Tübingen Open Journals (Univ. Tübingen)
Not a member yet
1973 research outputs found
Sort by
Ethnische Schale, universalistischer Kern? Grenzen und Grenzüberschreitungen ethnischer Identitäts(re)konstruktion in neuheidnischen Diskursen am Beispiel der »Rodzimy Kościoł Polski« (»Indigene polnische Kirche«)
Der Autor setzt sich kritisch mit dem Konzept der neuen ethnischen Religionen auseinander, das gegenwärtig aktive, ethnisch fundierte neuheidnische Glaubensgemeinschaften in eine nationalistische und anti-modernistische Tradition stellt. Die Glaubensvorstellungen und der historische sowie ideologische Hintergrund der neuheidnischen polnischen Glaubensgemeinschaft »Rodzimy Kościoł Polski« (»Indigene polnische Kirche«) werden für die Analyse verwendet. The author presents critical analyses of the scientific concept of »new ethnic religions« (NER) which classifies contemporary ethnic neo-pagan movements in central- and eastern Europe and their historical predecessors as right-wing and anti-modernist groups. The program and the historical and ideological background of the polish neo-pagan organisation Rodzimy Kościoł Polski (»Native Polish Church«) is used for proving this system of classification
Aut liberi aut libri? Arbeitsbedingungen und -zufriedenheit des religionswissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland: Ergebnisse einer Umfrage des Arbeitskreises Mittelbau und Nachwuchs (AKMN) der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW)
Die Arbeitsbedingungen und -zufriedenheit des religionswissenschaftlichen Nachwuchses, d.h. all derer, die ohne auf eine Professur berufen zu sein, religionswissenschaftlich forschen und arbeiten, wurden bislang kaum untersucht. Der Arbeitskreis Mittelbau und Nachwuchs (AKMN) der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) hat im Sommer 2015 eine statistische Erhebung durchgeführt, um diese Lücke zu schließen. Auf der Grundlage der Umfrageergebnisse werden in diesem Beitrag zunächst die Arbeitsbedingungen und ihre Auswirkungen auf berufliche Perspektiven und persönliche Lebensumstände der betreffenden Personengruppe beschrieben. An diese Darstellung schließen sich Anregungen für die zukünftige Gestaltung religionswissenschaftlicher Arbeit im Kontext von Forschungsinstitutionen, insbesondere Universitäten, an. The working conditions of young researchers of the study of religions have not been studied in depth. In order to fill up this gap, the working group of young researchers within the German association for the study of religions carried out a survey in summer 2015. Based on the survey results this paper describes the working conditions and their effects on the professional perspectives and the individual life situations of the group in question. After presenting such findings, we conclude with an outlook and with several suggestions in regard to the possible future design of the work in the study of religions in the context of research institutions, and especially at universities in Germany, focussing specifically on appreciation of work, pressure within the relation to supervisors, discrimination, workload and the opportunity of ongoing scientific qualification
Anne Koch, Religionsökonomie
Rezensiertes Werk: Anne Koch. 2014. Religionsökonomie : Eine Einführung. Stuttgart Kohlhammer. 224 Seiten, 34,99 €. ISBN-10 : 317026234
Thomas Höffgen, Goethes Walpurgisnacht-Trilogie
Rezensiertes Werk: Thomas Höffgen. 2015. Goethes Walpurgisnacht-Trilogie: Heidentum, Teufeltum, Dichtertum. Bochumer Schriften zur deutschen Literatur. Neue Folge. Frankfurt/M. u.a.: Peter Lang Verlag. 332 Seiten, 64,95 €. ISBN: 978-363166503
Religion(en) im Mittelalter und der Frühen Neuzeit
Wer Religion im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa untersuchen will, ist mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert wie bei der Anwendung des Begriffs in außereuropäischen Kontexten. Die Menschen damals verfügten allenfalls über vergleichbare, nicht aber identische Konzepte. In meinem Artikel werde ich drei dieser möglichen äquivalenten Religionskonzepte vorstellen und auf ihre Anschlussfähigkeit diskutieren: fides, lex und natio. Um diese Begriffe besser einordnen zu können, wird es zunächst darum gehen, einige grundsätzliche Unterschiede der Rolle von Religion im späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit im Gegensatz zur Moderne in den Blick zu nehmen. Anyone applying the category of religion to medieval and early modern Europe faces difficulties similar to those of approaching religion in non-European contexts. People of earlier periods did not share our modern notion. They used comparable concepts but not identical ones. In my article, I will introduce three of them: fides, lex, and natio, and discuss their relevance for the study of religion from a modern perspective. To place these concepts in a wider context I will discuss some major differences between religion in medieval and early modern Europe in contrast to Modernity first
»Religion« in Südosteuropastudien: Ein Aufruf zum intensiveren interdisziplinären Dialog zwischen Religionswissenschaft und Regionalstudien
