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Rezension von Bryant & Zepter (2022): Performative Zugänge zu Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
Bryant, Doreen & Zepter, Alexandra Lavinia (2022): Performative Zugänge zu Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Ein Lehr- und Praxisbuch. Tübingen: Narr Francke Attempto VerlagBryant, Doreen & Zepter, Alexandra Lavinia (2022): Performative Zugänge zu Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Ein Lehr- und Praxisbuch. Tübingen: Narr Francke Attempto Verla
Multilingualism in German as a Foreign Language Classes: Video-based analyses of classroom interaction in the context of Arabic, German and English
Kognitive Aktivierung gelingt im Unterricht insbesondere durch Interaktion, etwa durch konstruktive Fragen oder Feedback-Strategien. Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie kognitive Aktivierung in der DaF-Vermittlung auf einem niedrigen Sprachniveau unter Einbezug mehrsprachiger Fähigkeiten Anwendung findet. Bei der Datenbasis handelt es sich um Unterrichtsvideos zum DaF-Unterricht mit erwachsenen Lernenden in einem Sprachkurs auf dem Niveau A.1.2 mit Arabisch als Erstsprache und Englisch als erste Fremdsprache. Nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Fokus auf Mehrsprachigkeit, Feedback und kognitiver Aktivierung folgt die Beschreibung der Datengrundlage. Es wird untersucht, wie Mehrsprachigkeit im Kontext Deutsch, Arabisch und Englisch in der Unterrichtsinteraktion bzw. beim Feedback von Lehrenden und Lernenden genutzt wird und welche Interaktionsprozesse sich dadurch öffnen bzw. öffnen können.Cognitive engagement succeeds in the classroom especially through interaction, for example, through constructive questions or feedback. In this paper, I will investigate to which extent cognitive engagement is used in GFL instruction at a low language level and which role multilingualism plays in this process. The data base consists of instructional videos of teaching GFL to adult learners in a language course at level A.1.2 with Arabic as the first language and English the first foreign language. After a theoretical discussion of the focus of the study on multilingualism, feedback and cognitive engagement follows the description of the data basis. In the data analysis, I will adress how strategies of multilingualism in the context of German, Arabic and English are used for cognitive engagement and feedback in the classroom interaction. I will discuss which possibilities can burgeon for multilingual interaction processes by translanguaging
Die Perspektiven von Lehrenden und Lernenden im Vergleich: Methodische Überlegungen zu Aufzeichnungen von Interaktionen im Online-Unterricht
In diesem Beitrag werden erste Ergebnisse einer Studie zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Forschung zum Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien und zur Interaktion im Präsenzunterricht im Klassenzimmer vorgestellt. Zunächst wird kurz auf die Rolle von Interaktionen beim Fremdsprachenlernen generell und insbesondere im digitalen Unterricht eingegangen. Dabei wird festgestellt, dass sich die Forschung zum Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien bisher überwiegend auf individuelle Lernprozesse und virtuelle Begegnungen fokussiert hat, während empirische Arbeiten zum Fremdsprachenunterricht Videoaufnahmen von gemeinsamem Lernen im Klassenzimmer auswerten. Diskutiert wird, welche forschungsmethodischen Konsequenzen es hat, wenn sich die Forschung mit synchronem Online-Unterricht befasst. Konkret wird anhand der Analyse der Daten des Gießener Projekts der Einfluss der mobilen Endgeräte der Lernenden auf das Unterrichtsgeschehen diskutiert. Basierend auf den Ergebnissen dieser Analyse werden am Ende des Beitrags die Implikationen für die Weiterentwicklung des Fremdsprachenlernens und die Konsequenzen für die forschungsmethodischen Aspekte der Interaktionsforschung diskutiert.This paper presents the initial results of a study on similarities and differences in research on foreign language learning with digital media and interaction in face-to-face classroom teaching. First, the role of interactions in foreign language learning in general and in digital teaching in particular is briefly discussed. Research on language learning with digital media has so far focused predominantly on individual learning processes and virtual exchanges, while empirical work on foreign language teaching evaluates video recordings of collaborative learning in the classroom. The paper will discuss the consequences for methodology when research deals with synchronous online teaching. By analysing specific data from the Giessen project, the influence of the learners\u27 mobile devices on what happens in class will be discussed. In conclusion, and based on the results of this analysis, the implications for the further development of foreign language learning and consequences for methodological aspects of interaction research are discussed
Mendel, Daniela. 2022. Die Geographie des Himmels, Eine Untersuchung zu den Deckendekorationen in ägyptischen Tempeln der griechisch-römischen Zeit und zeitgleichen Darstellungen auf Särgen und in Gräbern
Plausibilisierung: Eine Handreichung zum Umgang mit inkonsistenten Daten in den Sozialwissenschaften
Die vorliegende Handreichung zeigt, dass in quantitativen, sozialwissenschaftlichen Erhebungen Unplausibilitäten entstehen können, die möglicherweise zu Auswertungsproblemen und Fehlanalysen führen. Ziel der Handreichung ist, die möglichen Probleme zu systematisieren und konkrete Hilfestellungen bei der Identifikation, dem Umgang und der Vermeidung von Unplausibilitäten zu geben. Außerdem werden Dokumentationsempfehlungen ausgesprochen.
