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    Ulmer Konfekt, Flussacher Rheinsalm, Tettnanger Marillen und Kisslegger Krebse

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    Der höchste Besuch, den eine Reichsstadt je erwarten durfte, war der persönliche Einzug des Königs und Kaisers, denn schließlich war das gekrönte Oberhaupt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation der Stadtherr aller Reichsstädte. Zwischen 1286 und 1492 waren insgesamt sechs Könige und Kaiser für kurze Zeit in den Mauern der Reichsstadt Ravensburg zu Gast – sei es um der Stadt Privilegien zu erteilen, wie dies 1286 König Rudolf von Habsburg mit der Bestätigung des Wochenmarkts tat, sei es, dass sie fernere Zielorte im Auge hatten, und die Stadt nur als Etappenort für eine Übernachtung wählten. 1510 und 1515 war Ravensburg dann noch einmal Gastgeber für zwei Aufenthalte Kaiser Maximilians; 1563 hielt sich Kaiser Ferdinand I. als letztes gekröntes Haupt in der Reichsstadt auf. Während Kaiser Friedrich III. im Jahr 1485 im Haus Kirchstr. 7 bei dem Patrizier Franz Fauber von Randegg einlogiert war, übernachteten alle übrigen hohen Besucher entweder im Karmeliterkloster oder auf der Ravensburg. 1704 war Kirchstr. 7 dann noch einmal Domizil für einen hohen Staatsgast: das Anwesen beherbergte den offiziellen Stellvertreter Kaiser Leopolds I. auf seiner Huldigungsreise in Ravensburg. Der logistische und finanzielle Aufwand, den die insgesamt neun Herrscherbesuche zwischen 1286 und 1563 erforderten, war für die Reichsstadt enorm. Als Kaiser Friedrich III. im Jahr 1485 in Ravensburg empfangen wurde, hatte er einen Tross von 400 Reitern im Gefolge, die in der Stadt untergebracht und verköstigt werden mussten. Das Gastgeschenk der Reichsstadt war infolgedessen auf die Bewirtung und Beherbergung der Gäste ausgerichtet. Erhielt der Herrscher für sich persönlich in der Regel einen silbervergoldeten Pokal überreicht, der zusätzlich mit Goldgulden gefüllt war, so dienten die von der Stadt spendierten zahlreichen Ochsen, Kornwägen, Weinfuhren, Hechte, Karpfen und Krebse allein zur Verköstigung des Trosses

    Kressbronner Notate

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    Fast ketzerisch das Programmatische ihrer Bewegungen außer Acht lassend, hat der Historiker Hagen Schulze anlässlich seiner Beobachtungen zur europäischen Zwischenkriegszeit einmal das Folgende vermerkt: »Auf Aussagen oder Theorien kam es bei Rednerauftritten Hitlers oder Mussolinis nur in zweiter Linie an. Vor allem war es die Wirkung dieser beiden großen Demagogen selbst, denen es gelang, wie Brennspiegel die Wünsche und Sehnsüchte der Zuhörer einzufangen, sie in faszinierender und suggestiver Weise zu benennen und auf die Bevölkerung zurückzuprojizieren. Sie faszinierten die Menschen, die Wähler und Anhänger, indem sie Wünsche, Ängste und Vorurteile aus einer vorbewussten, irrationalen Tiefe des kollektiven Bewusstseins ans Licht zu heben und zu formulieren verstanden. Darin zeigten sich Faschisten und Nationalsozialisten als weitaus moderner als alle ihre politischen Konkurrenten. Die herkömmlichen Parteien waren in ihrer ideologischen und programmatischen Ausrichtung und in ihrer Entstehungsgeschichte Erben eines Zeitalters des Rationalismus, in dem man geglaubt hatte, es genüge, die Menschen mit Programmen bekannt zu machen, um sie zu überzeugen. Ihnen war nicht klar, dass Menschen nicht von Natur aus rationale Wesen sind, sondern erst durch Anstrengung und Selbstüberwindung dazu werden müssen.

