aliceOpen – Der Publikationsserver der Alice Salomon Hochschule Berlin
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Hygieia model: development of a three-dimensional model for the standardized analysis of infection control protocols
Until now, there have been no standardized guidelines for the content of infection control protocols. The aim of this research project is therefore to develop a standardized model for the evaluation and analysis of three dimensions: setting, protection targets, and precautions
Betrachtung der Coronapandemie aus Sicht von Menschen mit HzE- Bezug
Im März 2020, zu Beginn des ersten Lockdowns in Deutschland, wandte sich das Jugendamt Berlin Mitte an den Studiengang „Praxisforschung Soziale Arbeit und Pädagogik“ der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) mit der Frage, wie Menschen die Hilfen zur Erziehung (HzE) beantragt hatten, die Pandemie erlebten, woraufhin sich einige Studierendende unter Anleitung von Prof. Dr. Rätz dieser Fragestellung annahmen.
Mit den anhaltenden pandemischen Bedingungen schien es nötig, die Forschung mit einer zweiten Erhebung fortzuführen. Dies geschah während des SoSe 2021 im Praxisforschungsseminar an der ASH. Im Gegensatz zur Erhebung aus dem SoSe 2020 konnten in dieser auch junge Menschen interviewt werden.
Die Teilnehmenden nutzten die Interviews, um über diverse Themen zu sprechen. Viele Teilnehmenden zeigten Verständnis für verschiedene Institutionen, mit denen sie während der Pandemie in Kontakt waren, trotz der offensichtlichen negativen Folgen, die sich für sie ergaben. Darüber hinaus wurde benannt, welche Strategien von den Interviewten genutzt wurden, um den Lockdown und die damit einhergehenden Beschränkungen zu bewältigen. Ein immer wieder aufkommendes Thema war die Nichterreichbarkeit der verschiedenen Institutionen. Auch berichteten die Teilnehmenden von dem Wegbrechen ihrer sozialen Kontakte und welche Strategien entwickelt werden konnten, um diese dennoch aufrecht zu erhalten.
In den Interviews wird deutlich, dass es für die Interviewten wichtig ist, mit den für sie zuständigen Fachkräften in Kontakt zu bleiben. Dies betrifft sowohl Fachkräfte der Jugendämter als auch die freien Träger. Auch ist es wichtig, bereits etablierte Standards der Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten einer Pandemie aufrecht zu erhalten. Bei dem Pandemiegeschehen handelt es sich um einen äußerst dynamischen Prozess. Das Hilfesystem sollte versuchen, hier flexibel auf die sich verändernden Bedingungen zu reagieren und somit den Ängsten der Adressaten_innen begegnen zu können
Facilitator competency rubric in nursing simulations: transcultural adaptation and validation of the German version
Background
Simulations are part of nursing education. To obtain good results, simulation facilitators need to be competent in simulation pedagogy. Part of this study was the transcultural adaptation and validation of the Facilitator Competency Rubric into German (FCRG) and the evaluation of the factors associated with higher competencies.
Method
A written-standardized cross-sectional survey was conducted. N = 100 facilitators (mean age: 41.0 (9.8), female: 75.3%) participated. Test–re-test, confirmatory factor analysis (CFA), and ANOVAs were conducted to evaluate the reliability and validity of, and the factors associated with, FCRG. Intraclass correlation coefficient (ICC) values > .9 indicate excellent reliability.
Results
The FCRG achieved good intra-rater reliability (all ICC > .934). A moderate correlation (Spearman-rho .335, p < .001) with motivation indicates convergent validity. The CFA showed sufficient to good model fits (CFI = .983 and SRMR = .016). Basic simulation pedagogy training is associated with higher competencies (p = .036, b = 17.766).
Conclusion
The FCRG is a suitable self-assessment tool for evaluating a facilitator’s competence in nursing simulation
#systemrelevant forschen
Mit dem vorliegenden Forschungsbericht können Sie einen umfassenden Einblick in die Forschungsaktivitäten der ASH Berlin gewinnen. Diese konnten im Berichtszeitraum von 2017 bis 2021 erneut ausgebaut werden. So stiegen die Drittmittelausgaben für Forschung stiegen von 1.728.000 Euro auf 2.384.000 Euro. An der ASH Berlin forschen Professor_innen, wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und Studierende aller Studiengänge und Fachgebiete zu grundlagen- und anwendungsbezogenen Fragen. Dabei entstehen Publikationen und zahlreiche Fachtagungen beleben die Hochschule. Ihre Mitglieder gehen vielfältige forschungsbezogene Kooperationen ein und pflegen einen regen Austausch mit Kolleg_innen und Partner_innen aus Wissenschaft, beruflicher Praxis sowie dem sozialpolitischen und soziokulturellen Raum. Diese Aktivitäten dokumentiert der Forschungsbericht 2017-2021
Hegemonie bilden
Antonio Gramsci gilt als meistzitierter italienischer Autor in den Geistes- und Sozialwissenschaften seit Machiavelli. Die Auseinandersetzung mit Gramsci prägt nicht nur die Cultural Studies, sondern ist auch Grundlage für Perspektiven kritischer Pädagogik. Das gilt auch zunehmend für den deutschsprachigen Diskurs, in dem bisher eine systematische Rezeption von Gramscis Werk in den Erziehungs- und Bildungswissenschaften aussteht.
