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Muster und Bedeutung: Bedeutungskonstitution als kontextuelle Aktivierung im Vektorraum
Gegenstand der Arbeit ist eine computerlinguistische Modellierung der Bedeutungskonstitution in sprachlichen Einheiten. Ausgehend vom Phänomen der Variabilität sprachlicher Bedeutung wird die Bedeutungskonstitution als ein dynamischer Prozess beschrieben, bei dem sich die Bedeutung sprachlicher Einheiten erst innerhalb lokaler Kontexte konkretisiert. Diese Konzeption eines dynamischen Bedeutungsbegriffs stützt sich auf eine der zentralen Annahmen der Kognitiven Semantik, der zufolge Bedeutungen nicht unabhängig vom Kontext existieren.
Methodischer Leitgedanke ist eine empirisch-experimentelle Herangehensweise an sprachwissenschaftliche Problemstellungen. Die bei der empirischen Überprüfung des Modells zu beachtenden Anforderungen an wissenschaftliche Experimente – Kontrolle, Wiederholbarkeit und Variation – werden durch die softwaretechnologische Umsetzung mittels des linguistischen Komponentensystems Tesla (Text Engineering Software Laboratory) berücksichtigt.
Die Modellierung erfolgt vor dem Hintergrund der Distributional Hypothesis nach Zellig S. Harris über die algorithmische Erfassung sprachlicher Verwendungsmuster in großen Textkorpora. Auf Basis einer Repräsentation des Bedeutungspotentials durch Vektoren wird die Bedeutungskonstitution als informationsverarbeitender Prozess modelliert, im Zuge dessen eine lokale Anpassung der Vektoren im Sinne einer kontextuellen Aktivierung im Vektorraum erfolgt. In der hier vorgeschlagenen Modellierung sind die Verwendungsmuster damit der entscheidende Informationsträger und -lieferant – mit anderen Worten: ohne Muster keine Bedeutung.
Lesen Sie hier die detaillierte English Summary: https://bit.ly/2GozAp
Funktionen von Possessivsuffixen in den ugrischen Sprachen
Die Beschreibung der Dimension der Possession − formale Ausdruckweisen, Interpretationen der Relationen und auch deren Einschränkungen − ist ein in der Linguistik seit dem Anfang des letzten Jahrhunderts gut dokumentiertes und erforschtes Themengebiet. In der Uralistik − der Sprachwissenschaft der uralischen Sprachen wie beispielsweise dem Finnischen und Ungarischen − lehnt sich die Beschreibung der Dimension Possession dabei stark an die Forschung zur Possession in den indo-europäischen Sprachen an. Beide Sprachfamilien unterscheiden sich jedoch typologisch, sodass auch die Strukturen zum Ausdruck von Possession mitunter stark voneinander abweichen. Dies führte unter anderem dazu, dass sich bei der Beschreibung des Possessivsuffixes, des Hauptbestandteils der Possessivkonstruktionen der uralischen Sprachen, eine Zweiteilung in possessive Funktionen und nicht-possessive Funktionen (d.h. solche Funktionen, die nicht mit dem Beschreibungsmodell anderer Sprachfamilien abgedeckt werden können) etabliert hat. Erst jüngere Abhandlungen beginnen, mit Berücksichtigung neuerer linguistischer Forschungsansätze, mit einer Re-Evaluation des Themas. So widmet sich dieses Buch einer Re-Analyse der Funktionen des Possessivsuffixes im ugrischen Sprachzweig der uralischen Sprachen (Ungarisch, Chantisch und Mansisch). Die Autorin verzichtet dabei auf die bisherige Zweiteilung possessiv und nicht-possessiv und beschreibt stattdessen das Possessivsuffix anhand seiner tatsächlichen Vorkommen im Text. Die Arbeit berücksichtigt anerkannte theoretische Grundlagen z.B. aus der kognitiven Linguistik, zieht neue Forschungsansätze wie die Informations-Strukturierung und die Referenz-Linguistik mit heran und ist in erster Linie doch korpus-basiert.
