USB Journals (Univ. Köln)
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Sprachausbau mit der App Actionbound. Lernmöglichkeiten mit einer Differenzierungsspinne planen
Der Erwerb vielfältiger Literacies im sprachlichen und kommunikativen Bereich so-wie der Aufbau digitaler und medialer Literacies im Sinne eines digital Empowerments bilden eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen gesellschaftlicher Teilhabe. Aufzuzeigen, wie hierbei die App Actionbound eingesetzt werden kann, ist ein Ziel des Beitrags. Des Weiteren sollen didaktische Kriterien für deren Einsatz vorgestellt werden, die sich an den Leitprinzipien modernen (Sprach-)Unterrichts orientieren. Den Lernenden eröffnen sich in Stadtralleys, die mit der App Actionbound gestaltet wurden, Zugänge zu Inhalten und Versprachlichungsmodi, die in dieser Vielgestaltigkeit im Klassenzimmer kaum anzutreffen sind. Eine sinnliche Auseinandersetzung mit konkreten Orten und eine (digitale) Mehrfachcodierung befördern dabei nachweislich den Lernerfolg. Diese Verschränkung von digitalem Lernen, mobilem ortsbezogenem Lernen und sprachlichem Lernen ermöglicht es, den aktuellen Herausforderungen an einen differenzierten, mehrsprachigen, adressatengerechten und Lebenswelt-bezogenen Unterricht synergetisch zu begegnen.
Abstract (english): Place-Based Approaches to Language Development. How to Plan Learning Opportunities with Actionbound and Spider Charts
The acquisition of linguistic and communicative literacies as well as the development of digital and media literacies in the sense of digital empowerment is crucial for the achievement of social participation. The article shows how the Actionbound App can be used in order to support the requested acquisition of language and ot-her skills. Furthermore, didactic criteria that follow the guiding principles of modern (language) teaching will be presented. App-based real-world scavenger hunts offer learners access to a variety of content and modes of language that can rarely be found in the classroom. It is exactly this specific combination of digital learning, mobile location-based learning and language learning that helps to meet the challenges of differentiated, multilingual and student-oriented teaching
Welche Überzeugungen haben Lehrkräften an berufsbildenden Schulen zu digitalen Schreibtools und wie nutzen sie diese? Eine Fragebogenstudie in Hamburg und Niedersachsen
Informations- und Kommunikationstechnologien sowie digitale Bildungsressourcen haben sich rasant entwickelt und wurden schnell in Bildungskontexte eingeführt. Lehrer*innen übernehmen eine Schlüsselrolle bei der Integration dieser technologi-schen Ressourcen in den Unterricht. Laut dem „will, skill, tool“-Modell spielen neben digitalisierungsbezogenen Kompetenzen auch Überzeugungen und Vorerfahrungen in der Nutzung von digitalen Tools eine große Rolle bei der Integration digitaler Medien in den Unterricht. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, zu ermitteln, wie Lehrer*innen an berufsbildenden Schulen in Norddeutschland digitale Schreibtools in ihrem Unterricht einsetzen und welche Überzeugungen sie gegenüber deren Einsatz im Unterricht haben. Mit einem quantitativen Online-Fragebogen, den 81 Lehrer*in-nen beantworteten, wurden die erforderlichen Informationen erhoben. Die Ergebnis-se zeigen, dass Lehrkräfte Textverarbeitungsprogramme im Unterricht nutzen und den Umgang mit ihnen thematisieren. Elaboriertere Schreibtools werden bisher wenig verwendet, jedoch nicht, weil die Lehrkräfte die Nutzung ablehnen, sondern weil sie wenig Informationen über deren Verfügbarkeit und Qualität haben.
