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Aufgaben- und Kompetenzspektrum der Data Stewards an der RWTH Aachen University – generell und explizit am Beispiel des Sonderforschungsbereichs 1382
Das Themenspektrum und das Aufgabengebiet von Data Stewards sind mitunter sehr unterschiedlich. Je nach zugeordneter Institution bzw. Fachgebiet unterstützen sie Forschende bei verschiedenen und doch sehr deutlich formulierten Problemen. Am Beispiel des Data Stewards des Sonderforschungsbereichs 1382 „Darm-Leber Achse“ (SFB 1382) werden seine Aufgaben skizziert und aufgezeigt, wie eine Unterstützung im Forschungsdatenmanagement konkret aussehen kann. Durch eine Gegenüberstellung der Aufgabenbereiche anderer Data Stewards der RWTH Aachen University wird es zwar weiter ausgeführt, aber noch längst nicht komplettiert. Neben dem Aufgabenspektrum wird auch kurz das Kompetenzspektrum beleuchtet, so dass ein Eindruck über die heterogenen Anforderungen an Data Stewards und deren Einsatzgebiete vermittelt wird.
Dieser Artikel führt den Beitrag Data Stewards at RWTH Aachen University – New structures and tasks fort[1], welcher auf dem DINI/Nestor-Workshop „Data Stewardship im Forschungsdaten-management“ (16.11.2020) gehalten wurde fort und baut auf der Publikation Data Stewards an der RWTH Aachen University – Aufbau eines flexiblen Netzwerks[2] auf.
[1] Hausen, Daniela, Lukas Bossert. 2020. „Data Stewards at RWTH Aachen University – New structures and tasks”. https://kups.ub.uni-koeln.de/29550/9/01_DINI_WS_Data%20Stewardship_Hausen_Bossert.pdf (letzter Zugriff: 2021-02-22).
[2] Hausen, Daniela, Jessica Rosenberg, Ute Trautwein-Bruns, und Annett Schwarz. 2020. „Data Stewards an Der RWTH Aachen University – Aufbau Eines Flexiblen Netzwerks“. Bausteine Forschungsdatenmanagement, Nr. 2 (November). German:20-28. https://doi.org/10.17192/bfdm.2020.2.8278
Data Stewardship als Boundary-Work
Der Begriff Data Stewardship wurde in den Vergangen Jahren im Bereich des Forschungsdatenmanagements fast schon inflationär verwendet, insbesondere in Bezug auf die FAIR Data Principles. Jedoch sind genaue Definitionen und Begriffsspektren bislang nicht umfassend ausgeprägt. In meinem Vortrag auf dem 11. DINI/nestor Workshop “Data Stewardship im Forschungsdatenmanagement - Was ist das? Rollen, Aufgabenprofile, Einsatzgebiete” habe ich die Entwicklung des Begriffs Data Stewardship nachvollzogen und seine Dimensionen aufgezeigt. Der Vortrag beruhte auf meiner Master Thesis Data Stewardship als Boundary Work, in der ich Data Stewardship in den Kontext von Schwellentätigkeit (boundary work) setze. Dieser Beitrag kann als Einstieg in die Thematik gesehen werden
Interaktionale Kompetenz als Lernziel für Lernende und Lehrende des Deutschen als Fremdsprache
In diesem Beitrag geht es um das Lernpotenzial, das Interaktion per Videokonferenz in Deutsch als Fremdsprache für DaF-Lernende und angehende DaF-/DaZ-Lehrende bietet. Interaktion stellt den Kerngegenstand des Lern-Lehr-Geschehens im Fremdsprachenunterricht dar. Hierbei ist interaktionale Kompetenz als Fähigkeit zur erfolgreichen, kollaborativen Gestaltung von Gesprächen ein zentrales Lernziel nicht nur für Lernende, sondern auch für angehende Lehrende. Es werden Ergebnisse aus einem telekollaborativen Projekt präsentiert, in dem fortgeschrittene DaF-Lernende in Japan und angehende DaF-/DaZ-Lehrende in Deutschland ein Semester lang per Videokonferenz miteinander interagieren. Dabei wird gezeigt, inwiefern das spezifische Setting mit Videokonferenzen in gemeinsamen Lehrveranstaltungen an zwei Universitäten die interaktionale Kompetenz von allen Beteiligten sowie kollaboratives Sprachenlernen fördert. Ausgehend von Analysen der Interaktion und selbstreflexiven Daten der Beteiligten wird verdeutlicht, dass insbesondere die ausbalancierte, authentische Kommunikation sowie verschiedene Formate der Selbstreflexion zur Entwicklung interaktionaler Kompetenz beitragen. Der Beitrag schließt mit Implikationen für die Interaktionsforschung und für den Einsatz von gemeinsamen Videokonferenzen in fremdsprachlichen Lern-Lehr-Settings
