entnommenen Gewebeproben.
Inklusive ggf. notwendiger Folgebiopsien wurde organ-/gewebeübergreifend insgesamt in 507 Fällen (78,4%) Zielgewebe gesichert. Die Organgröße korreliert signifikant mit dem Biopsaterfolg des Zielgewebes (χ2 (df=9)= 205.77, p<.0001).
Hohe Zielerreichungsquoten der Erstbiopsien zeigten sich im Uterus (100%), Myokard (88,5%), ZNS-Gewebe (88%), rechter Oberschenkelmuskulatur (87,5%) sowie Leber (85,7%).
Unzureichende Zielerreichungsquoten zeigten sich bei Gewebezielen mit vergleichsweise kleinen Volumina (Prostata 26,3%; Lymphknoten: 40,9%, Brustaorta: 38,5%; Arteria pulmonalis: 26,9%; RCA: 26,1%).
Die organabhängig teils geringe Zielgewebeübereinstimmung mit ggf. hohen Anteilen an Fremdgewebe in der Histologie stellt sich noch als erhebliche Limitation dar, wenn auch im Einzelfall an kleinen Gewebezielen Erfolge generiert wurden, die mit alternativer, manuell geführter Bildgebung z.B. Ultraschall, noch weniger zuverlässig zu erzielen gewesen wären.
Das RPMB-System kann technisch nur in Robotik ausgestatteten Spezialzentren eingesetzt werden und ist somit nur zentral verfügbar.
Vor dem Hintergrund der heterogenen Ergebnisse kann die Methode zwar nicht als eigenständige Alternative für eine konventionelle Autopsie angesehen werden. Es besteht die Möglichkeit einer sicheren, flexiblen und anwenderunabhängigen Verwendung an Verstorbenen in Forschungskontexten wie potentiell lebensbedrohlichen Viruspandemien, wo ggf. sonst keine Autopsie möglich wäre.
Das System könnte für eine Minimierung von Kontaminationen auch vor einer Obduktion z.B. zur Sicherung von Biopsaten im Rahmen eines Biobanking eingesetzt werden
Threat in relation to time and space: Identification and characterization of individual trajectories in defensive circuits
The dynamic modulation of defensive behavior is an essential skill necessary for survival across species. A plethora of studies revealed that, in humans, alterations in defensive processes have been associated with the risk of developing various forms of psychopathology. In particular, "childhood adversity," which functions as both a risk factor and a predictor, seems to be able to make a substantial contribution to understanding the underlying mechanisms. The aim of this dissertation was to explore this individual difference factor and its association with threat processing in adulthood through empirical investigations and literature reviews focusing on affective modulation, threat and reward learning, as well as defensive action preparation. Notably, there is a rather cohesive picture of blunted psychophysiological responding to threat stimuli, yet at the same time, there is an increased subjective experience of these threats in adulthood consistently observed across various samples, including clinical, subclinical, and non-clinical groups. Interestingly, exposure to recent adversity in adulthood shows a contradictory pattern of increased physiological reaction and heightened subjective evaluation. Notably, the observation of blunted psychophysiological responses observed in clinical, subclinical, and non-clinical samples challenges the previous assumption that blunted physiological responses may function as a protective factor in healthy individuals despite being exposed to childhood adversity. Consequently, there is a need to establish a novel mechanistic framework that incorporates altered physiological responses (i.e., blunted) along with additional factors that allow for differentiation between clinical and non-clinical samples, thereby enhancing the understanding of (mal)adaptive processes and the developmental trajectories of (psycho)pathologies. Another objective of this dissertation was to determine the methodological precision and alignment of various questionnaires assessing childhood adversity. The findings indicate a concerning lack of concordance among these measurement instruments in their classification of exposure and their conceptualization of the respective subtypes of exposure. Consequently, it is imperative