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Antiziganismus im baden-württembergischen Staatsapparat 1945–1970
Der Zusammenbruch des NS-Regimes bedeutete für die in Deutschland lebenden Sinti und Roma noch nicht das Ende von Unterdrückung und Ausgrenzung. Auch nach 1945 waren sie mit Diskriminierung konfrontiert, denn insbesondere auf staatlicher Ebene waren antiziganistische Vorurteilsstrukturen weiterhin handlungsleitend. Mit Blick auf die drei Themenschwerpunkte Entschädigung, Gesetzgebung und juristische Ahndung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen fokussiert sich die vorliegende Studie auf den baden-württembergischen Staatsapparat und seine Minderheitenpolitik bis in die 1970er-Jahre. Im Vordergrund steht der Umgang der Behörden mit den überlebenden Sinti und Roma sowie deren Perspektive auf ihre staatlichen Verfolgungs- und Vernichtungserfahrungen im Nationalsozialismus.Even after 1945, Sinti and Roma were confronted with marginalisation and discrimination, as antigypsyist prejudice structures continued to guide action, especially at state level. This study examines the state apparatus in Baden-Württemberg and its minority policy up to the 1970s, addressing three main topics (compensation, legislation and the legal punishment of National Socialist crimes of violence). The focus is on how the authorities dealt with the survivors of the Sinti and Roma and their perspective on their experiences of state persecution and extermination under National Socialism.
Bilder von Überresten: Eine visuelle Gedächtnisgeschichte des Mittelalters im Frankreich der Neuzeit und Moderne
Vom Mittelalter sind nur Überreste geblieben. Sie verkörpern eine Epoche, die in Neuzeit und Moderne vielfältige historische, politische und kulturelle Bedeutungszuweisungen erfahren hat, an denen neben Texten auch Bilder beteiligt waren. Materielle Relikte vom Schwertknauf bis zur Kathedrale stehen uns in visuellen Repräsentationen der Graphik, Photographie oder Buchillustration vor Augen. Durch die Transformationsprozesse gezielter künstlerischer Aneignung und medialer Übertragung nehmen dort nicht nur die Überreste selbst, sondern auch die Sicht- und Verständnisweisen Gestalt an, denen die Vergangenheit unterliegt. Diesem Zusammenhang spürt das Buch am Beispiel Frankreichs von der Druckgraphik des ausgehenden 16. Jahrhunderts bis zur Computersimulation des beginnenden 21. Jahrhunderts nach. Es entwirft eine visuelle Gedächtnisgeschichte des Mittelalters an der Schnittstelle von Kunstgeschichte und Geschichtswissenschaft.Only vestiges of the Middle Ages remain. They embody a period that has been assigned a wide range of historical, political and cultural meanings in modern and contemporary times. In addition to texts, images have also contributed to this. Material relics from sword pommels to cathedrals are presented to us in visual representations of printmaking, photography or book illustration. Through the transformation processes of targeted artistic appropriation and media transfer, not only the remains themselves take shape, but also the ways of seeing and understanding the past. The book traces this connection using the example of France, from the graphic arts of the late sixteenth century to the computer simulation of the early twenty-first century. It sketches a visual history of memory of the Middle Ages at the intersection of art history and history
Lords of the Mountains: Pre-Islamic Heritage along the Upper Indus in Pakistan
Mit seiner maßgeblichen Monographie Lords of the Mountains. Pre-Islamic Heritage along the Upper Indus in Pakistan hat Harald Hauptmann seine jahrzehntelangen Forschungen in der Karakorum-Region Nordpakistans zu einem beeindruckenden Abschluss gebracht. Dieses Buch, das vor seinem plötzlichen Tod im Jahr 2018 fertiggestellt wurde, ist gewissermaßen das wissenschaftliche Vermächtnis der letzten Phase seiner Karriere. Herausgegeben wurde das Buch von Luca M. Olivieri von der Universität Ca\u27 Foscari in Venedig, dem Leiter der ISMEO und der italienischen archäologischen Mission von Ca Foscari in Pakistan.
(Nach dem Vorwort von H. Parzinger)With his authoritative monograph, Lords of the Mountains. Pre-Islamic Heritage along the Upper Indus in Pakistan, Harald Hauptmann brought decades of research in the Karakoram region of northern Pakistan to an impressive conclusion. In a sense, this book (completed before his sudden death in 2018) is the scientific legacy of the last phase of his career. The book was edited by Luca M. Olivieri of Ca’ Foscari University of Venice, head of the ISMEO and Ca’ Foscari’s Italian Archaeological Mission in Pakistan.