Familiäre Sprachregimes von Migrant*innen aus der Republik Kongo in Frankreich
Die Migrant*innen aus der Republik Kongo in Frankreich leben meist in Familien mit Partner*innen aus verschiedenen Herkunftsländern, ethno-kulturellen Gruppen oder unterschiedlichen kongolesischen Nationalitäten. In jeder Konstellation wird eine andere familiäre Sprachpolitik favorisiert, die sich im familiären Sprachregime abbildet. Sprachregimes werden dabei nach Coulmas (2005, 7) als Einschränkungen der individuellen Sprachwahl verstanden. Der Wunsch der Weitergabe einer kongolesischen Nationalsprache oder einer lokalen Familiensprache neben dem Französisch ist bei allen Gesprächspartner*innen vorhanden, allerdings divergieren die individuellen Weitergabestrategien und die sprachbezogenen Diskurse. Der vorliegende Beitrag untersucht die Problematik der familiären Tradierung von Sprachen in der Diaspora anhand verschiedener Fälle familiärer Sprachregimes, die aus ethnographischen Daten eines derzeit laufenden Dissertationsprojekts entnommen wurden. Dazu werden familiäre Kommunikationsnetzwerke untersucht und es wird gezeigt, wie Sprachideologien genauso wie individuelle Erwerbserfahrungen Einfluss auf die Weitergabe der Sprachen haben.
Migrants of the Republic of Congo in Lorraine mostly live in families with partners of different origin with regard to country, ethno-cultural group or nationality. Each constellation favors another family language policy reflected in the family language regime. Following Coulmas (2005, 7) language regimes are considered as restrictions in the individual language choice. All interviewees expressed their desire to pass a congolese national language or a local family language to their children. However, individual strategies of transmission and language related discourses differ. The present article explores the issue of family language transmission in diaspora by means of different cases of family language regimes taken from ethnographic data assembled for an ongoing dissertation project. Therefore, family communication networks are analyzed and it is shown how language ideologies and individual language acquisition experience shape transmission processes
Multimodality as a multi-disciplinary practice
In diesem Aufsatz gibt Theo van Leeuwen einen Überblick über einige zentrale Aspekte und Entwicklungen seiner Arbeiten zur Multimodalität. Er erörtert, wie seine Forschungen von Hallidays systemisch-funktionaler Linguistik inspiriert wurden, aber auch von Disziplinen, die eine lange Geschichte in der Untersuchung der Modi und Medien haben, mit denen er sich beschäftigt, zum Beispiel Kunsttheorie und Musikwissenschaft. Sodann diskutiert er einige der Wege, durch die seine Arbeit ihren systemisch-funktionalen Ausgangspunkt modifiziert oder ergänzt haben, und zwar indem er (1) verschiedene metafunktionale Konfigurationen für verschiedene Modi und Medien und verschiedene multimodale Praktiken postuliert, (2) einen parametrischen Ansatz zur Analyse des Bedeutungspotentials von verkörpertem und materiellem Ausdruck entwickelt, (3) Praxis gegenüber Struktur in den Vordergrund stellt, und (4) die spezifischen Vorteile der verschiedenen Modi und Medien sowie die ihnen gemeinsamen Merkmale hervorhebt.
