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Sprachbewegungen - oder was bedeutet es, Sprachgeschichte transkulturell zu modellieren?
Ziel dieses Beitrags ist es, entlang einer Sprachgeschichte von ‚SprecherInnen in Bewegung‘ jene Zugriffsweisen und Prozesse zu identifizieren, die zu einer transkulturellen Sprachgeschichtsschreibung hinführen. Ausgehend von einem Vergleich der Sprachgeschichts-schreibungen zum Deutschen und zum Französischen richtet sich die Aufmerksamkeit in einem ersten Schritt darauf, welche neuen Perspektiven auf die jeweilige Geschichte und welche neuen Datenbereiche des Sprachlichen in den letzten Jahrzehnten erschlossen wurden. Damit einher geht eine Kritik an einer historiographischen Praxis, die im Paradigma des sprachlichen Nationalismus seit dem 19. Jh. Sprachgeschichte als Geschichte einer Sprache konzipiert, so als ob die Menschen naturgegeben einsprachig seien und Sprachen isoliert voneinander und in abgegrenzten Räumen existierten. Anhand von Fallstudien zu den sprachlichen Dynamiken in Paris und Berlin, speziell im 18. und frühen 19. Jh., rücken die sprachlichen Dimensionen von Mobilität, Migration und Kontakt der Akteure sowie Prozesse der Verflechtung, Aneignung und Aushandlung kultureller Praktiken und von Mehrsprachigkeit in den Mittelpunkt.
This contribution aims to identify, along a linguistic history of “speakers on the move”, those approaches and processes that lead to a transcultural historiography of language Starting with a comparative analysis of German and French historiography, the first step zooms in on the new perspectives on the respective histories and the new data areas of language practices that have emerged in recent decades. What follows is a critique of a historiographical practice which, in the paradigm of linguistic nationalism since the 19th century, conceives of language history as the history of a language as if people were naturally monolingual and languages existed in isolation from one another and in demarcated spaces. Based on case studies of linguistic dynamics in Paris and Berlin, especially in the 18th and early 19th centuries, the second step looks at the linguistic dimensions of mobility, migration and contact of the actors as well as processes of interweaving, appropriation and negotiation of cultural practices and multilingualism
Relevante Faktoren für eine gelungene Implementierung von FDM-Services vor Ort: Ergebnisse einer Befragung von FDM-Mitarbeiter*innen an hessischen Hochschulen
Eine Vielzahl von Initiativen und Förderprogrammen zielt darauf, die Etablierung von Forschungsdatenmanagement (FDM) an deutschen Wissenschaftseinrichtungen voranzutreiben. Die Initiativen und Programme unterscheiden sich in Bezug auf Zielgruppe und gewählte Implementierungsstrategie. Welche hochschulinternen und -übergreifenden Faktoren sind für die gelungene Implementierung von FDM-Angeboten vor Ort ausschlaggebend?
Der vorliegende Beitrag präsentiert Ergebnisse einer Interviewbefragung unter FDM-Mitarbeiter*innen an hessischen Hochschulen (Universitäten und staatliche Hochschulen für Angewandte Wissenschaften) im November 2020, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Neben Auflagen von Forschungsförderern sowie der Möglichkeit, sich über FDM hochschulpolitisch zu positionieren, wurden die Verstetigung von Stellen, Engagement der Hochschulleitung und gute Kommunikation der beteiligten zentralen Einrichtungen untereinander, insbesondere mit der Drittmittelstelle, als relevant genannt. Eine besondere Bedeutung bei der Schaffung von FDM-Services maßen die Interviewteilnehmer*innen der Hessischen Forschungsdateninfrastruktur HeFDI bei
Erfahrungsbericht: Auf dem Weg zum ganzheitlichen Forschungsdatenmanagement
Forschungsdatenmanagement im institutionellen Kontext spielt eine immer größere Rolle. Allerdings existieren bisher nur wenige technische Plattformen für diese Aufgabe, die eine Verwaltung der Forschungsdaten anhand der FAIR-Prinzipien ermöglicht und dabei den gesamten Forschungsdatenlebenszyklus betrachten. Hier stellen wir das Projekt „Management molekularer Daten im Research Data Life Cycle“ (MaMoDaR) vor. MaMoDaR hat als Ziel, eine technische Plattform zu entwickeln, die den effizienten und nachhaltigen Umgang mit molekularen Forschungsdaten ermöglicht.
Die Software unterstützt Wissenschaftler*innen darin im Research Data Management Organiser (RDMO) hinterlegte Projekte auffindbar zu machen, Forschungsdaten direkt mit diesen Projekten zu verknüpfen und in öffentlichen Repositorien nach den FAIR-Prinzipien zu veröffentlichen.
