aliceOpen – Der Publikationsserver der Alice Salomon Hochschule Berlin
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Die Auswertung qualitativer Daten mit Peerforschenden: Ein Anwendungsbeispiel aus der partizipativen Gesundheitsforschung
Auch wenn die Projekterfahrung zu partizipativen Forschungsansätzen im deutschsprachigen Raum zunimmt, sind partizipative Auswertungsverfahren noch selten erprobt. Bezugnehmend auf das im Forschungsverbund "PartKommPLus – Forschungsverbund für gesunde Kommunen" angesiedelte Teilprojekt "ElfE – Eltern fragen Eltern" zeigen wir ein Anwendungsbeispiel für die partizipative Datenauswertung, in der wir unter anderem das Kodierverfahren der Grounded-Theory-Methodologie (GTM) einsetzten. Die GTM ist an partizipative Ansätze gut anschlussfähig: Auch Mitforschende ohne sozialwissenschaftliche Grundausbildung können durch die starke Materialorientierung der GTM und die Prozesshaftigkeit des Kodierens in einem moderierten Arbeitsverfahren mitwirken. Andere Bestandteile der GTM stellen eine Herausforderung für die partizipative Gesundheitsforschung dar. Thematisch ging es in ElfE um die Verbesserung der Chancengleichheit von Familien mit Kindern im Kita-Alter. In zwei Kommunen wurden Eltern mit Kindern im Kita-Alter als Peer- bzw. Mitforschende gewonnen. In Forschungswerkstätten wurde der gesamte Forschungsprozess partizipativ entwickelt und durchgeführt. Als Ergebnis sind Kernbotschaften für die kommunale Praxis, für Fachkräfte und für die Elternschaft entstanden. In diesem Beitrag zeigen wir am empirischen Beispiel die partizipative Auswertung qualitativer Daten. Die GTM als etabliertes Verfahren der qualitativen Sozialforschung kann die methodische Weiterentwicklung partizipativer Forschung unterstützen. Voraussetzung ist eine sparsame Datenerhebung, die Steuerung des Auswertungsprozesses sowie ein arbeitsteiliges Vorgehenzwischen akademisch Forschenden und Mitforschenden
Subjektwissenschaftliche Feldforschung
Die »Tübinger Forschungsgruppe für Migration, Integration, Jugend und Verbände« (www.tuebinger-forschungsgruppe.de) führt seit den 1990er Jahren Forschungsprojekte mit dem subjektwissenschaftlichen Anspruch der Kritischen Psychologie durch. Im folgenden Beitrag werden zuerst die allgemeinen methodischen Prinzipien aufgeführt, an denen sich diese Forschung orientiert, dann wird daran erinnert, dass in der Psychologie bestimmte Standardsituationen die Forschung bestimmen und dass Klaus Holzkamp Praxisforschung als Modell für die Kritische Psychologie vorgeschlagen hat. Praxisforschung/Handlungsforschung ist aber nicht die einzige Form einer subjektwissenschaftlich orientierten Forschung. Wir machen das an dem methodischen Konzept der Feldforschung deutlich. Wir stellen dann unsere eigenen Feldforschungsprojekte vor und diskutieren zuletzt die Anforderungen und Grenzen der subjektwissenschaftlichen Ansprüche.Since the 1990s, the »Tübingen Research Group for Migration, Integration, Youth and Associations« (www.tuebinger-forschungsgruppe.de) has carried out research projects on the subject-scientific claim of critical psychology. In the following contribution, the general methodological principles are first stated, which are the basis of this research, then it is recalled that in psychology certain standard situations determine the research, and that Klaus Holzkamp has suggested practice research as a model for the critical Psychology. Practice research/ action research is not the only form of subject-oriented research. We make this clear in the methodological concept of fieldwork. We then present our own field research projects and finally discuss the requirements and limitations of subjective scientific claims
»Wir sind keine Kodierautomaten«
In dem von Katrin Reimer-Gordinskaya geführten Interview beschreibt Günter Mey zentrale Rezeptions- und Entwicklungslinien der Grounded- Theory-Methodologie (GTM) sowie Essentials dieser zentralen qualitativen Forschungsstrategie im Verhältnis zu anderen qualitativen Ansätzen. Deutlich werden auch die Diversität der GTM sowie Herausforderungen, die sich jedweder datengegründeten, qualitativen Theorieentwicklung – also auch der der Kritischen Psychologie – stellen.In the interview conducted by Katrin Reimer-Gordinskaya, Günter Mey describes central reception and development lines of grounded theory methodology (GTM) as well as essentials of this central qualitative research strategy in relation to other qualitative approaches. The diversity of the GTM as well as challenges arising from any data-driven qualitative theory development – including critical psychology – are becoming clear