In this paper Theo van Leeuwen reviews a few key aspects of, and developments in, his work on multimodality. He discusses how his work has been inspired by Halliday’s systemic functional linguistics but also by disciplines that have a long history in studying the modes and media his work deals with, for instance art theory and musicology. He then discusses some of the ways in which his work has modified, or added to, its systemic-functional departure point – positing different metafunctional configurations for different modes and media and different multimodal practices; developing a parametric approach to analysing the meaning potential of embodied and material expression; foregrounding practice over structure; and moving to stress the specific affordances of different modes and media as well as the features which they have in common
NFDI for Catalysis-Related Sciences: NFDI4Cat
Die Katalyse ist ein sehr komplexes und interdisziplinäres wissenschaftliches Gebiet, das die effiziente Herstellung einer Vielzahl von Produkten für verschiedene Branchen und in unterschiedlichen Produktionsgrößen ermöglicht. Somit ist die Katalyse eine der Schlüsseltechnologien zur Bewältigung wesentlicher Herausforderungen wie einer nachhaltigen Energieversorgung oder des Klimawandels. Das Datenmanagement in der Katalyse ist derzeit überwiegend auf institutioneller oder Arbeitsgruppenebene organisiert und basiert auf lokalen Konventionen. Übergreifende Repositorien und Standards, wie Daten inklusive Metadaten gespeichert werden sollen, existieren nur in rudimentärer Form. Um den höchstmöglichen Mehrwert aus der Katalyseforschung zu generieren, ist ein grundlegender Wandel in der Katalyseforschung und den katalyseverwandten Wissenschaften wie Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik erforderlich. Die verschiedenen Disziplinen der Katalyse im Hinblick auf das Datenmanagement zusammenzuführen, ist die zentrale Herausforderung. Aus all diesen Notwendigkeiten heraus wurde im Rahmen der Initiative zur Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) das NFDI4Cat-Konsortium gegründet. Als eines von derzeit neun geförderten Konsortien konzentriert sich NFDI4Cat auf die Wissenschaften rund um die Katalyse. Dieser Artikel beschreibt die Motivation der Gründungsmitglieder für dieses im Oktober 2020 gestartete Konsortium und wie die Ziele in Bezug auf die Fachcommunity, die technische Infrastruktur und insbesondere das Forschungsdatenmanagement erreicht werden sollen. Darüber hinaus eröffnet die dynamische Entwicklung moderner Technologien zur Erfassung, Bereitstellung und zur Analyse großer Datenmengen neue Möglichkeiten für wissenschaftlichen Fortschritt in den Einzeldisziplinen und insbesondere an deren Nahtstellen
NFDI4Culture: Konsortium für Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern
Digitale (d.h. in digitalisierter Form vorliegende oder in digitalen Umgebungen rezipierte) Kulturgüter, Praktiken und künstlerische Performances sind zu einem wesentlichen Bestandteil unseres täglichen Lebens, unserer Kommunikation und unserer Erfahrung geworden und beeinflussen nachhaltig unsere individuelle und gesellschaftliche Wahrnehmung. Sie sind nicht nur für künftige Wissenschaftsgenerationen von großer Bedeutung, sondern bilden die Grundlage von kontinuierlichen Transferprozessen zwischen Forschenden, Kunstschaffenden, Einrichtungen des Kulturerbes und der Zivilgesellschaft. Die langfristige Bewahrung und Verfügbarkeit von Forschungsdaten aus dem Bereich der materiellen und immateriellen Kulturgüter ist daher von grundlegender Bedeutung für die kulturelle Identität, die Kulturwirtschaft und die Gesellschaft. Da viele Kulturinstitutionen bereits über entsprechende technologische Mittel, Erfahrungen und Lösungen verfügen, ist eine koordinierte Anstrengung für ein gemeinsames, professionelles Forschungsdatenmanagement auf nationaler Ebene der nächste wichtige Schritt. Bislang existierte hier keine koordinierte Initiative, die sich um die fächerübergreifende Auffindbarkeit und Zugänglichkeit sowie um die langfristige Sicherung und kontinuierliche Pflege von Forschungsdaten des kulturellen Erbes bemühte. NFDI4Culture will diese Lücke schließen.
