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Johann Peter Frank - ein Pionier der präventiven Medizin
Wir schreiben das Jahr 1772. Die Grundsteinlegung zum Bruchsaler Schloss jährt sich zum 50. Mal und seit zwei Jahren regiert Damian August von Limburg-Stirum von hier aus über sein kleines Hochstift. Mit Johann Peter Frank holt er einen jungen Arzt an seinen Hof und damals konnte noch niemand ahnen, dass dieser eines Tages zu den Großen in der Medizingeschichte gehören würde. Zwölf Jahre blieb Frank als Leibarzt und Amtsphysicus in Bruchsal. Über sein Leben und Wirken berichten die folgenden Zeilen
Badisches Landesmuseum Karlsruhe: Inszenierung fürstlichen Glanzes
Das Thron-Ensemble wurde aufwändig restauriert und als "große Inszenierung" mit den Kroninsignien und einer Porträt Galerie der Markgrafen und Großherzöge im Erdgeschoss als "opulentes Entree der Sammlungen" eingerichtet. Thron und Insignien sollen einen Eindruck des Schlosses und seiner früheren Bewohner vermitteln. Der neu eingerichtete Thonsaal mit den Insignien wird als "Herzstück der badischen Landesgeschichte" interpretiert. Restaurierung und Ausstellung an einem besonderen Ort verleihen dem Objekt eine "ausgezeichnete Präsenz", die sich als schierer Glanz manifestiert. Der folgende Aufsatz beschäftigt sich mit verschiedenen Formen der musealen Inszenierung als Ästhetisierung und als Schaffung eines narrativen Kontextes
"Fälle, in denen er seine Opfer brutal und unwürdig behandelt hat."
Dass die Geheime Staatspolizei bei ihren Bemühungen, vermeintliche staatsfeindliche Aktivitäten zu unterbinden, rechtsstaatlichen Prinzipien zuwiderhandelte und vor offener Gewaltanwendung nicht zurückscheute, gilt als eine Binsenweisheit, die durch verlässliche Quellen zu erhärten mitunter ein schwieriges Unterfangen ist. Opferberichte über Verhaftungen und Vernehmungen sind nicht so groß an Zahl, wie es für eine breite Dokumentation der Geheimpolizeipraxis wünschenswert wäre, und häufig sind die diesbezüglichen Zeugnisse mit einem recht großen Abstand zum Geschehen, zum Beispiel in Wiedergutmachungsverfahren, entstanden, was es erschwert, bestimmte Handlungen bestimmten Tätern zuzuordnen
Philipp Melanchthon und der deutsche Südwesten
Philipp Melanchthon hat als Humanist, Reformator, Universitätslehrer, Kirchenreformer und Kirchendiplomat rund 42 Jahre in Wittenberg gelebt. Von seiner Wirksamkeit zeugt ein umfassendes Œvre von nahezu 10 000 Briefen und unzähligen Schriften und Traktaten. In dieser Perspektive wird häufig übersehen, dass Melanchthon ein Drittel seines Lebens in seiner Heimat verbracht hatte: im deutschen Südwesten. Hier in Bretten, Pforzheim, Heidelberg und Tübingen ist er mit den besten Gelehrten dieser Region in Kontakt gekommen und selbst ein herausragender Humanist geworden
Der Heimat- und Landschaftspflegeverein Yach e.V. sowie der Arbeitskreis Regionalgeschichte Mittel- und Südbaden
Der 2005 gegründete Heimat- und Landschaftspflegeverein Yach hat sich zum Ziel gesetzt, zur Erhaltung der bäuerlichen Kulturlandschaft beizutragen sowie Brauchtum und geschichtliches Bewusstsein zu fördern. Diesem Zweck dienen zahlreiche Aktivitäten zur Landschaftspflege, das 2007 eingeweihte Heimatmuseum, Ausstellungen, Forschungen, filmische Dokumentationen, Veranstaltungen und Publikationen. Ein wichtiger Partner ist der Arbeitskreis Regionalgeschichte Mittel- und Südbaden
Arthur Schopenhauer und Appenzell
Arthur Schopenhauer (1788–1860) bezog 1809 die Universität Göttingen, wo er sich »als Mediziner einschreiben ließ«. Später gab er die Medizin auf und widmete sich »ausschließlich der Philosophie«. Seine Begeisterung für die Naturwissenschaften führten den Studenten auch in die Vorlesungen des Naturforschers und Professors der Medizin Johann Friedrich Blumenbach (1752–1840). Dieser hatte 1783 eine Reise in die Schweiz unternommen und war im Juli über St. Gallen nach Appenzell, in den Alpstein und ins Wildkirchli, gekommen. Im Wintersemester 1809/10 besuchte Schopenhauer Blumenbachs Vorlesung über Naturgeschichte. In seiner Mitschrift dieses Kollegs steht, Blumenbach habe die wilde Aurikel »auf den Apenzeller Alpen gefunden«. Und in Klammer stellte der Student die Frage: »Sollte er die Fluenblume meynen? er beschreibt sie gelb.« Was Schopenhauer als »Fluenblume« bezeichnete, ist das Fluhblümchen, die gelbblühende Aurikel, die an den Felswänden des Walensees und im Pilatusgebiet wächst. Wenn Blumenbach auf dem Wildkirchli war, fand er dort das »Auriggeli«, eben die wilde Aurikel, eine Art Primel