    Rielingshausen und die Gemeindereform

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    In der urkundlich seit dem Jahr 776 greifbaren Geschichte von Rielingshausen markiert der 1972 erfolgte Anschluss an die Stadt Marbach eine wichtige Zäsur. Dieser Anschluss vollzog sich im großen Rahmen der baden-württembergischen Kreis- und Gemeindereform, die seinerzeit im ganzen Land die Lokalpolitik beschäftigte und vielerorts auch in der Bevölkerung die Gemüter erhitzte

    Vom Kutterfässle zum Systemeimer

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    Müll ist aus unserem Alltag und aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Müll entsteht nicht aus einer Laune der Natur, Müll ist immer ein Produkt von Menschenhand. Hat ein Gegenstand seine Funktion erfüllt – sei’s die Kartoffelschale in der Küche, der zerrissene Strumpf, die ausgetrunkene Weinflasche oder das unvermeidbare Verpackungsmaterial –, wird dieser Gegenstand zu Abfall und damit zu Müll. Als Müll ist er zu nichts mehr zu gebrauchen und muss zwangsläufig entsorgt werden. Einfach und ohne Probleme lief diese Entsorgung noch nie ab, wie das Beispiel von Ludwigsburg im Rückblick und auch aktuell zeigt. Im vorliegenden Beitrag wird schwerpunktmäßig über die Entwicklung der Ludwigsburger Müllabfuhr von ihrem offiziellen Start im Jahr 1903 bis zur Übernahme durch den Landkreis im Jahr 1977 berichtet. Die Entsorgung von Gewerbe- und Giftmüll wird dabei nicht berücksichtigt

    Nothhülfe gegen Mangel aus Mißwachs

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    Dr. Carl Christian Gmelin (1762-1837) war Mediziner, Botaniker, Leiter der Botanischen Gärten in Karlsruhe sowie Gründer und Leiter des Karlsruher Naturkundemuseums. Darüber hinaus war er auch in die Regierungsarbeit für das Großherzogtum Baden eingebunden – heute würde man sagen, er war so etwas wie ein "Landwirtschaftsminister". Das vorliegende Buch wurde von Gmelin im Februar des Jahres 1817 (vermutlich Hals über Kopf) veröffentlicht, um seinen Landsleuten aus der schlimmen Nahrungsmittelknappheit heraus zu helfen, welche sich infolge der Napoleonischen Kriege und mehrerer Schlechtwetter-Jahre in Deutschlands Südwesten entwickelt hatte. Die Ratschläge, die Gmelin erteilt, sind es Wert, aus heutiger Sicht betrachtet und beurteilt zu werden

    Das Projekt "Mensch und Medizin uff Badisch"

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    Mit fünf bin ich aus der damaligen Ostzone abgehauen. Nein, ich muss genauer sein: Meine Eltern flüchteten kurz vor dem Mauerbau aus der DDR und ich hatte Glück, ich wurde „mitgeflüchtet“ und wir landeten dann im Jahre 1963 in Kenzingen. Und so kommt es, dass ich die für mich prägende Zeit der Kindheit und Jugend in dieser Kleinstadt im nördlichen Breisgau verbrachte. Und zu dieser Heimat erzeugenden Zeit gehört für mich auch die Verbundenheit zur Sprache, zum dort gesprochenen alemannischen Dialekt, dessen unterschiedliche Färbungen in der angrenzenden Ortenau ich während meiner Berufstätigkeit im Krankenhaus Lahr erfahren konnte. In Kenzingen ging ich in die Volksschule, später auf das Gymnasium und machte dort auch das Abitur. Dort hatte ich all meine Freunde von der Straße, aus der Nachbarschaft und aus der Schule. Dort war ich in vielen Sportvereinen aktiv, war Mitglied in Jugendgruppen und später auch Sportausbilder von Kindern und aktiv in der Kenzinger Narrenzunft, der Welle-Bengel. So verbrachte ich neben der Schule jede freie Minute mit meinen „eingeborenen“ alemannischen Freunden; sei es beim Spielen auf der Straße, beim Kicken auf dem Bolzplatz, beim Mopedlifahre im Rebberg, beim heimlichen Rauche uff d’r Biehni oder später beim Feschdli mache oder bim Pussiere uff der Hecklinger Burg

