aliceOpen – Der Publikationsserver der Alice Salomon Hochschule Berlin
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›Roll-back‹ in die Steinzeit?
Ist unser Verhalten angeboren, oder können wir als Freiheitswesen selbstbestimmt handeln? Diese Frage ist viel und kontrovers diskutiert und beantwortet worden. Eine Antwort gibt auch die evolutionäre Psychologie, indem sie von einer nach selektiven Evolutionsmechanismen entstandenen psychologischen Grundstruktur des Menschen ausgeht, die unsere Gefühle und Verhaltensweisen maßgeblich bestimmt. Indem unter Bezugnahme auf die Evolution die Arterhaltung und damit die Fortpflanzungsmechanismen im Fokus stehen, entsteht eine psychologische Theorie, welche die patriarchalischen Geschlechtszuschreibungen unserer Gesellschaft als natürliche Ordnung behauptet und keine theoretische Differenzierung zwischen sex und gender zulässt.Is the way we behave genetically inherited or can we act autonomously as free beings? This question has been controversially discussed and different answers have been given. One of these answers comes from evolutionary psychology which assumes a general psychological structure developed by selective evolutionary mechanisms. This general psychological structure is supposed to have a strong influence on our emotions and behaviour. By focusing on the preservation of the species and reproductive mechanisms, a psychological theory has developed which considers the patriarchal gender roles attributed by our society as natural order and does not allow for any differentiation between sex and gender
Was heißt »Arrangement mit den Herrschenden« und woher kommt die Rede von den »Nebenwidersprüchen«?
Hört mir denn Keine*r zu: Übergänge zwischen Pflegefamilien/ stationären Einrichtungen und Herkunftsfamilien aus Kindersicht.
Der vorliegende Text gibt Einblicke in das Praxisforschungsprojekt "Leben in zwei Welten", ein Kooperationsprojekt des Masterstudienganges „Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik" und Compass psychosoziale Praxis gGmbH, in welchem mithilfe narrativer Interviews, die bisher weitestgehend unerforschte Perspektive von Kindern auf das Leben in (mindestens) zwei Familien, der Herkunftsfamilie und der Pflegefamilie bzw. der stationären Erziehungshilfen, herausgearbeitet wurden. Die Erforschung der Sicht der Kinder war dabei im Fokus von "Leben in zwei Welten", um die subjektive Wahrnehmung der Kinder auf Hilfeprozesse zu verstehen, um Kinder als Subjekte im Hilfeprozess zu stärken und diese deutlicher an den Bedürfnissen und Bedarfen der Kinder auszurichten und um Kinder im Hilfeplanprozess mehr zu beteiligen. Die vorliegenden Ergebnisse machen deutlich, dass Kinder und Jugendliche im Hilfekontext bisher zu wenig wahrgenommen und einbezogen werden. Es bedarf also folglich einer umfassenden Beteiligungskultur in den Hilfen zur Erziehung von jungen Menschen, die im Übrigen bereits gesetzlich verankert ist
Projekt Health Care Professionals Abschlussbericht
Das BMBF geförderte Projekt Health Care Professionals beendet seine zweite Förderphase der Erprobung und Evaluation des entwickelten Bachelorstudiengangs Interprofessionelle Gesundheitsversorgung-online mit dem Abschlussbericht
Entwicklung des Bachelorstudiengangs Interprofessionelle Gesundheitsversorgung – online (kurz: IGo)
Im Rahmen des BMBF geförderten Projekts Health Care Professionals wurde ein Bachelorstudiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung-online entwickelt, dessen inhaltlicher Modulaufbau sich hierin findet, neben dem entwickelten Schulungs- und Beratungskonzept
Reckahner Reflexionen - zur Ethik pädagogischer Beziehungen
Mit den Reckahner Reflexionen hat der Arbeitskreis Menschenrechtsbildung 2017 erstmals einen Verhaltens-Kodex für Pädagoginnen in Kitas und Schulen vorgelegt. Zehn Leitlinien formulieren Empfehlungen für einen wertschätzenden
Umgang mit Kindern und Jugendlichen und beschreiben zugleich ethisch unzulässige Verhaltensweisen. Die Reckahner Reflexionen haben das Ziel, auf offene und verdeckte Formen seelischer Gewalt im Alltag von Kita und Schule aufmerksam zu machen und im Sinne der Kinderrechte zu ihrer Vermeidung beizutragen.
