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Technologiegestützter adaptiver Unterricht in der Volksschule: Perspektiven und Umsetzungsformen von Lehrpersonen
Adaptiver Unterricht stellt einen zentralen Ansatz zur Förderung individueller Lernprozesse in heterogenen Klassen dar, bei dem die Unterrichtsmethoden, -inhalte, und -medien an individuelle Bedürfnisse der Schüler:innen angepasst werden (z.B. Dumont et al., 2024; Groh, 2022). Digitale Technologien bieten in diesem Kontext besondere Potenziale, beispielsweise durch Lernsoftware, die zeitnahes, individuelles Feedback ermöglicht, oder durch Plattformen, die differenzierte Lernpfade unterstützen (z.B. Haryono, 2023; Molenaar & Van Campen, 2016).
In einer zunehmend digitalisierten Bildungslandschaft ist es unerlässlich, dass Lehrpersonen zusätzlich zu technologischen Kompetenzen auch ein Verständnis für die pädagogischen Möglichkeiten und Herausforderungen haben, die mit dem Einsatz digitaler Technologien verbunden sind (z.B. Dertinger, 2021; Nickel & Ganguin, 2023). Lehrpersonen müssen folglich digitale Medien effektiv in ihren Unterricht integrieren können, um technologiegestützte Lernumgebungen zu schaffen, die individuellen Bedürfnissen der Lernenden gerecht werden (z.B. Florin et al., 2022; Holzapfel et al., 2023). Bislang gibt es aber nur sehr wenig Forschung dazu, wie adaptiver Unterricht in der Praxis gedacht und umgesetzt wird (Dumont et al., 2024). Diese Studie widmet sich dieser Forschungslücke und untersucht, wie Lehrpersonen technologiegestützten, adaptiven Unterricht verstehen und umsetzen.
Fragestellungen:
Was verstehen Lehrpersonen der Volksschule unter technologieunterstütztem adaptivem Unterricht?
Wie setzten Lehrpersonen der Volksschule technologieunterstützte adaptiven Unterricht um?
Design und Methode
Die Studie folgt einem qualitativen Forschungsdesign und untersucht exemplarisch drei Schweizer Schulen: zwei Regelschulen und eine heilpädagogische Schule, welche im Rahmen eines Schulentwicklungsprojekts zur Unterstützung des digitalen Wandels begleitet wurden.
Die Datenerhebung erfolgte erstmals im Frühling 2024 mittels halbstandardisierter Leitfadeninterviews. Eine zweite Befragung mit Lehrperson aus denselben Schulen wird im Frühling 2025 durchgeführt. Im Frühling 2024 nahmen total 18 Lehrpersonen aus den drei Schulen an den Leitfadeninterviews teil. Die Daten aus den Leitfadeninterviews werden jeweils angereichert durch Dokumente und Fotos, welche die Lehrpersonen zu den im Interview beschriebenen Unterrichtssettings zur Verfügung stellten. In den Leitfadeninterviews werden die Lehrpersonen u.a. zu Chancen und Herausforderungen der Nutzung digitaler Medien im Unterricht befragt. Sie beschrieben zudem ein in ihren Augen sehr gelungenes technologiegestütztes, adaptives Unterrichtsetting im Detail.
Für die Beantwortung der ersten Forschungsfrage, was Lehrpersonen unter technologiegestütztem adaptivem Unterricht verstehen, werden die Interviewaussagen der Lehrpersonen mittels qualitativ strukturierender Inhaltsanalyse nach Mayring (2010) ausgewertet. Zur Beantwortung der zweiten Forschungsfrage, wie Lehrpersonen technologiegestützten Unterricht umsetzen, werden die Interviewaussagen der Lehrpersonen unter Berücksichtigung der bereitgestellten Dokumentation nach verschiedenen Kriterien geratet. Ein wichtiges Kriterium ist hierbei die Unterrichtsqualität nach Praetorius et al.(2020), die sich in drei Basisdimensionen unterteilen lässt: strukturierte Klassenführung (z.B. eingesetzte Sozialformen, Medien und Lernräume, Rollenwahrnehmung), kognitive Aktivierung (z.B. Lernaktivitäten nach ICAP, Adaptivität) und unterstützendes Klima (z.B. wahrgenommenes Arbeitsklima). Diese drei Dimensionen werden berücksichtigt, da sie entscheidend für den Lernerfolg der Schüler: innen sind und in technologieunterstützten Settings besonders beachtet werden sollten (z.B. Fauth et al., 2014; Stahns et al., 2020). Weiter werden die Unterrichtssettings nach verschiedenen inhaltlichen Kriterien kategorisiert (z.B. Fachbereiche nach Lehrplan 21, Klassenstufen).
