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    Genderassoziationen von Muttersprachlern und DaF Lernern – grammatik- und/oder kontextbedingt?

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    In der öffentlichen Kommunikation vieler Institutionen werden generische Maskulina vermieden, um nicht einseitig Männer zu evozieren. Eine Strategie besteht darin, genusindifferente Partizipialformen im Plural zu verwenden (die Studier-end-en). Interessanterweise führt dies jedoch wieder zur (unbemerkten) Verwendung generischer Maskulina (der Studierende). Der Beitrag zeigt anhand einer kontextsensitiven Assoziationsstudie mit deutschen Muttersprachlern und niederländischen sowie italienischen DaF-Lernern, dass dieses Genus-Framing in neutralen Kontexten in der Tat gleichermaßen Frauen wie Männer evoziert ‒ im Plural (die Studierenden) wie im Singular (der Studierende) ‒ und dies unabhängig von der Erstsprache. In Kontexten, die als männlich bewertet wurden, sind hingegen mehr Männer als Frauen assoziiert worden

    Vom Wort zur diskurskonstitutiven Struktur: Linguistische Epistemologie von Geschlecht: Ein empirischer Beitrag zur diskurslinguistischen Genderforschung am Beispiel von Schulbüchern

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    Wie Sprache im Einzelnen am Aufbau von Geschlechterwissen mitwirkt, stellt in weiten Teilen ein Forschungsdesiderat dar. Welche abstrakteren semantischen Strukturen sind konstitutiv für das Sprechen über Geschlecht(er), und wie kann sich ihnen empirisch angenähert werden? Der Beitrag geht diesen Fragen nach und gibt Einblicke in die konkrete Forschungspraxis. Im Fokus steht die epistemisch-semantische Analyse, eine Weiterführung der Text- bzw. Aussagenanalyse. Die Untersuchung erfolgt am Beispiel von Schulbüchern. Indem der Beitrag epistemische Strukturen zu erschließen versucht, die dem Sprechen zugrunde liegen, bewegt er sich auf dem Feld einer linguistischen Epistemologie und versteht sich als Baustein zur empirischen Fundierung einer epistemologischen Diskurs- und Genderlinguistik

    Die tschechische sprachwissenschaftliche Geschlechterforschung im Spiegel der bohemistischen Fachzeitschriften Naše řeč und Slovo a slovesnost

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    Im vorliegenden Artikel werden Überlegungen zur Darstellung der Feministischen Linguistik in der tschechischen Fachpresse angestellt. Die empirische Basis der Beobachtungen und Reflexionen stellen zwei führende bohemistische Fachzeitschriften Naše řeč (‚Unsere Sprache‘) und Slovo a slovesnost (‚Wort und Schrifttum‘) dar, die seit vielen Jahrzehnten (Naše řeč sogar seit hundert Jahren) im Bereich der tschechischen Sprachwissenschaft federführend sind. Der Beitrag fasst zusammen, welche Autor*innen sich auf welche Art und Weise in diesen Zeitschriften mit dem Zusammenhang zwischen Sprache und Geschlecht auseinandersetzen, auf welche Themenbereiche sie fokussieren und welche Perspektiven sie einnehmen

    Die sprachliche Realisierung von geschlechtsspezifischer und geschlechtsübergreifender Referenz im Hocharabischen

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    Ausgehend vom Genussystem des Hocharabischen, das deutlich differenzierter und komplexer ist, als dies in den meisten europäischen Sprachen der Fall ist, werden die vom Sprachsystem zur Verfügung gestellten Möglichkeiten für einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch im Sinne der feministischen Sprachkritik dargestellt. Anschließend wird anhand von Internetbelegen der Frage nachgegangen, wie bzw. inwiefern in der offiziellen Sprache von den verfügbaren sprachlichen Mitteln Gebrauch gemacht wird. Die Auswertung der Belege zeigt, dass bei weiblicher Referenz ausschließlich das Femininum, bei gemischtgeschlechtlicher Referenz ausnahmslos das generische Maskulinum verwendet wird. Der Befund, dass das generische Maskulinum der einzige Realisierungstyp bei geschlechtsübergreifender Referenz ist, wird vor dem Hintergrund des Genussystems des Hocharabischen diskutiert. Das Ausbleiben weiterer sprachlicher Realisierungsformen bei der Bezeichnung bzw. der Anrede gemischtgeschlechtlicher Personengruppen wird damit erklärt, dass das Thema des geschlechtergerechten Sprachgebrauchs im arabischsprachigen Raum weder in der gesellschaftspolitischen Debatte über Frauenrechte noch in der sprachwissenschaftlichen Literatur zum Verhältnis von Sprache und Geschlecht von Relevanz ist

    Die geschlechtsneutralen Indefinitpronomen en und mensch im Schwedischen und Deutschen: Eine korpusgestützte Vergleichsstudie zu Sprachkritik und Gebrauch

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    In diesem Beitrag wird unter vergleichendem Gesichtspunkt der Gebrauch der geschlechtsneutralen Indefinitpronomen en und mensch im Schwedischen und Deutschen anhand von Korpusanalysen untersucht. Ein Rückblick zeigt, dass diese Pronomen keinen Kernbereich feministischer Sprachkritik bilden. Während geschlechtsneutrales en wahrscheinlich ein Phänomen der vergangenen zehn Jahre darstellt, ist mensch seit Anfang der 1980er Jahre belegt. Die Recherche in deutschen Wikipedia-Einträgen des DeReKo (IDS Mannheim) ergab keinen einzigen mensch-Beleg, während in dem schwedischen Wikipedia-Korpus (Språkbanken) 13 Belege der geschlechtsneutralen Verwendung von en gefunden wurden. Zusätzlich wurde die tageszeitung taz (2000-2015) durchsucht, in der sich 284 Belege finden lassen, die in der Mehrzahl feministischen bzw. links-alternativen Erwartungen und Schreibkonventionen entsprechen. Die Tendenz zur Verwendung von mensch war eindeutig abnehmend

    Von Syrx, Sternchen, großem I und bedeutungsschweren Strichen: Über geschlechtergerechte Personenbezeichnungen in Texten und die Kreation eines schrägen Registers

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    Im vorliegenden Aufsatz werden Schreibpraxen, die über graphische Sonderzeichen auf nicht geschlechtlich verortete Personen Bezug zu nehmen meinen, im Lichte einer anthropologischen Linguistik kritisch betrachtet. In dieses Licht gestellt werden sie als Gruppenindexe erkennbar, als besondere Einschreibungen („enregisterment“ bei Agha 2007). Ein Unterstrich stellt keine Referenz her, wohl aber einen Bezug zum Wissen einer Diskursgemeinschaft, die sich mit Heteronormativität kritisch auseinandersetzt. Der Aufsatz liefert auch einen Überblick über die bisherige Debatte zu Gender und Personenreferenz und Ansprüche an eine geschlechtergerechte Sprache. Kognitionspsychologische und kognitionslinguistische Forschung zu Genus und Personenreferenz wird zusammengefasst, die experimentell belegt, dass bei durchgehend generisch-maskuliner Referenz eine primäre oder gar ausschließliche Repräsentation männlicher Wesen nahegelegt wird. Im Aufsatz wird dafür plädiert, solche Textpolitiken mit verschiedenen Verfahren zu unterlaufen. Jedoch leistet kein in Personenbezeichnungen integriertes graphisches Zeichen mehr als das Durchbrechen einer rein oder dominant männlichen Personenrepräsentation. Insofern ergibt ein Privilegieren von Unterstrichen oder Sternchen gegenüber Schrägstrichen oder Klammern diesbezüglich wenig Sinn. Der Sinn liegt in einer Identitätspolitik der Schreibenden selbst

    Personen- und Berufsbezeichnungen im Türkischen aus genderlinguistischer Sicht: Eine Untersuchung am Beispiel ausgewählter Medienartikel und Stellenanzeigen

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    Der vorliegende Beitrag befasst sich mit geschlechtergerechtem Sprachgebrauch im Türkischen. Hierbei sollen sowohl das Sprachsystem und seine Möglichkeiten als auch ausgewählte authentische Kontexte des öffentlichen Sprachgebrauchs in den Blick genommen werden, die geschlechtergerechten Sprachgebrauch und die Konstruktion von Geschlechterbildern betreffen. Dazu werden Medientexte der Online-Ausgabe der türkischsprachigen Tageszeitung ‚Hürriyet‘ und öffentliche Stellenanzeigen der Online-Karriereplattform ‚Kariyer.net‘ herangezogen. Es gilt, Einblick in unterschiedliche Formen geschlechtergerechten Sprachgebrauchs im Türkischen zu geben, aber auch sprachvergleichende Resümees in Bezug auf das Deutsche zu ziehen. Der Fokus liegt auf Personen- und insbesondere Berufsbezeichnungen, die zu Geschlechterkonstruktionen im öffentlichen Diskurs führen

    Ausgebeutet oder selbstbestimmt? Zum Diskurs über Prostitution im Jahr 2013

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    Im Jahr 2013 entfachte die feministische Zeitschrift Emma mit ihrem Aufruf "Prostitution abschaffen!" eine kontroverse Debatte über Prostitution, Geschlechterbilder, Geschlechterrealitäten, Willensfreiheit und die Rolle des Staates. Insbesondere der Diskurs über Freierbestrafung, als Teil der Prostitutionsdebatte, wurde von zwei gegensätzlichen Diskurspositionen - einer (neo)liberalen und einer radikalen (feministischen) - geprägt. Für diesen Beitrag wurde ein Zeitungskommentar aus dem Jahr 2013 ausgewählt, der Argumente beider Positionen enthält und somit einen umfassenden Einblick in den Diskurs ermöglicht. Unter Anwendung des diskurshistorischen Ansatzes wird der Text in Bezug auf seine Rolle im Diskurs analysiert

    Assessing the impact of gender grammaticization on thought: A psychological and psycholinguistic perspective

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    A critical question that has gained a resurgence of interest in recent years is the view that the languages we speak may be responsible for the way we think. In light of two theoretical approaches, linguistic relativity and the thinking-for-speaking hypothesis, the present paper offers a review of the empirical methods and findings of research on the relationship between language and thought. A particular focus is placed on the influence of grammatical gender cues on the cognitive representations of human and non-human entities. We demonstrate that formal linguistic features carry semantic denotations of sex, which are consequently projected to noun categories that should not necessarily bear these denotations. Moreover, we argue that the diverse empirical methods provide distinct insights into the extent to which language influences thought

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