Informationspraxis
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Ein freies Bibliothekssystem für wissenschaftliche Bibliotheken –Werkstattbericht der IST Austria Library
Auf der Suche nach einem Bibliothekssystem entschied sich die Forschungseinrichtung IST Austria im Jahr 2014 für das Open-Source-Produkt Koha. In einem ersten Schritt wurden zunächst Grundfunktionen aktiviert um im Anschluss diverse zusätzliche Tools zum Einsatz zu bringen. Die große Flexibilität des Systems erlaubt maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedlichste Institutionen. Trotz Herausforderungen kann die Bibliothek auf eine erfolgreiche Implementierung zurückblicken
Mobile Makerspaces für kleinere Gemeindebibliotheken: Ein Projektbericht
ZusammenfassungIn einem Projekt der HTW Chur wurde untersucht, ob sich das relativ breite Konzept Makerspace auch für kleinere Bibliotheken in der Schweiz umsetzen lässt. Dabei wurde an die schon vorhandenen, reichhaltigen Erfahrungen mit Makerspaces in Bibliotheken angeschlossen, gleichzeitig an die Möglichkeiten und Potentiale kleinerer Bibliotheken angepasst. In vier Bibliotheken wurde das Konzept “Mobiler Makerspace” umgesetzt; das Projektteam beobachtete diese Veranstaltungen. Der Artikel stellt die Motivation (1) und Idee des Projektes (2) dar, beschreibt anschliessend die im Projekt entstandenen “Mobilen Makerspace Boxen” (3) und die Veranstaltungen, die mit diesen durchgeführt wurden (4). Die Diskussion der Projektergebnisse (5) thematisiert unter anderem die Bedeutung engagierten Personals und der Notwendigkeit, die “Makerspaces” den lokalen Gegebenheiten anzupassen, um erfolgreich zu sein. Gleichzeitig werden kritische Punkte angesprochen und zum Abschluss (6) die weiterhin offene Frage gestellt, was eigentlich das Ziel von Makerspaces in Bibliotheken sein soll.Abstract A project by the university of applied sciences HTW Chur (Switzerland) investigated if the broad concept of Makerspace could be remodeled for smaller libraries in Switzerland. The project based on the substantial literature on experience with makerspaces in libraries, but it considered the possibilities and potentials of smaller libraries as well. Four libraries hosted events with the “mobile makerspaces” of the project; the project team observed those. This article outlines the motivation (1) and ideas behind the project (2), describes the “mobile makerspace boxes” which were constructed in the project (3) and the events, which the libraries hosted (4). The discussion of the results (5) emphasises, among other topics, the significance of engaged staff and the need to adjust a “makerspace” to the local situation. The discussion includes critical points as well. The text ends (6) with the still open question, what the objectives for makerspaces in libraries can and should be
Publikationsunterstützung: Die Bibliothek ist nicht genug
Für wissenschaftliche Bibliotheken bedeutet der Aufbau publikationsunterstützender Services eine lohnende Erweiterung ihres Aufgabengebietes, die auf ihren traditionellen Kompetenzen aufbaut. Um überzeugende und umfassende Services zum Thema wissenschaftliches Publizieren anbieten zu können ist es jedoch notwendig, noch stärker als bisher mit verschiedensten Partnern zusammenzuarbeiten. Dieser Beitrag legt dar, welche Kompetenzen es zu entwickeln und welche Partner es vorrangig anzusprechen gilt
Openness oder „nordkoreanische Verhältnisse“? Top-down implementierter Open Access im britischen Hochschulsystem
Die britische Hochschulpolitik verfolgt seit 2011 eine ambitionierte Strategie des forcierten Übergangs zu Open Access. Die auf der Präferenz für den Goldenen Weg beruhende und top-down gesteuerte Implementierung dieser Strategie hat bei den Forschenden geteilte Aufnahme gefunden. Der Artikel analysiert Hintergründe und Kontexte der britischen Open-Access-Strategie sowie deren Auswirkungen auf die unterschiedlichen Stakeholders und zeigt auf, dass der britische Ansatz nicht nur mit beträchtlichem finanziellen und bürokratischen Aufwand verbunden ist, sondern tendenziell auch bestehende Ungleichheiten im Hochschulsystem wie auch der Verlagslandschaft zementiert und die zunehmende Einschränkung der akademischen Freiheit im managementgesteuerten britischen Hochschulsystem verstärkt.