Der Studientext stellt im ersten Teil den rechtlichen Rahmen sowie die Zielsetzung und Inhalte der Leitlinien vor. Im zweiten Teil wird auf der Grundlage von vier Leitfragen die besondere ethische Qualität des Kodex herausgearbeitet. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Verhaltens-Kodex nicht nur Ansprüche an ein ethisch einwandfreies Handeln formuliert, sondern auch selbst ethischen Kriterien unterliegt, die ihm Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit verleihen
Risikoeinschätzungsinstrumente und professionelles Handeln im Kinderschutz
Im Kinderschutz werden zunehmend Instrumente zur Risikoeinschätzung verwendet. Sozialarbeiter_innen der Jugendämter werden dabei in komplexe Aushandlungsprozesse verstrickt, die sie eigensinnig gestalten: Sie „arbeiten sich durch“, „setzen Häkchen“, „ignorieren“ oder „redigieren“ die Instrumente. Wie kann professionelles Handeln im Umgang mit „Kinderschutzbögen“ gedacht werden und was bedeutet dies für die Digitalisierung von Fallarbeit
Recht vor Gnade
Das Buch bereitet 20 Fälle zu Entscheidungen nationaler und internationaler Gerichte/ Gremien im Kontext von Menschenrechts- und Grundrechtsverletzungen auf. Dabei wird die Bedeutung dieser Urteile für die Praxis diskriminierungskritischer (Sozialer) Arbeit herausgestellt, z.B. im Zusammenhang mit Racial Profiling oder Diskriminierungen beim Zugang zu Wohnen, Arbeit oder Dienstleistungen. Es bietet eine Handlungsorientierung für Praktiker*innen der Antidiskriminierungs- und Empowermentarbeit und bestärkt sie darin, sich auf diese Fälle in ihren eigenen fachlichen Auseinandersetzungen zu berufen oder eigene Fälle der (strategischen) Prozessführung anzustreben
Doing Tolerance: Urban Interventions and Forms of Participation
How is tolerance reflected in urban space? Which urban actors are involved in the practices and narratives of tolerance? What are the limits of tolerance? The edited volume answers these questions by considering different forms of urban in/exclusion and participatory citizenship. By drawing together disparate yet critical writings, Doing Tolerance examines the production of space, urban struggles and tactics of power from an interdisciplinary perspective. Illustrating the paradoxes within diverse interactions, the authors focus on the conflict between heterogeneous groups of the governed, on the one hand, and the governing in urban spaces, on the other. Above all, the volume explores the divergences and convergences of participatory citizenship, as they are revealed in urban space through political, socio-economic and cultural conditions and the entanglements of social mobilities
Abstrakt isoliert ist nicht kapiert
Den Absolvent*innen eines Psychologiestudiums ist mehr oder weniger vermittelt worden, welche Verhaltensweisen und Empfindungen Teil welcher ›psychischen Krankheiten‹ seien, aber eine tiefere Auseinandersetzung damit, was dieses ›Krankhafte‹ eigentlich sei, findet im Studium nicht statt. Die dann angehenden Psychotherapeut*innen haben gut gelernt, verbale Äußerungen und Beobachtungen ihrer ›Patient*innen‹ in Schubladen zu sortieren, aber die gesellschaftspolitischen und damit auch fachlichen Implikationen ihres Denkens in ›psychischen Krankheiten‹ haben sie nicht gelernt, zu reflektieren. In diesem Aufsatz werden die Entwicklung des Krankheitskonzeptes in der Psychopathologie skizziert und kritische Diskurse und Perspektiven aufgeführt. Schließlich wird die Vorstellung des abstrakt-isolierten menschlichen Individuums als die zu Grunde liegende Denkweise des Konzepts der ›psychischen Krankheit‹ herausgearbeitet.Graduates of psychology are more or less taught which behaviours and emotions are supposed to be part of which ›mental illness‹, but a profound reflection on what is seen as pathological is missing during their education. Thus, prospective psychotherapists learn very well how to classify verbal expressions and observations of their ›patients‹, but they do not learn to reflect about socio-political and professional implications of their acting. This article outlines the development of the concept of illness in psychopathology and discusses critical discourses and perspectives. Finally, the author argues that the idea of the abstract – isolated – human individual is underlying the concept of ›mental illness‹