Resultate und Diskussion:
Die im Rahmen der Studie erzielten Ergebnisse, aber auch die damit einhergehenden Einschränkungen sowie die Implikationen für die weitere Forschung werden anlässlich der Konferenz umfassend diskutiert.
Die im Beitrag gewonnenen Erkenntnisse geben einen Einblick in die Perspektiven und Umsetzungsformen technologiegestützten adaptiven Unterrichts von Lehrpersonen. Auf Basis der Erkenntnisse können gezielte Weiterbildungsmassnahmen entwickelt werden.Publishe
Kinderrechte in der digitalen Welt
In diesem Beitrag geht es um die Bedeutung der Kinderrechte im digitalen Zeitalter und die Notwendigkeit, diese Rechte an die Herausforderungen und Möglichkeiten anzupassen, die sich aus der zunehmenden Digitalisierung und der Nutzung digitaler Medien durch Kinder und Jugendliche ergeben. Der Europarat und der UN-Kinderrechteausschuss betonen die Wichtigkeit eines sicheren und geschützten digitalen Raums für Kinder, in dem sie ihre Informations- und Meinungsfreiheit ausüben können, ohne Gewalt oder Diskriminierung ausgesetzt zu sein. Es wird die Entwicklung kindgerechter sozialer Netzwerke und Nachrichtendienste gefordert, die den Datenschutzanforderungen entsprechen. Zudem wird die Bedeutung digitaler Bildung bei Kindern hervorgehoben, um sie auf die Teilhabe am digitalen Leben vorzubereiten und sie in die Lage zu versetzen, die Chancen der digitalen Welt zu nutzen, und ihre Risiken zu minimieren. Basierend auf den vier allgemeinen Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention und sieben ausgewählten Artikel, die für die digitale Lebenswelt von Kindern besonders relevant sind, wirbt der Beitrag für ein vertieftes Verständnis des Zusammenspiels von Schutz, Teilhabe und Befähigung (in diesem Zusammenhang vor allen Dingen der Aufbau von Medienkompetenz) von Kindern im digitalen Umfeld. Es wird argumentiert, dass Kinderrechte auch online uneingeschränkt gelten und Elternhäuser, Bildungs- und Kultureinrichtungen eine zentrale Rolle dabei spielen, Kindern den Zugang zu digitalen Lernressourcen zu ermöglichen und sie zu befähigen, sich zunehmend selbst in der digitalen Welt zu schützen. Aufgabe erwachsener Bezugspersonen in Familie und Bildungssystemen, von Internet- wie Software-Anbietern und Politik ist es, Schutz-, Teilhabe- und Förderrechte abhängig von der Entwicklung der Kinder in eine gute Balance zu bringen, um deren ausgewogene Umsetzung zu gewährleisten.Publishe
Psychisches Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen im Kontext einer positiven psychischen Gesundheit: Entwicklung und Validierung eines mehrdimensionalen Messinstruments auf Basis internationaler Klassifikationssysteme psychischer Störungen.
