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As You Like It? Bedarfserhebungen als Instrumente der FDM-Strategieentwicklung in universitären, regionalen und nationalen Verbundkontexten
In den vergangenen zehn Jahren haben verschiedene deutschsprachige Hochschulen und Universitäten institutionsspezifische oder -übergreifende Bedarfserhebungen zum Forschungsdatenmanagement (FDM) durchgeführt. Seither ist eine Reihe deutschlandweiter Initiativen hinzugekommen, die sich mit der Umsetzung eines nachhaltigen FDMs auseinandersetzen. Mithilfe von Bedarfserhebungen (z. B. in Form von Online-Befragungen oder strukturierten Interviews) können die jeweiligen Einrichtungen ihre Services zum FDM bei den Forschenden (und Studierenden) evaluieren, mit dem Ziel, sie an die Bedarfe anzupassen. Vortragende und Teilnehmende hatten im Rahmen eines Workshops bei der Research Data Alliance Deutschland e.V. Tagung 2023 die Möglichkeit, die verschiedenen Ansätze einer Bedarfserhebung unter Verwendung interaktiver Tools und Leitfragen zu diskutieren. Dabei sollte insbesondere die Eignung der verschiedenen methodischen Ansätze für eine umsetzungsorientierte Auswertung in Verbundkontexten in den Blick genommen werden. Teilnehmende, die noch vor einer Bedarfserhebung stehen, konnten von den gebündelten und reflektierten Ergebnissen des Workshops profitieren
Wöör un Klaarheit. Lyrical multilingualism in Modern Low German literature
Angefangen bei Norbert Johannimloh gingen Autorinnen und Autoren neuniederdeutscher Lyrik seit den 1960er Jahren vermehrt dazu über, ihre Stücke mit hochdeutschen Selbstübersetzungen zu flankieren. Zunächst sah man darin eine Chance, die regionalsprachliche Lyrik einem größeren Leserkreis zu erschließen. Allerdings lässt sich beobachten, dass die Übersetzungen bald selbst zu einem Bestandteil der sprachkünstlerischen Praxis wurden, indem sie zu einer poetischen Auseinandersetzung mit der sprachlichen Differenz und ihrer Funktionalisierung im lyrischen Diskurs anregten. So sind die Selbstübersetzungen nicht mehr nur als Kalkül des Literaturbetriebs und als helfende Beitexte der niederdeutschen Stücke aufzufassen, die bei anthologischen Unternehmungen getrost vernachlässigt werden konnten. Vielmehr verschmelzen niederdeutscher und hochdeutscher Text auf textueller und schriftbildlicher Ebene zu einem mehrsprachigen und mehrstimmigen lyrischen Ganzen. Dies soll am Beispiel von Waltrud Bruhns Gedicht Mien Wöör – Meine Wörter aus der Gedichtsammlung Windlast von 1987 gezeigt werden. Zuvor werden die Ausprägungen der niederdeutsch-hochdeutschen Lyrik vorgestellt und der Versuch unternommen, sie in das Spektrum literarischer Mehrsprachigkeit einzuordnen.Starting with Norbert Johannimloh, authors of Modern Low German poetry have increasingly begun to accompany their works with self-translations into High German since the 1960s. Initially, this was seen as an opportunity to open up regional-language poetry to a wider readership. However, it can be observed that the translations themselves soon became a component of linguistic artistic practice by encouraging a poetic examination of linguistic difference and its functionalisation in lyrical discourse. Thus, the self-translations are no longer to be understood merely as a strategy in the literary business and as supporting texts of the Low German poems, which could be safely neglected in anthological projects. Instead, Low German and High German texts merge on a textual and visual level to form a multilingual and polyphonic lyrical unit. This will be shown using the example of Waltrud Bruhn’s poem Mien Wöör – Meine Wörter ‘my words’ from the poetry collection Windlast from 1987. Beforehand, the types of Low German–High German poetry will be presented and an attempt will be made to categorise them within the spectrum of literary multilingualism
Things to remember when interviewing modern Pagans: The Inside Perspective
This essay offers some perspectives on fieldwork not from the usual perspective of the fieldworker, but rather from the perspective of the person being researched, and the author speaks from their experience as someone who is an active Pagan and who has held offices in Pagan groups in the UK and as such has been on the receiving end of field research and of the misconceptions that often bedevil the way that research is directed
"Ich weiß ja EH noch nich was auf mich zukommt": Wissen und Nicht-Wissen in Schwangerenberatungsgesprächen
Wie in Ärzt*innen-Patient*innen-Gesprächen sind auch in geburtsvorbereitenden Gesprächen zwischen Hebammen bzw. Ärzt*innen und Schwangeren Aspekte der Wissensanzeige und -aushandlung sowie eine interaktive Etablierung von common ground von Bedeutung. Wenngleich in der Regel nicht die Behandlung einer Erkrankung, sondern die Geburtsvorbereitung im Fokus steht, müssen die Interagierenden einander in solchen Gesprächen dennoch aufzeigen, über welches Wissen sie verfügen bzw. in welchem Bereich sie Wissensdefizite aufweisen. Dadurch können sie nicht nur die Relevanz bzw. Irrelevanz der Thematisierung bestimmter Informationen indizieren oder sich epistemisch positionieren, sondern zugleich eine optimale Vorbereitung beidseitig informierter Akteur*innen auf die Geburt sicherstellen. Der Beitrag untersucht die verschiedenen Verfahren der Anzeige von Wissen und Nicht-Wissen in geburtsvorbereitenden Gesprächen und zeigt diverse Funktionen dieser Wissensanzeigen auf.
