Publikationsserver der PHTG (Pädagog. Hochschule Thurgau)
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Entwicklungsschritte von Mädchen während der Sekundarschulzeit
Diese Masterarbeit untersucht, welche Entwicklungsschritte Mädchen während der Sekundarschulzeit durchlaufen. Im Fokus stehen vier zentrale Entwicklungsbereiche: Identität, Freundschaft, Moral und Entwicklungsaufgaben. Ziel ist es, anhand qualitativer Daten herauszuarbeiten, wie sich individuelle Entwicklungsverläufe in dieser Lebensphase gestalten. Zur Datenerhebung wurden leitfadengestützte Interviews mit vier Mädchen geführt – zwei vor dem Übertritt in die Sekundarstufe, zwei im ersten Ausbildungsjahr nach der Sekundarschule. Die Auswertung erfolgte Mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse. Dabei wurden die Aussagen der Mädchen den theoretischen Modellen gegenübergestellt, insbesondere den Konzepten von Erikson, Marcia, Piaget, Kohlberg sowie entwicklungspsychologischen Ansätzen zu Freundschaft und körperbezogenen Aufgaben. Die Analyse zeigt, dass die befragten Mädchen ihre Entwicklung unterschiedlich reflektieren und teilweise bereits intensiv mit Fragen der Identität, Moral und Zugehörigkeit beschäftigt sind. Die Unterschiede im Reflexionsgrad und in der Auseinandersetzung mit bestimmten Themen lassen sich tendenziell entlang des Alters erkennen, lassen jedoch keine generalisierbaren Aussagen zu. Die Arbeit bietet qualitative Einblicke in individuelle Entwicklungsprozesse und zeigt auf, wie komplex und vielfältig diese im Jugendalter verlaufen können
Nachhaltigkeit in den Medien: Eine Nachhaltigkeitsanalyse des Videospiels "the wandering Village"
Angesichts von Klimakrise, Extremwetterlagen, Hungersnöten und kriegerischen Auseinandersetzungen gewinnt das Thema Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Es wird kontrovers diskutiert, was gesamtgesellschaftlich getan werden müsste, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, und was der Einzelne bereit ist, dafür zu tun. Gleichzeitig wird auf politischer Ebene darum gerungen, wie Nachhaltigkeit im Spannungsfeld der Interessen von Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft konzeptualisiert werden soll - als starke Nachhaltigkeit, die die planetaren Ressourcen und damit die Ökologie prioritär versteht, oder als schwache Nachhaltigkeit, die auf ein Gleichgewicht von ökonomischem, ökologischem oder sozialem Kapitel abzielt und gegenseitige Kompensationsmöglichkeiten für vertretbar hält. Im gesellschaftlichen Aushandlungsprozess über Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung spielen Medien eine zentrale Rolle. In Werbebotschaften suggerieren Unternehmen die vermeintliche Nachhaltigkeit ihrer Produkte (Greenwashing). Nachhaltigkeit sowie Nicht-Nachhaltigkeit und deren Folgen sind Gegenstand von Nachrichten und Berichterstattung. In Unterhaltungsmedien wie Filmen oder Serien werden Nachhaltigkeit bzw. Verhaltensweisen zu oder Einstellungen gegenüber Nachhaltigkeit als explizites oder implizites Thema mittransportiert, während in sozialen Medien die Kontroverse zwischen Klimaleugner*innen und Nachhaltigkeitsbefürworter*innen (z.B. Greenfluencer*innen, Aktivist*innen der Jugendbegegnung XYZ for Future) befeuert wird. Nicht zuletzt wird Nachhaltigkeit im politischen Meinungskampf genutzt, um eigene Standpunkte und Interessen zu markieren. Medien repräsentieren und konstruieren Nachhaltigkeitsbilder, die in der Gesellschaft kursieren. Sie emotionalisieren und schaffen Betroffenheit, sie informieren und klären auf. Sie wirken meinungsbildend oder verstärken vorgefertigte Meinungen durch Algorithmizität und Filterbubble-Effekte. Eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) unter den Vorzeichen von Digitalität und Medialität muss sich die Frage stellen, wie Nachhaltigkeit in den Medien repräsentiert wird und was dies für die Ausbildung eines Nachhaltigkeitsbewusstseins von Schüler*innen bedeuten kann. Es ist davon auszugehen, dass eine reflektierte Haltung gegenüber Medienangeboten mit Nachhaltigkeitsbezug ein mündiges und nachhaltiges Verbraucherverhalten begünstigen kann. Bevor diesbezüglich konkrete Unterrichtskonzepte entwickelt werden können, wäre ein wichtiger Schritt, Medienangebote für Kinder und Jugendliche hinsichtlich der Frage zu analysieren, welche Aspekte von Nachhaltigkeit thematisiert, transportiert bzw. medial repräsentiert werden. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist offiziell Bildungsgegenstand im Sinne des Lehrplans 21, so dass die Bildungsrelevanz dieses Themas nicht weiter begründet werden muss. Auch die Analyse von Medienangeboten, das Verstehen von Mediensprachen, das «Lesen» von Medientexten zählen zu den verbindlichen 4 Kompetenzen im Modul Medien und Informatik (MI1.1/M1.2). Auf der Basis der aktuell geltenden bildungspolitischen Anforderungen lässt sich somit die Analyse von Medienangeboten hinsichtlich Nachhaltigkeitsbezügen als Gegenstand einer Bachelorarbeit im Rahmen der Lehrpersonenbildung legitimieren. Die vorliegende medienanalytische Bachelorarbeit liefert theoretische Grundlagen, um Schüler*innen bei der kritischen Analyse von Medienangeboten und Medieninhalten zu unterstützen, so dass sie in der Lage sind, ihre eigenen Konsumgewohnheiten zu reflektieren und ein breiteres Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu entwickeln
Elternperspektiven auf die Sprachentwicklung mehrsprachiger Kinder
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Fragestellung, wie Eltern mehrsprachiger Kinder die sprachliche Bildung und Entwicklung ihrer Kinder wahrnehmen. Während sich die Forschung zur Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext häufig auf die Perspektive der Schule konzentriert, ist eine umfassende Betrachtung des Themas nur möglich, wenn verschiedene Blickwinkel einbezogen werden. Ein zentraler, jedoch oft vernachlässigter Aspekt ist die Sichtweise der Eltern, die massgeblich zur sprachlichen Sozialisation ihrer Kinder beitragen und deren Sprachentwicklung sowohl im schulischen als auch im ausserschulischen Umfeld beeinflussen. Der Fokus dieser Arbeit wird daher gezielt auf die elterliche Perspektive gelegt. Im Rahmen einer qualitativen Fallstudie haben die Autorinnen dieser Arbeit drei leitfadengestützte Interviews mit Müttern mehrsprachiger Kinder geführt, um deren Erfahrungen, Herausforderungen und Strategien im Umgang mit Mehrsprachigkeit zu erfassen. Zur Analyse des erhobenen Datenmaterials wurde die Grounded Theory-Methode angewandt, die es ermöglicht, theoretische Konzepte induktiv aus den erhobenen Daten zu entwickeln. Durch diesen explorativen Ansatz konnten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Herausforderungen Eltern mehrsprachiger Kinder erleben, welche Strategien sie zur sprachlichen Förderung ihrer Kinder einsetzen und wie sie den Einfluss der schulischen Sprachbildung auf die Gesamtentwicklung ihrer Kinder bewerten. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, ein tieferes Verständnis für die elterlichen Perspektiven auf Mehrsprachigkeit zu entwickeln und Implikationen für die schulische Praxis abzuleiten. Ziel dieser Arbeit ist es, die sprachlichen Entwicklungsprozesse mehrsprachiger Kinder im Zusammenspiel mit familiären, sozialen und schulischen Faktoren besser zu verstehen
Ansätze zur Begabtenförderung im Unterricht des Bildnerischen Gestaltens
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der zeichnerischen Begabung und der Förderung von Schülerinnen und Schülern im Kontext der Primarschule. Die konkrete Fragestellung, welche dieser Arbeit vorliegt, lautet wie folgt: Welche Strategien zur Förderung begabter Schülerinnen und Schüler im Bereich Zeichnen werden im Unterricht im Fach Bildnerisches Gestalten angewendet und wie nehmen die Lehrpersonen diese wahr? Anhand von Experteninterviews wurden die drei Primarlehrpersonen, welche in der Praxis im Bereich Bildnerisches Gestalten tätig sind, befragt. Die Daten, die durch einen kategorisierten Frageleitfaden erfasst wurden, haben folgendes ergeben: Um begabte Schülerinnen und Schüler im Rahmen des BG-Unterrichts angemessen fördern zu können, bedarf es offene Aufgaben, welche in ihrer Ausführung für die Kinder möglichst frei sind. Trotz der Freiheit sollen die Kinder bezogen auf ihren Stand der zeichnerischen Entwicklung individuelle Impulse und Rückmeldungen erhalten. Zu einer entsprechenden Förderung gehört ebenfalls das regelmässige Abzeichnen von Objekten in der Umgebung, wobei die genauen Beobachtungen im Zentrum stehen. Nach diesen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass diese Förderung nicht ausserschulisch vollzogen werden muss. Doch es stellt sich die Frage, ob es für die Lehrperson des Bildnerischen Gestaltens einer weiterführenden Ausbildung bedarf. Folgende Arbeit wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz und einer bekannten Person auf Grammatik gegengelesen