Neben unseren Erfahrungen beim Entwickeln dieser Software beschreiben wir in dieser Arbeit, dass es für den Erfolg einer Plattform nicht ausreicht, eine benutzerfreundliche Softwarelösung bereitzustellen, die sich auf das Forschungsdatenmanagement fokussiert. Vielmehr ist es notwendig, Forschende auch in organisationalen Prozessen zu unterstützen. Für die Umsetzung und das Gelingen eines institutionellen Forschungsdatenmanagements muss der Mehrwert für Wissenschaftler*innen direkt erfahrbar werden
Data Communities: Datenmanagement jenseits von generischen und fachspezifischen Perspektiven: Erkenntnisse aus einem Workshop im Rahmen der FORGE 2021
Die Frage, inwieweit Datenmanagement jenseits von entweder generischen oder fachspezifischen Perspektiven denkbar ist, stand im Mittelpunkt eines Workshops im Rahmen der FORGE 2021. Im Workshop wurde das Konzept der „Data Communities“ (Cooper und Springer 2019) vorgestellt, seine Potenziale mit Blick auf die Sozial- und Geisteswissenschaften diskutiert und anschließend eruiert, welche strategischen wie operativen Kriterien sich daraus für forschungsadäquat unterstützende Datenmanagement-Services ableiten lassen. Der Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Workshop zusammen und diskutiert, wie das bestehende Konzept um spezifisch sozial- und geisteswissenschaftliche Aspekte erweitert werden könnte
Lösungsansätze zur automatisierten Erfassung und Weiterverarbeitung von strukturierten Provenance-Informationen in Forschungsdateninfrastrukturen am Beispiel von Analyse-Workflows in R
In den Umweltwissenschaften sind derzeit viele Forschungsprojekte datengetrieben und liefern Datensätze als wesentliche Ergebnisse. Das Publizieren von Daten nach den FAIR-Prinzipien, stellt damit einen zentralen Faktor in der Entwicklung von Forschungsdateninfrastrukturen dar. Provenance-Informationen als Teil der Metadaten beschreiben die Herkunft der Daten und unterstützen damit die Bewertung, Verständlichkeit und Reproduzierbarkeit von verfügbaren Forschungsdaten. Da eine händische und nachträgliche Erfassung von strukturierten Provenance-Information zeitintensiv ist, ist der Bedarf an (teil-)automatisierten Lösungen, die ein nutzerfreundliches und nahtloses Metadatenmanagement innerhalb einer Forschungsdateninfrastruktur ermöglichen, groß.
Im Forschungsprojekt GeoKur, einem Projekt zur Kuration und Qualitätssicherung von Umweltdaten, erfolgt die Datenanalyse und -erzeugung überwiegend in der Skriptsprache R. Dieser Erfahrungsbericht stellt daher die Evaluierung von Tools zur (teil-)automatisierten Erfassung von Provenance-Informationen in R-Skripten zusammen und beschreibt zwei selbst entwickelte Ansätze: (1) die Erzeugung von Provenance-Files mithilfe des selbst implementierten R-Pakets r2provo und (2) die direkte Publikation von Provenance-Informationen aus dem Analyseskript in einen Metadatenkatalog mittels R-Paket ckanr
Sippel, Benjamin: Gottesdiener und Kamelzüchter: Das Alltags- und Sozialleben der Sobek-Priester im kaiserzeitlichen Fayum
Datenmanagementpläne in der Forschung – von Grundlagen zu Grundfragen
Datenmanagementpläne werden zunehmend als wichtiges Element der guten wissenschaftlichen Praxis verstanden und bei der Beantragung von Fördermitteln eingefordert. Die Workshopreihe „Datenmanagementpläne in der Forschung – von Grundlagen zu Grundfragen“ hatte zum Ziel, die unterschiedlichen Perspektiven auf Datenmanagementpläne zu beleuchten und einen Austausch zwischen allen am Thema Beteiligten zu ermöglichen. Hierzu wurde im ersten Workshop zunächst ein gemeinsames Verständnis für Definition und Inhalte eines Datenmanagementplans geschaffen. In den zwei folgenden Veranstaltungen wurden die Perspektiven der Forschungsförderer und der Forschenden diverser Fachbereiche beleuchtet. Die abschließende vierte Veranstaltung stellte verschiedene Tools zur Erstellung von Datenmanagementplänen vor. Der vorliegende Artikel informiert über Inhalte und Ergebnisse der vier Workshops und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
Activities and Challenges in developing Discipline-Specific Data Management Plan Templates: From Vertical to Horizontal Integration of RDM Practices
To provide tailored guidance on research data management, discipline-specific data management plan (DMP) templates are core. Different stakeholders are pursuing the development of such discipline-specific DMP templates in different ways. In this paper, we present three such approaches. First, we introduce the concept of domain data protocols, describing the work of the project Domain Data Protocols for Empirical Educational Research (in Germany). Members of this project develop tailored guidance on research data management (RDM) vertically, i.e., within the educational research discipline. Second, we present the approach of the Research Data Alliance Working Group on Discipline-specific Guidance for DMPs. The working group identifies discipline-specific DMP characteristics and uses them to analyse common practices and differences in RDM horizontally across disciplines. Finally, we describe the approach of the Research Data Management Organiser Sub-Working Group on Guidance, which facilitates mapping of discipline-specific DMP templates across disciplines. Although these three approaches differ in their underlying concepts, combining them facilitates identifying differences and commonalities in RDM across disciplines. By assigning discipline-specific characteristics and mapping these characteristics across disciplines, the three approaches improve our understanding of data management and research data within a particular discipline, as well as across disciplines
Forschungsdatenmanagement in der Medienwissenschaft. : Eine Auswertung von qualitativen Interviews zur Bedarfsermittlung für die Gestaltung eines medienwissenschaftlichen Forschungsdatenrepositoriums
Forschungsdaten und Forschungsdatenmanagement gewinnen eine immer größere Bedeutung und erreichen auch jene Fächer, in denen Forschungsdaten und deren Management bisher eher eine untergeordnete Rolle spielten. Die Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) entwickeln als Reaktion hierauf fachbezogene Beratungs- und Unterstützungsangebote und verschiedene Träger bauen fachliche Forschungsdatenrepositorien auf. Dabei gilt es, empirisch zu ermitteln, welche fachlichen Bedarfe bestehen. Im Zuge der Erweiterung des Fachrepositoriums media/rep/ für Forschungsdaten wurden qualitative Expert:inneninterviews mit Medienwissenschaftler:innen durchgeführt. Die Ergebnisse der Interviews werden im Beitrag präsentiert und zentrale Handlungsfelder aufgezeigt, die für die Entwicklungen von Fachrepositorien und Beratungs- und Unterstützungsangeboten bedeutsam sind