Abstract (english): What beliefs do teachers at vocational schools have about digital writing tools and how do they use them? - A questionnaire study in Hamburg and Lower Saxony
Information and communication technologies and digital educational resources have undergone rapid development and have been rapidly introduced into educational contexts. Teachers play a key role in integrating these technological resources into the classroom. According to the ‚will skill tool‘ model, in addition to digitisation-related competences, beliefs and prior experience in the use of digital tools play a major role in the integration of digital media into the classroom. The aim of this study is to find out how teachers at vocational schools in northern Germany work with digital writing tools in their lessons and what beliefs they have about their application in the classroom. Through an online quantitative questionnaire in which 81 teachers participated the necessary information was collected. The results show that teachers apply word processors in class and discuss how to use them. More elaborate writing tools are not worked with much, not because teachers refuse to, but because they have little information about their availability and quality
How to tell stories digitally (fast?) – Digitale Perspektiven auf Deutschdidaktik und Erzählen
Der Begriff des Erzählens hat eine erstaunliche Karriere hingelegt. So kennen z.B. schon seit einiger Zeit auch Wirtschaft oder Politik das ,Storytelling‘. Ein derart erweitertes Verständnis von Narrativen wirft Fragen auf, wenn sich das Ganze zudem digital potenziert. Entsprechend versucht das vorliegende Heft, eine möglichst große Bandbreite für den Deutschunterricht aufzuzeigen. Das reicht vom schriftsprachlichen Erzählen (Otten / Ohlhus sowie Führer / Gerjets) über mediale Inszenierungen der Populärkultur (Meer / Bary sowie Wolbring) und aktuelle Kinder- und Jugendmedien (Krichel) bis hin zu wissenschaftsgeschichtlichen und methodischen Fragen: Welchen Narrativen folgte die Disziplin der Deutschdidaktik historisch (Dawidowski / Eickmeyer) und welchen folgt sie aktuell hinsichtlich möglicher Neuorientierungen wie z. B. bei den Digital Humanities (Herz)? Veränderte mediale Erscheinungsformen fordern schließlich immer wieder dazu heraus, deutschdidaktische Fragen zu (re-)perspektivieren
Hashtags, Slogans, Memes und Co. Zur Wirkungsweise prägnanter Textstellen im Digitalen Zeitalter am Beispiel von Shirin Davids "Lieben wir"
Der Artikel stellt das Konzept der Prägnanz als zeitgemäße Möglichkeit vor, Verbreitungsmechanismen von Textstellen im digitalen Zeitalter beobachtbar zu machen. Prägnanz wird dazu bestimmt als die Disposition einer Textstelle zu invarianter Merkbarkeit und diskursiver Mobilität. Am Beispiel von Shirin Davids populärem Slogan „Lieben wir“ zeigt der Artikel, wie Prägnanzpotenziale in Texten disponiert werden. Ein besonderes Augenmerk fällt dabei auf zwei Aspekte, die im klassischen Lyrikunterricht eine eher untergeordnete Rolle spielen, nämlich die Personaeinschreibung und die pragmatische Dimension. Beide scheinen dabei kennzeichnend für den rezenten Mediendiskurs. Der Artikel argumentiert daher, dass die Reflexion einer Poetik der Prägnanz maßgeblich zu einer Steigerung der Medienreflexionskompetenz von Schülerinnen und Schülern beitragen kann.
Abstract (english): Hashtags, Slogans, Memes and Co. – On The Effect of Concise Text Sections in The Digital Age Using Shirin David‘s “Lieben Wir” as an Example
The article presents the concept of conciseness as a contemporary way of making the distribution mechanisms of text passages observable in the digital age. Conciseness is defined as the disposition of a text passage to invariant memorability and discursive mobility. Using Shirin David‘s popular slogan „Lieben wir“ as an example, the article shows how concise potentials are arranged in texts. Particular attention is paid to two aspects that play a rather subordinate role in classical poetry lessons, namely the persona inscription and the pragmatic dimension. Both seem characteristic of the recent media discourse. The article therefore argues that reflecting on the poetics of conciseness can contribute significantly to increasing the competence for media reflection of students
Selbsteingeschätzte Kompetenzen von Lehramtsstudierenden zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht und die Bedeutung von Lerngelegenheiten und eingeschätzten Folgen digital gestützten Unterrichts
Die Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen angehender Lehrkräfte für die Schulpraxis ist eine wichtige Aufgabe der Lehramtsausbildung. Die Befunde dieses Beitrags deuten darauf hin, dass sich Varianz in dieser Zielvariable bei Lehramtsstudierenden u.a. durch wahrgenommene Potenziale des unterrichtlichen Einsatzes digitaler Medien sowie durch Merkmale auf Ebenen universitärer und schulpraktischer digitalisierungsbezogener Lerngelegenheiten, nicht jedoch auf Ebene digitalisierungsbezogener Lerngelegenheiten im privaten Alltag während des Lehramtsstudiums erklären lässt. Gleichzeitig zeigt sich für eine Reihe untersuchter Merkmale, dass sich hier erwartungswidrig keine Hinweise auf eine prädiktive Relevanz in Bezug auf die selbsteingeschätzten Kompetenzen der Studierenden zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht identifizieren ließen. Eine moderate Anpassungsgüte des Regressionsmodells deutet neben den untersuchten auch auf weitere potenziell vorhersagestarke Prädiktoren hin.
Promoting pre-service teachers’ ICT (information and communications technology)- and classroom-related skills is a crucial aim of teacher education. Findings of the present study indicate that variance in prospective teachers’ self-estimated competence for ICT-assisted teaching can partially be explained through perceived positive outcomes of ICT integration into teaching and learning as well as through some aspects of ICT-related learning opportunities at university and in school-practical domains, while other factors did not account for variance. Unexpectedly, no variance in self-estimated competence for ICT-assisted teaching depending on ICT-related learning opportunities in participants’ everyday lives was found. With regard to the moderate fit of the regression model, it is likely that there are further relevant predictors beyond those that were analyzed
Beurteilungsraster für Virtual-Reality-Anwendungen im fremdsprachenunterrichtlichen Kontext
Virtual Reality (VR) hat diverse Potenziale für den Fremdsprachenunterricht. Auch bietet der Markt inzwischen eine Vielzahl an Applikationen und Anwendungen, die augenscheinlich für eine fruchtbare Anwendung im Kontext des fremdsprachlichen Lernens geeignet scheinen.
