Publikationsserver der PHTG (Pädagog. Hochschule Thurgau)
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Integration von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung in den Schwimmunterricht der Primarschule
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Bedingungen und Strategien, mit denen die Integration von Schüler*innen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) im regulären Schwimmunterricht an Primarschulen gelingen kann. Ein qualitativer Forschungsansatz wurde ausgehend von einigen theoretischen Grundlagen zu Inklusion, ASS sowie zu allen Besonderheiten des Schwimmunterrichts gewählt. Die empirische Untersuchung stützt sich auf drei Experteninterviews mit erfahrenen Schwimmlehrpersonen, darunter eine Fachperson, die zusätzlich umfassende Erfahrung im Bereich des Behindertensports mitbringt. Die Interviews sind allesamt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet worden. Hierbei wurden induktiv Kategorien gebildet. Die Ergebnisse zeigen alles in allem ein vielschichtiges Bild: Kinder mit ASS zeigen allerlei unterschiedliche Verhaltensweisen im Schwimmunterricht, wobei sowohl sensorische Herausforderungen (z. B. Lärm, Körperkontakt), sowie sensorische Chancen eine zentrale Rolle spielen. Fachpersonen betonen die Sicherheit als elementare Voraussetzung für jegliches pädagogisches Handeln im Wasser. Entscheidend sind dabei sowohl eine gute Sichtbarkeit als auch ausreichende personelle Ressourcen und eine vorausschauende Planung. Es wurde auch deutlich, dass zur erfolgreichen Integration eine klare Strukturierung sowie Rituale und auch differenzierte methodisch-didaktische Ansätze beitragen können. Ebenso wurden sowohl ein unterstützendes Klassenklima als auch eine sensible Beziehungsgestaltung als bedeutsam identifiziert. Die Ergebnisse zeigen gleichzeitig auch, dass bei den Lehrpersonen Unsicherheiten bestehen und zwar insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit unvorhersehbarem Verhalten sowie mit sensorischen Überforderungen
Museen als ausserschulische Lernorte: Wahrnehmungen von Thurgauer Lehrpersonen zu Chancen und Herausforderungen von Museumsbesuchen
Diese Arbeit setzt sich mit ausserschulischen Lernorten mit Fokus auf Museen auseinander. Dabei wird mittels qualitativer Inhaltsanalyse von durchgeführten Leitfadeninterviews überprüft, ob sich die Wahrnehmungen von Lehrpersonen am Martin Haffter Primarschulzentrum Weinfelden mit den in der Fachliteratur identifizierten Chancen und Herausforderungen zu ausserschulischen Lernorten und speziell Museumsbesuchen decken. Die Interviews wurden als Audiospuren aufgenommen und mit noScribe transkribiert. Eine anschliessende Zuordnung der Aussagen nach Kategorien ermöglichte die qualitative Inhaltsanalyse und Auswertung. Die Untersuchung zeigt, dass die Wahrnehmungen grundsätzlich den Erkenntnissen der Fachliteratur entsprechen, jedoch eine weitere Kategorie zu sozialen Aspekten der Klasse in der bisherigen Forschung zu wenig Beachtung findet
Didaktische Ansätze zur Förderung von Kindern mit LRS in den Lehrmitteln für den Zyklus 1
Die folgende Bachelorarbeit befasst sich mit der Frage, welche didaktischen Ansätze in Lehrmitteln des Zyklus 1 zur Förderung von Kindern mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche angewendet werden und wie deren Wirksamkeit zu beurteilen ist. Sie liefert einen Beitrag zur besseren Einordnung didaktischer Konzepte im Umgang mit Leseund Rechtschreibschwäche und gibt Impulse für die Praxis. Ausgehend von einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Lese- und Rechtschreibschwäche, deren Ursachen und Fördermöglichkeiten, werden die beiden Lehrmittel Deutsch Eins und die Sprachstarken 1 analysiert und miteinander verglichen. Dabei stellt sich heraus, dass das Lehrmittel Deutsch Eins mit ihrem Prinzip der Silbenmethode sich im Zyklus 1 für Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche bewährt. Die strukturierte Herangehensweise eignet sich besonders gut, diese Kinder bestmöglich zu fördern. Die Sprachstarken 1 hingegen setzen auf den Spracherfahrungsansatz und individuelle Förderung durch freie Texte, Anlauttabellen und motivierende Materialien. Dieses Lehrmittel würde in höheren Stufen einen besseren Einsatz finden. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass Deutsch Eins sich besser für den Zyklus 1, besonders die erste Klasse eignet, wobei die Sprachstarken 1 wertvolle Ergänzungen bietet. Insgesamt wird deutlich, dass eine individualisierte Auswahl und Kombination von Lehrmitteln sinnvoll scheinen
Friedrich Kühnel - Fantasie Erinnerung an Straniera nach Thalberg: Notenedition mit musikwissenschaftl. Begleittext.