Openness in den Künsten – Ein Praxisbericht der Mediathek HGK FHNW Basel
Der vorliegende Text führt Aspekte der Offenheit in der Gegenwartskunst mit Fragen zum Open Access (OA) aus der Bibliothekspraxis zusammen. Am Beispiel des «integrierten Katalogs» der Mediathek Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) FHNW wird gezeigt, wie durch die gezielte Bereitstellung von OA-Publikationen, durch offene kulturelle Inhalte sowie eine konsequent angewandte OpenScience-Philosophie Mehrwert entstehen kann. Zugleich zeigt sich das Entwicklungspotential und die Notwendigkeit von digitalen Werkzeugen, welche sowohl für das digitale Kuratieren von Daten benötigt werden als auch für die Vermittlung von Informationskompetenz geeignet sind
Fotobefragung in Bibliotheken – Methode zur Erhebung schwer operationalisierbarer Nutzerbedürfnisse wie „Gemütlichkeit“
Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurden für eine kleine Schweizer Fachbibliothek die Nutzerbedürfnisse erhoben. Dabei kam neben gängigen Methoden wie einer Online-Umfrage auch die Fotobefragung zum Einsatz. Der vorliegende Beitrag zeigt die Entstehungsgeschichte und Anwendung der Methode im Bibliotheksbereich. Durch den Einsatz von Fotografien, die unter anderem auch durch den Nutzer selbst erstellt werden, können auf einfache Weise neben allgemeinen Infrastrukturbedürfnisse auch schwer operationalisierbare Nutzerbedürfnisse wie „Gemütlichkeit“ oder „angenehme Lernatmosphäre“ erhoben werden.
Wie permanent sind Permalinks?
In diesem Artikel versuchen wir einige Missverständnisse aufzuklären, die das Konzept von “Permalinks” betreffen. Wir erörtern zunächst, was Permalinks sind und welchem Zweck sie dienen. Unserer Ansicht nach sind Permalinks weniger als eine technische Kategorie zu verstehen denn als ein Versprechen der bereitstellenden Institution oder Person, die als Permalinks ausgewiesenen Links künftig nicht zu löschen oder zu ändern. Nach einer begrifflichen Abgrenzung von anderen Linkarten diskutieren wir das Verhältnis von Permalinks zu anderen digitalen Identifikatoren, insbesondere DOIs. Wir stellen keinen wesentlichen Vorteil von DOIs gegenüber Permalinks fest. Anschließend diskutieren wir den Einsatz von Permalinks in der Praxis: Erst Permalinks machen Internetquellen zitierbar. Dennoch kann es in bestimmten Fällen unerlässlich sein, Internetquellen auch ohne Permalink zu verwenden. Permalinks auf lebende Dokumente und Datenbankten sollten immer auf einen bestimmten zeitlichen Zustand des Objekts verweisen und im Falle von Datenbanken auch auf die konkrete Suchanfrage (anstelle nur des einzelnen Datensatzes oder, umgekehrt, der Datenbank im Ganzen). Bei der Abwicklung von wissenschaftlichen Institutionen ist darauf zu achten, dass im Rahmen des Abwicklungsplans auch für die geregelte Übertragung der Permalinks an einen neuen Besitzer Sorge getragen wird.Wir schließen mit einem konkreten Praxisbeispiel, dem Aufbau des Publikationsservers der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Dabei haben wir gelernt, dass BV-Nummern nicht für Permalinks zu verwenden sind, weil sie -- z.B. im Rahmen der Doublettenkorrektur -- stillschweigend gelöscht werden können.
Tagungsbericht VIVO-Workshop 2017 - “Forschungsinformationen in der Praxis”
Der Wissens- und Erfahrungsaustausch stand im Fokus des 2.VIVO-Workshop 2017 an der Technischen Informationsbibliothek (TIB) in Hannover. Der Workshop, der von rund 40 Teilnehmer/innen aus deutschsprachigen Hochschulen und Universitäten besucht wurde, war in zwei verschiedene Session unterteilt. In vorangestellten Vorträgen wurden sowohl technische Anpassungen und Weiterentwicklungen am Forschungsinformationssystem VIVO an einzelnen Einrichtungen erläutert, als auch Erfahrungsberichte einzelner Anwender/innen geteilt sowie Einsatzmöglichkeiten von VIVO in verschiedenen Kontexten thematisiert. Im anschließenden interaktiven Teil wurden Bedarfe und Herausforderungen diskutiert und gesammelt, die anschließend priorisiert wurden. Als Herausforderungen für die VIVO-Entwickler kristallisierten sich Verbesserungen in den Bereichen Reporting, Datenintegration und einem in den Administrationsbereich integrierten Rollenmanagement heraus. Der Workshop adressierte sehr erfolgreich den ebenso vielfach geäußerten Wunsch nach Vernetzung, Austausch und Fortbildung innerhalb der VIVO-Community und darüber hinaus
Erklären, warum Bibliotheken so sind, wie sie sind: Zur Nutzung von Archivmaterialien zur Erklärung des Status Quo von Bibliotheken
Die Geschichte von Bibliotheken kann helfen, ihren heutigen Status Quo zu erklären und Hinweise darauf geben, welche Entwicklungen der Bibliotheken realistisch sind. Anhand eines Beispiels aus einer Studie zum Status Quo der Volksschulbibliotheken im Kanton St. Gallen soll gezeigt werden, dass eine solche Rekonstruktion der Geschichte von Bibliotheken und bibliothekarischen Infrastrukturen mit teilweise wenig Aufwand möglich ist und unerwartete Ergebnisse hervorbringen kann. Zudem wird gezeigt, wie mit einer Archivrecherche der Status Quo von Bibliotheken gut erklärt werden kann