(after the foreword by H. Parzinger
Being Single in the City: Cultural Geographies of Gendered Urban Space in Asia
Was bedeutet es, eine alleinstehende Frau in Indien oder China zu sein? Singles sind auf dem Vormarsch, auch in Asien. Es gibt eine ambivalente Faszination für die alleinstehende Frau als neuen Typus der selbstbewussten, kompetenten „Lifestyle-Surferin“ und engagierten Karrieremacherin. Und doch wird die alleinstehende Frau auch stigmatisiert, diskriminiert oder als jemand stereotypisiert, der soziale Normen herausfordert. Orte sind wichtig für das Singledasein: dieses Buch konzentriert sich insbesondere auf urbane Räume Indiens, des chinesischen Festlandes und Hongkongs. Schließlich manifestieren sich hier soziale, wirtschaftliche, kulturelle und politische Transformationen, werden neue Lebensmöglichkeiten erprobt und lebhaft diskutiert.What does it mean to be a single woman in India or China? Being single is an advancing trend, also in Asia. There is an ambivalent fascination with the single woman as a new type of empowered, pleasure-seeking, competent lifestyle-surfer, and dedicated career-maker. And yet, the single woman is also stigmatized and isolated, discriminated against or stereotyped as someone who challenges social norms. Place matters for singlehood. This book focuses on the urban fabric of India, mainland China, and Hong Kong. For it is here that social, economic, cultural, and political transformations become manifest and new possibilities of living are tested and vividly contested
Lords of the Mountains: Pre-Islamic Heritage along the Upper Indus in Pakistan
Mit seiner maßgeblichen Monographie Lords of the Mountains. Pre-Islamic Heritage along the Upper Indus in Pakistan hat Harald Hauptmann seine jahrzehntelangen Forschungen in der Karakorum-Region Nordpakistans zu einem beeindruckenden Abschluss gebracht. Dieses Buch, das vor seinem plötzlichen Tod im Jahr 2018 fertiggestellt wurde, ist gewissermaßen das wissenschaftliche Vermächtnis der letzten Phase seiner Karriere. Herausgegeben wurde das Buch von Luca M. Olivieri von der Universität Ca\u27 Foscari in Venedig, dem Leiter der ISMEO und der italienischen archäologischen Mission von Ca Foscari in Pakistan.
(Nach dem Vorwort von H. Parzinger)With his authoritative monograph, Lords of the Mountains. Pre-Islamic Heritage along the Upper Indus in Pakistan, Harald Hauptmann brought decades of research in the Karakoram region of northern Pakistan to an impressive conclusion. In a sense, this book (completed before his sudden death in 2018) is the scientific legacy of the last phase of his career. The book was edited by Luca M. Olivieri of Ca’ Foscari University of Venice, head of the ISMEO and Ca’ Foscari’s Italian Archaeological Mission in Pakistan.
(after the foreword by H. Parzinger
„Stets korrekt und human“: Der Umgang der westdeutschen Justiz mit dem NS-Völkermord an den Sinti und Roma
Das Buch gibt erstmals einen systematischen Überblick zu einem bislang vernachlässigten Bereich der justiziellen Aufarbeitung des NS-Systems: dem Umgang mit den Verbrechen an den Sinti und Roma in westdeutschen NSG-Verfahren unter Einbezug des Tatraums Osteuropa. Die akribisch recherchierte Studie stellt zahlreiche Verfahren vor. Sie informiert über die rechtlichen Voraussetzungen des westdeutschen justiziellen Sonderwegs, zeichnet den Verfahrensgang nach und fragt nach den Rollen der Beschuldigten und Zeugen sowie des Justizpersonals. Im Mittelpunkt steht das als Großverfahren neben dem ersten Auschwitz-Prozess geplante Sammelverfahren zum „Zigeunerkomplex“ (1958–1970), das entgegen seinem Anspruch kaum Resonanz entfaltete und heute weitgehend vergessen ist.This book deals with a neglected area of the judicial reappraisal of the Nazi regime: the handling of the crimes against the Central and Eastern European Roma minority in West German NSG trials. It provides a comprehensive insight and overview, informs about the legal prerequisites of the West German judicial special path, and presents the course of proceedings and the roles of the defendants, witnesses and judicial personnel for a number of proceedings. The focus is on the joint trial on the “Zigeunerkomplex” (“Gypsy Complex”, 1958–1970), which was planned as a major trial alongside the first Auschwitz trial and which, contrary to its goal, had little impact and is now forgotten
Die Münchner Residenz als kommentierte 3D-Rekonstruktion: Eine Analyse der räumlichen und funktionalen Entwicklung im Gefüge der Stadt zwischen 1467 und 1614
Die vorliegende Arbeit bietet eine neue Synthese der architekturgeschichtlichen Entwicklung der Münchner Residenz und ihres urbanistischen Umfeldes zwischen der Mitte des 15. Jahrhunderts und dem Vorabend des Dreißigjährigen Krieges. Sie beruht vor allem auf einer erstmals systematischen und vollständigen Auswertung der schriftlichen und bildlichen Quellen und ihrer Kombination mit dem Baubestand. Dazu implementiert sie auch neue Methoden der digitalen Kunstgeschichte in Form von kommentierten und quellenkritischen 3D-Rekonstruktionen einzelner Bauperioden.This study provides a new synthesis of the architectural history of the Munich Residence and its urban environment from the mid-fifteenth century to the eve of the Thirty Years’ War. It is primarily based on a systematic and comprehensive analysis of written and visual sources, combined with the existing architectural structure. Additionally, it incorporates new methods of digital art history, including annotated and source-critical 3D reconstructions of selected building periods