 
Verzahnung von Data Stewardship und Data Science – Wege und Perspektiven
Data Science ermöglicht die Gewinnung von Erkenntnissen aus komplexen, hochdimensionalen Daten und wird daher als Schlüsseldisziplin unserer Zeit und zentralesElement der datenintensiven Forschung angesehen. Das Fundament dafür bilden gutkuratierte, FAIRe Daten, gewährleistet durch ein nachhaltiges Forschungsdatenmanagement bzw. Data Stewardship. Dementsprechend verspricht eine enge Abstimmung und systematische Verzahnung von Data Science und Data Stewardship imForschungsprozess eine signifikante Effizienzsteigerung und maximale Wertschöpfung aus Daten. Das mit Unterstützung des Landes Bremen aufgebaute Data ScienceCenter (DSC@UB) der Universität Bremen bietet dafür bestmögliche Rahmenbedingungen. Als zentrale, interdisziplinäre Infrastruktur für die datenintensive Forschungdient es als Ort für den fachübergreifenden Austausch und stellt essentielle Services zur Unterstützung von Forschenden bereit. Darüber hinaus ermöglicht das DSCdie forschungsnahe Ansiedlung von Data Scientists und Data Stewards, die Wissenschaftler:innen im gesamten Datenlebenszyklus und in enger Zusammenarbeit unterstützen sollen. Dies soll (1) die FAIRe Bereitstellung von Daten, (2) einen möglichstgroßen Erkenntnisgewinn aus Daten, und (3) die Optimierung von Prozessen und Abläufen im Umgang mit Daten nachhaltig gewährleisten, wodurch neue Innovationsmöglichkeiten geschaffen werden
Data Stewardship im Forschungsdatenmanagement - Rollen, Aufgabenprofile, Einsatzgebiete: Überblick: 11. DINI/nestor Workshop, 16. und 17.11.2020
Forschungsdatenmanagement in Institutionen und Forschungsverbünden bringt neue Rollen, Aufgaben- und Berufsprofile hervor, die bisher ganz unterschiedlich realisiert sind. Eins dieser neuen Berufsprofile ist die Position des sogenannten \u27Data Stewards\u27. Mit diesem Arbeitsbereich werden eine große Bandbreite an Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten verknüpft. Oftmals werden spezielle Aufgaben übernommen, ohne explizite Arbeitstitel dafür zu vergeben.
Im 11. Workshop der DINI/nestor AG Forschungsdaten “Data Stewardship im Forschungsdatenmanagement - Was ist das? Rollen, Aufgabenprofile, Einsatzgebiete” am 16./17.11.2020 wurden die inhaltlichen Aufgabenfelder und Rollen, die sich zurzeit im institutionellen und institutionsübergreifenden Kontext entwickeln, gesammelt, diskutiert und eingeordnet. Ziele des Workshops waren, eine Bestandsaufnahme für den deutschsprachigen Raum anhand zahlreicher Fallbeispiele zu präsentieren und erste Antworten auf Fragen zur praktischen Umsetzung von Data Stewardship-Konzepten aufzuzeigen.
Der Workshop wurde von der DINI/nestor-AG Forschungsdaten in Kooperation mit der Universität zu Köln und dem ZB MED Informationszentrum Lebenswissenschaften organisiert und virtuell als Online-Workshop durchgeführt