Theoretischer Hintergrund und Fragestellung Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der theoretischen Fundierung und empirischen Überprüfung eines mehrdimensionalen Instruments zur Messung des psychischen Wohlbefindens bei Kindern und Jugendlichen. Die Konzeptualisierungen und entsprechend auch die Messungen des Wohlbefindens unterscheiden sich vor diesem Hintergrund stark. So kann etwa im Kindes- und Jugendalter zwischen allgemeinen oder schulbezogenen Aspekten, einer hedonischen, eudaimonischen oder hybriden Perspektive sowie zwischen unidimensionalen und mehrdimensionalen Ansätzen differenziert werden (Hascher, 2004; Hughes & Kendall, 2009; Kern et al., 2016; Scales et al., 2000; Tian et al., 2013). Während kein Konsens über die Definition des subjektiv wahrgenommenen Wohlbefindens existiert, haben Huppert & So (2013) sowie in einer weiteren Ausdifferenzierung Marsh et al. (2020) eine systematische Definition des Wohlbefindens von Erwachsenen als positive psychische Gesundheit auf Basis der internationalen Klassifikationssysteme für psychische Störungen (ICD-10; DSM-5) vorgeschlagen. Ein bedeutsamer Vorteil dieser Vorgehensweise liegt etwa in dem fehlenden Konsensus der Konzeptualisierung des Wohlbefindens, wohingegen die Symptome in den internationalen Klassifikationssystemen einen weitgehenden Konsens über die Zeit aufweisen. Huppert und So (2013) konnten weiterhin zeigen, dass verschiedene Gruppen bei einer Messung der Lebenszufriedenheit ähnlich abschnitten, während die Profile der Dimensionen des Wohlbefindens sehr unterschiedlich ausfielen, während Marsh et al., (2020) zusätzlich auf Probleme hinsichtlich unidimensionaler Modellierungen des Wohlbefindens aus psychometrischer Perspektive hinweisen (z.B. Tennant et al., 2007) – insgesamt die mehrdimensionale Struktur des Wohlbefindens indiziert. Der vorliegende Beitrag untersucht in Anlehnung an die Arbeiten von Huppert & So (2013) und Marsh et al. (2020), ein adaptiertes Instrument zur Messung des psychischen Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen auf Basis einer positiven psychischen Gesundheit. Das Ziel des Beitrags besteht in der Überprüfung der mehrdimensionalen faktoriellen Struktur des Messinstruments mittels unterschiedlicher Modellierungstechniken sowie der Assoziationen mit verwandten Konstrukten. Methodik Der Beitrag kann auf eine Teilstichprobe des ersten Messzeitpunkts der längsschnittlichen DiStressLS-CH Studie zurückgreifen, welche 906 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren der Deutschschweiz umfasst. Die Erhebung der Daten erfolgte zwischen März und Mai 2024 mittels Online-Befragung. Auf Basis einer eingehenden Literaturrecherche wurden 16 Dimensionen der positiven psychischen Gesundheit differenziert und empirisch mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse (CFA), exploratorischer Strukturgleichungsmodellierung (ESEM) sowie einer Kombination ebendieser mit einer Bifaktor-Modellierung (B-ESEM) überprüft. Die Analysen erfolgten mittels Mplus und R, wobei der MLR-Schätzer sowie das FIML-Verfahren angewandt wurden. Ergebnisse Die Prüfung der 16-faktoriellen Struktur mittels CFA zeigte eine adäquate Modellanpassung (z.B. RMSEA = 0.03; CFI = 0.95; TLI = 0.94). In einem nächsten Schritt wurden für einen differenzierteren Einblick in die Binnenstruktur der Daten sowie der Realisierung einer realistischeren Modellierung Exploratorische Strukturgleichungsmodelle (ESEM) sowie eine Kombination ebendieser mit Bifaktor-Modellen (B-ESEM) spezifiziert, welche eine exzellente Modellanpassung aufwiesen (z.B. B-ESEM: RMSEA = .02; CFI = .99; TLI = .98). Die Inter-Faktorkorrelationen der einzelnen Subdimensionen liegen allesamt im erwartungskonformen Bereich, gleiches gilt für die relativen und absoluten Zusammenhänge mit den Subdimensionen Depression, Angst und Stress des DASS21-YG (Kruse & Nagel, in preparation). Die Untersuchung der Verbindung mit dem schulbezogenen Wohlbefinden betont weiterhin die Bedeutung desselben für die positive psychische Gesundheit (|β| = .46 - .91). Diskussion Das vorliegende Instrument bietet einen holistischen, theoretisch fundierten Ansatz zur Messung der positiven psychischen Gesundheit bzw. des psychischen Wohlbefindens von Kindern- und Jugendlichen. Starke Argumente für die Konstruktvalidität des betreffenden Instruments können demonstriert werden. Künftige Studien sollten auf weitere Validitätsargumente etwa hinsichtlich Messinvarianztestung oder der Untersuchung komplexerer Wirkungszusammenhänge abzielen. Die deskriptiven Befunde, Zusammenhangsanalysen sowie die Prüfung der faktoriellen Struktur sollen detailliert präsentiert, kritisch reflektiert sowie im Kontext schulbezogener Variablen diskutiert werden.Publishe
Die Überzeugungen von Lehrpersonen zu differenziertem Unterricht und dessen Wahrnehmung in Videoclubs
MovetiaPublishe
(Digitale) Feedback-Kompetenzen für eine nachhaltige (Lehrkräfte-)Bildung.
