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Burnout und Intention zum Berufsausstieg von Lehrpersonen: Welche Rolle nimmt die soziale Eingebundenheit ein?
Die vorliegende Studie untersucht die Rolle der sozialen Eingebundenheit von Lehrpersonen mit Schüler*innen und Kolleg*innen als Prädiktoren für das berufsbezogene Burnout und die Intention zum Berufsausstieg. Es wurde ein Mediationsmodell spezifiziert, um die direkten und indirekten Effekte der sozialen Eingebundenheit auf Burnout und die Berufsausstiegsintention zu analysieren. Dabei wurde untersucht, ob soziale Eingebundenheit direkte Effekte auf Burnout zeigt und ob Burnout die Effekte zwischen sozialer Eingebundenheit und der Intention zum Berufsausstieg vermittelt. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Eingebundenheit zu Schüler*innen als auch zu Kolleg*innen signifikant mit einem geringeren Burnout der Lehrpersonen verbunden sind. Burnout vermittelt dabei den Zusammenhang zwischen sozialer Eingebundenheit und der Intention zum Berufsausstieg: Eine geringere soziale Eingebundenheit, besonders zu den Schüler*innen, ist mit einer erhöhten Ausprägung von Burnout assoziiert, welche wiederum die Absicht verstärkt, den Beruf zu verlassen. Der Effekt der sozialen Eingebundenheit zu Schüler*innen auf Burnout sowie die Berufsausstiegsintention ist stärker als der Effekt der Eingebundenheit zu Kolleg*innen. Die Befunde unterstreichen die Bedeutung der Förderung sozialer Ressourcen im schulischen Umfeld, um Burnout sowie die Intention zum Berufsausstieg zu reduzieren. Zukünftige Forschung sollte diese Zusammenhänge in größeren, diverseren Stichproben und durch Längsschnittstudien weiter untersuchen.Publishe
Überblick über digitale Schreibförderansätze auf Primarstufe (4.-6. Klasse)
Die Präsentation stellt die Literaturreview des zugehörigen Projekts zu digitalen Lehr- und Lernsettings im Schreibunterricht dar. In der Datensitzung werden Kodierschema und Datenauswertung (N = 83 relevante Publikationen) diskutiert.Jacobs FoundationPublishe
Evidenzbasiert, evidenzorientiert, evidenzinformiert: Wie kommen Evidenzen in die Bildungspraxis?
Publishe
Feedback am Nexus von feedback literacies und berufsspezifischen Sprachkompetenzen: Über die sprachliche Facette von Feedback-Kompetenzen angehender Fremdsprachenlehrender
Relevant feedback can largely contribute to foreign language attainment if it is framed in an addressee-appropriate manner. In this explorative study, the linguistic appropriateness of preservice EFL teachers’ oral feedback was addressed. In semi-structured interviews, five lower-secondary school learners assessed the linguistic quality and comprehensibility of pre-service English teacher’s audio-recorded feedback. Preliminary results of the qualitative content analysis indicate that learners rate general language competence as less crucial than addressee-appropriate language to ensure understanding of feedback. Furthermore, addressee-appropriateness seems to be a highly dynamic skill that requires the situational use of linguistic and paralinguistic strategies. Based on these findings, perspectives are outlined for expanding the teacher-student feedback literacies concept to include language components.Publishe
Die Regionalen Didaktischen Zentren der Pädagogischen Hochschule St. Gallen