that the next step involves the synchronization of these measurement instruments to enable comparisons between studies and to be certain that we know what we are measuring when purporting to measure childhood adversity.Die dynamische Modulation defensiven Verhaltens ist eine wesentliche Fähigkeit, die für das Überleben über verschiedene Spezies hinweg notwendig ist. Eine Vielzahl von Studien hat gezeigt, dass Veränderungen in den defensiven Prozessen bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung verschiedener Formen von Psychopathologie assoziiert sind. Insbesondere scheinen "belastende Kindheitserfahrungen", die sowohl als Risikofaktor als auch als Prädiktor fungieren, einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen leisten zu können. Ziel dieser Dissertation war es, diesen Faktor und seine Assoziation mit der Bedrohungsverarbeitung im Erwachsenenalter durch empirische Untersuchungen und Literaturübersichten zu erforschen, die sich auf affektive Modulation, Bedrohungs- und Belohnungserlernen sowie die defensive Handlungsvorbereitung konzentrieren. Insgesamt zeigte sich ein recht kohärentes Bild von gedämpften psychophysiologischen Reaktionen begleitet von erhöhter subjektiver Wahrnehmung auf Bedrohungsreize in Individuen mit belastenden Kindheitserfahrungen im Erwachsenenalter. Interessanterweise zeigte die Exposition gegenüber aktuellen Belastungen im Erwachsenenalter ein widersprüchliches Muster aus erhöhter physiologischer Reaktion und gesteigerter subjektiver Bewertung. Besonders bemerkenswert ist, dass der Befund von gedämpften psychophysiologischen Reaktionen sowohl in klinischen als auch in subklinischen und nicht-klinischen Stichproben beobachtet wurde. Dies stellt die ursprüngliche Annahme infrage, dass gedämpfte physiologische Reaktionen bei gesunden Individuen, die kindlicher Belastung ausgesetzt waren, einen schützenden Faktor darstellen könnten. Folglich besteht die Notwendigkeit, ein neuartiges mechanistisches Rahmenkonzept zu etablieren, welches die veränderten physiologischen Reaktionen (d.h. gedämpft) um zusätzliche Faktoren erweitert, die es ermöglichen, zwischen klinischen und nicht-klinischen Stichproben zu differenzieren und das Verständnis von (mal)adaptiven Prozessen und Entwicklungstrajektorien von (Psycho-) Pathologien erweitert. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit war die Bestimmung der methodischen Präzision und Übereinstimmung verschiedener Fragebögen zur Erfassung belastender Kindheitserfahrungen. Die Ergebnisse zeichnen ein eher unbefriedigendes Bild hinsichtlich der Übereinstimmung von Messinstrumenten ab, welche nur in einem geringen Maße in der Klassifizierung von Expositionen als auch ihrem inhaltlichen Verständnis der jeweiligen Expositionstypen überein stimmten. Daher ist es zunächst von größter Wichtigkeit, diese Messinstrumente zu synchronisieren, um Vergleiche zwischen Studien zu ermöglichen und sicherzustellen, dass wir genau wissen, was wir messen, wenn es um die Erfassung belastender Kindheitserfahrungen geht
Entwicklung und Anwendung von Techniken des Maschinellen Lernens für modellagnostische Suchen nach neuer Physik am LHC
The aim of this thesis is to search for physics beyond the Standard Model (SM) with minimal model dependence. Traditional searches for new physics at the Large Hadron Collider (LHC) target specific signatures based on well-motivated models. In contrast, model-agnostic approaches, typically depending on loose data selections or an accurate SM background description, lack high sensitivity for new physics signals. Recently, a new paradigm of model-agnostic searches has emerged based on anomaly detection, which is aimed at automatically identifying deviations from the background expectation in the data using machine learning. This work introduces CATHODE, a novel anomaly detection method, which combines generative models with classifiers, achieving state-of-the-art performance on a simulated benchmark dataset, particularly in addressing the more challenging setting of