As in doctor-patient conversations, aspects of knowledge display or negotiation and the interactive establishment of common ground are also important in prenatal conversations between midwives or gynaecologists and pregnant women. While the focus in such conversations is typically not on treating an illness but on preparing for childbirth, the interactants must still indicate to each other what knowledge they possess or where they have knowledge deficits. This allows them not only to indicate the relevance or irrelevance of the thematization of certain information or to position themselves epistemically, but also ensures optimal preparation of mutually informed actors for the birth. This article examines the various procedures of displaying knowledge and non-knowledge in prenatal preparation conversations and highlights the diverse functions of these displays of knowledge
Leere Rahmen: eine Frame-Hierarchie für \u27keine Texte\u27
Pappert/Roth (2022) machen anhand unterschiedlicher Fälle darauf aufmerksam, dass auch das Fehlen von Texten eine Bedeutung tragen kann. Was genau ein fehlender Text oder Textteil bedeutet, ist stark ko- und kontextabhängig. In diesem Beitrag soll aufgezeigt werden, wie durch eine Typisierung dieser Fälle in Frames schematische Bedeutungszuschreibungen beschrieben werden können. Dabei soll davon ausgegegangen werden, dass sich diese Fälle sämtlich grundsätzlich als implikierte metasprachliche Negationen beschreiben lassen.
Pappert/Roth (2022) show on different cases that the absence of texts can have a meaning. What exactly a missing text or part of a text means is highly dependent on co- and context. This article aims to show how schematic attributions of meaning can be described by typifying these cases into frames. It will be assumed that these cases can all be described as implicatures leading to metalinguistic negations
Standardisierter Datenmanagementplan: Einblicke in die Entwicklung unter Einbeziehung der Forschungsgemeinschaft am Beispiel der Empirischen Bildungsforschung
Der Artikel beschreibt die Vorgehensweise und den Lernprozess, der bei der Entwicklung eines Standardisierten Datenmanagementplans für die Bildungsforschung (Stamp) im Verbundprojekt Domain-Data-Protokolle für die Empirische Bildungsforschung (DDPBildung) erreicht wurde. Als Ausgangspunkt wird zunächst die Science-Europe-Vorlage (SE-Vorlage) zur Entwicklung des Stamps diskutiert und es werden darin jene Stellen herausgestellt, die domänenspezifische Anpassungen, hier die der Empirischen Bildungsforschung, erfordern. In einem weiteren Schritt skizziert der Artikel die Workshops, die mit externen Expert*innen aus der Empirischen Bildungsforschung – darunter Forscher*innen und Forschungsdatenmanagement-Beauftragte – durchgeführt wurden. Dabei stehen die Ergebnisse aus den Workshops sowie deren Auswirkungen auf die Entwicklung des Stamps im Vordergrund. Danach veranschaulicht der Artikel unter Rückgriff auf die Ergebnisse derWorkshops die an der SE-Vorlage unternommenen Anpassungen
Conversation analysis for second language acquisition: Potenziale und Grenzen der Methode zur Erforschung von Interaktionen im Kontext von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
Nach dem bahnbrechenden Aufsatz von Firth und Wagner (1997) wird conversation analysis for second language acquisition (CA-SLA) als Methode zur mikrogenetischen Rekonstruktion des sprachlichen Lernens sowohl in institutionellen als auch in natürlichen Interaktionskontexten genutzt. Während die CA-SLA in dem englischsprachigen Raum bereits als eine etablierte Methode angesehen wird, kommt sie in der deutschsprachigen Sprachlehr- und -lernforschung deutlich seltener zum Einsatz (vgl. jedoch Schwab 2009; Skintey 2020b). Der Beitrag geht auf die Gründe für dieses zögernde Interesse ein. Nach einer kurzen Skizzierung der theoretischen Grundlagen der Methode werden Prämissen und das methodische Vorgehen der longitudinal angelegten CA-SLA-Forschung vorgestellt. Anhand ausgewählter Beispielanalysen aus Kind-Kind- und Kind-Erzieher*in-Interaktionen im Kontext des Zweitspracherwerbs sollen sowohl die turn-by-turn Ko-Konstruktion von doing-learning-Interaktionen rekonstruiert als auch Änderungen im Partizipationsverhalten der Zweitsprachenlernenden aufgezeigt werden. Abschließend werden Potentiale und Grenzen der Anwendung der CA-SLA zur Untersuchung natürlicher Interaktionen im Zweitspracherwerb diskutiert.Following the seminal paper by Firth and Wagner (1997), conversation analysis for second language acquisition (CA-SLA) is used