    Die Ortenau: ein geseegnetes/fruchtbar und fettes Land

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    Bei den Recherchen zur Erstellung einer neuen Oppenauer Stadtgeschichte stieß der Verfasser dieses Aufsatzes auf den Lehrer und Gerichtsschreiber Johann Carl Demuth. Er war Offizier oder Unteroffizier bei den Kontingenttruppen des Schwäbischen Reichskreises und musste sich nach Ende des Spanischen Erbfolgekrieges eine neue Stellung suchen. In Oppenau übernahm er 1715 zunächst das Amt des Gerichtsschreibers. Nachdem der Oppenauer Schulmeister Anthony Conradt nach 1718 aus dem Amt geschieden war, versah Demuth auch die (einzige) Lehrerstelle. Am 26. Januar 1739 verheiratete sich "Schulmeister Carl Demuth" in Oppenau mit "Maria Anna Allgayerin"

    Die Bilder von den sieben Schmerzen Mariens im Villinger Münster

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    Eine große Renovation oder Wiedereinrichtung des Münsters fand 1905 bis 1909 statt. Die vom Lilienwirt und Bildschnitzer Josef Anton Schupp von 1715 bis 1719 geschaffenen Apostelfiguren wurden während dieser Renovation von Weißburger und Kubanek (Freiburg) repräsentativ gerahmt. In die Zwischenräume von Apostel zu Apostel malte Theodor Baierl aus München die Bilder von den sieben Schmerzen (Nordwand) und den sieben Freuden Mariens (Südwand). Die Bilder der Südwand hat Kurt Müller (im Jahresheft 43, 2020 vorgestellt

    Die Pauluskirche

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    Der erste offizielle evangelische Gottesdienst mit den wenigen protestantischen Einwohnern in Villingen wurde am Sonntag, dem 12. Februar 1854, vormittags um 10.30 Uhr im Saal des Strafgerichtsgebäudes von Villingen in der Niederen Straße 94 gefeiert. Allerdings war 1537 – 1539 während der Pestflucht der Freiburger Universität schon einmal ganz kurz durch Magister Blasius Müller im Münster „lutherisch gepredigt“ worden (Heinrich Neu, Bd. 2, S. 422). Wie Isabel Schaeffer in ihrer Staatsexamensarbeit über die Pestflucht der Universität Freiburg nach Villingen darlegt, fielen damals die Reaktionen des Villinger Rates und des Münsterpfarrers auf Müllers Predigten, der als Freiburger Hochschullehrer in Villingen Grammatik unterrichtete, nahezu vernichtend aus. In den Senatsprotokollen der Universität Freiburg von 1535 und 1536 kann man lesen, dass die schriftlich kundgetane Empörung des Münsterpfarrers Laurentius Hering im Senat geteilt wurde

    Artenschutz im Südwesten

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    Da saust man also mit Tempo 100 dem Schwarzwaldrand entlang über die L 181, als die Beifahrerin zwischen Tannheim und Wolterdingen aus den Augenwinkeln heraus überm rechten Fahrbahnrand urplötzlich einen – ja was denn, doch nicht etwa einen Luchs bemerkt? Kehrtwende am nächsten Ortseingang und nichts wie zurück: Den will man sich ja wohl nicht entgehen lassen, wenn es denn wirklich einer gewesen sein sollte! Wo doch der scheuen Großkatze mit den Pinselohren gefühlt seit ewigen Zeiten das besondere Augenmerk des Fahrzeuglenkers gilt, spätestens seit Gründung der Luchs-Initiative Baden-Württemberg. Damals, anno 1986, im Jahr des Kernkraftunfalls im ukrainischen Tschernobyl, als auch hierzulande alles verstrahlt und Wildbret für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet war. Und als deshalb mit einem Mal auch die natürlichen Regulatoren von Rot-, Reh- und Gamswild (deren Fressfeinde und der Winter) wieder gefragt zu sein schienen. Als Leiter des staatlichen Forstamts Villingen-Schwenningen hatte auch ich ein Nachlassen der jägerischen Bemühungen befürchtet – und damit zunehmenden Wildverbiss im Wald. Als Naturschutzvertreter im Jagdbeirat hatte ich daher der Freiburger oberen Jagdbehörde vorgeschlagen, nach Schweizer Vorbild den Luchs wieder einzubürgern. Wovon dann sogar das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL Wind bekommen und darüber berichtet hatte unter der Überschrift „Appetit verdorben – Seit Tschernobyl wird kaum noch Wildbret gegessen. Folge: Es wird weniger gejagt, Waldschäden durch Wildverbiss nehmen zu.

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