Lesen Sie hier die detaillierte English Summary: https://bit.ly/2Xo1MOo
Gwen Eva Janda studierte Finnougristik/Uralistik, allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft sowie Slavistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte dort 2016 in der Graduiertenschule Sprache & Literatur − Klasse für Sprache mit Stipendium der Bayerischen Eliteförderung. Interessens- und Forschungsgebiete sind bedrohte Sprachen Sibiriens und deren Dokumentation; vorwiegend das Erstellen von Korpora und die Datenanalyse, mit Schwerpunkt auf Morphosyntax und Pragmatik. 2010 bis 2012 war sie Mitarbeiterin im EuroBABEL/DFG-Projekt Ob-Ugric Languages (OUL), von 2015 bis 2017 Koordinatorin des FWF/DFG Folgeprojektes Ob-Ugric Database (OUDB).Website: https://lmu-munich.academia.edu/GwenEvaJand
Funktionen von Possessivsuffixen in den ugrischen Sprachen
Die Beschreibung der Dimension der Possession − formale Ausdruckweisen, Interpretationen der Relationen und auch deren Einschränkungen − ist ein in der Linguistik seit dem Anfang des letzten Jahrhunderts gut dokumentiertes und erforschtes Themengebiet. In der Uralistik − der Sprachwissenschaft der uralischen Sprachen wie beispielsweise dem Finnischen und Ungarischen − lehnt sich die Beschreibung der Dimension Possession dabei stark an die Forschung zur Possession in den indo-europäischen Sprachen an. Beide Sprachfamilien unterscheiden sich jedoch typologisch, sodass auch die Strukturen zum Ausdruck von Possession mitunter stark voneinander abweichen. Dies führte unter anderem dazu, dass sich bei der Beschreibung des Possessivsuffixes, des Hauptbestandteils der Possessivkonstruktionen der uralischen Sprachen, eine Zweiteilung in possessive Funktionen und nicht-possessive Funktionen (d.h. solche Funktionen, die nicht mit dem Beschreibungsmodell anderer Sprachfamilien abgedeckt werden können) etabliert hat. Erst jüngere Abhandlungen beginnen, mit Berücksichtigung neuerer linguistischer Forschungsansätze, mit einer Re-Evaluation des Themas. So widmet sich dieses Buch einer Re-Analyse der Funktionen des Possessivsuffixes im ugrischen Sprachzweig der uralischen Sprachen (Ungarisch, Chantisch und Mansisch). Die Autorin verzichtet dabei auf die bisherige Zweiteilung possessiv und nicht-possessiv und beschreibt stattdessen das Possessivsuffix anhand seiner tatsächlichen Vorkommen im Text. Die Arbeit berücksichtigt anerkannte theoretische Grundlagen z.B. aus der kognitiven Linguistik, zieht neue Forschungsansätze wie die Informations-Strukturierung und die Referenz-Linguistik mit heran und ist in erster Linie doch korpus-basiert.
Lesen Sie hier die detaillierte English Summary: https://bit.ly/2Xo1MOo
Gwen Eva Janda studierte Finnougristik/Uralistik, allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft sowie Slavistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte dort 2016 in der Graduiertenschule Sprache & Literatur − Klasse für Sprache mit Stipendium der Bayerischen Eliteförderung. Interessens- und Forschungsgebiete sind bedrohte Sprachen Sibiriens und deren Dokumentation; vorwiegend das Erstellen von Korpora und die Datenanalyse, mit Schwerpunkt auf Morphosyntax und Pragmatik. 2010 bis 2012 war sie Mitarbeiterin im EuroBABEL/DFG-Projekt Ob-Ugric Languages (OUL), von 2015 bis 2017 Koordinatorin des FWF/DFG Folgeprojektes Ob-Ugric Database (OUDB).Website: https://lmu-munich.academia.edu/GwenEvaJand
An Archaeology of Art and Writing: Early Egyptian Labels in Context
An Archaeology of Art and Writing offers an in-depth treatment of the image as material culture. Centring on early Egyptian bone, ivory, and wooden labels—one of the earliest inscribed and decorated object groups from burials in the lower Nile Valley—the research is anchored in the image as the site of material action. A key aim of this book is to outline a contextual and reflexive approach to early art and writing as a complement to the traditional focus on iconographic and linguistic meanings. Archaeological and anthropological approaches are integrated with social theories of practice and agency to develop a more holistic perspective that situates early Egyptian imagery in relation to its manufacture, use and final deposition in the funerary context. The dialectical relationships between past embodied practitioners and materials, production techniques, and compositional principles are examined for the insight they provide into changes and continuities in early Egyptian graphical expression across time and space. The electronic version of this book is accompanied by an online database of the inscribed labels, enabling the reader to explore via hyperlinks the fascinating body of evidence that underpins this innovative study.