Effektive Feedback-Prozesse setzen eine aktive Partizipation und damit einhergehend hohe fremdsprachliche Fertigkeiten aller Teilnehmenden voraus (Nieminen & Carless, 2022). Um nachhaltiges Lernen zu ermöglichen, sollten Lernende zunehmend selbstreguliert Feedback einholen, geben, verstehen und nutzen können (Carless & Boud, 2018). Zugleich werden in der Konzeptualisierung von „Teacher-student feedback literacies“ (Tai et al., 2021) Lehrende als lebenslange Lernende betrachtet – sowohl in ihrer Rolle als Feedbackgebende und -rezipierende als auch als Gestalter:innen adäquater Feedbackdesigns (Boud & Dawson, 2023).
Diesbezüglich stellen wir anhand von vier Studien im ersten Teil des Workshops Lehrkonzepte, empirische Erkenntnisse und daraus resultierende Instrumente zur Planung und Gestaltung von (digital-gestützten) Feedbackprozessen im Fremdsprachenunterricht vor. Die Projekte fokussieren verschiedene Feedbackmethoden und -werkzeuge sowie Feedback-Richtungen zur nachhaltigen Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen:
1. In einem mehrjährigen Projekt produzierten Englisch-Lehramtsstudierende Peer-Feedback zu unterschiedlichen Lernanlässen. Die didaktische Eignung der jeweiligen Feedbackmethoden und -medien (digitale Pinnwände, Audio- und Screencast-Feedback, Online-Foren und Videokonferenzen) wurde mittels formativer Fragebögen und Feedbackanalysen untersucht (Schluer, 2023).
2. In einer explorativen Fallstudie (Rütti-Joy, 2022) wurden anhand von Leitfadeninterviews mit Schüler:innen Aspekte erörtert, welche ein mündliches, zielsprachliches Feedback von Lehramtsstudierenden verständlich machen. Die Resultate liefern erste Hinweise zu Lernfeldern für Lehramtsstudierende, welche die Konzeptualisierung von „Teacher-student feedback literacies“ unterstreichen.
3. In einem hochschuldidaktischen Kurs zur Lehrplanung wurde der Fokus auf Sprachbewusstheit in Feedback-Aktivitäten gelegt, um Reflexionskompetenzen für nachhaltiges Lehren und Lernen zu stärken (Schluer & Liu, in Vorb.; Boud, 2000). Zudem erfolgte in einem Seminar zum digitalen Lehren ein Empowerment der Studierenden durch sukzessives Erweitern ihrer Rollen im Feedbackprozess: von Feedbackrezipierenden zu Feedbacksuchenden und Feedbackgebenden sowie Mitgestaltenden von Feedbackprozessen (Students as Peer Coaches, Co-Teachers, Co-Assessors).
4. Zusätzlich ermöglicht bzw. erfordert künstliche Intelligenz (KI) veränderte Feedback-Praktiken (Schluer, 2024). Hierzu wird ein didaktisches Konzept vorgestellt, das Lernende zu Feedbackdialogen mit KI anregt und Nachhaltigkeit zweifach adressiert: im Sinne einer kritisch-reflexiven Nutzung von KI und der Thematisierung von Nachhaltigkeitsaspekten in der schulischen Unterrichtspraxis (Schluer & Maschke, im Erscheinen).
Basierend auf den vorgestellten Impulsen finden im zweiten Teil interaktive Diskussionen statt, um die Lehrplanungen der Workshop-Teilnehmenden zu reflektieren, zu modifizieren und neue Lehrkonzepte/Aufgaben für die eigene Lehrtätigkeit zu entwickeln. Zur Strukturierung und Stützung des Praxisteils werden zwei Online-Tools mit praxisnahen Informationen zu digitalen Feedbackmethoden sowie Leitfragen zur Planung von Feedbackprozessen verwendet. Insgesamt zielt dieser partizipative Workshop darauf ab, nachhaltige Lernprozesse zu fördern und neue Perspektiven auf (digitales) Feedback im Kontext einer nachhaltigen Kompetenzentwicklung unter Lehrenden und Lernenden zu gewinnen und zu diskutieren.Publishe
Diagnose und Förderung überfachlicher Kompetenzen an den Volksschulen des Kantons St.Gallen
Die Beurteilung von Kompetenzen ist neben dem Unterrichten eine wesentliche Aufgabe von Lehrpersonen – nicht nur für die Vergabe von Noten oder Berechtigungen für Ausbildungs- und Berufswege, sondern insbesondere für einen qualitativ hochwertigen Unterricht, der individuelle Lernprozesse ermöglicht und die Lernenden gezielt begleitet. Daher ist es naheliegend, dass sich auch die Bildungsforschung intensiv mit dem Beurteilen, Entscheiden und Handeln im schulischen Kontext beschäftigt und in den vergangenen Jahren zahlreiche Erkenntnisse und eine Vielzahl wissenschaftlicher Methoden dazu zusammengetragen hat. Es wurden nicht nur allgemeine Leitlinien und Standards für eine kompetenzorientierte Diagnostik und Förderung definiert, sondern auch Verfahrensweisen für die Entwicklung und den Einsatz geeigneter, forschungsorientierter Instrumente und Materialien erarbeitet. Im Folgenden soll am Beispiel eines Projekts der Pädagogischen Hochschule St.Gallen gezeigt werden, wie sich angelehnt an die Erkenntnisse der Bildungsforschung Materialien zur Beurteilung und Förderung von überfachlichen Kompetenzen im Unterricht entwickeln und einsetzen lassen. Die Materialien wurden in einem interdisziplinären Team aus Bildungswissenschaftler:innen und Pädagog:innen der Hochschule sowie Schulleitungen, Lehrpersonen und schulischen Heilpädagog:innen aus St.Galler Schulen konzipiert.In pres
Der Einfluss von Feedback zum mathematischen Argumentieren auf die Leistung und Selbstregulation von Lernenden der Primarstufe
Abhandlung zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich, angenommen im Frühjahrssemester 2025 auf Antrag der Promotionskommission.
Erstveröffentlichung auf ZORA (Zurich Open Repository and Archive) unter https://doi.org/10.5167/uzh-279609Feedback von Lehrpersonen kann als Unterstützungsmassnahme und als Element von Unterricht betrachtet werden, das Lernenden helfen soll, Wissens- und Verstehenslücken zu schliessen und Lernziele zu erreichen. Obwohl im Lehr-Lern-Kontext auf den ersten Blick ein einheitliches Verständnis von Feedback vorzuliegen scheint, lässt sich feststellen, dass Feedback unterschiedlich verstanden und ausgelegt werden kann. Dies zeigt sich in Forschungsarbeiten zum Thema Feedback, in denen eine grosse Anzahl theoretischer Ansätze und Feedbackmodelle entwickelt sowie Klassifizierungen von Feedback vorgenommen wurden. Ein bekanntes und häufig rezipiertes Feedbackmodell ist das von Hattie und Timperley (2007), in dem unter anderem vier Ebenen von Feedback unterschieden werden. Der Inhalt des Feedbacks kann sich auf die Aufgabe, den Lernprozess, die Selbstregulation oder die Person selbst beziehen. Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass Feedback zwar als Unterstützungsmassnahme im Unterricht gedacht ist, dass jedoch nicht jedes Feedback lernförderlich ist und es sich gar negativ auf die Leistung und das Lernen auswirken kann. Forschende argumentieren, dass beim Empfangen und Verarbeiten von Feedback individuelle und situative Faktoren eine Rolle spielen. Während sich gemäss Hattie und Timperley (2007) Feedback auf den Ebenen Aufgabe, Lernprozess und Selbstregulation positiv auf die Leistung auswirken kann, trifft dies auf Feedback auf der Ebene Selbst eher nicht zu.
Am Beispiel des mathematischen Argumentierens im Unterricht auf der Primarstufe wird erstens untersucht, wie häufig Lehrpersonen Feedback auf den vier Ebenen übermitteln. Zweitens wird der Frage nachgegangen, ob sich die Häufigkeit des Feedbacks auf den verschiedenen Ebenen auf die Leistung und die Selbstregulation der Lernenden auswirkt. Um die Fragen zu beantworten, werden Video-, Mathematiktest- und Fragebogendaten (N = 44 Klassen und ca. 804 Lernende) des Projekts „Formatives Feedback im mathematischen Argumentieren“ (FEMAR) ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass hauptsächlich Feedback auf den Ebenen Aufgabe und Prozess festgestellt werden konnte. Feedback auf den Ebenen Selbstregulation und Selbst konnte kaum erfasst werden. Als Ursachen für wenig Feedback auf der Ebene Selbstregulation werden der komplexe Lerngegenstand (das mathematische Argumentieren), der Lernstand der Lernenden oder das Unterrichtssetting vermutet. Das Feedback auf den vier Ebenen im realen Unterricht wurde mittels Videoanalyse ermittelt. Diese stellte sich als herausfordernd dar, weil sich die vier Ebenen nicht immer eindeutig und trennscharf erfassen lassen. Ausserdem konnten keine Effekte der Häufigkeit des Lehrpersonenfeedbacks auf den verschiedenen Ebenen auf die Leistung und die Selbstregulation belegt werden. Zur Aufklärung der Varianz trugen hauptsächlich die Vorläuferfertigkeiten und Kontextvariablen bei. Am Schluss wird unter anderem die Annahme diskutiert, ob bei Untersuchungen zur Wirkung von Feedback situative und individuelle Faktoren berücksichtigt werden müssten. Zudem werden Implikationen für künftige Studien abgeleitet.Schweizerischer NationalfondsPublishe
Linking Experiences of Anxiety and Cyberbullying in Primary School Students: The Mediating Role of Attitudes towards Cyberbullying
Publishe
Sulle recensioni di Jakob Jud
Riferimenti bibliografici
- Filipponio, L. & Pesini, L. (2019), La Forschungsbibliothek Jakob Jud, in: RoSe 125. Histoire du / Storia del / Istorgia dal / Historie del Romanisches Seminar der Universität Zürich (1894-2019), a cura di R. Trachsler, Chronos, Zurigo: 329-331.