correlated observables. Further improvements to enhance the background estimation stability and the robustness against uninformative input features are proposed. CATHODE is applied to search for heavy resonances decaying to two large-radius jets with anomalous substructure in 13 TeV proton-proton collisions recorded by the CMS Experiment at the LHC. While no significant excess over the SM background is observed, it enables setting upper cross-section limits across a broad spectrum of signal models. In many cases, the sensitivity is shown to improve substantially over conventional generic search strategies. By demonstrating the potential of targeting many different signal models in a single analysis, this thesis lays the groundwork for more such data-driven, model-agnostic searches in the future.Traditionelle Suchen nach neuer Physik am Large Hadron Collider (LHC) sind auf spezifische Signaturen ausgerichtet, die auf gut motivierten Modellen basieren. Im Gegensatz dazu sind modellunabhängige Ansätze, die typischerweise von einer losen Datenauswahl oder einer akkuraten SM-Untergrundbeschreibung abhängen, nicht besonders sensitiv für Signale neuer Physik. In jüngster Zeit hat sich ein neues Paradigma für modellagnostische Suchen herausgebildet, das auf der Erkennung von Anomalien basiert und darauf abzielt, mithilfe von maschinellem Lernen automatisch Abweichungen von der Untergrunderwartung in den Daten zu identifizieren. In dieser Arbeit wird CATHODE vorgestellt, ein neuartiges Verfahren zur Erkennung von Anomalien, das generative Modelle mit Klassifikationsverfahren kombiniert und auf einem simulierten Benchmark-Datensatz die beste Leistung erzielt, insbesondere bei der Bewältigung der schwierigeren Situation korrelierter Observablen. Es werden auch Verbesserungen vorgeschlagen, um die Stabilität der Untergrundabschätzung und die Robustheit gegenüber uninformativen Inputs zu erhöhen. CATHODE wird für die Suche nach massiven Resonanzen eingesetzt, die in zwei Jets mit großem Radius und anomaler Substruktur in 13 TeV Proton-Proton-Kollisionen zerfallen, die vom CMS-Experiment am LHC aufgezeichnet wurden. Es wird zwar kein signifikanter Exzess gegenüber dem SM-Untergrund beobachtet, aber es ermöglicht die Festlegung von Obergrenzen von Wirkungsquerschnitten für ein breites Spektrum an Signalmodellen. In vielen Fällen zeigt sich, dass die Sensitivität im Vergleich zu herkömmlichen generischen Suchstrategien erheblich verbessert wird. Durch die Demonstration des Potenzials, viele verschiedene Signalmodelle in einer einzigen Analyse zu berücksichtigen, legt diese Arbeit den Grundstein für weitere datengesteuerte, modellagnostische Suchen in der Zukunft
Dynamics of Coherent and Incoherent Excitations in Driven YBa2Cu3O6.48
Ultrakurze Lichtpulse, insbesondere im mittleren Infrarot-Spektralbereich, haben sich zu mächtigen Werkzeugen für die nicht-thermische Kontrolle von elektronischen und magnetischen Phasen in stark korrelierten Materialien entwickelt. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die durch Licht induzierte Supraleitung in unkonventionellen Supraleitern weit über ihren kritischen Temperaturen im thermischen Gleichgewicht. In der Bi-Lagen Kupratverbindung YBa2Cu3O6+x zeigt die resonante Anregung von apikalen Sauerstoffphononen, dass supraleitungsähnliche optische Eigenschaften bis zur Raumtemperatur induziert werden können. Mehrere Studien haben versucht, die mikroskopischen Mechanismen hinter diesem Phänomen zu identifizieren, wobei gezeigt wurde, dass die kohärent getriebenen Phononen die Kristallstruktur transient verzerren, um den supraleitenden Zustand zu favorisieren. Darüber hinaus koppeln diese Phononen in einer nichtlinearen Wechselwirkung zu Anregung, die mit dem Tunnelen von supraleitenden Cooper-Paaren zwischen den Lagen dieses Materials verbunden sind, wodurch die Supraleitung in YBa2Cu3O6+x verstärkt wird. Allerdings ist der transient supraleitende Zustand kurzlebig und besteht nur für einige Pikosekunden, was seine potenziellen Anwendungen begrenzt.
