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Self-Control and Beliefs Surrounding Others’ Cooperation Predict Own Health-Protective Behaviors and Support for COVID-19 Government Regulations: Evidence From Two European Countries
In the current pandemic, both self-regulated health-protective behavior and government-imposed regulations are needed for successful outbreak mitigation. Going forward, researchers and decision-makers must therefore understand the factors contributing to individuals’ engagement in health-protective behavior, and their support for government regulations. Integrating knowledge from the literatures on self-control and cooperation, we explore an informed selection of potential predictors of individuals’ health-protective behaviors as well as their support for government regulations during the COVID-19 pandemic. Aiming for a conceptual replication in two European countries, we collected data in Switzerland (N = 352) and the UK before (N = 212) and during lockdown (n = 132) and conducted supervised machine learning for variable selection, followed by OLS regression, cross-sectionally and, in the UK sample, across time. Results showed that personal importance of outbreak mitigation and beliefs surrounding others’ cooperation are associated with both health-protective behavior and support for government regulations. Further, Swiss participants high in trait self-control engaged in health-protective behavior more often. Interestingly, perceived risk, age, and political orientation consistently displayed nonsignificant weak to zero associations with both health-protective behavior and support. Together, these findings highlight the contribution of self-control theories in explaining COVID-19-relevant outcomes, and underscore the importance of contextualizing self-control within the cooperative social context
Apprentices’ Resources at Work and School in Switzerland: A Person-Centred Approach
Context: Providing learners with quality resources at work and school is a key element of apprenticeships and is essential for developing vocational competencies and successful vocational careers. Drawing on previous research on situational and personal resources, we first explored work-related and school-related resource profiles of apprentices’ learning environments. We further analysed how core self-evaluations are linked to resource profiles and examined whether learners’ apprenticeship satisfaction and occupational commitment varied according to the resource profiles.
Approach: We used latent profile analysis and multinomial logistic regressions, applying an integrative, person-centred approach. Our data came from the Swiss longitudinal study "Transition from Education to Employment" (TREE). The sample consisted of 1,185 apprentices enrolled in the second year of their apprenticeship.
Findings: We found four profiles of situational resources (e.g., instruction quality, climate, learning opportunities, autonomy, and demands) at the two learning locations. The profiles embodied different patterns and levels of situational resources. Two profiles were characterised by overall high or average levels of situational resources at both learning locations; the other two illustrated a stark contrast between the resources provided in the workplace and at school. Learners with higher core self-evaluations were more likely to be in profiles with higher situational resources. Apprentices in more beneficial profiles were more satisfied with their apprenticeships and more committed to their occupations than those in profiles with lower resources.
Conclusion: The results confirm the importance of providing apprentices with challenging, empowering, and supportive learning environments in the workplace and at vocational schools. To support learning and positive career development in apprenticeships, educators should strengthen learners’ core self-evaluations to empower them to shape their learning according to their needs
Hate Speech. Aggressionstheoretische und sozialpsychologische Erklärungsansätze
Während Themen wie aggressives Verhalten und Mobbing seit mehreren Jahren im Fokus der Forschung stehen, liegen in der pädagogisch-psychologischen Forschung kaum empirische Befunde und theoretische Modelle zu Hate Speech vor. Der vorliegende Beitrag nähert sich Hate Speech aus einer aggressionstheoretischen und sozialpsychologischen Perspektive und untersucht, inwieweit sich bewährte Modelle aus der Aggressions- und Radikalisierungsforschung sowie der Sozialpsychologie auf das Phänomen Hate Speech übertragen lassen. Dabei werden drei Erklärungsebenen unterschieden: Erstens Merkmale von Individuen, zweitens das Individuum in Interaktion mit seinem Umfeld und drittens gesellschaftliche und strukturelle Einflüsse. Schließlich diskutieren wir, welche Konsequenzen sich für die Pädagogische Psychologie und die pädagogische Praxis für die Prävention und Intervention bei Hate Speech ergeben
Lesen von Kindern mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache – Wortschatz als limitierender Faktor