Geschichten aus dem Gässel zu Dühren
Es gibt bis heute in Dühren eine kleine Straße, die führt den Namen "Gässel". Sie erinnert, wie in großen Städten das sogenannte "Stättel" daran, dass hier einmal Juden gewohnt haben. Auch wenn schon 1901 der letzte jüdische Mittbürger nach Amerika ausgewandert ist, erinnern noch heute die kleinen Häuser an die arme jüdische Bewohnerschaft. Das meiste wurde inzwischen abgerissen. 2015 auch die Synagoge, die mit der Zeit verwahrlost
war. In den Protokollen des Dührener Sittengerichts kann man aber nachlesen, wie das Leben der Juden im Dorf vor 225 Jahren ausgesehen haben mag
Schloss Kislau im 19. und 20. Jahrhundert
Umfossen vom Kraichbach liegt die Anlage von Schloss Kislau zwischen Mingolsheim und Kronau auf Gemarkung Bad Schönborn. Eine mittelalterliche Burg der Herren von Kislau ging 1250 an die Fürstbischöfe von Speyer über, die dort einen Verwaltungssitz einrichteten. Bischof Damian Hugo von Schönborn ließ Kislau 1721 zum Jagdschloss und zur Sommerresidenz umbauen. Dabei wurde ein vorhandener 30 Meter hoher Bergfried in das dominante barocke Hauptgebäude am südlichen Ende der Anlage integriert. Aus der Zeit von Fürstbischof Franz Christoph von Hutten (1743–1770) ist noch ein wertvoller historischer Raum erhalten: das sogenannte Bischofsbad. Von allen Verkehrswegen rundum ist das Schloss heute gut zu erkennen und unschwer fallen seine vergitterten Fenster und die mit Stacheldraht gesicherten Mauern auf. Denn Kislau ist die größte Gefängnis-Außenstelle Baden-Württembergs. Als Teil der Vollzugsanstalt Bruchsal können hier bis zu 200 Häftlinge aufgenommen werden, die Kurzstrafen verbüßen oder Freiheitsstrafen, die Betroffene nicht sofort nach einem Urteil antreten müssen. Im denkmalgeschützten Schloss mit zahlreichen
Gebäuden wird von der Gefängnisverwaltung Wert auf das bauhistorische Erbe gelegt, das zeigt sich auch in den von 2019 bis 2022 laufenden Renovierungen. Die wechselvolle Geschichte dieser Anlage ist in den vergangenen Jahren durch verschiedene, nicht miteinander zusammenhängende historische Forschungen stärker erhellt worden. Hier soll ein ausführlicher Überblick zu neueren Erkenntnissen und Projekten rund um Schloss Kislau seit dem 19. Jahrhundert gegeben und mit historischen Grundlagen verknüpft werden
Das ehemalige Rentamt in Eschelbronn
Das zu Ende gehende 18., beginnende 19. Jahrhundert brachte mit der sogenannten "Napoleonischen Flurbereinigung" einen Rückgang der deutschen Staaten von über 300 auf unter 40. Eines der Opfer war bereits im Jahr 1803 die Kurpfalz, deren rechtsrheinischer Teil, zu dem Eschelbronn als Teil der Meckesheimer Zent gehörte, von Napoleon Bonaparte nun der 1806 sogar zum Großherzogtum aufgewerteten Markgrafschaft Baden zugewiesen
wurde. Die Adelsfamilien wie die von Venningen, die seit 1760 alleinige Ortsherren von Eschelbronn waren, verloren zwar ihre politische Macht, ihren Grundbesitz mit Burgen, Schlössern und den Hofgütern im Kraichgau durften sie jedoch behalten. Zu dem Besitz der Ortsherrschaft derer von Venningen gehörte auch das ehemalige Rentamt in Eschelbronn, das im spätbarocken Baustil im Jahr 1783 in der Ortsmitte errichtet wurde
[Rezension zu:] 250 Jahre öffentlich : die Badische Landesbibliothek 1771–2021 / herausgegeben von Julia Freifrau Hiller von Gaertringen in Verbindung mit Veit Probst, Annika Stello und Ludger Syré. – Bretten: Lindemanns GmbH, 2021. – 240 Seiten : Illustrationen. – ISBN 978-3-96308-134-7 : EUR 24.90 (auch als E-Book im Open Access verfügbar)
Unter dem Titel 250 Jahre öffentlich feiert die Badische Landesbibliothek Karlsruhe den Zeitpunkt
ihrer ersten öffentlichen Zugänglichkeit – ein Jubiläumsanlass, den bisher wohl keine andere Bibliothek
groß gewürdigt hat. Gezeigt wird eine – coranabedingt etwas verspätet eröffnete – reale und
virtuelle Ausstellung,1 die von einem reich bebilderten Katalog mit sieben Aufsätzen begleitet wird.2
Tatsächlich ist das historische Ereignis jeder Hervorhebung wert, markiert es doch den eigentlichen
Gründungsakt der Karlsruher Bibliothek. Denn die ersten 250 Jahre des markgräflichen Bücherbesitzes
sind durch häufige Dislozierungen und Erbteilungen geprägt und können nur als „Vorgeschichte“
der Bibliothek betrachtet werden. Erst 1772 wird auch ein hauptamtlicher Bibliothekar bestellt