L\u27agir en Grèce ancienne: Une étude de cas franco-allemande sur Bruno Snell et Jean-Pierre Vernant
Welche Verbindung gibt es zwischen der griechischen Antike und der Welt von heute? Zwischen den wissenschaftlichen Analysen eines Forschers, seinen Überzeugungen und seinem Leben als Bürger? Zwischen der philologischen Reflexion darüber, wie Figuren bei Homer und in der griechischen Tragödie Entscheidungen treffen, und dem Engagement von Intellektuellen während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich und Deutschland? Zwischen dem deutschen Philologen Bruno Snell, der vom Winckelmann‘schen Idealismus und einer von Wilamowitz geerbten wissenschaftlichen Praxis geprägt war, und Jean-Pierre Vernant, einem französischen Philosophen und Anthropologen mit marxistischen Ansichten? Dieses Buch zeigt auf nuancierte Weise, wie diese scheinbar weit voneinander entfernten Bereiche und Personen sich begegnen. Quel rapport entre l’Antiquité grecque et le monde d’aujourd’hui? Quelles relations entre les analyses académiques d’un chercheur, ses convictions et sa vie dans la cité? Entre une réflexion sur la manière dont les personnages d’Homère et de la tragédie grecque, perçus comme parangons de l’»homme grec«, prennent des décisions à des moments cruciaux et l’engagement d’intellectuels pendant la Seconde Guerre mondiale en France et en Allemagne? Entre Bruno Snell, philologue allemand, nourri d’idéalisme winckelmannien et d’une pratique scientifique héritée de Wilamowitz, et Jean-Pierre Vernant, philosophe et anthropologue marxiste français? Ce livre montre en nuances comment ces domaines et ces personnes qui semblent éloignés les uns des autres se rencontrent, se reflètent et se répondent.
What is the relationship between Greek antiquity and today\u27s world? What is the connection between the academic analyses of a researcher, his convictions and his life as a citizen? Between a reflection on the way in which the characters of Homer and Greek tragedy make decisions at crucial moments, and the engagement of intellectuals during the Second World War in France and Germany? Between Bruno Snell, a German Greek scholar steeped in Winckelmannian idealism and a scientific practice inherited from Wilamowitz, and Jean-Pierre Vernant, a French Marxist anthropologist and philosopher? This book shows in nuance how these seemingly distant fields meet, reflect and respond to each other
Homicide Law in 19th-Century Nepal: A Study of the Mulukī Ains and Legal Documents
Hauptziel dieses Buches ist eine detaillierte Analyse der Entstehung und Durchsetzung des nepalesischen Mulukī Ain von 1854, wobei das Hauptaugenmerk auf den Bestimmungen zum Mord innerhalb der Mulukī Ains von 1854 und 1870 liegt. Daneben untersucht die Studie auch zeitgenössische juristische Aufzeichnungen, die die Komplexität der Umsetzung des Ain aufzeigen. Die Paragraphen zu Tötungsdelikten dienen als Mikrokosmos, anhand derer sich die allgemeine Entwicklung des nepalesischen Rechtssystems veranschaulichen lässt. Dieses löste sich von veralteten Strafen wie der Genitalverstümmelung und führte stattdessen Geld- und Freiheitsstrafen ein. Dennoch sind die Neuerungen, die in das Ain von 1854 aufgenommen wurden, nicht durchweg fortschrittlich. Somit zeigt das Ain in seinen verschiedenen Entwicklungsstadien die komplexen Veränderungen, die Rechtssysteme unweigerlich durchlaufen.The main ambition of this book lies in a detailed analysis of the formation and enforcement of Nepal’s Mulukī Ain of 1854, specifically focusing on the provisions regarding homicide within the Mulukī Ains of 1854 and 1870. This study also examines contemporaneous legal records, revealing the complexities of the Ain’s implementation. The articles on homicide serve as a microcosm illustrating the broader evolution of Nepal’s legal code, which departed from outdated punishments like genital mutilation and introduced fines and imprisonment instead. Still, the innovations introduced into the Ain of 1854 were not uniformly progressive. The Ain in its various stages of development thus showcases the complex ways in which legal systems inevitably undergo transformation
Die kognitive Perspektive: Wie Menschen über die Welt sprechen. Festschrift zu Ehren von Christiane von Stutterheim
Christiane von Stutterheim spannt in ihrer wissenschaftlichen Arbeit den Bogen von der Sprachtypologie über die Satz- und Textproduktion bis zu Fragen des Zweit- und Fremdsprachenerwerbs. Ihr besonderer Beitrag für die Forschung liegt in der Betonung der Linguistik als wichtige Teildisziplin der Kognitionswissenschaften. Die Festschrift versucht mit ihren Beiträgen die Breite von Christiane von Stutterheims Forschungstätigkeit widerzuspiegeln.Christiane von Stutterheim\u27s scientific work ranges from language typology to sentence and text production, to questions of second and foreign language acquisition. Her particular contribution lies in emphasizing linguistics as an important contributor to cognitive science. The Festschrift attempts to reflect the breadth of Christiane von Stutterheim\u27s research activities