Please note that this text contains the Egyptian hieroglyphic font Inscribe 2004 (https://archive.org/details/inscribe, usage Public Domain Mark 1.0) and the transliteration font Trlit_CG Times (https://dmd.wepwawet.nl/fonts.htm). We are unable to guarantee the correct rendering of these fonts on all devices. For the intended display of the hieroglyphic and transliteration fonts, see the PDF version of this book: https://doi.org/10.16994/ba
Letzter Wille mit großer Wirkung – Die Testamente Ferdinand Franz Wallrafs (1748–1824)
Pünktlich zum 200. Jahrestag der Wallraf’schen Testamentseröffnung im Mai 2018 hat diese Publikation Wallrafs testamentarische Bestimmungen angefangen bei seinem ersten Testament aus dem Jahr 1783 bis hin zum letzten Testament von 1818 und der Annahme durch die Stadt in den Blick genommen. Erstmals werden die drei Versionen in Einzelbeiträgen ausführlicher vorgestellt und abschließend miteinander verglichen sowie ergänzt um Hintergrundbetrachtungen zu der kaum thematisierten Familie Wallrafs einerseits und den langjährigen Verhandlungen zur Veräußerung seiner Sammlungen andererseits.
Hinweis: Sämtliche in der Publikation enthaltenen Links wurden 2025 ein letztes Mal geprüft, im Rahmen des Hostings über usb.monographs werden die Links nicht weiter aktualisiert
An Archaeology of Art and Writing: Early Egyptian Labels in Context
An Archaeology of Art and Writing offers an in-depth treatment of the image as material culture. Centring on early Egyptian bone, ivory, and wooden labels—one of the earliest inscribed and decorated object groups from burials in the lower Nile Valley—the research is anchored in the image as the site of material action. A key aim of this book is to outline a contextual and reflexive approach to early art and writing as a complement to the traditional focus on iconographic and linguistic meanings. Archaeological and anthropological approaches are integrated with social theories of practice and agency to develop a more holistic perspective that situates early Egyptian imagery in relation to its manufacture, use and final deposition in the funerary context. The dialectical relationships between past embodied practitioners and materials, production techniques, and compositional principles are examined for the insight they provide into changes and continuities in early Egyptian graphical expression across time and space. The electronic version of this book is accompanied by an online database of the inscribed labels, enabling the reader to explore via hyperlinks the fascinating body of evidence that underpins this innovative study.
Please note that this text contains the Egyptian hieroglyphic font Inscribe 2004 (https://archive.org/details/inscribe, usage Public Domain Mark 1.0) and the transliteration font Trlit_CG Times (https://dmd.wepwawet.nl/fonts.htm). We are unable to guarantee the correct rendering of these fonts on all devices. For the intended display of the hieroglyphic and transliteration fonts, see the PDF version of this book: https://doi.org/10.16994/ba
Das Physikalische Kabinett – Von der jesuitischen Lehrsammlung zum kulturellen Erbe
Der Kölner Jesuitenorden leitete bis 1773 das Gymnasium Tricoronatum, das zur Philosophischen Fakultät der Alten Kölner Universität gehörte. Das Physikalische Kabinett mit seinen naturwissenschaftlichen Instrumenten war Teil der umfangreichen Lehrsammlungen, die im Unterricht als Lehr- und Anschauungsmaterialien benutzt worden sind. Diese Publikation präsentiert die Ergebnisse von 15 Monaten intensiver Sammlungsforschung: So vermitteln die sieben digitalisierten Inventare wichtige Einblicke in die unterschiedlichen Phasen der Sammlungsentwicklung und zwölf thematische Beiträge bilden den inhaltlichen Rahmen, gegliedert in die drei zeitlichen Kategorien Genese, Blütezeit und Musealisierung, jeweils ergänzt mit passenden Objekten.