Vom Mikrofon zur Mentalität: Wie deutsche Hip-Hop-Musik jugendliche Denkmuster formt
Die Masterarbeit untersucht, wie das Hören von Deutschrap die individuelle Identitätsentwicklung von Jugendlichen unter Berücksichtigung des Framing-Effekts beeinflusst. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern Deutschrap-Texte als Deutungsmuster (Frames) fungieren und welche Rolle diese bei der Identitätsbildung spielen. Methodisch wurde ein gemischter Ansatz gewählt, bestehend aus einer quantitativen Befragung von 149 Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren und qualitativen Interviews mit zwei ausgewählten Jugendlichen. Die quantitative Befragung lieferte Einblicke in die generelle Bedeutung von Musik und Deutschrap im Alltag der Jugendlichen, während die qualitativen Interviews tiefere Einblicke in die individuellen Wahrnehmungen und Erfahrungen der Jugendlichen ermöglichten. Die Ergebnisse weisen auf eine Tendenz hin, dass Deutschrap als soziokulturelles Orientierungsmuster eine wichtige Rolle spielt, insbesondere durch die Authentizität und Nähe der Künstler:innen sowie die vielfältigen Themen, die im Genre behandelt werden. Der Framing-Effekt zeigt sich darin, wie Jugendliche die Inhalte interpretieren und für ihre eigene Identitätsentwicklung nutzen. Deutschrap fördert die Selbstreflexion, bietet Orientierung und eröffnet Möglichkeiten zur Identifikation mit den Künstler:innen. Gleichzeitig können kontroverse Inhalte im Gangsta-Rap eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und Werten anregen. Die Arbeit zeigt zudem auf, dass Deutschrap durch seine stilistischen und inhaltlichen Mittel nicht nur zur Unterhaltung genutzt wird, sondern auch ein Instrument zur Selbstfindung und sozialen Orientierung darstellt. Die pädagogischen Implikationen umfassen die Möglichkeit, Deutschrap gezielt in schulischen Kontexten einzusetzen, um die kritische Auseinandersetzung mit Texten und deren Wirkung auf die eigene Identität zu fördern
Bewegungswelt im Kindergarten – Perspektiven und Teilhabe im Aussenraum
In einem interdisziplinären (Fachdidaktik Bewegung und Sport sowie Psychomotoriktherapie) und institutionsübergreifenden (PHTG, HfH) Forschungsprojekt untersuchen wir, wie sich die Bewegungswelt im Kindergarten konstituiert und welche Rolle Vielfalt und Teilhabe dabei spielen. Unsere Studie basiert auf der systematischen Beobachtung von Sequenzen des Kindergartenalltags im Aussenraum. Ergänzend erheben wir Daten durch Interviews mit Lehrpersonen und Fachpersonen sowie durch Gruppeninterviews mit Kindern, um die Perspektiven aller Beteiligten besser zu verstehen. Ein besonderer methodischer Ansatz ist die Einführung eines Freispielbereichs zum Thema „Reporter:innen“. In diesem Setting dokumentieren die Kinder ihre Sichtweisen, diskutieren Erlebnisse, führen eigene Interviews und bereichern so das Forschungsdesign durch ihre Perspektive. Der Aussenraum, der von den Lehrpersonen in unserem Forschungsprojekt mehrheitlich als „Freispiel Draussen“ definiert wird, bietet einen Ort, an dem Kinder, Lehrpersonen, Fachpersonen sowie die räumlichen Gegebenheiten mit den vorhandenen Geräten und Materialien gemeinsam die Bewegungswelt ko-konstruieren. Unser Fokus liegt darauf, zu verstehen, wie diese Prozesse ablaufen und welche Faktoren sie beeinflussen. Neben der Hauptfragestellung, wie sich die Bewegungswelt im Kindergarten konstituiert, widmen wir uns einer zentralen Nebenfrage: Wie können Kinder mit Förderbedarf in diesem Setting aktiv teilhaben? Unser Ziel ist es, zu untersuchen, wie diese Kinder von der Interaktion im Aussenraum profitieren und wie sie durch Lehrpersonen oder Psychomotoriktherapeut:innen gezielt unterstützt werden können. Im Workshop stellen wir den theoretischen Rahmen und das Forschungsdesign vor, die sich auf die Bereiche Fachdidaktik Bewegung und Sport sowie Psychomotoriktherapie stützen. Anschliessend präsentieren wir erste Einblicke in das Datenmaterial aus den bisherigen Erhebungen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden möchten wir diskutieren, wie diese Erkenntnisse in die eigene Praxis – insbesondere im Freispiel Draussen – übertragen werden können. Der Beitrag verbindet Theorie, Praxis und Diversität, indem er eine inklusive Perspektive auf die Bewegungswelt von Kindern im Kindergarten eröffnet
Language Education in Europe Today - Interview with S. Slivensky and G. Jaritz: EAIE Podcast (No. 103)
Understanding and fostering the plurilingual wellbeing of (language) teachers
Are language teachers aware of their plurilingual repertoire and its potential? Do they call upon their own language resources to implement plurilingual approaches in their teaching? Do teachers really understand plurilingualism? What relationship do teachers have with their own languages? Is this important? How can we help teachers step out of their comfort zone? This presentation will refer to the concept of plurilingual wellbeing by explaining the ECML project ‘Fostering the plurilingual wellbeing of language teachers’. Plurilingual wellbeing is defined as being aware of and valuing the potential of one’s own language repertoire and feeling comfortable with using it in a variety of personal and professional contexts. Rooted in research about (teacher) wellbeing, language awareness and plurilingual identity (e.g. Young & Mary, 2021; Mercer, 2021; Seligman, 2011), the project aims to understand how fostering plurilingual wellbeing among teachers can positively shape their plurilingual teaching practices and ultimately benefit their students’ learning. Teachers often find it challenging to navigate between their own beliefs and emotions and the task of promoting students' plurilingual competence. The PLURIWELL project is working with teachers for teachers. It does so by following a formative intervention which understands that teacher education should not be based solely on theoretical instruction on what is to be taught and how (Lantolf & Esteve, 2019) but should first challenge teachers’ own beliefs about the languages they teach and know, as well as the ones which surround them and thus influence their language identities. This approach is meant to allow for the development of highly applicable and individualised practice-oriented tools fostering the plurilingual wellbeing of teachers which support them in the task of implementing plurilingualism-sensitive language teaching