Kunstpädagogische Interventionen: Und wie sie der Emotionsregulation von Kindern und Jugendlichen behilflich sein können
Innerhalb dieser Bachelorarbeit wird untersucht, inwiefern kunstpädagogische Interventionen zur Emotionsregulation von Kindern und Jugendlichen beitragen können und welche Aspekte hierfür wichtig zu beachten sind. Ausgehend von der zunehmenden Relevanz psychosozialer Belastungen und emotionalen Herausforderungen im schulischen Alltag wird ein theoretischer Rahmen entwickelt, welcher die Emotionsregulation, Resilienz sowie auch Potenziale kunstpädagogischer Interventionen miteinander verbindet. Die Fragestellung wird mittels einer qualitativen Forschung bearbeitet, in Form von drei halbstrukturierten Experteninterviews mit erfahrenen Kunstpädagogen. Die Auswertung erfolgt nach der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring. Die Ergebnisse der Datenerhebung sowie die theoretischen Grundlagen, auf welche sich diese Arbeit stützt, zeigen, dass kunstpädagogische Interventionen insbesondere dann wirksam sind, wenn sie prozessorientiert, biografisch anschlussfähig und beziehungsorientiert gestaltet sind. Die Lehrperson spielt hierbei eine zentrale Rolle im Gelingen solcher Prozesse, durch ihre / seine Haltung, Sensibilität und die Gestaltung eines vertrauensvollen Rahmens. Herausforderungen zeigen sich insbesondere in institutionellen Begrenzungen wie Zeitdruck und Notengebung. Diese Arbeit zeigt, dass kunstpädagogische Ansätze einen wertvollen Beitrag zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung leisten können, jedoch mit der Voraussetzung, dass sie reflektiert, achtsam und pädagogisch sensibel umgesetzt werden. Gleichzeitig weist die Arbeit auf einen weiteren Forschungsbedarf hin, besonders im Hinblick auf die Perspektive der Schüler:innen und die nachhaltige Wirkung kunstpädagogischer Interventionen
Evaluating an interactive 360-degree learning environment for Galilean transformation of uniform motion in graphs developed on the basis of analyzed peer discussions
Recent reports indicate a necessity for the fostering of innovation within the physics curriculum. Instruction should be adapted to actively engage students, particularly through the use of structured activities in group settings that foster conceptual understanding and problem-solving skills. Active teaching methodologies prioritize the comprehension of fundamental physics concepts, as a solid grasp of these concepts is a prerequisite for effective problem-solving abilities. This thesis discusses the conceptual understanding of uniform motion discussed in the context of kinematics. A given physical concept may be represented in several different ways, collectively referred to as representations. Representations may take the form of a graph, table, stroboscopic image, text, or vector-based illustration. A combination of qualitative and quantitative research methods for the analysis of such conceptual representations is employed in this thesis. The qualitative research conducted for this thesis was primarily concerned with the analysis of peer discussions. Quantitative research was employed for the purposes of developing and validating an inventory, as well as conducting a pre-posttest study with an intervention and a control group. The objective of the quantitative research is to ascertain an understanding of graphs that is not limited to a specific frame of reference. The first paper of the thesis presents an analysis of peer discussions that were recorded during peer instruction. Peer instruction is a well-established research-based teaching method with effect sizes between 0.3 and 0.7, which has been demonstrated to be an effective approach for engaging students in the learning process. A deductive content analysis was conducted on the peer discussions. The peer discussions pertained to the concept items in kinematics of a formative assessment program. The concepts of "velocity as a