Bei der optischen Anregung generieren inkohärente Dissipationsprozesse heiße Ladungsträger, wie nicht-supraleitende Quasiteilchen, und Phononen, die letztendlich die Temperatur des Systems erhöhen. Die Wechselwirkung zwischen dem kohärenten "kalten" Suprafluid und den inkohärenten "heißen" Anregungen ist ein wichtiger Faktor bei der Bestimmung der Lebensdauer des supraleitenden Zustands. Diese Dissertation zielt darauf ab, die Temperaturdynamik von Quasiteilchen und Phononen in optisch getriebenen YBa2Cu3O6+x zu charakterisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelte ich ein Experiment für die zeitabhängige spontane Raman-Streuungsspektroskopie, um die Zunahme der Phonontemperaturen, die nach der mittleren Infrarot-optischen Anregung folgen, zu untersuchen. Durch Messung der Stokes- und Anti-Stokes-Raman-Streuungsinensitäten eines "Beobachter"-Phonons wurde eine Zunahme der Phonontemperatur von 100 K auf 240 K beobachtet. Dieses Ergebnis wurden mit dem Temperaturanstieg inkohärenter Quasiteilchen verglichen, der über zeitabhängige Terahertz-Spektroskopie Messungen abgeschätzt wurde. Erstaunlicherweise wurden ähnliche Temperaturdynamiken für Phononen und Quasiteilchen gefunden, was darauf hindeutet, dass beide eine vergleichbare Rolle in der Limitierung der Lebensdauer des transienten supraleitenden Zustands spielen. Diese Ergebnisse bieten quantitative Einblicke in die Natur des optisch getriebenen Zustands und weisen auf potenzielle Strategien für die Optimierung dieses Phänomens hin
Dual emitting CdSe-Dot/CdS-Rod/PbS-Dot Nanocrystals by Partial Cation Exchange Reactions
Komplexe halbleitende Heteronanokristalle können einzigartige optische Eigenschaften aufweisen, die in Nanokristallen der einzelnen Materialien nicht vorhanden sind. Dual-emittierende Nanostäbe mit Fluoreszenz sowohl im sichtbaren als auch im infraroten Spektralbereich werden durch eine Kombination von anisotropem Wachstum von CdS-Nanostäben auf sphärischen CdSe-Nanokristallen und einem sukzessiven partiellen Cd-zu-Pb-Kationenaustausch hergestellt. In dieser Arbeit wird deutlich, dass der Beginn der Austauschreaktion unter Beteiligung von Bleihalogenid in Oleylamin an der Spitze der CdS-Nanostäbe ist. Dies führt zur Bildung von CdSe-Kugel/CdS-Stab/PbS-Kugel-Nanokristallen (im Englischen: Dot/Rod/Dot (DRDs)). Neben diesen DRDs enthält das Reaktionsprodukt auch kürzere Nanostäbe und einzelne sphärische Nanokristalle. Ihr Anteil hängt von der Reaktionszeit, der Menge und der Art der Bleiquelle und dem Durchmesser der Nanostäbe ab. Durch die Analyse dieser Parameter konnte der Reaktionsmechanismus erfolgreich aufgedeckt, modelliert und simuliert werden. Außerdem wurden die Parameter sorgfältig angepasst, sodass DRDs mit einer Ausbeute von über 95 % synthetisiert werden konnten. Die kristallinen DRDs wurden schließlich in ersten Messungen auf ihre optischen Eigenschaften untersucht. Ensemble-Proben und einzelne DRDs emittierten dual im sichtbaren und nahinfraroten Bereich. Zeitkorrelierte Spektroskopie lieferte zudem erste Einblicke in die Rekombinationsdynamik
Die Assoziation zwischen der atrialen Transportfunktion anhand von Echokardiographieparametern und der Entwicklung einer neurokognitiven Störung bei Patienten mit Vorhofflimmern
Hintergrund: Kognitive Beeinträchtigung und Demenz sind häufige Folgen von Vorhofflimmern (VHF, Atrial Fibrillation; AF). Echokardiographie ist ein gut verfügbares, nicht invasives Diagnostikum. Über den Zusammenhang zwischen kognitiver Beeinträchtigung bei Vorhofflimmern und echokardiographischen Parametern ist jedoch wenig bekannt. Das Ziel dieser Studie besteht darin, zu untersuchen, ob eine reduzierte atriale Transportfunktion als Zeichen eines fortgeschrittenen Erkrankungsgrades des Vorhofflimmerns mit einer leichten kognitiven Störung (Mild Cognitive Impairment; MCI) assoziiert ist und die Echokardiographie des Vorhofs dementsprechend als Risikotool für MCI bei Patienten mit Vorhofflimmern dienen kann.