Diese Handreichung richtet sich dabei in erster Linie an Datenmanager:innen oder Datenproduzent:innen von Erhebungen, die bei der Studienplanung und Datenaufbereitung mit Plausibilitätsproblemen in Berührung kommen. Aber auch für Studierende und Forscher:innen könnte sie eine Hilfestellung darstellen.
Gegliedert ist die Handreichung wie folgt: Nach einer Einleitung und der inhaltlichen Einbettung des Themas in den Forschungsprozess folgt eine allgemeine Einführung in den Plausibilisierungsprozess. Dabei wird zunächst diskutiert, ob Plausibilisierung überhaupt zwangsläufig stattfinden muss oder sollte. Im Anschluss wird ein Überblick über die Möglichkeiten gegeben, mit denen Plausibilitätsprobleme zunächst identifiziert und dann behandelt werden können. Diese Punkte werden allgemeingültig formuliert und beziehen sich nicht auf spezielle Arten von Plausibilitätsproblemen. Diese werden anhand der spezifischen Use Cases in den Folgekapiteln diskutiert. Die Plausibilitätsprobleme und Beispiele werden weitgehend unabhängig voneinander behandelt, sodass die Leser:innen sich auf die für ihre Studie bzw. Forschungsinteressen relevanten Inhalte konzentrieren oder die Handreichung als eine Art Nachschlagewerk verwenden können.
Das DFG-Netzwerk „Ratgeben und Ratnehmen“: Ein Zwischen- und Erfahrungsbericht
Der Beitrag präsentiert die Arbeit eines DFG-Netzwerks zur Erforschung von Ratgebermedien in Form eines Zwischen- und Erfahrungsberichts. Neben einer Darstellung der verschiedenen Forschungszugänge innerhalb des Netzwerks diskutiert er Möglichkeiten und Grenzen einer Zusammenarbeit der Netzwerkmitglieder vor dem Hintergrund der notwendigen Sensibilität im Umgang mit Forschungsdaten
Forschungsdatenzentren als Partner im Forschungsprozess: Ein Interview mit Alexia Meyermann und Maike Porzelt zum Datenmanagement in bildungsbezogenen Forschungsprojekten
Im Gespräch mit Alexia Meyermann vom Verbund Forschungsdaten Bildung (VerbundFDB) und Maike Porzelt vom Forschungsdatenzentrum Bildung (FDZ Bildung) wird beleuchtet, wie die Archivierung und Nachnutzung von Daten in der bildungsbezogenen Forschung vorausschauend gestaltet werden kann – von der Projektkonzeption bis zur Nachnutzung der Daten. Die Gesprächsfragen konkretisieren sich am bildungsmedialen Gegenstandsfeld der Ratgeberforschung. Projekte aus dem DFG-Netzwerk „Ratgeben und Ratnehmen zwischen Selbst- und Fremdoptimierung. Empirische Rekonstruktionen zur Produktion und Rezeption von Ratgebermedien“ (2021-2024) dienen als Fallbeispiele.
Ratgeberforschung richtet sich auf und generiert sehr unterschiedliche Daten: Sie kann existentes Textmaterial (z. B. Bücher, Zeitschriften, Fernsehsendungen, YouTube-Videos, Social-Media-Inhalte, Onlineforen, Newsletter) zum Forschungsgegenstand machen oder eigene Forschungsdaten hervorbringen (z. B. in Form von Interviews oder Feldnotizen zu Beratungsgesprächen). In der Ratgeberforschung im Speziellen und der Bildungsforschung im Allgemeinen werden zudem häufig verschiedene Datentypen innerhalb eines Projekts kombiniert (mixed-methods-Ansatz). Einschlägige Forschungsdatenbanken allerdings sind zumeist auf spezifische Datentypen spezialisiert und können andere Datentypen u. a. aus technischen Gründen nicht aufnehmen. Wie in solchen Fällen verfahren werden kann, wird im Interview ebenfalls thematisiert
Zum triangulatorischen Mehrwert von Videobasiertem Lauten Erinnern für Interaktionsanalysen
Videobasiertes Lautes Erinnern (VLE) bietet Einblicke in die mentale Dimension von Interaktant*innen und kann damit Interaktionsanalysen in Bezug auf fremdsprachendidaktische Fragestellungen in aufschlussreicher Weise ergänzen. In diesem Beitrag diskutieren wir forschungsmethodische Aspekte wie die Erhebung der Impulsdaten, die Zeitspanne zwischen Videoaufnahme und VLE, die Impulsdarbietung und Datenaufzeichnung, Demonstration, Training und Instruktion, die Wahl der Sprache(n), die Auswahl der Videopassagen, die Interaktion während des VLE und die Gestaltung der Debriefing-Phase. Diese Aspekte werden an zwei aktuellen DaF-Studien konkretisiert, von denen sich eine auf die Erforschung von Gruppenarbeiten japanischer Studierender und die andere auf die Untersuchung von Feedbackgesprächen zu wissenschaftlichen Arbeiten koreanischer Studierender bezieht. Die exemplarischen Transkriptanalysen verdeutlichen den triangulatorischen Mehrwert des VLE in Bezug auf kognitive sowie auch soziale und affektive Aspekte.Video-stimulated recall offers insights into the mental dimension of individuals and can thus contribute to interactional analyses on foreign-language-didactic issues. In this paper, we discuss methodological aspects such as the