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Community in transition : crisis and resilience in a Welsh deindustrialised village
The presentation explored how residents of a deindustrialised Welsh village cope with overlapping crises and ongoing social change. Based on three years of ethnographic and participatory research, it showed how the decline of industry, austerity, and recent disruptions such as Brexit, the pandemic, and rising living costs have eroded collective life and local solidarity. It highlighted how everyday acts of care, humour, and neighbourly support help people manage in times of uncertainty, while also revealing growing fatigue as responsibility for welfare increasingly falls on individuals and communities. The presentation concluded that meaningful and sustainable transitions must be shaped together with local residents, rooted in their histories and lived realities, rather than imposed from outside
Workation als neue Arbeitsform : Herausforderungen und Erfolgsfaktoren aus Unternehmens- und Mitarbeitendenperspektive
Die Flexibilisierung der Arbeitswelt hat mit Workation, der befristeten Verlagerung des Arbeitsplatzes in eine Umgebung mit Urlaubscharakter, ein neues hybrides Arbeitsmodell hervorgebracht. Trotz wachsender Nachfrage bleibt die betriebliche Umsetzung häufig fragmentiert, fallbasiert und durch rechtliche Unsicherheiten geprägt. Es stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen Workation wirksam, rechtskonform und organisationstauglich gestaltet werden kann.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Herausforderungen und kritischen Erfolgsfaktoren von Workation primär aus Unternehmens- und Mitarbeitendenperspektive zu untersuchen. Hierfür verfolgt die Arbeit einen theoriegeleiteten, qualitativ-empirischen Ansatz, um praxisrelevante Erkenntnisse für die Umsetzung und Steuerung dieses Modells zu gewinnen.
Die Datenerhebung erfolgte mittels neun leitfadengestützter Interviews mit Vertretenden aus Unternehmen und Mitarbeitenden mit Workation-Erfahrung. Ergänzend wurden beratende Fachpersonen interviewt, um eine umfassendere Perspektive zu erhalten. Die Auswertung basierte auf einer thematischen Analyse entlang der Self-Determination Theory (SDT), des Job-Demands-Resources-Modells (JD-R), der Boundary Theory und der Organizational Support Theory (OST).
Mitarbeitende erleben Workation als Ausdruck von Selbstbestimmung, sehen sich jedoch mit Unsicherheiten in Bezug auf technische Stabilität, rechtliche Absicherung und Grenzziehung konfrontiert. Unternehmen agieren meist mit pragmatischen Policies und manuellem Prüfaufwand, ohne strategische Verankerung. Die Interviews mit beratenden Personen bestätigen diese Beobachtungen und zeigen zudem heterogene Regelungspraxen, kulturelle Spannungsfelder und fehlende Governance-Strukturen auf.
Die Ergebnisse zeigen: Workation gelingt, wenn Policies klar und flexibel, Führung vertrauensbasiert und organisationale Unterstützung spürbar ist. Generalisierbarkeit erscheint vor allem in wissensintensiven, digital affinen Arbeitskontexten möglich, erfordert jedoch immer kontextspezifische Anpassung und partizipative Gestaltung. Empfohlen wird, Workation strategisch in HR- und Kulturprozesse zu integrieren, adaptive Governance-Strukturen aufzubauen, Grenzmanagement aktiv zu fördern und organisationale Lernzyklen zu etablieren. So kann Workation zu einem resilienten,
beidseitig vorteilhaften Element flexibler Arbeitsorganisation werden
Impact of Swiss federal law on breast-feeding at work : Swiss Infant Feeding Study 2024
Background: Swiss law regulates financial compensation of breast-feeding at the workplace. An infant feeding survey in 2024, mandated by the Federal Food Safety and Veterinary Office, investigated the impact of the law on breastfeeding (BF) at work and BF duration.
Methods: A random sample of 4040 mothers (children age 3-12 months) were invited to an online survey. It included various infant feeding topics and a 24h-feeding recall. Survival time and regression analysis was applied to estimate BF rates in working / non-working mothers and influencing factors.