Die Pädagogische Hochschule St.Gallen betreibt fünf Regionale Didaktische Zentren (RDZ-PHSG) an den Standorten Gossau, Rorschach, Sargans, Rapperswil-Jona und Wattwil. Die RDZ-PHSG gingen im Zuge der Tertiarisierung der Lehrerinnen und Lehrerbildung im Kanton St. Gallen z.T. aus den ehemaligen Seminarien für angehende Primar- und Kindergartenlehrpersonen der Region hervor. Eine (politische) Gründungsidee der RDZ bestand darin, das Netzwerk an den geschlossenen Seminarstandorten weiterhin zu pflegen, bzw. den Austausch zwischen Volksschule in den Regionen und (neu gegründeter) Hochschule zu institutionalisieren. Die geographische Verteilung der fünf Standorte ermöglicht den Lehrpersonen und Schulklassen des gesamten Kantons sowie angrenzender Vertragskantone kurze Wege zu den Angeboten der Zentren.Publishe
Die Fachdidaktiken als Third Space: Über Spannungsfelder, mehrfache Kompetenzprofile und Boundary Broker in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung
Der vorliegende konzeptuelle Beitrag erörtert, wie die Third Space Theorie (Bhabha, 1994; Tatham, 2023) als theoretischer Zugang genutzt werden kann, um einerseits die Fachdidaktiken aus einer neuen Perspektive zu konzeptualisieren und andererseits die komplexen Rollen und erforderten Kompetenzen von Fachdidaktiker*innen in ihrer Tätigkeit als Lehrpersonenbildende theoretisch und im Sinne eines mehrfachen Kompetenzprofils weiterzudenken. Die Fachdidaktiken verknüpfen Unterrichtsinhalte mit den Lernenden und Lehrenden (swissuniversities, 2015) und stellen vielfältige interdisziplinäre Beziehungen her zum Praxisfeld sowie zu verschiedenen relevanten Gegenstandsbereichen und Bezugsdisziplinen (Leuders, 2015). Daraus entsteht ein dynamischer Wissens- und Diskursraum (Prusse, 2022) «zwischen den Stühlen», über welchen sie sich einerseits konstituieren und andererseits hinweg erstrecken (Bonati et al., 1991). Dieser dynamische Zwischenraum umfasst ein konstantes intersektionales Zusammenspiel zwischen Differenz und Gleichheit und mündet in einer Reihe von Spannungsfeldern (Leuders, 2015), die es im Kontext der Lehrerinnen- und Lehrerbildung zu bearbeiten gilt. Die Aufgabe, erfolgreich durch diese Spannungsfelder zu navigieren schlägt sich in den vielfachen, komplexen und teils ambivalenten Rollen sowie erforderten Kompetenzen von Lehrpersonenbildenden und spezifisch von Fachdidaktiker*innen nieder (Diamond et al., 2021; Lunenberg et al., 2014). Insbesondere letztere sind bisher wenig erforscht (Studer, 2015).
Um sich dieser Lücke konzeptuell anzunähern soll die Third Space Theorie als theoretischer Erklär- und Begründungsrahmen dienen (Bhabha, 1990, 1994). Gemäss Bhabha (1994) beschreibt der Third Space einen transgressiven und liminalen Zwischenraum, in dem die erkenntnistheoretischen Rahmen zweier oder mehrerer Kulturen aufeinandertreffen (Fraefel, 2018) und rigide Kategorien und Dichotomisierungen aufgebrochen sowie in wiederholender Aushandlung von Bedeutung neu konfiguriert werden (Bhabha, 1994; Diamond et al., 2021; Zeichner, 2010). Durch diese transformative Neukonfiguration entsteht eine «dritte» Kultur, in welcher das (Er)Leben von neuen, hybriden Identitäten durch die konstruktive und kontinuierliche Bearbeitung der ihr inhärenten Spannungsfelder möglich wird (Bhabha, 1994).