as a method for microgenetic reconstruction of language learning in both institutional and natural interaction contexts. While CA-SLA is already considered an established method in the Anglo-Saxon world, it is used much less frequently in German-language language teaching and learning research (cf. however Schwab 2009; Skintey 2020b). This article addresses the reasons for this hesitant interest. After a brief outline of the theoretical foundations of the method, the premises and methodological procedure of longitudinal CA-SLA are presented. Using selected example analyses from child-child and child-teacher interactions in the context of second language acquisition, both the turn-by-turn co-construction of doing-learning interactions and changes in the participation behaviour of second language learners will be reconstructed. The lecture will be followed by a discussion of the potentials and limitations of using CA-SLA to investigate natural interactions in second language acquisition
Bearing Dead Seals and Good Luck: Similarities Between Bears and Hidden People in Selected Icelandic Folk Legends
This paper offers an analysis of the development, transmission and reception of selected Icelandic folk legends about bears which share features in common with legends of elves (Icel. álfar) and hidden people (Icel. huldufólk). We explore the ideas, attitudes and motifs underpinning representations of bears in this sub-set of legends in a historical and narrative context and offer a close analysis of six selected tales. We address how narrators develop onpre-existing narrative conventions to portray the bear in a new light and touch upon the responses that these portrayals may evoke among a domestic and international audience
Das Forschungsdatenzentrum der Universität Hamburg: Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Verständnis im Umgang mit Forschungsdaten in den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften
The more recent discussion of research data practices at relevant conferences, workshops and respective publications suggest substantially different foci of problems and solutions in managing data between scientific disciplines. There seems to be a particularly profound gap in natural science and humanities whereas social and life sciences are placed somewhere in between. Indeed data centers tailored to the specific needs of a single discipline (physics, chemistry, climate studies) are numerous in science and tend to be nearly absent for a specific humanities subject. While the former ask for and report solutions on scaling up (larger quantities of data can be run by the same application) and scaling out (larger quantities of data can use the same infrastructure), the latter are concerned with the heterogeneity of relatively small amounts of data (long-tail problem) and a divergence of agreed standards; something we may term as cross scaling. In either case, an efficiency problem has to be solved. On the one hand, huge amounts of data have to be handled within an acceptable time frame, on the other hand, many different applications with diverse functionalities have to be handled with an acceptable number of resources.
We would like to argue here that independent from the discipline either optimization problem should be addressed. Throughout the last decade, we have also observed that projects in science diversify and prefer individualized solutions which additionally hints at increasing data heterogeneity in natural science as well while, at the same time, some humanities projects produce petabytes of data. To show the necessity of a differentiated approach, the research data center of Universität Hamburg is offered as a case in point. The evolution of the center specialized in humanities projects to a research data center offering services for the whole university whereas other disciplinary data centers continue to exist side by side illustrates the entire range of tasks of data stewardship. It includes the continuous development of services while getting more and more involved in natural science projects as well as task sharing and communication with other data institutions. A core asset to understand the requirements of each discipline is a multidisciplinary team. Yet, the main organizing principle of the offered services centers around the stages of the data life cycle (1. data creation and deposit, 2. managing active data, 3. data repositories and archives, 4. data catalog and registries). The interdigitation of these stages is paramount in the long term strategy