collection of the stimulus data, the time span between video recording and stimulated recall, stimulus delivery and data recording, demonstration, training and instruction, the choice of language(s), the selection of video passages, the interaction during stimulated recall and the debriefing phase. These aspects are illustrated with examples from two current German-as-a-foreign-language studies, one of which is devoted to researching group work by Japanese students and the other to investigating feedback conversations on academic writing by Korean students. The exemplary transcript analyses illustrate the triangulatory added value of the video-stimulated recall data with regard to cognitive as well as social and affective aspects of interaction
L2 interactional competence in the French classroom: A longitudinal perspective on learning and teaching
Dieser Beitrag beleuchtet das Lehren und Lernen fremdsprachlicher Interaktionskompetenz im Schulunterricht. Anhand von Beispielen aus einem longitudinalen Forschungsprojekt zum schulischen Französischunterricht wird skizziert, wie sich die fremdsprachliche Interaktionskompetenz von Schülerinnen und Schülern über einen Zeitraum von mehreren Jahren verändert und entwickelt. In den Blick genommen werden dabei sowohl plenare Unterrichtsgespräche als auch Peer-Interaktionen zwischen Schüler*innen. Die konversationsanalytische Längsschnitt-Videostudie FRAISE (Französisch in Interaktion in der Schule) liefert neben Erkenntnissen über den Entwicklungsverlauf der Lernenden in Bezug auf spezifische Aspekte ihrer fremdsprachlichen Interaktionskompetenz auch einen Gesamteindruck der Lehr-/Lernpotenziale verschiedener Interaktionsformen im Fremdsprachenunterricht. Ausgehend von der kumulativen Evidenz aus FRAISE und anderer aktueller L2-IK-Forschung werden im Beitrag abschließend einige Leitgedanken für die Unterrichtspraxis diskutiert.This paper sheds light on the teaching and learning of foreign language interactional competence in school classrooms. Examples from a longitudinal research project on French language classes illustrate how students’ L2 interactional competence changes and develops over several years, looking at both plenary teacher-student talk and peer interactions. The conversation analytic longitudinal video study FRAISE (French in Interaction at School) not only gives insights into the developmental path of learners regarding specific aspects of their L2 interactional competence but also provides an overall picture of the teaching and learning potentials of different interactional formats in foreign language teaching. Based on cumulative evidence from FRAISE and from other current L2-IC research, the paper will suggest a few orientations for the organization of classroom teaching and learning
Sequence structure as object of learning and teaching in German as a foreign/second language
Aus konversationsanalytischer Perspektive konzentriert sich dieser Beitrag auf das Konstrukt der Sequenzstruktur in sozialer Interaktion. Was sind Paarsequenzen, wie funktionieren sie, welchem Sprachbild entsprechen sie, und auf welche Art und Weise sind sie als konkrete Lehr- und Lerngegenstände für den DaFZ-Unterricht relevant? Anhand dieser Fragen illustriert dieser Beitrag, dass die situative Projektion dessen, welche Sprachhandlungen und soziale Aktionen in der unmittelbaren Interaktion mit Gesprächspartnern relevant sind, eine zentrale Facette von interaktionaler Kompetenz konstituiert. Empirische Arbeiten zeigen, dass Sequenzorganisation und die durch sie möglichen Sprachhandlungen von Anfang an lehr- und lernbare Strukturen einer Fremd- oder Zweitsprache darstellen. Damit ist die Grundlage dafür gegeben, Sequenzstruktur systematisch in die Unterrichtsmaterialentwicklung und in das DaFZ-Curriculum insgesamt mit einzubeziehen.From a social-interactional research perspective, this paper focuses on the sequential organization of social interaction. What are adjacency pairs, how do they work, what overall view of language do they reflect, and in what ways are they relevant as concrete objects of learning and teaching in German as a foreign or second language? Based on these questions, this paper illustrates that the active projection of which social actions may be relevant next in the immediate progression of social interaction with others consitutes a central aspect of the notion of interactional competence. Empirical studies show that the sequential organization of interaction is not only learnable but also teachable from the very beginning. This provides the basis for incorporating sequence structure systematically into the teaching of foreign or second languages