Der vorliegende Band versammelt aktuelle transdisziplinäre und transnationale Beiträge und versteht sich als Anstoß zum Weiterdenken – in a Gramscian way
Gemeinwesenarbeit im deutschsprachigen Raum
Dieser Abschlussbericht stellt die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts zu wesentlichen Rahmenbedingungen von Gemeinwesenarbeit (GWA) in Deutschland, Österreich und dem deutschsprachigen Teil der Schweiz dar. Der Bericht gibt Auskunft über sechs mit dem Forschungsprojekt ausgeleuchtete Verankerungsdimensionen von Gemeinwesenarbeit: Vorkommen, Ausrichtung, Bezeichnungen, Träger, Ressortzuordnungen, Finanzierung.
Die sowohl qualitativ als auch quantitativ angelegte und in mehrere Teilprojekte unterteilte Studie wendete sich an Praktiker*innen der Gemeinwesenarbeit als Adressat*innen. Dabei wurde eine vergleichsweise weite Umschreibung von Gemeinwesenarbeit zugrunde gelegt. Im Sinne einer „Forschung als Praxis“ wurde als ein Teilprojekt ein digitaler Atlas der Gemeinwesenarbeit erstellt und publiziert. Dieser frei zugängliche Atlas leistet einen Beitrag zur Erhöhung der Sichtbarkeit von Gemeinwesenarbeit; zum Zeitpunkt der Berichtslegung umfasst er 500 Praxisorte der Gemeinwesenarbeit.
Der Bericht legt das methodische Vorgehen und die empirischen Ergebnisse zu den Rahmenbedingungen von Gemeinwesenarbeit differenziert dar. Besonderheiten des Berichts liegen in der Offenlegung auch von Limitierungen und Engführungen im Projektverlauf und in einer Fülle an Hinweisen auf weitergehende Forschungsfragen und Handlungsbedarfe. Die mit diesem Forschungsbericht vorgelegten Ergebnisse können dazu beitragen, die Beschreibung der Strukturbedingungen von GWA stärker auf durch Forschung abgesicherte Daten zu stützen
Unruhe bewahren. Eine unordentliche Antwort auf Loïc Wacquants Plädoyer für eine Diskurskorrektur
Rassismus ist eine Tatsache und eine Erfahrung. Wie können wir über Rassismus sprechen, ohne rassistisch markierte Menschen zu verletzen? Wie Rassismus verstehen, um darauf aufbauend Strategien zu finden, die eine gerechtere Welt imaginierbar machen? Können dafür dieselben Methoden – Methoden des Sortierens und der Datensammlung – zum Einsatz kommen, die Rassismus ermöglicht haben? Der Text ist eine Antwort auf Loïc Wacquants Vorschlag, Rassismus mit Hilfe von fünf Grundsätzen und einem klaren und pragmatischen soziologischen Instrumentarium begreifbar zu machen. Dagegen wird argumentiert, dass Rassismus, gerade weil es sich bei diesem um eine jahrhundertalte Ideologie und Praxis handelt, die von europäischen Akademien legitimiert wurde, nach Strategien ruft, die nicht weiterhin die Illusion nähren, es wäre möglich, das Phänomen „in den Griff“ zu bekommen. Stattdessen wird dafür plädiert, der Empörung über die europäischen Wissenschaften, die Rassismus nicht nur geduldet, sondern auch aktiv möglich gemacht haben, Raum zu geben und in diesem Sinne Unruhe zu bewahren.Racism is both a fact and an experience. How can we talk about racism without hurting racially marked people? How to understand racism in order to then find strategies that make a better world imaginable? Can this be achieved by the same methods – methods of sorting and data collection – that made racism possible in the first place? The text is a response to Loïc Wacquant’s proposal to make racism comprehensible by adhering to five principles and a clear and pragmatic set of sociological tools. Against this position, it is argued that racism, precisely because it is a centuries-old ideology and practice legitimized by European academies, calls for strategies that do not continue to feed the illusion that it is possible to “come to terms” with the phenomenon. Instead, it calls for granting the outrage over European academia, which has not only tolerated racism but actively made it possible, sufficient space – and to keep being unruly
Die Versorgung von schwangeren geflüchteten Frauen* in Unterkünften für Asylsuchende in Berlin