Kinder mit Deutsch als Zweitsprache zeigen im Vergleich zu monolingualen, deutschsprachigen Kindern eklatante Defizite beim Lesen, so auch in der vorliegenden Studie. Untersucht wurde die Rolle verschiedener Wortschatzaspekte an Zweitklässlern mit Deutsch als Erst- (N = 351) und als Zweitsprache (N = 54). Der Effekt des Faktors Wortschatz auf das Lesen erwies sich insgesamt als signifikant. Wenn der Wortschatz kontrolliert wurde, zeigte sich beim Lesen kein Leistungsgefälle mehr zwischen den Gruppen. Die auffällige Rolle des relationalen Wortwissens für den Leseerfolg legt nahe, dass diesem Aspekt mehr Aufmerksamkeit in Forschung und Unterricht geschenkt werden sollte
Schulentwicklung ermöglichen in herausfordernden Lagen
Mit dem Begriff „herausfordernde Lage“ wird auf urbane Segregationsprozesse verwiesen (Kurtenbach, Strohmeier & El-Mafaalani, 2015). Fölker, Hertel und Pfaff (2015) sprechen von einer „Verräumlichung sozialer Ungleichheit“ (S. 9). Dabei ist zentral, die herausfordernde Lage nicht mit einer dysfunktionalen Schulorganisation, defizitären Prozessmerkmalen oder unterdurchschnittlichen Lernergebnissen gleichzusetzen (van Ackeren, Holtappels, Bremm & Hillebrand, 2021). In Abgrenzung zur Forschung zu „failing schools“ (Murphy, 2019) oder „disadvantaged schools“ (OECD, 2012) werden vielmehr Merkmale der Schüler- und Elternschaft benannt, welche eine Herausforderung für die pädagogische Arbeit sein können. Schulen in herausfordernden Lagen sind besonders gefordert, fehlende familiäre Ressourcen durch besonderes Engagement auszugleichen. Studien zeigen auf, dass Schulen gerade in herausfordernden Lagen herausragende pädagogische Konzepte entwickeln (Muijs, Harris, Chapman, Stoll & Russ, 2004; Racherbäumer, Funke, van Ackeren & Clausen, 2013). Die Schuleffektivitätsforschung betont, dass nicht nur das Lernsetting, sondern auch Schulorganisationen durchaus einen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung der Schüler*innen haben, wobei der Effekt an benachteiligten Schulstandorten grösser ist (Racherbäumer et al., 2013). Gemäß van Ackeren et al. (2021) basiert das Schulentwicklungspotenzial auf verschiedenen externen und internen Faktoren. Es braucht einerseits genügend materielle und personelle Ressourcen, andererseits spielen interne Faktoren wie das Schulleitungshandeln, eine positive Schulkultur, die Datengenerierung und -nutzung, das Unterrichtsgeschehen sowie die Nutzung externer Unterstützungsstrukturen eine zentrale Rolle (ebd., S. 29-30). In diesem Artikel soll – im Kontext zusätzlicher materieller und personeller Ressourcen – aus der Innensicht einer Schule in herausfordernder Lage dargestellt werden, welche internen Faktoren Schulentwicklung ermöglichen
Relational Turning Point Events in der Beziehungsentwicklung von Lehramtsstudierenden im Teampraktikum
Eine wesentliche Gelingensbedingung von Teampraktika stellt die Qualität der Beziehung zwischen den Lehramtsstudierenden dar, die sich auf der professionellen Ebene („Arbeitsbeziehung“) sowie auch auf der interpersonalen Dimension („Nähe“) beschreiben lässt. Bisher ist wenig über die Entwicklung dieser Beziehungen bekannt. Daher setzt sich die vorliegende Studie das Ziel, auf Basis sogenannter Relational Turning Point Events jene Bedingungen zu identifizieren, die zu einer positiven oder negativen Beziehungsentwicklung beitragen. Auf Basis eines qualitativen Designs wurden 27 Schweizer Lehramtsstudierende zu den erlebten Relational Turning Point Events im Teampraktikum mittels Leitfadeninterviews befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich im Zuge des Praktikums unterschiedliche Beziehungsqualitäten entwickelten, die als freundschaftlich, sachlich oder distanziert charakterisiert werden konnten. Zahlreiche annähernde und distanzierende Relational Turning Point Events beeinflussten die Beziehungsentwicklung. Für die Entwicklung der professionellen Beziehung war insbesondere die Qualität der Zusammenarbeit von Bedeutung, während für den Aufbau der interpersonalen Beziehung vor allem die Selbstoffenbarung eine Rolle spielte. Professionelle Distanzierung wurde erlebt, wenn die Zusammenarbeit nicht klappte; zur interpersonalen Distanzierung führten insbesondere Schwierigkeiten in der interpersonalen Kommunikation. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf die Ausgestaltung der schulpraktischen Studien diskutiert
Zugänge zur Textilen Sachkultur: Konzept der ästhetisch-künstlerischen Forschung im Kontext TTG
Peripatetisches Philosophieren
Peripatetisches Philosophieren stellt ein Lern- und Lehrformat dar, bei dem Lernende im Gehen in einem thematisch affinen Umfeld unter Einbeziehung philosophiedidaktischer Lern-/Unterrichtsmethoden philosophische Themen und Inhalte erarbeiten. Lernende können je nach Lehr-/Lernkontext Einzelne oder Gruppen im Präsenz- oder Fernunterricht sein. Der Beitrag beschreibt zunächst das Peripatetische Philosophieren als aktuelle Lern- und Lehrform, um dann die vier Begründungszusammenhänge, aus denen sich das Peripatetische Philosophieren speist, als die „vier Säulen peripatetischen Philosophierens“ zu erläutern: Tradition, Kognition, Lokomotion und Situation. Abschließend bietet der Beitrag einen Ausblick auf aktuelle Entwicklungen Peripatetischen Philosophierens und betont dessen Eignung für Lernsettings im Kontext von Pandemieprävention und Distance Learning