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Susanne Beck, Samanu, Ein vorderasiatischer Dämon in Ägypten, Ägypten und Altes Testament 83 (Münster: Ugarit-Verlag, 2015), IX, 1-360, ISBN 978-3-86835-173-6
Book Revie
Deutsch mit und ohne Akzent: Positionierung in Spracheinstellungsäußerungen unter dem Einfluss von Sprachideologien
Die in dem Beitrag vorgenommenen Analysen von Positionierungshandlungen in zwei Interviews mit Deutsch-VietnamesInnen zeigen auf, dass Akzent eine relevante perzeptive Kategorie in der Lebenswelt der SprecherInnen darstellt. Bei der sprachbiographischen Reflexion von Akzent verhandeln die SprecherInnen verschiedene Argumentations- und Wahrnehmungsmuster der Ideologien der Einsprachigkeit und der Sprachreinheit, indem sie diese entweder selbst zur Bewertung ihrer Aussprache heranziehen oder indem sie den Ausdruck dieser Ideologien bei anderen SprecherInnen humoristisch brechen und damit kritisieren. Die Thematisierung von Akzent bei ‚akzentfrei‘ sprechenden Personen verweist zudem darauf, dass auch im Interview nicht explizit verbalisierte Annahmen und Erwartungen der SprecherInnen in die Untersuchung von Sprachideologien einbezogen werden sollten
„Russisch zu sprechen, das macht mich nicht weniger Israeli“: Der Wandel mehrsprachigkeitsbezogener Identitätskonstrukte im Kontext israelischer Migrationspolitik
In den 1990er Jahren erfuhr Israel eine Einwanderung aus der (ehemaligen) Sowjetunion, die die Bevölkerungszahl des Landes um 20% steigen ließ. Als Reaktion darauf wurde eine Reihe von Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen eingeführt, die den Sprachen der Neueingewanderten einen besonderen Stellenwert einräumten. Dieser Wandel im soziopolitischen Diskurs Israels liefert einen besonderen kontextuellen Rahmen für die Erforschung des ‚Phänomens‘ Mehrsprachigkeit: Wie schlagen sich solche makrosoziologischen Wandlungsprozesse auf die Selbstpositionierungen von Individuen und die Konstruktion ihrer Identität nieder? Der Beitrag untersucht aus poststrukturalistischer Perspektive die Spracheinstellungen von Mehrsprachigen als Teil der Identitätsbildung im Kontext von Migration. Basierend auf Konzepten der ‚imaginierten Gemeinschaft‘ und der ‚Ökonomie des sprachlichen Tauschs‘ werden Ergebnisse einer sprachbiographischen Studie diskutiert, die die Bedeutung sprachideologischer Zuweisungen für die Selbstpositionierung russisch-hebräisch Mehrsprachiger untersucht. Die Ergebnisse erlauben tiefe Einblicke in die Prozesse der Identitätskonstruktion und verdeutlichen die Bedeutung gesellschaftlichen Umgangs mit dem Thema Mehrsprachigkeit
Spracheinstellungen und Sprachideologien im ‚zweisprachigen‘ Biel/Bienne
Der Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen Spracheinstellungen und Sprachpraxis in Biel/Bienne, der größten offiziell zweisprachigen Stadt der Schweiz. Aufbauend auf einer Diskussion des Spracheinstellungskonzepts werden anhand einer Kampagne, die für einen zweisprachigen Plakataushang wirbt, Spracheinstellungen herausgearbeitet, die in Biel/Bienne von Bedeutung sind. Anschließend wird exemplarisch gezeigt, wie diese Spracheinstellungen die Kommunikation mittels öffentlich sichtbaren Texten, den massenmedialen Diskurs sowie die sprachliche Praxis in privatwirtschaftlichen Institutionen prägen. Darauf aufbauend wird die Hypothese einer Zweisprachigkeitsideologie diskutiert, die verdrängende, normalisierende und sozial affirmative Wirkung hat
Rezension: Wallis, Eric (2016): Kampagnensprache. Wie Greenpeace mit Sprachkritik den Umweltdiskurs beeinflusst
Beratungsangebote für Forschende
Die Schaffung und der Ausbau von Beratungsangeboten zum Forschungsdatenmanagement bekommen für den Forschungsbetrieb zunehmend einen wichtigeren Stellenwert. Der Beitrag beschäftigt sich mit den Aspekten, die beim Aufbau und der Gestaltung solcher Angebote berücksichtigt werden müssen: Jedes Beratungskonzept muss in die örtlich vorhandenen Infrastrukturen eingepasst werden, die ansässigen Akteurinnen und Akteure sowie Expertinnen und Experten einbeziehen und schließlich die Forschenden erreichen. Dabei ist das Spektrum an Themen, die in den Bereich Forschungsdatenmanagement fallen, umfangreich und vielschichtig: Bereitstellung allgemeiner Informationen, Wissen um institutionelle Vorgaben, vorhandene Services sowie deren Nutzungsbedingungen, Kenntnis zu rechtlichen und ethischen Aspekten oder auch möglichen Publikationsstrategien. Entsprechend ist die Schaffung von entsprechenden Beratungsangeboten komplex. Die (zukünftig) für die Beratung verantwortlichen Personen müssen ein Netzwerk aufbauen oder nutzen können, das sie in die Lage versetzt, die Fragen der Forschenden schnell und kompetent zu beantworten. Hierzu müssen Workflows etabliert werden, die das reibungslose Zusammenspiel der verschiedenen Akteure am Standort gewährleisten. Informationsangebote sollten disziplinspezifisch aufbereitet und bereitgestellt werden und sich an den Bedarfen der Forschenden orientieren. Dabei sollte die Beratung so früh wie möglich im Forschungszyklus ansetzen
Lösungsansätze zu einer technischen Infrastruktur für Forschungsdatenmanagement
Das heutige Management von Forschungsdaten beinhaltet in seinem Kern den Aufbau, die Entwicklung sowie Etablierung einer komplexen technischen Infrastruktur, an der verschiedene Ziel- und Interessengruppen beteiligt sind. Zu den Grundsatzfragen, die im Vorfeld oder begleitend zu einer technischen Lösung seitens einer Institution zu erwägen und zu entscheiden sind, gehören etwa, ob eher eine generische und/oder eine disziplinspezifische Lösung angestrebt werden soll, ob man in erster Linie das Publizieren oder auch das Prozessieren von Forschungsdaten unterstützen will, oder ob man eigenen lokalen Infrastrukturen lieber vertrauen will als kommerziellen Cloud-Diensten und entsprechenden Anbietern. Fragen dieser Art sind auf geeignete Weise zu thematisieren und zu klären, wobei sich Instrumente wie eine Anforderungs- und Umfeldanalyse, eine Stakeholderanalyse, ferner eine Marktsichtung hinsichtlich bestehender Lösungen anbieten