Der aktuelle Forschungsstand zu Schwangerschaft und Flucht zeigt eine Leerstelle hinsichtlich der wissenschaftlichen Analyse der Versorgungssituation schwangerer geflüchteter Frauen*, insbesondere in Verbindung mit der Erforschung der Unterbringungssituation. Die vorliegende Masterarbeit schließt an diese Leerstelle an und untersucht die Versorgung schwangerer geflüchteter Frauen*, die in Unterkünften für Asylsuchende in Berlin leben. Darüber hinaus fragt die Arbeit nach Ungleichheiten in den Versorgungsstrukturen, mit denen schwangere geflüchtete Frauen* konfrontiert sind sowie nach Verbesserungsansätzen, um diesen zu begegnen. Um die Forschungsfragen zu beantworten, wurden sechs teilstrukturierte, leitfadenbasierte Expert*inneninterviews mit drei Hebammen und drei Sozialarbeiterinnen, die in Unterkünften für Asylsuchende in Berlin arbeiten, geführt. Diese wurden mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lebenssituation in einer Unterkunft mit Gemeinschaftsbädern und -küchen oder Vollversorgung während einer Schwangerschaft mit verschiedenen Belastungen einhergehen kann. Das Leben in einer Unterkunft - und somit auch die Schwangerschaft - ist geprägt von fehlender Selbstbestimmung. Die Betreuung der Frauen* in den Unterkünften durch das Hebammenprogramm des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin (LAF) entspricht nicht der 1:1 Versorgung durch eine private Hebamme. Sichtbar werden Ungleichheiten anhand diverser Zugangsbarrieren zum Versorgungssystem, wie Rassismen und Diskriminierungen oder der Sprachbarriere, die der vollumfänglichen Inanspruchnahme reproduktiver Rechte für geflüchtete Frauen* entgegenstehen
Das festgehaltene Kind
In dem Beitrag erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Körperbezogenen Interaktionstherapie (KIT) nach Fritz Jansen und Uta Streit, die den sogenannten Festhaltetherapien zuzurechnen ist. Untersucht wird die Anwendung bei Kindern, die KIT wird dabei vergleichend zur Festhaltetherapie nach Jirina Prekop analysiert sowie auf ihre Begründungszusammenhänge und Anziehungskraft hin analysiert. Die Autorin verdeutlicht die Gewaltförmigkeit der Therapie und stellt unterschiedliche Kritikebenen dar. Da es bislang an Sekundärliteratur zur KIT mangelt, stellt der Artikel eine Einführung dar, die zugleich ein Forschungsdesiderat verdeutlicht. Neben ethischen Fragen von (mangelnder) Kontrolle therapeutischer Verfahren bei Kindern wird deutlich, dass die bislang formulierte Kritik an Festhaltetherapien, die eher auf spirituell-esoterische Verfahren zielte, in vieler Hinsicht auch auf die betont nüchtern auftretende und verhaltenstherapeutisch begründete KIT angewendet werden kann.The article critically examines a form of therapy called KIT, invented by Fritz Jansen and Uta Streit, which is part of the so-called attachment therapies. Breyer focuses on the use of KIT in children. She analyses KIT in comparison to attachment therapy following Jirina Prekop as well as its justifi cation and attraction. The author clarifies the violent nature of the therapy and presents different levels of criticism. Since there is a lack of secondary literature on KIT so far, the article is an introduction and at the same highlights a research desideratum. In addition to ethical questions of (lack of ) control of therapeutic procedures in children, it becomes clear that the criticism of attachment therapies formulated so far, which was aimed more at spiritual esoteric procedures, can – in many ways – also be applied to the behavioral therapy-based KIT
Anthropogenese und Kindheit
Das soziale Lernen, wie Kinder ›ihre Köpfe zusammenstecken‹ und ihre Perspektiven verschränken, ist Gegenstand von Tomasellos Forschung. Seine Theorie will mit Einsichten in diesen Gegenstand erklären, wie neue Fähigkeiten und Entwicklungsstufen entstehen. Sein Verständnis von ontogenetischen Prozessen (d.h. der Individualentwicklung) wirft dazu tiefergehende Fragen auf. Verkürzt werden sie meist durch Annahmen, dass diese Qualitäten von vorne herein im Mensch-Sein angelegt seien oder dass ihre Realisierung sich fast voraussetzungslos schlicht ereignet. Zu klären ist, welche Bedeutung soziale Motive, Empathiefähigkeit, Gesten, Sprache, Verhaltenskoordination und Selbstregulation für die Entwicklung haben und wie sich ihre spezifi schen Funktionsweisen bei Menschen genau verstehen lassen. Der Beitrag geht dazu auf die grundlegenden Forschungen Vygotskijs und auf eine Debatte zwischen Habermas und Tomasello ein.Social learning, how children ›put their heads together‹ and intertwine their perspectives, is the subject of Tomasello’s research. His theory seeks to use this insight to explain how new abilities and developmental stages emerge. His understanding of ontogenetic processes (i.e., individual development) raises deeper questions about this. They are usually shortened by assumptions that these qualities are inherent in being human from the beginning or that their realization simply occurs almost without preconditions. What needs to be clarified is the significance of social motives, empathy, gestures, language, behavioral coordination, and self-regulation for development and how their specific functioning in humans can be understood precisely. To this end, the paper reviews Vygotsky’s basic research and a debate between Habermas and Tomasello