Results: Participation rate was 34% (N = 1269). Infants’ mean age was 7.4 months (sd 3.1). Maternal age 33.8 yrs. (sd 4.1). 605 participants worked (51%), of which 16% were breastfeeding and 53% expressed milk at work. 74% got the full BF break paid, 3% half the time and 10% were not compensated at all. 56% had a suitable room to breastfeed/express milk and 84% could refrigerate the milk. 69% had informed themselves about their rights as breast feeding employee, 27% were informed by their employer, 7% did not know about their rights. 75% working mothers (N = 605) stopped with full BF by the 22nd week, non-working mothers at 26th “Uncomfortable with BF/expressing milk at work” (HR 2.95), “not knowing about a refrigerator at work” (HR 2.14) and “workload” (HR 1.01) were statistically significant factors associated with a shorter BF duration. Most frequent reasons for stopping to breastfeed were “not enough milk” (47%), “not conciliable with work” (29%) and “child did not want to breastfeed” (25%).
Conclusions: Albeit the laws on financial compensation of BF time at the workplace, going back to work is significantly associated with shorter full BF duration. There remains a considerable group of women not fully informed about their rights. Improving communication of BF employees’ rights and culture of BF at the workplace might further increase BF among working mothers.
Key messages:
• Going back to work remains a significant factor associated with lower full breastfeeding duration.
• Swiss mothers’ rights are still not known by all mothers nor implemented by all employers
A benchmark on uncertainty quantification for deep learning prognostics
Reliable uncertainty quantification on RUL prediction is crucial for informative decision-making in predictive maintenance. In this context, we assess some of the latest developments in the field of uncertainty quantification for deep learning prognostics. This includes the state-of-the-art variational inference algorithms for Bayesian neural networks (BNN) as well as popular alternatives such as Monte Carlo Dropout (MCD), deep ensembles (DE), and heteroscedastic neural networks (HNN). All the inference techniques share the same inception architecture as functional model. The performance of the methods is evaluated on a subset of the large NASA N-CMAPSS dataset for aircraft engines. The assessment includes RUL prediction accuracy, the quality of predictive uncertainty, and the possibility of breaking down the total predictive uncertainty into its aleatoric and epistemic parts. Although all methods are close in terms of accuracy, we find differences in the way they estimate uncertainty. Thus, DE and MCD generally provide more conservative predictive uncertainty than BNN. Surprisingly, HNN achieve strong results without the added complexity of BNN. None of these methods exhibited strong robustness to out-of-distribution cases, with BNN and HNN methods particularly susceptible to low accuracy and overconfidence. BNN techniques presented anomalous miscalibration issues at the later stages of the system lifetime
ZHAW-Impact Nr. 67
Sie kommt selten freiwillig. Manchmal klingt sie verheissungsvoll, manchmal verschleiert sie ein Kostensparprogramm, und meist ist sie etwas unbequem: die Neuorientierung. Zuweilen werden wir gezwungen, von heute auf morgen umzudenken, weil etwas nicht mehr trägt – ein System, eine Lieferkette oder der eigene Körper. Andere Neuorientierungen beginnen im Kleinen, mit einer Vision, aber vielen Hindernissen, weil die Umstellung aufwendig ist oder Verzicht erfordert. Forschung, Lehre und Innovation leben davon, dass wir kritisch genug sind, zu erkennen, wenn wir in einer Sackgasse angelangt sind. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, wusste Hermann Hesse. Und er hatte recht: Auch wenn es Mut und Biss braucht, das Gewohnte hinter sich zu lassen, werden wir meistens doch belohnt, denn an neuen Ideen zu arbeiten, setzt auch auf magische Art positive Energie frei. In Zeiten, die von disruptiven Technologien geprägt sind, ist Neuorientierung weniger ein Zustand als eine Haltung. Die Fähigkeit, das Alte loszulassen und die Prioritäten stets vor Augen zu haben. Wachsam zu bleiben, ist das A und O, denn: Die Zukunft wird kommen, egal, ob wir darauf vorbereitet sind oder nicht