Um Religionswissenschaft zu kartographieren, bedarf es eines Blickes auf die Schnittstellen zu anderen Disziplinen, die ebenfalls religiöse Phänomene erforschen. Dazu gehören auch Regionalstudien wie die Südosteuropastudien. »Kryptochristentum«, »Volksreligion« und »Synkretismus« sind bekannte Ausdrücke in den Südosteuropastudien, um Erscheinungen der regionalen Religionsgeschichte zu beschreiben. Religions- und Regionalstudien sind ihrem jeweiligen Selbstverständnis nach interdisziplinäre Kulturwissenschaften, die miteinander kooperieren. Um religiöse Phänomene besser zu verstehen, wird angenommen, dass sie Definitionen, Perspektiven und Kritik anderer Disziplinen aufnehmen, Wissen darüber austauschen und Untersuchungsmethoden miteinander teilen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Aufgaben: Während in den Religionswissenschaften Theorien aufgestellt werden, heißt es über die Regionalstudien, sie seien das Korrektiv, das Theorien anderer Disziplinen überprüft. Mein Beitrag zeigt, wie in den Regionalstudien - am Beispiel der Südosteuropastudien - bei der Erforschung religiöser Phänomene Begriffe, Konzepte und Theorien aus den Religionswissenschaften übernommen werden und wie die fehlende Kommunikation zwischen den beiden Forschungsbereichen Potentiale vernachlässigt. Dabei werden die Vorteile sowie die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit sichtbar. Daher plädiere ich für einen permanenten Dialog zwischen der Erstellung und Überprüfung von Theorien und Konzepten zu Religion und religiösen Phänomenen. Mapping Religious Studies requires a look at the intersections with other disciplines that study religious phenomena. This includes area studies such as Southeast European Studies. »Crypto-Christianity«, »folk religion« and »syncretism« are common terms in Southeast European studies to describe phenomena in the areal religious history. According to the disciplines’ self-understanding, religious and area studies are interdisciplinary cultural studies that cooperate with each other. Thus, for a better understanding of religious phenomena, these studies are assumed to take definitions, perspectives and critiques of other disciplines into account in order to exchange knowledge of religious phenomena, and to share research methods with each other. Religious and area studies differ in terms of their tasks: While Religious Studies set up theories, area studies are claimed to be the corrective factor, testing theories of other disciplines. My paper presents how area studies - using the example of Southeast European studies - adopt terms, concepts and theories from Religious Studies when researching religious phenomena, and how the lack of communication between these two research fields neglects potentials. The paper shows the advantages as well as the necessity of interdisciplinary cooperation. Even if cultural studies cannot find a universally valid basis for the study of religion, I argue for a permanent dialogue between the creation and verification of theories and concepts on religion and religious phenomena
Erin K. Wilson, Religion and World Politics: Connecting Theory with Practice
Rezensiertes Werk: Wilson, Erin K. 2023. Religion and World Politics: Connecting Theory with Practice. Abingdon, Oxon, New York, NY: Routledge Taylor & Francis Group. 160 Seiten, Open Access (e-book), 44.99£ (paperback), ISBN 978-0-367-47866-
Weibliche Beschneidung: (k)ein religionswissenschaftliches Thema? Eine dezidierte Stellungnahme
Religion lässt sich im Kontext der Beschneidung von Mädchen und Frauen auf verschiedensten Ebenen finden. Bisher sind diese Bezüge zwischen weiblicher Beschneidung und Religion in der Religionswissenschaft nahezu unerforscht geblieben. Religiöse Narrative beschnittener Frauen blieben ungehört, wodurch sich die Vorstellung verbreitete, weibliche Beschneidung sei nicht religiös, sondern lediglich kulturell bedingt. Durch ihr breites Religionsverständnis sowie durch ihr Selbstverständnis der Wertfreiheit ist jedoch gerade die Religionswissenschaft dazu befähigt, die Diversität der Empirie ernst zu nehmen und zu einseitig geführte Diskurse zu hinterfragen. In diesem Artikel soll anhand einer Untersuchung relevanter englisch- und deutschsprachiger Sekundärliteratur zum Thema »weibliche Genitalbeschneidung« aufgezeigt werden, dass diese religiös verhandelt werden kann und somit einen religionswissenschaftlichen Untersuchungsgegenstand darstellt. When looking at female circumcision, religion can be found on a wide variety of levels. Until now, these connections between female circumcision and religion are nearly unexplored in the study of religion. As a result, religious narratives of circumcised women remained unheard, which led to the popular notion that female circumcision is not religious but merely cultural. However, due to its broad understanding of religion as well as its self-conception of neutrality, it is precisely the study of religion that is capable of taking the diversity of empiricism seriously and questioning discourses that are too one-sided. In this article, we examine relevant English and German secondary literature on the topic of »female circumcision« and will demonstrate that it can be negotiated in religious terms. Therefore, we argue, it represents a valid research subject in the study of religion