Hinweis: Sämtliche in der Publikation enthaltenen Links wurden 2025 ein letztes Mal geprüft, im Rahmen des Hostings über usb.monographs werden die Links nicht weiter aktualisiert
Letzter Wille mit großer Wirkung – Die Testamente Ferdinand Franz Wallrafs (1748–1824)
Pünktlich zum 200. Jahrestag der Wallraf’schen Testamentseröffnung im Mai 2018 hat diese Publikation Wallrafs testamentarische Bestimmungen angefangen bei seinem ersten Testament aus dem Jahr 1783 bis hin zum letzten Testament von 1818 und der Annahme durch die Stadt in den Blick genommen. Erstmals werden die drei Versionen in Einzelbeiträgen ausführlicher vorgestellt und abschließend miteinander verglichen sowie ergänzt um Hintergrundbetrachtungen zu der kaum thematisierten Familie Wallrafs einerseits und den langjährigen Verhandlungen zur Veräußerung seiner Sammlungen andererseits.
Hinweis: Sämtliche in der Publikation enthaltenen Links wurden 2025 ein letztes Mal geprüft, im Rahmen des Hostings über usb.monographs werden die Links nicht weiter aktualisiert
“Colonised by Wankers”: Postcolonialism and Contemporary Scottish Fiction
Has Scotland suffered from colonial oppression by England for the last 300 years? While historiography may give an answer in the negative, this study reveals that the contemporary Scottish novel is haunted by strong feelings, marked by perceptions of abjection and inferiorisation in response to constructing the English as dominating.Drawing from an unprecedented corpus of contemporary Scottish novels, this study explores the postcolonial in Scottish fiction in order to investigate the underlying discursive power relations that shape the Scottish literary imagination. The study consequently demonstrates that the analysis of Scottish national identity profits from this new angle of interpretation of the Scottish novel as postcolonial. The analysis of discourses such as those of gender, class, space and place, and race reveals how the construction of the Scottish as marginalised permeates the width of the contemporary Scottish novel, by referring to diverse examples, such as James Kelman’s How late it was, how late or genre fiction such as Ian Rankin’s Set in Darkness. Thus, this study provides an insightful reading in the wake of current political developments such as the Scottish independence referendum.
English Summary: http://bit.ly/2osWNe
“The Truth about the Desert”: Exile, Memory, and the Making of Communities among Malian Tuareg Refugees in Niger
The Truth about the Desert explores the living conditions under which Tuareg refugees from northern Mali rebuild their lives in the Nigerien diaspora and how these conditions affect their self-understandings and cultural practices, established status hierarchies, and religious identity formation. The book counterbalances an earlier scholarly preoccupation with Tuareg nobility by zoning in on two inferior social status groups, the Bellah-Iklan and free-born vassals, which have been neglected in conventional accounts of Tuareg society. By offering a multi-layered analysis of social status and identity formation in the diaspora, it pleads for a more dynamic understanding of Tuareg socio-political hierarchies. Analyzing in detail how both status groups rely on moralizing labels and racial stereotyping to reformulate their own social and ethnic identity, the study highlights refugees’ aspirations and capacities to remake their imaginary and material worlds in the face of adverse and often deeply humiliating living conditions. The book provides vital insights for refugee studies and for scholarly debates on ethnicity, social identity formation, and memory politics.
English Summary: http://bit.ly/2GreuT