Innovation durch technologiegestützte Assessments in der Ergotherapie : klinische Anwendbarkeit und Nutzen im Fokus
Schutzfaktoren für Überschuldung : die Perspektive Betroffener
Überschuldung ist kein Randphänomen, sondern betrifft zahlreiche Menschen im Alltag. Die Ursachen von Überschuldung sind auch bereits umfassend erforscht. Insbesondere einschneidende Lebensereignisse wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung stellen sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland zentrale Faktoren für die Entstehung von Überschuldung dar. Neben den Ursachen wurden auch die sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen von Überschuldung ausführlich untersucht. Es konnte festgestellt werden, dass überschuldete Personen überdurchschnittlich häufig unter psychischen und physischen Belastungen leiden und sich die Überschuldung auf soziale Beziehungen sowie auf ihr allgemeines Wohlbefinden auswirkt. Trotz der umfangreichen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen von Überschuldung bestehen weiterhin Forschungslücken. Insbesondere gibt es bisher noch keine empirisch belegten Schutzfaktoren, die als Grundlage zur Erarbeitung von Schuldenpräventionskonzepten herangezogen werden können.³ In diesem Zusammenhang ist auch die Perspektive der Betroffenen bisher nur unzureichend in wissenschaftliche Analysen eingeflossen
Die Wirkung der Net Stable Funding Ratio auf die Zinsmarge deutscher Sparkassen (2021–2023) : eine empirische Untersuchung unter Kontrolle struktureller, risikoorientierter und makroökonomischer Einflussfaktoren mit ergänzendem Zeitvergleich ab 2017
Diese Masterarbeit untersucht den Einfluss der Net Stable Funding Ratio (NSFR) auf die Nettozinsmarge (NIM) deutscher Sparkassen im Zeitraum 2021 bis 2023. Ziel war es, zu analysieren, ob und in welchem Ausmass die Einhaltung regulatorischer Liquiditätsanforderungen – insbesondere der NSFR – zu einer strukturellen Belastung der Ertragslage führt. Die Analyse berücksichtigt zudem weitere interne (z. B. Kapitalstruktur, Refinanzierung, Zinsänderungsrisiko) sowie makroökonomische Einflussfaktoren (Leitzins, Inflation).
Im Zentrum der empirischen Untersuchung steht eine Paneldatenanalyse mit Fixed Effects (Methode II), die auf Daten von 75 Sparkassen basiert. Die Ergebnisse zeigen konsistent einen signifikant negativen Zusammenhang zwischen NSFR und Zinsmarge: Ein Anstieg der NSFR um einen Prozentpunkt führt – ceteris paribus – zu einem Rückgang der Nettozinsmarge um etwa 1,25 Basispunkte. Dieser Effekt bleibt auch unter Kontrolle zahlreicher Kontrollvariablen stabil. Besonders hervorzuheben ist die Rolle des Zinsänderungsrisikos, das zusätzlich einen signifikant dämpfenden Effekt auf die Margen entfaltet und mit der NSFR interagiert.
Die klassischen Einflussgrössen wie Bankgrösse, Kapitalisierung oder Kreditrisiko zeigen hingegen keine robuste Wirkung. Die Ergebnisse legen nahe, dass regulatorische Liquiditätsvorgaben, insbesondere in Kombination mit dem Zinsumfeld, entscheidende Einflussfaktoren auf die Margenentwicklung darstellen. Die NSFR wirkt dabei über die Begrenzung der Fristentransformation und reduziert die risikobedingten Ertragschancen im Zinsgeschäft.
Für das Management deutscher Sparkassen ergeben sich daraus klare Implikationen: Die strukturelle Ertragskraft steht unter dem Druck regulatorischer Anforderungen. Um die Profitabilität zu sichern, gewinnen Diversifizierung der Erträge, insbesondere durch Provisionsgeschäft, sowie operative Effizienz an Bedeutung. Zugleich unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit, regulatorische Vorgaben mit Blick auf wirtschaftliche Tragfähigkeit auszubalancieren.
Insgesamt zeigt die Arbeit, dass die NSFR als Stabilitätsinstrument wirkt – jedoch auf Kosten einer geringeren Ertragskraft im Zinsgeschäft. Diese Erkenntnis liefert eine fundierte Grundlage für strategische Steuerungsentscheidungen sowie für die Weiterentwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen