IRF: Institutional Repository FHNW (Hochschule für Wirtschaft FHNW)
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Varietätenwahl in der Schweizer Aphasiediagnostik
Dialekte werden überall auf der Welt gesprochen und haben dennoch bisher in der Aphasiologie nur vereinzelt Beachtung gefunden. In der Deutschschweizer Diglossie geniessen Dialekte ein hohes Prestige und werden für die informelle Kommunikation unter Schweizer:innen bevorzugt, während Standard für Schriftliches und formelle Kommunikation verwendet wird. In soziolinguistischen Studien aus der Deutschschweiz wurden ausserdem verschiedene Funktionen von Code-Switching (CS) gefunden, welche sich nach Rolle und Richtung unterscheiden. Die Rolle einer Person in institutionellen Settings, wie Sprachtherapeut:in (TH) oder Person mit Aphasie (PmA), könnte sich daher auch auf die Varietätenwahl auswirken. In der Aphasiediagnostik ist das biopsychosoziale Modell der ICF zur Beschreibung von Einschränkungen und Ressourcen verbreitet und bezieht über die Ebenen der Aktivität und Partizipation sowie der Umweltfaktoren auch den Alltag von PmA ein. In der Deutschschweizer Aphasiediagnostik wird bevorzugt Dialekt gesprochen, aber gleichzeitig mangels Alternativen auch auf bundesdeutsche, standardisierte Tests zurückgegriffen. Dadurch könnte eine Diskrepanz zwischen Test- und Alltagssprache entstehen. Diese Ausgangslage führte im vorliegenden Dissertationsprojekt zur Frage, ob die Varietätenwahl in der Aphasiediagnostik nach bestimmten soziolinguistischen und klinischen Kriterien oder zufällig erfolgt. Es wurden drei Studien zur Varietätenwahl durchgeführt, in denen untersucht wurde, ob die soziolinguistischen Faktoren Formalität und Rolle sowie die klinischen Faktoren Untertest, Testitem, linguistische Komplexität und Testtreue einen Einfluss auf die Varietätenwahl haben können. Die Studien basieren auf elf Videoaufnahmen von Testdurchführungen zur Aphasiediagnostik. Es nahmen neun verschiedene TH (acht Frauen, ein Mann) und 11 PmA (zwei Frauen, neun Männer) teil. Die Transkripte der Testdurchführungen wurden nach Diagnostikteil («Gespräch», «Instruktion», «Überleitung», «Testitem», «Hilfe», «Rückmeldung/Kommentar») und Varietät (Dialekt, Standard, Äusserung mit CS) codiert und quantitativ deskriptiv ausgewertet. In der ersten Studie dominiert sowohl in formellen als auch in informellen Diagnostikteilen der Dialekt, aber Standard wird im formellen Diagnostikteil «Testitems» im Vergleich zu anderen Diagnostikteilen am häufigsten verwendet. Dies zeigt, dass soziolinguistische Faktoren wie Formalität und Rolle einen Einfluss auf die Varietätenwahl haben können. Die Ergebnisse der zweiten Studie zeigen, dass Untertests mit hoher linguistischer Komplexität vermehrt im Standard durchgeführt, die anderen hingegen in den Dialekt übersetzt werden, sofern eine Übersetzung möglich ist. Dadurch kann angenommen werden, dass sowohl die Testtreue als auch die durch die ICF plädierte Aktivität/Partizipation die Varietätenwahl eines Untertests beeinflussen können. Die dritte Studie untersuchte Funktionen und Richtung von CS bei TH und PmA. Hier zeigt sich, dass CS sowohl von den TH als auch den PmA intendiert ist und verschiedene Funktionen übernehmen kann. Die Varietätenwechsel erfolgen demnach nach klinischen und soziolinguistischen Gesetzmässigkeiten. Die Ergebnisse aller drei Studien deuten darauf hin, dass die Varietätenwahl in der Aphasiediagnostik in den untersuchten Testdurchführungen in hohem Masse regelgeleitet erfolgt. Durch die Kombination von klinischen und soziolinguistischen Ansätzen können diese Regeln beschrieben sowie theoretisch und praktisch nutzbar gemacht werden. Theoretische Implikationen sind beispielsweise eine erweiterte Beschreibung der soziolinguistischen Funktionen der Varietätenwahl in der Deutschschweiz sowie ein vertiefteres Verständnis diglosser Aphasien. Eine multidisziplinäre Perspektive kann ausserdem in der klinischen Praxis zu einem differenzierten, partizipativ ausgerichteten Verständnis von Menschen mit Aphasie beitragen, indem sie eine unnötige Pathologisierung aphasischer Sprache verhinder
Flexible Arbeitszeiten ohne Zeiterfassung: Chance oder Risiko für die Gesundheit?
Flexible Arbeitszeiten ohne Zeiterfassung sind in der Schweizer Finanzdienstleistungsbranche bereits Realität. Doch wie wirkt sich diese Veränderung auf die Gesundheit der Mitarbeitenden aus? Eröffnet sie neue Freiräume und Chancen für eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben oder bergen fehlende Kontrollmechanismen das Risiko von Überlastung und Stress? In enger Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern der Schweizer Bankbranche werden diese Fragen in einem aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekt untersucht. Der Beitrag zeigt auf, wie sich flexible Arbeitszeitmodelle ohne Zeiterfassung in der Praxis bewähren und welche gesundheitlichen Aspekte dabei besonders zu berücksichtigen sind. So wird deutlich, wie Betriebe und Mitarbeitende gemeinsam dafür sorgen können, dass Flexibilität zu einem Gewinn für beide Seiten wird – ohne die Grenzen der Belastbarkeit zu überschreiten.https://www.praxisevent-psychologie.ch/keynote-referate-und-impuls-sessions-2
Clothing and Outside Appearance in Persuasive Interactions between Autonomous Social Robots and Humans
As clothing has a high impact on human-human interactions (HHI), the influence of robot clothing was tested in exploratory experiments with Softbank’s Pepper robot acting as a persuasive agent in decision tasks
Cloud Readiness Assessment Framework
Adopting cloud computing presents significant opportunities for organizations, like offering scalability, cost efficiencies, and competitive advantages. However, many lack the necessary expertise to assess their cloud readiness independently. Current solutions often involve hiring costly external consultants or relying on biased and commercially driven assessments that cloud service providers offer. This lack of affordable, objective, and scientifically grounded tools creates a substantial barrier to cloud adoption
Chance auf eine Lehrstelle von Jugendlichen in Risikolagen. Lehrpersonenunterstützung nach Nationalitätencluster
Collaborative outcomes study on health and functioning during infection times (COH-FIT): Insights on modifiable and non-modifiable risk and protective factors for wellbeing and mental health during the COVID-19 pandemic from multivariable and network analyses
Comparative screening life cycle assessments of okara valorisation scenarios
The rising global production of tofu and soymilk has led to an increase in okara byproduct generation, creating a need for sustainable valorisation strategies to reduce environmental burdens. This study aims to understand the environmental impacts of seven okara valorisation scenarios compared to conventional disposal methods, such as landfilling and incineration, by conducting screening Life Cycle Assessments (LCAs). The results show that uncontrolled landfilling causes the highest environmental burden (37.2 EF-µPt/kgokara), driven by methane and ammonia emissions that contribute to climate change, acidification, eutrophication, and particulate matter formation. Controlled landfilling (10.2 EF-µPt/kgokara) and incineration (2.5 EF-µPt/kgokara) lower these impacts but offer no circularity benefits. Biological treatments, such as anaerobic digestion (19.6 EF-µPt/kgokara), composting (25.4 EF-µPt/kgokara), and black soldier fly treatment (21.6 EF-µPt/kgokara), provide climate benefits through energy recovery and feed production but introduce ammonia and organic dust emissions. In contrast, supercritical fluid extraction (−32.3 EF-µPt/kgokara) and conventional protein hydrolysate production (−23.4 EF-µPt/kgokara) deliver the greatest environmental savings by displacing soy protein and food-grade oil production. Animal feed use (−5.5 EF-µPt/kgokara) emerges as a low-impact circular option, reducing climate change, land use, and eutrophication. The results show that regional weighting of emissions (e.g., ammonia, leachate) and uncertainties in substitution effects significantly influence outcomes. This study highlights the value of screening LCAs in identifying key environmental trade-offs in valorisation strategies and supports context-specific decision-making for circular processes
Co-milling of glass forming ability class III drugs. comparing the impact of low and high glass transition temperatures
With an increasing focus on sustainable technologies in the pharmaceutical industry, milling provides a solvent-free approach to improve drug dissolution. Milling of drugs with an excipient offers additional opportunities to achieve supersaturation kinetics. Therefore, this work aims to present insights of co-milling fenofibrate and apremilast, two good glass formers with low and high glass transition temperatures (Tgs) respectively. Drugs were co-milled with croscarmellose sodium for various process durations followed by thermal analysis, investigation of crystallinity, surface area and dissolution. The dissolution enhancement of the low-Tg glass former fenofibrate highly correlated with the process-induced increase in surface area of co-milled systems (R2 = 0.96). In contrast, the high-Tg glass former apremilast lost its crystalline order gradually after ≥ 10 min of co-milling, and favourable supersaturation kinetics during biorelevant dissolution testing were observed. Interestingly, the melting point of co-milled apremilast decreased and linearly correlated with the highest measured drug concentration (cmax) during in vitro dissolution (onset temperature R2 = 0.98; peak temperature R2 = 0.96). The melting point depression remained stable after 90 days for apremilast, whereas fenofibrate co-milled for 20 min or more showed an increase in melting point upon storage. This study demonstrated that co-milling with croscarmellose sodium is ideally suited to good glass formers with a high Tg. The melting point depression is thereby proposed as an easily accessible critical quality attribute to estimate likely dissolution performance of drugs in dry co-milled formulations
Assessing Digital Maturity in the Insurance Industry
The advancement of digital technologies offers considerable potential for transformation within the insurance industry, enabling improved efficiency, customer engagement, and competitive positioning. However, many insurance companies struggle to evaluate their digital maturity accurately and independently. Existing digital maturity models offer holistic views that are often generalized and industry agnostic and might not address the intricacies of a specific industry, such as the insurance industry