Gelingensbedingungen der Kooperation von Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen (Impulspapier)
Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen arbeiten mit unterschiedlichen Kooperationsverständnissen. Es können fördernde und hemmende Faktoren identifiziert werden
Engagement im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Berlin
Ziel des Vorhabens war eine Bestandsaufnahme und Potentialanalyse hinsichtlich des freiwilligen, ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements im Landesverband Berlin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Dies erfolgte durch eine quantitative Befragung der Mitgliedsorganisationen und eine qualitative Befragung von Expert_innen. Der vorliegende Bericht gibt Empfehlungen und beinhaltet einen Vergleich mit den zwei vorausgegangenen Befragungen 2005 und 2012
Gelingensbedingungen der Kooperation von Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen (Studie)
Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen arbeiten mit unterschiedlichen Kooperationsverständnissen. Es können fördernde und hemmende Faktoren identifiziert werden
On the Psychosocial Solidarity Network Experience
Dieser Artikel führt in die Arbeit des Psychosozialen Solidaritätsnetzwerkes (PSDA – Ankara) ein. Das PSDA gründete sich infolge einer Reihe tödlicher Bombenanschläge in verschiedenen Städten der Türkei in 2015-2016. Die Mitarbeit im PSDA basierte auf Freiwilligkeit; die Unterstützungsleistungen waren kostenlos. Unterschiedliche Erfahrungen und Schwierigkeiten, mit denen die Freiwilligen sowie die Opfer und deren Angehörige, Freundinnen und Bekannte konfrontiert waren, werden dargestellt und analysiert.This paper illuminates the work of the Psychosocial Solidarity Network (PSDA – Ankara). The PSDA was founded in the aftermath of a series of deadly bomb attacks in different cities of Turkey in 2015-2016. The members of the PSDA worked voluntarily; the service provided was completely free. The paper outlines and analyzes different experiences and impediments the volunteers as well as the victims, their relatives and acquaintances had to face
Probleme und Möglichkeiten der Interpretation verbaler Daten in einer Psychologie vom Standpunkt des Subjekts.
Der Beitrag behandelt die Frage, ob / wie die Auswertung von verbalen Daten, also die Interpretation von Aussagen Anderer, mit einer »Psychologie vom Standpunkt des Subjekts« zu vereinbaren ist. Dazu werden zunächst Basisannahmen qualitativer Forschung zu den Grundlagen des Interpretierens, zum Zusammenhang von Theorie und Methode und zu den damit verbundenen Geltungsansprüchen diskutiert, um vor diesem Hintergrund Spezifik und Ansprüche subjektwissenschaftlicher Forschung deutlich zu machen. Kommunikative Validierung und die Erkenntnismöglichkeiten und -probleme von »Interpretationsgemeinschaften« werden zur »intersubjektiver Verständigung« ins Verhältnis gesetzt. Unter Bezug auf das Konzept der »Entwicklungsfigur« werden konkrete Schritte zur Auswertung verbaler Daten und zur Gewinnung von Prämissen-Gründe-Zusammenhängen zur Diskussion gestellt.This article discusses the question whether and how the analysis of verbal data, i.e., the interpretation of statements made by others, is compatible with a »psychology from the standpoint of the subject.« It first discusses the basic assumptions of qualitative research on the foundations of interpretation, on the relationship between theory and methods, and on related claims to validity. Against this background, it then highlights the specifics and demands of subject scientific research and relates communicative validation and the epistemic possibilities and challenges of »interpretation communities« to »intersubjective understanding.« With reference to the concept of »Entwicklungsfigur« (development figure), it finally suggests concrete steps for the analysis of verbal data and for carving out premise-reasons relations