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„An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen!“: Argumentationstopoi im Stürmer und in Publikationen der Neuen Rechten auf "Compact-online" und "unzensuriert.at"
Im folgenden Beitrag werden Argumentationsmuster der Zeitschrift Der Stürmer und der Online-Plattformen Compact-online und unzensuriert.at miteinander verglichen. Über die Herausarbeitung von Argumentationstopoi der Toposkomplexe Machtvolle Elite, Traditionelle Werte, Untergang und Erlösung und (übersteigertes) Selbstbild wird deutlich, dass die Zeitungen sich häufig der gleichen Inhalte und Argumentationen bedienen und sich nur an der sprachlichen Oberfläche hinsichtlich ihres Explizitheitsgrads unterscheiden. Aus diesem Grund müssen diese Online-Medien entgegen ihrer Eigendarstellung dem rechtsextremen Lager zugerechnet werden. Zudem deuten die Beiträge auf Compact-online und unzensuriert.at auf ein zugrundeliegendes antisemitisches Welterklärungsmodell hin
Forschungsdatenmanagement im SFB 754: Klima - Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean
Der schwedische „Meinungskorridor“: Metapragmatische Verhandlungen über Sagbarkeitsgrenzen im öffentlichen Diskurs Schwedens.
Ausgehend von einem diskurssemantischen Ansatz, nach welchem die Thematik eines Diskurses sich in lexikalischen Realisierungen und metapragmatischen Aushandlungen niederschlägt, analysiert der vorliegende Beitrag den schwedischen Ausdruck asiktskorridor (dt. Meinungskorridor) im öffentlichen Diskurs Schwedens. Mithilfe einer Korpusanalyse wird die Verwendung des Ausdrucks und die damit einhergehende Positionierung der Diskursakteur*innen untersucht. Das Wort asiktskorridor funktioniert im untersuchten Korpus als Konzeptualisierung von Redeverbot und Tabuisierung von politischen Themen, insbesondere der Migrationspolitik. Ähnlich wie der Gebrauch des deutschen Ausdrucks Gesinnungskorridor dient die Verwendung von asiktskorridor einer gefühlten Marginalität der Diskursakteur*innen, die sich durch eine linke Elite ausgegrenzt sehen
Diskurse sind keine Schnürsenkel oder Unsagbarkeit und die Unmöglichkeit einer umgekehrten Umdeutung
Der Aufsatz schildert ein Gedankenexperiment, indem der Frage nachgegangen wird, ob Umdeutungsprozesse, die wir tagtäglich in den Sozialen Medien beobachten können, weil sie von rechtspopulistischen Accounts initiiert werden, reversibel sind. Können also Begriffe, deren Bedeutung durch eine Übernahme „von rechts“ durch die Verwendung „von links“ quasi ent-ideologisiert werden? Dieses Gedankenexperiment schließt an eine Beobachtung an, die Bendl/Spitzmüller (2017) bei einer Untersuchung des identitären Online-Diskurses gemacht haben: Hochkonsensuelle Werte, Werte also, über die eine soziale Gemeinschaft weitestgehend Einigkeit demonstriert (etwa dass Kulturschätze bewahrt werden müssen o. ä.), werden übernommen, um die eigenen Forderungen konsensfähig zu machen. Kann eine solche Umdeutungsstrategie auch umgekehrt und als Diskursinterventionsstrategie fruchtbar gemacht werden? Dieser Frage wird am Beispiel von Äußerungen des ehemaligen Handballprofis Stefan Kretzschmar nachgegangen. Der Sportler hatte in einem Interview rechtspopulistische Topoi realisiert, obgleich er sich klar politisch links verortet
Datenmanagementpläne zur Strukturierung von Forschungsvorhaben
Digitale Forschungsprozesse produzieren eine zunehmende Menge an Daten. Sie sind oft sehr disziplinspezifisch und liegen in verschiedenen Formen vor. Dabei können sie sowohl Basis als auch Ergebnis von Forschung sein. Bewahren, Verwalten und Kuratieren von Forschungsdaten wird so zu einer zentralen Aufgabe jeder Wissenschaftlerin und jedes Wissenschaftlers sowie der Forschungseinrichtungen. Dieser Prozess muss strukturiert und organisiert werden. Eine sich zunehmend etablierende Lösung besteht in der Verwendung von Datenmanagementplänen (DMP). Sie können primär als abstraktes Konzept aufgefasst werden, das dabei hilft, das Datenmanagement über den geplanten Projektablauf des Forschungsvorhabens und die spätere Langzeitverfügbarkeit zu definieren. Ein DMP strukturiert hierzu den Umgang mit Forschungsdaten über deren Lebenszyklus hinweg. Dabei laufen Erkenntnisse zu benötigten oder generierten Datensätzen ebenso zusammen wie deren Lizenzierung, Anreicherung mit Metadaten, notwendige Verarbeitungsschritte und -software oder die Eigentümerschaft im Zeitablauf. Um die vielfältigen Fragestellungen rund um DMPs abzudecken, sollten Forschungseinrichtungen geeignete Beratungsangebote etablieren