Methodik: Die Dehnungs-Parameter des linken Vorhofs und Ventrikels (LASr= Linksatrialer longitudinaler Reservoir-Strain, LASct= Linksatrialer longitudinaler contraction-Strain, LAScd= Linksatrialer longitudinaler conduit-Strain, die linksatrialen Entleerungsraten (LA- und die Standardabweichung der Zeit bis zum Spitzenwert der Dehnung (SD-TPS) wurden in der Vier-Kammer-Ansicht mittels Speckle-Tracking-Echokardiographie bei Studienteilnehmer:innen untersucht. Der kognitive Status wurde bei allen Studienteilnehmer:innen bei Einschluss mittels des Montreal-Cognitive-Assessment-Tools (MoCA) erhoben. Patienten mit MCI, definiert als eine MoCA-Gesamtpunktzahl < 26 Punkten, wurden der Gruppe 1, Patienten ohne kognitive Beeinträchtigung der Gruppe 2 zugeordnet. Die Gruppen wurden anhand verschiedener klinischer Merkmale und echokardiographischen Parametern verglichen.
Ergebnisse: 88 Teilnehmer (42.0% weiblich, medianes Alter 67 [IQR 56;74.75]), 70.5% paroxysmales Vorhofflimmern, davon 45 (51.1%) in Gruppe 1 (51.1% weiblich, medianes Alter 68 [IQR 60;76.50], 68.9% paroxysmales Vorhofflimmern) und 43 (48.9%) in Gruppe 2 (32.6% weiblich, medianes Alter 61 [IQR 50;73], 72.1% paroxysmales Vorhofflimmern) wurden eingeschlossen. Es konnte kein Unterschied einer reduzierten atrialen Transportfunktion zwischen Patienten mit (n= 43) und ohne MCI (n= 45) identifiziert werden (alle p > .050). In einer ergänzenden multivariaten logistischen Regression geht hervor, dass Personen mit jeder Zunahme des linksatrialen longitudinalen Kontraktions-Strains eine um das 1.209-fache (20.9% Steigung) höhere Chance haben, der MoCA-Gruppe mit höheren Punktzahlen anzugehören.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine verminderte atriale Transportfunktion, die auf einen fortgeschrittenen Erkrankungsgrad des Vorhofflimmerns hinweist, nicht mit einer leichten kognitiven Störung (MCI) assoziiert ist und somit nicht als Risikoparameter einer prävalenten MCI dienen kann. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit deuten jedoch darauf hin, dass der LASct-Wert bei Vorhofflimmer-Patienten, insbesondere bei jenen ohne kognitive Beeinträchtigung bzw. mit einem erhöhten MoCA-Score, eventuell eine klinische Relevanz hat. Eine mögliche Interpretation dieses Ergebnisses könnte darin bestehen, dass ein verringerter LASct-Wert ein Prädiktor für zukünftige kognitive Beeinträchtigung oder die Entwicklung einer Demenz darstellt
Die Anfänge des Hamburger Abendblattes. Eine biografische Studie über seine Redaktion
In der Dissertation „Die Anfänge des Hamburger Abendblattes von 1948 bis 1965. Eine biografische Studie über seine Redaktion“ werden anhand der quantitativen historischen Sozialforschungsmethode die Lebensläufe von 95 Redakteuren und Redakteurinnen miteinander verglichen und ausgewertet. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, inwiefern die Redaktion der Anfangsjahre die politische Ausrichtung der Hamburger Tageszeitung hinsichtlich der Berichterstattung zur Aufarbeitung der NS-Zeit prägte. Neben personenbezogenen Quellen wurden auch Artikel des Hamburger Abendblattes untersucht, die über NS-Gerichtsprozesse der 1950-er und 1960-er Jahre berichteten. Das publizistische Konzept der „human-interest-story“ und der Werbeslogan „Seid Nett Zueinander“ trafen den Zeitgeist der Hamburger Nachkriegsgesellschaft. Dem Jungverleger Axel Springer gelang es 1948 – allen wirtschaftlichen und politischen Widrigkeiten zum Trotz – eine Tageszeitung in der Hamburger Presselandschaft zu implementieren, die nach nur wenigen Jahren zum Erfolgsgaranten des Springer Verlags avancierte. Eine konsequente „Heile-Welt-Berichterstattung“ kann der Zeitung zwar nicht attestiert werden, dennoch stand die Schonung der Leserschaft und die Akzentuierung der Schuld weniger bzw. die Generalamnestie vieler im Vordergrund der Berichterstattung. Diese Monografie leistet einen Beitrag zur Aufarbeitung der Pressegeschichte Hamburgs in der Nachkriegszeit und füllt somit in personeller, aber auch journalistischer Hinsicht eine wissenschaftliche Lücke
RNA Sequencing Based Gene Expression Comparison in GDF11 and Myostatin (GDF8) Treated C2C12 Cells
Hintergrund:
Growth Differentiation Factor 11 (GDF11) und Myostatin (MSTN/ GDF8) sind zwei strukturell ähnliche Liganden, die je nach Gewebeart, dennoch sehr unterschiedliche Funktionen ausüben können. Diese Arbeit untersucht die Genexpressionsmuster beider Moleküle in Myoblasten (C2C12 Zellen) mittels RNA Sequenzierung, um neue Erkenntnisse über Ihre Funktion im Muskelgewebe zu gewinnen.
Material und Methoden:
Die RNA Sequenzierung wurde an vorbehandelten C2C12 Zellkulturen (Myoblasten) durchgeführt. Hierzu wurden fünf experimentelle Gruppen etabliert, die entweder mit GDF11/ Myostatin in Konzentrationen von 1nM und 10nM, oder der Pufferlösung inkubiert worden sind. Pro Gruppe existierten drei biologische Replikate. Nach der RNA Sequenzierung erfolgte ein Vergleich von Genexpressionsmustern dieser Gruppen untereinander.
Ergebnisse:
Der direkte Vergleich von GDF11 und Myostatin erbrachte keinen signifikanten Unterschied in Genexpressionsmustern. Weiterhin identifizierten wir 38 unterschiedlich exprimierte Gene in Gruppenvergleichen mit der Kontrollgruppe. Diese Unterschiede zeigten eine Konzentrationsabhängigkeit der Aktivierungsmuster. Zudem zeichnete sich anhand des String-Netzwerkes eine Gruppenbildung der exprimierten Gene ab, sowie die Aktivierung in diesem Zusammenhang noch nicht beschriebener Gene/ Genprodukte, wie GADD45, SMAD7, HOXA3 und des EGR-1.
Schlussfolgerung:
Unsere Ergebnisse bestätigten indirekt die Unterschiede in der Rezeptoraffinität beider Moleküle. Die Expression zahlreicher signifikant unterschiedlicher Gene/ Gengruppen, wie die des GADD45, SMAD7, HOXA3 und des EGR-1 demonstrierte funktionelle Zusammenhänge und Aktivierungsmuster, die in der aktuellen Literatur noch nicht thematisiert worden sind. Dies ist ein bedeutender Schritt zur Erklärung der Funktionen beider Liganden im Muskelgewebe, welcher zur Generierung weiterführender wissenschaftlicher Fragestellungen beitragen wird