rate," "velocity as a vector," and "displacement as the area under the v,t-curve" were subjected to evaluation. The items employed a multi-representational approach. A total of 190 peer instruction events were analyzed from 18 groups in nine classes taught by nine different teachers. The content analysis revealed previously identified alternative student concepts but also refined and extended them. Additionally, new representation-based alternative student concepts were identified, and the catalog of known alternative student concepts for multiple representations was expanded. A statement analysis of the transcribed peer instruction events also revealed that the peer groups discussed using conceptual explanations. A closer analysis of these statements revealed that items with unclearly formulated questions triggered the most conceptual explanations. Both findings contribute to the evidence supporting the effectiveness of peer instruction as a teaching method. The second paper of the thesis presents the development and validation of the Inventory of Galilean Transformations of Uniform Linear Motion in Position-Time Graphs (IGT). The motion of an object can be depicted in multiple ways, depending on the frame of reference. An examination of this principle can be conducted using a position-time graph. The IGT comprises fifteen multiple-choice items, which are grouped into three categories of transformation. The first transformation, T1, is defined as a transformation within the same frame of reference and is used to evaluate the concept of "velocity as a rate”. The transformation T2 represents the transformation of a graph between two stationary frames of reference, which either have reverted axes or are translated along one dimension. The third transformation, T3, concerns the transformation of a graph in a moving frame of reference. A total of 532 students participated in the multi-stage development and validation process. The IGT exhibits a high level of internal consistency, with a McDonald’s omega coefficient of 0.88. Furthermore, the confirmatory factor analysis demonstrates a clear mapping of the data onto the three identified transformations. The IGT can be employed as a formative assessment tool in an educational setting or as a diagnostic tool in research. The third paper of the thesis presents a comparative study of an activating 360-degree virtual reality environment and a paper-and-pencil group. It is hypothesized that an activating 360-degree VR environment may enhance immersion in the subject matter, thereby increasing engagement and learning. The existing literature indicates a need for further research in the K-12 education sector involving the use of 360-degree virtual reality environments. Moreover, studies with smaller sample sizes have yielded inconclusive results regarding the impact of learning. This phenomenon merits further investigation. The conceptual knowledge and engagement between the two groups were assessed using the newly designed IGT presented in the second paper. Both groups utilized learning materials employing the predict-observe-explain method and supplementary exercises. The study involved 313 high school students from the advanced track of upper secondary school. A hierarchical linear model indicated no conceptual learning effect between the groups. An equivalence analysis yielded inconclusive results for a Cohen's d of 0.2. In alignment with existing literature, we can report enhanced engagement and a stronger inclination to perform well for the 360-degree virtual reality learning environment group. The first paper provides insight into student difficulties in kinematics, the second paper presents an inventory for the Galilean transformation of uniform motion that can be used as a diagnostic tool and the third paper presents a comparative study in a pre-posttest setting, where an immersive activating 360-degree virtual reality learning environment is compared to a paper-and-pencil environment. The significance of the results of these studies are explored in the context of classroom teaching and physics education research. Additionally, recommendations are provided for future research and advanced educational practices designed to enhance students' conceptual understanding in physics