Der Beitrag präsentiert ein im Rahmen einer universitären Lehrveranstaltung entwickeltes Beurteilungsraster, welches eine didaktisch-methodische Einschätzung zum Potenzial von VR-Anwendungen im Kontext des Fremdsprachenunterrichts erlaubt.
Virtual Reality (VR) holds diverse potentials for foreign language instruction. Moreover, the market offers a multitude of applications and tools that appear to be suitable for an effective use within the context of foreign language learning. This paper introduces an analysis framework that has been devised within the scope of a university-level educational course. This framework enables a didactic-methodological evaluation of the potential of VR applications within the context of foreign language education
Nur noch kurz die Welt retten... Zur Diskursivierung gesellschaftspolitischer Interdiskurse in Let’s-Play-Video-Communities am Beispiel des Spiels ECO
Ausgehend von dem Befund, dass Let’s-Play-Videos in der Mediensozialisation von Heranwachsenden eine bedeutsame Rolle einnehmen können, geht der Artikel der Frage nach, wie dieser mediale Sozialisationsraum Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu gesellschaftspolitischen Themen eröffnen kann. Im Zentrum stehen das 2018 veröffentlichte Simulationsspiel ECO und die dazugehörige Community of Practice. Betrachtet wird ein mit 1,2 Mio. Aufrufen innerhalb der Community stark rezipiertes Let’s-Play-Video des Content Creators Gronkh. Durch die spielbegleitende Interaktion und die ausgiebige Kommentierung der Rezipient*innen ergeben sich hier intermediale Transzendierungseffekte, innerhalb der Community dokumentiert sich auf mehreren Ebenen eine Mediengrenzen überschreitende Partizipationspraxis. Die dargestellte exemplarische Fallstudie fokussiert auf Grundlage eines sequenziell-gesprächsanalytischen Ansatzes u.a. das literarisch-ludische Spannungsverhältnis von Fiktionalisierung und Faktualität, das mit Blick auf das Potenzial zum politischen Denken als einem Denken in Möglichkeiten und unter Bezugnahme auf gesellschafts-politische Diskurse analytisch erschlossen und diskutiert wird.
Abstract (english): Just gotta save the world real quick. About the production of social and political discourses in the Let´ s-Play-video-community by the example of the game ECO
Based on the finding that Let’s Play videos can play a significant role in the media socialization of adolescents, the article explores the question of how this medial socialization space can open up access to sociopolitical topics for children and adolescents. A special focus is placed on the simulation game Eco and the associated Community of Practice. The study examines a Let’s Play video by the content creator Gronkh, which has received 1.2 million views within the community. The interaction accompanying the game and the extensive comments of the recipients result in several intermedial transcendence effects; within the community, a practice of participation that transcends media boundaries is documented on several levels. On the basis of a sequential-conversation-analytical approach the exemplary case study presented here focuses on the literary-ludic tension between fictionalization and factuality which is analytically developed and discussed with a view to the potential for political thinking as a thinking in possibilities and with reference to socio-political discourses
Ein phasenübergreifender Blick auf sprachliche Bildung in der Lehrkräfteprofessionalisierung zwischen Theorie und Praxis: Das Desiderat Vorbereitungsdienst
Der Beitrag problematisiert die Rolle des Vorbereitungsdienstes in Bezug auf sprachliche Bildung und ihre Theorie-Praxis-Relation für die Lehrkräfteprofessionalisierung. Obwohl der Vorbereitungsdienst hier eine zentrale Rolle einnimmt, gibt es kaum empirische Informationen darüber. In dieser Hinsicht sowie mit Blick auf weitere Phasen der Lehrkräftebildung wird einerseits das Potenzial, andererseits aber auch Dilemmata und Desiderate im Hinblick auf eine phasenübergreifende Harmonisierung der Lehrkräftebildung hinsichtlich sprachlicher Bildung aufgezeigt. Daraufhin werden empirische und praktische Lösungsansätze für die Weiterentwicklung von Professionalisierungsprozessen im Kontext des Vorbereitungsdienstes formuliert.
This paper addresses the role of language education in the induction phase of teacher education programs between theory and practice. Even though the induction phase is considered crucial for pre-service teachers’ professional development, research about it is scarce. Opportunities to align contents throughout academic and practical phases of teacher education as well as desiderata and dilemmas are discussed. Subsequently, empirical and practical approaches that foster teacher education in the area of language education are pointed out