Der vorliegende konzeptuelle Beitrag überträgt diesen Ansatz auf den Kontext der Lehrerinnen- und Lehrerbildung und theoretisiert die Fachdidaktiken als Third Space. Er stellt eine Annäherung daran dar, die komplexen Aushandlungsprozesse innerhalb der Fachdidaktiken und die Entstehung neuer, hybrider Wissensräume zu verstehen, die Herausforderungen, Spannungen und dynamischen Interaktionen zwischen zahlreichen und teils konkurrierenden Systemlogiken konstruktiv zu nutzen, sowie diese als produktive Ressource für ihre Weiterentwicklung zu begreifen. Davon abgeleitet differenziert der Beitrag die vielfältigen und teils ambivalenten Rollen von Lehrpersonenbildenden am Beispiel der Fachdidaktiker*innen aus, wobei der Fokus auf der thesenartig-argumentativen Nachzeichnung der Rolle des Brokers (Lunenberg et al., 2014; Willegems et al., 2016) und, spezifisch, jener des „Boundary Brokers“ (Jackson & Burch, 2019) liegt. Durch kontinuierliche Schwellenarbeit oder sogenanntes „Brokering“ (Jackson & Burch, 2019) oder „Thirding“ (Soja, 1996) integrieren Boundary Broker die unterschiedlichen, im Fachdidaktiken-Third-Space aufeinandertreffenden Systemlogiken, bearbeiten dabei aktiv die Spannungen zwischen akademischer Forschung, Politik und Praxis und leisten dadurch einen wertvollen Beitrag zur konstruktiven Zusammenarbeit über starre Grenzen hinweg sowie zur Entwicklung innovativer Lösungen. Anhand des Beispiels der Fremdsprachendidaktik, wo die Third Space Theorie beispielsweise eine Neubewertung traditioneller Dichotomien wie jener zwischen Muttersprachler*innen und Nicht-Muttersprachler*innen die Förderung eines inklusiveren Fremdsprachenunterrichts zu ermöglichen vermag (Kramsch, 2009), wird die Rolle des Boundary Brokers veranschaulicht. Möglichkeiten einer Erweiterung des doppelten Kompetenzprofils von Lehrpersonenbildenden und spezifisch von Fachdidaktiker*innen um einen „Thirding“-Kompetenzbereich (Soja, 1996) werden nachfolgend aufgezeigt. Ihr Potenzial zur Weiterentwicklung der Fachdidaktiken (Akkerman & Bakker, 2011) und des Verständnisses professioneller Kompetenz von Fachdidaktiker*innen schliessen diesen Beitrag ab.Publishe
Studienbuch Empirische Bildungsforschung: Grundlagen und Relevanz für Ausbildung und Schule
Dieses Buch richtet sich an angehende und bereits praktizierende Lehrpersonen. Es zeigt auf, wie die empirische Bildungsforschung für Lehrpersonen nützlich sein kann. Dabei verbindet es theoretische Grundlagen mit praxisnahen Tipps und liefert konkrete Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese Beispiele zeigen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse die professionelle Entwicklung von Lehrpersonen bereits jetzt fördern.Publishe
Teachers’ Perspectives on Using and Teaching Artificial Intelligence in Early Primary Education
As artificial intelligence (AI) becomes increasingly integrated into various aspects of daily life, the need for AI literacy continues to grow. Accordingly, both educators and students must develop a critical understanding of AI systems and acquire the skills to apply them responsibly. However, AI literacy education is associated with barriers for teachers. This study examines teacher perspectives on AI literacy education through focus group discussions and single interviews with 18 primary school teachers from all of Switzerland (French- Italian- and German-speaking regions). For the analysis of the interviews, a summarizing qualitative content analysis was applied, incorporating barriers to technology integration and AI literacy education taken from the research literature. The analysis sheds light on barriers to AI literacy education in the context of early primary education. The results indicate that barriers identified in the literature were also present in the context of primary school teachers in Switzerland. Moreover, it became apparent that misconceptions about the scope of AI are closely linked to a lack of ideas for pedagogical implementation of AI literacy. Additionally, teachers’ concerns about AI’s high transformative potential might be linked with teachers’ hesitation to integrate AI literacy education in their classroom. Implications for teacher professional development (PD) are derived.Jacobs FoundationPublishe
Globaler Süden: Entwicklungspolitik und Erinnerung in einer postkolonialen Welt
Das Zusammenleben in einer globalisierten Welt stellt ein Schlüsselproblem gegenwärtiger Gesellschaften dar. Mit der vielfältigen Verflechtung von Regionen, Ländern und Kontinenten gehen bis in die Gegenwart frappante Ungleichheiten und Widersprüche einher. Diese zeigen sich besonders deutlich in den Beziehungen des sogenannten "globalen Südens" mit dem "globalen Norden". Die im Band versammelten Quellen tragen dazu bei, die Transformation des diskreditierten Zivilisierungsgedankens in das vermeintlich wertfreie Konzept der "Entwicklung" nach 1945 historisch fundiert zu reflektieren. An konkreten Beispielen werden Visionen und Verwerfungen für den Geschichtsunterricht verfügbar gemacht.Publishe