\u27To the Top of the World\u27: Ascending Mountains in Apocalyptic Literature
The prominent role of the mountain as the starting point of revelations in numerous apocalyptic narratives is in absolute relevance with the \u27cosmic mountain\u27, a motif widely attested within every cosmological and religious system across the southeastern Mediterranean and the Middle East. However, apart from its relation to the latter, the mountain motif emerged from the background of supernatural descriptions and displayed an \u27individual\u27 character, acquiring a role as distinctive as few other motifs in apocalyptic literature. This paper focuses on its forms of manifestation within the various apocalyptic texts, its relations to the \u27cosmic mountain\u27 motif, and its catalytic presence in every revelatory story-line. In addition, its value as a place of religious isolation and an \u27all-observing\u27 locus is reported, as well
Mehrsprachige Äußerungen aus dem Blickwinkel der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik: eine Annäherung
Die Diasystematische Konstruktionsgrammatik (Höder 2012; 2014abc; i. Vorb.) geht in Anlehnung an moderne kontaktlinguistische Ansätze davon aus, dass das Sprachwissen Mehrsprachiger ein sprachübergreifendes Repertoire (Matras 2009, 308–309) konstituiert. Dieses Repertoire wird im Rahmen einer gebrauchsbasierten konstruktionsgrammatischen Beschreibung als mehrsprachiges Konstruktionsnetzwerk modelliert, in dem – spezifisch für die jeweilige Sprechergruppe – sprachspezifische und -unspezifische Konstruktionen (‚Idio-‘ und ‚Diakonstruktionen‘) miteinander vernetzt sind. Auch in der Produktion interagieren folglich beide Konstruktionstypen miteinander. Zunächst vor allem mit Blick auf kontaktbedingten Sprachwandel entwickelt, eröffnet dieser Ansatz neue Perspektiven für die Analyse mehrsprachiger Äußerungen, die traditionell als Transferenzen beschrieben, hier aber als Ausdruck interlingualer Produktivität verstanden werden, d. h. der spontanen Bildung nichtkanonischer Äußerungen auf diakonstruktioneller Basis
Sprachkontakt als Lernprozess in der Bilingualen Konstruktionsgrammatik
Im vorliegenden Beitrag werden im Rahmen der Bilingual Construction Grammar (BCxG) zwei bilinguale Strategien vorgestellt, Analogie und Imitation. Anhand von Beispielen von Deutschlernenden mit slawischer Muttersprache wird zunächst gezeigt, dass ein phrasaler oder konstruktionsbezogener Ansatz für verdeckte Sprachkontaktphänomene sinnvoll ist. Es wird vorgeschlagen, dass sprachlicher Transfer einer Problemlösung entspricht, die fehlendes Wissen von Sprecherinnen in der Zielsprache kompensieren soll. Ausgehend vom zentralen Begriff der Konstruktion als grundlegender, komplexer Wissensstruktur führt die BCxG verschiedene Lösungsstrategien ein; zwei dieser Strategien werden mit den aus der Lernforschung bekannten Strategien Analogie und Imitation identifiziert. Sprachkontakt wird damit konsequent als Lernprozess dargestellt. Des Weiteren werden Faktoren für die Verwendung von Analogien und Imitationen vorgestellt, die sich an den Erkenntnissen der Transfer- sowie der Sprachkontaktforschung orientieren
Umfragen und Analyse von Beratungsgesprächen als strategische Wegweiser
Online-Surveys zur Bedarfsermittlung im FDM haben einen festen Platz im Maßnahmenkatalog der Hochschulen. Sie bieten eine probate und gut skalierende Methode, um die Empfehlungen der HRK zur Standortbestimmung und Strategieentwicklung umzusetzen. Auch für das Data Center for the Humanities (DCH) an der Universität zu Köln ist ein Erfassung und Analyse der Bedarfe für die strategische Ausrichtung von großer Bedeutung. Das DCH führt klassische Online-Surveys zum FDM durch. Gleichzeitig ist das DCH dazu übergegangen, die systematische Auswertung von Beratungsgesprächen als Informationsquelle zu nutzen. In diesem Beitrag sollen die beiden Ansätze verglichen werden und der Erkenntnisgewinn bewertet werden