- Jud, J. (1911), Zu einer Untersuchung der Mundart von Celerina (Oberengadin), in: Extrait de la Revue de dialectologie romaine: 104-119.
- Kristol, A. (1997): J. Jud, in: Les linguistes suisses et la variation linguistique : actes d’un Colloque organisé à l’occasion du centenaire du Séminaire des Langues Romanes de l’Université de Zurich, a cura di J. Wüest, Basel/Tübingen, Francke: 125-136.
- Liver, R. (2021): Jakob, Jud, in: Dizionario storico della Svizzera (DSS), versione del 30.11.2021 (traduzione dal tedesco). Online: https://hls-dhs-dss.ch/it/articles/042192/2021-11-30/, consultato il 30.05.2025.
- Walberg, E. (1907), Saggio sulla fonetica del parlare di Celerina-Cresta (Alta-Engadina), Lund, Ohlsson.La Forschungsbibliothek Jakob Jud dell’Università di Zurigo (Filipponio & Pesini 2019) custodisce, tra gli altri, i volumi del lascito personale di Jakob Jud (1882-1952). Professore per oltre un trentennio all’Università di Zurigo e già presidente della commissione filologica del Dicziunari Rumantsch Grischun, è stato in prima linea nella difesa dell’autonomia linguistica del romancio contro il fronte irredentista ed è autore di numerosi studi dedicati alla descrizione di aspetti specifici delle lingue retoromanze grigionesi (cfr. Kristol 1997; Liver 2021). Oltre a ciò però, Jud è stato anche un prolifico recensore: sono infatti più di 200 le recensioni pubblicate a suo nome. L’intervento intende indagare un aspetto finora non approfondito legato proprio alla Forschungsbibliotek e al lascito personale di Jud: in molti casi infatti si trovano nelle copie personali di Jud delle opere da lui poi recensite, delle annotazioni manoscritte di suo pugno. L’analisi di queste note marginali può offrire uno sguardo privilegiato e unico sulla sua metodologia di lavoro, sulle sue riflessioni critiche e sul dialogo diretto con le „fonti” delle recensioni del linguista svizzero. In particolare, la presentazione si concentrerà sull’analisi delle fitte annotazioni al Saggio sulla fonetica del parlare di Celerina-Cresta (Alta-Engadina) di E. Walberg (1907) e sulla relativa recensione di Jud (1911), per considerare in seguito l’intera attività recensoria di Jud con alcuni esempi tratti dalle annotazioni ad altri volumi. Infine, oltre al valore intrinseco per la storia della linguistica, quest’analisi apre nel contesto attuale ad alcune riflessioni d’ordine “politico”. La Forschungsbibliothek Jakob Jud, con il suo stato particolare di biblioteca di ricerca, è da anni oggetto di pressioni da parte del sistema bibliotecario centrale dell’Università di Zurigo che la vorrebbe accorpare, con l’obiettivo di eliminare tutti i cosiddetti “doppioni”, libri presenti in più biblioteche. Gli esempi concreti portati in questo caso sottolineano invece l’importanza di preservare le specificità e l’unicità delle biblioteche di ricerca come quella di Jakob Jud, le cui collezioni non sono semplici duplicati di altri libri, ma fonti primarie insostituibili per la ricerca accademica.Othe
Konstruktion von instruktionssensitiven Testitems: Schlussbericht an den Schweizerischen Nationalfonds.
Deutsche ForschungsgemeinschaftSchweizerischer NationalfondsPublishe