Zeitschrift für Inklusion
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    Inklusion von Menschen mit Behinderungen an deutschen Hochschulen – Eine Analyse hochschulrechtlicher Rahmenbedingungen mit besonderem Blick auf Postdocs mit Behinderungen

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    Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention sind die Hochschulen in Deutschland verpflichtet, für Menschen mit Behinderungen einen diskriminierungsfreien und gleichberechtigten Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung zu gewährleisten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen und Steuerungselemente zur Förderung einer inklusiven Hochschule sind jedoch bislang kaum analysiert worden. Der vorliegende Beitrag untersucht deshalb, wie Regelungen der UN-Behindertenrechtskonvention in den Hochschulgesetzen und Aktionsplänen der deutschen Bundesländer aufgegriffen und konkretisiert werden, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen an deutschen Hochschulen zu fördern

    "wir machen das Kind so behindert wie die Schule es braucht". Erfahrungen von Eltern mit Barrieren schulischer Inklusion

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    Im folgenden Beitrag werden dokumentarisch rekonstruierte Erfahrungen von Eltern mit der Zuschreibung des sonderpädagogischen Förderbedarfs zum Ausgangspunkt für die Reflexion von organisationsspezifischen Barrieren schulischer Inklusion genommen. In den Blick geraten dabei habitualisierte Inkompatibilitäten, die als elternseitige Orientierung an einer Anerkennung von Fähigkeitszutrauen in einem oppositionellen Verhältnis zu der als defizitorientiert erfahrenen Zuschreibung des sonderpädagogischen Förderbedarfs stehen. Der aus der Elternperspektive rekonstruierte Modus der Zuschreibung des Förderbedarfs lässt sich mit der von Nohl (2014) vorgenommenen Differenzierung als eine Form organisatorischer Diskriminierung und somit als eine durch die Organisation Schule erzeugte Barriere schulischer Inklusion verstehen

    Erziehung und Bildung in gemeinsamer Zuständigkeit? : Empirische Befunde zu Zuständigkeitsvorstellungen von Eltern und Lehr- und Fachkräften an inklusiven Sekundar- und Gesamtschulen

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    Vor dem Hintergrund der Umsetzung schulischer Inklusion und gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse unterliegen das Verhältnis von Familie und Schule und damit auch die Zuständigkeiten der beiden Sozialisationsinstanzen einem Wandel. Eine gemeinsame Zuständigkeit für Erziehungs- und Bildungsziele gilt dabei als Grundlage einer Verbindung inner- und außerschulischer Förderprozesse. Unklar ist bisher jedoch, ob die normative Forderung einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft auch die Vorstellungen der beteiligten Akteur*innen abbildet. Im Beitrag werden daher die Zuständigkeitsvorstellungen von Eltern und Erziehungsberechtigten (N = 1.089, davon 73 Eltern von Schüler*innen mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen) und Lehr- und Fachkräften (N = 194) an inklusiven Gesamt- und Sekundarschulen in Nordrhein-Westfalen untersucht. Die Ergebnisse verweisen darauf, dass sowohl ein großer Teil der Eltern als auch der Lehr- und Fachkräfte Bildung und Erziehung als gemeinsame Aufgaben verstehen. Allerdings sieht ein Teil der Befragten nach wie vor Erziehungsziele tendenziell in der Zuständigkeit der Eltern und die Vermittlung von Wissen in der Zuständigkeit der Schule. Eltern von Kindern mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen vertreten dabei häufiger Vorstellungen einer gemeinsamen Zuständigkeit. Implikationen für die Gestaltung der Zusammenarbeit mit Eltern an inklusiven Schulen werden diskutiert

    Elternschaft von Menschen mit sog. geistiger Behinderung im Kontext von Schule

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    Das Thema Behinderung und Schule ist zumeist auf Schüler*innen konzentriert. Eine Gruppe, bei der sich Probleme der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule zuspitzen, sind Familien mit Eltern mit sog. geistiger Behinderung. Sie haben in der Regel selbst belastende Erfahrungen mit der exkludierenden Wirkung des schulischen Bildungsangebotes gemacht, müssen sich immer wieder mit der Infragestellung ihrer Erziehungskompetenz auseinandersetzen und stehen unter intensiver Beobachtung des professionellen Hilfesystems. Mit Bezug auf das Konzept des ‚Ableism‘ soll verdeutlicht werden, wie Eltern mit sog. geistiger Behinderung in der Interaktion mit dem Bildungssystem Bildungs- und damit einhergehend auch Erziehungsunfähigkeit zugeschrieben wird. Im empirischen Teil beziehen wir uns in diesem Beitrag auf Interviews mit Eltern mit sog. geistiger Behinderung und mit erwachsenen Töchtern, um ihre subjektive Perspektive auf die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus zu rekonstruieren. Im Ergebnis plädiert der Beitrag dafür, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus im Falle der Zuschreibung einer sog. geistigen Behinderung als Herausforderung für die Weiterentwicklung der Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe, durch die Eingliederungshilfe und die schulischen Akteure ernst zu nehmen

    Das Leistungsprinzip als Hindernis für (Teilhabe-)Gerechtigkeit im inklusiven Unterricht? Eine kritisch-theoretische Betrachtung.

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    Mit der UN-BRK ist der Anspruch verbunden, für alle Schüler*innen Teilhabe an einem inklusiven Unterricht zu ermöglichen und potentiell teilhabeverwehrende Formen abzubauen. Im vorliegenden Beitrag wird dieser Anspruch mit Blick auf seine Vereinbarkeit mit dem schulischen Leistungsprinzip problematisiert. Der Text analysiert dazu exemplarisch ausgewählte Positionen inklusionspädagogischer Kritik sowie vorgeschlagene Alternativen zum Leistungsprinzip. Im Anschluss werden diese in den Kontext teilhabetheoretischer Perspektiven gestellt und kritisch-abwägend erörtert

    Spannungsfelder einer inklusiven Thematisierung von Familie(n) in der Primarstufe. : Perspektiven von Lehrkräften und Hochschullehrenden auf den inklusiven (Sach-)Unterricht und die Gestaltung von Bildungspartner*innenschaften

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    Zur Bedeutungszuschreibung, Zusammensetzung und Funktion von Familie(n) in der Gesellschaft kommt es in Österreich zunehmend zu Kontroversen. Spannungsfelder zwischen polarisierenden gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen zum Thema Familie(n) und einer zunehmenden Heterogenität familiärer Lebensformen in der Praxis stellen auch Lehrpersonen bei der Behandlung dieser Thematik im Unterricht vor Herausforderungen. Familie(n) aus der Perspektive der Lehrpersonen in der Primarstufe und Lehrenden der Lehramtsausbildung als Forschungsthema in den Blick zu nehmen, ist vor allem deshalb wesentlich, da Lehrpersonen im Rahmen des praktischen Handelns im Unterricht und in der Zusammenarbeit im Rahmen von Bildungspartner*innenschaften implizite gesellschaftliche Normen umsetzen und Schlüsselfiguren bei der Weitergabe von gesellschaftlichen Werten in der Schule sind, die wiederum Diskriminierung und Exklusionsprozesse fördern (können). Der Fokus dieser Forschungsarbeit richtet sich daher auf das Thema Familie(n) im Rahmen der  Primarstufe und bei der Gestaltung der Bildungspartner*innenschaft aus Sicht der Lehrpersonen und Hochschullehrenden. Konkret wird die Frage beleuchtet, welche Herausforderungen von Pädagog*innen formuliert werden und welche Aspekte es aus der Perspektive der Lehrpersonen für die Gestaltung der Bildungspartner*innenschaft zu bedenken gilt

    Inklusion und Partizipation: Kritische Reflexion zweier leitender Konzepte angesichts ihrer Vieldeutigkeit und Widersprüchlichkeit

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    Der vorliegende Diskussionsbeitrag bietet eine kritische Reflexion der Konzepte Inklusion und Partizipation an. Dabei lotet er ihre unterschiedlichen Verständnisse auf der Basis der deutschsprachigen Debatte und mit internationalem Bezug auf den Weltbildungsbericht 2020 der UNESCO aus. Darauf aufbauend bezieht er sie auf die „theory of partnerism“ (Riane Eisler) mit dem Herrschafts- und dem Partnerschaftssystem. Dabei scheint die Widersprüchlichkeit zwischen hierarchischen Verhältnissen und egalitären Horizonten von Inklusion und Partizipation auf. Weiter untersucht er den Bezug konkreter pädagogischer Handlungsstrategien auf diese Polarität. Der Text endet mit einem Plädoyer für die Berücksichtigung dieser grundlegenden Widersprüchlichkeit auch in der Forschung

    Die Rolle der Eltern bei der schulischen Inklusion – Erwachsene Kinder mit motorischen Beeinträchtigungen berichten retrospektiv

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    Die inklusive Beschulung von Lernenden mit körperlich-motorischen Beeinträchtigungen ist nach wie vor eine Herausforderung im Zusammenspiel von schulisch-strukturellen, familiären und den individuellen Voraussetzungen der Lernenden. Schlüsselfaktoren für das Gelingen sind die Grundhaltungen des Systems Schule zum Umgang mit Heterogenität sowie der Wunsch der Eltern, inklusive Bildung ihrer Kinder zu ermöglichen. Entlang der qualitativen Studie «Zwischen Anerkennung und Missachtung» (Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds) wird beleuchtet, welche Rolle die Eltern bei der Initiierung und Durchführung von Integration/Inklusion bei Lernenden mit motorischen Beeinträchtigungen einnehmen. Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen, die in spezialisierten Institutionen sozialisiert wurden, berichten retrospektiv dazu. Die aus 42 Interviews systematisch gewonnenen qualitativen Aussagen und Analysen werden abgestützt mit empirischen Daten der Fachliteratur aus dem Bereich körperlich-motorische Entwicklung. In diesem Beitrag erfolgt eine Fokussierung auf 26 Interviews aus der Deutschschweiz. Die Studie ist mit drei Alterskohorten historisch konzipiert (Geburtsjahre ca.1950, 1970 und 1990). Über die gesamte Zeitepoche hinweg wird sichtbar, dass Eltern eine Schlüsselrolle einnehmen, wenn es darum geht, Integrationen/Inklusionen zu initiieren und aufrechtzuhalten. Oft mussten sie grossen Widerstand überwinden, der von der Regel- wie auch von der Förderschule und den Behörden kam. Viele der interviewten Personen äussern sich positiv zur schulischen Integration/Inklusion und wünschen sich, dass eine solche auch dann ein Recht ist, wenn Eltern nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, für die Integration/Inklusion einzustehen

    Die Schule als inklusive „Demokratie im Kleinen“? Zum Verhältnis von inklusiver Pädagogik und demokratischer Bildung

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    Aktuelle schulbezogene Konzepte sowohl der inklusiven Pädagogik wie auch der demokratischen Bildung kreisen letztlich um eine ganz ähnliche Grundidee: um diejenige nämlich, dass die Schule als Teil unserer (demokratisch verfassten) Gesellschaft deren Vielfalt auch vollumfänglich in sich aufnehmen, abbilden und erfahrbar machen solle. Die sich aus dieser Gemeinsamkeit eröffnenden Möglichkeiten und Widersprüche werden im Beitrag daher ausführlicher analysiert und diskutiert. Zu diesem Zweck wird zunächst die speziell mit John Dewey verbundene Idee der Schule als „Gesellschaft im Kleinen“ eingehender thematisiert und bezüglich ihrer Rezeption speziell im Bereich der Inklusionsforschung diskutiert, bevor im Anschluss die Idee der „Freien Demokratischen Schule“ als Ort der Inklusion fokussiert wird. Ist dies geschehen, werden mögliche Stolpersteine und Hindernisse auf dem Weg hin zu einer „Marriage of Inclusive and Democratic Education“ (Boban et al., 2012) thematisiert sowie abschließend Chancen einer stärkeren Verknüpfung von inklusiver und demokratischer Pädagogik diskutiert

    Was ist gerecht? Zur Berücksichtigung eines kindlichen Gerechtigkeitsverständnisses für eine inklusive Unterrichtsentwicklung und diesbezügliche Forschungsperspektiven

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    Die Rolle der Schule ist es, eine gemeinsame Grundbildung zu vermitteln und Chancengerechtigkeit zu gewährleisten, wobei insbesondere der inklusive Unterricht eine möglichst optimale Umsetzung dieser ermöglichen sollte (Werning 2020). Partizipation als ein Prinzip von Gerechtigkeit (Stojanov 2008) stellt ein zentrales Kinderrecht dar (Deutsches Komitee für Unicef 2021) und bedeutet im schulischen Rahmen die Beteiligung und Mitbestimmung der Kinder. Eine Form der Beteiligung ist die Beachtung der kindlichen Sicht, wenn es um Gerechtigkeit im inklusiven Unterrichts geht. In diesem Beitrag wird das kindliche Gerechtigkeitsverständnis, welches im Rahmen der dritten World Vision Kinderstudie untersucht wurde, erörtert, auf Konzepte und Kriterien inklusiven Unterrichts bezogen und es werden diesbezügliche Forschungsperspektiven aufgezeigt

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