aliceOpen – Der Publikationsserver der Alice Salomon Hochschule Berlin
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Auszug Trainer:innenhandbuch Kooperative Planung
Die kooperative Planung ist eine ganzheitliche Beteiligungs- und Befähigungsmethode zur Entwicklung von Maßnahmen der Gesundheitförderung und Prävention. Die Methode unterscheidet sich von gängigen Beteiligungsverfahren dadurch, dass Bürger:innen als Lebensweltexpert:innen direkt in Kontakt und Austausch zu den zuständigen Fachkräften und Entscheidungsträger:innen kommen und ein Aushandlungsprozess zwischen Fach- und Lebensweltexpertise erfolgen kann
Datenschutzinformationen für den OPUS-Publikationsserver "aliceOpen" der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin)
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Kartographie der Gegenoffensive. Das Gespenst des Feminismus
Die feministischen Bewegungen weltweit und die sich darin artikulierenden Feminismen fordern die etablierten Mächte heraus, und diese haben eine dreifache – kirchliche, ökonomische und militärische – Gegenoffensive entfacht, gestützt unter anderem auf die öffentliche Verurteilung der ›Gender-Ideologie‹. Dabei werden verschiedene Taktiken genutzt. So wird die ›Gender-Ideologie‹ mit dem Kolonialismus verknüpft oder der Feminismus als triviale Politik der Mittelklasse infantilisiert und den allgemeinen Nöten großer Teile der Bevölkerung entgegengestellt.Cartography of the Counteroffensive. The specter of feminism
Feminist movements around the world and the feminisms articulated within them are defying the established powers. The latter have unleashed a counter-offensive based, among other things, on the public condemnation of ‘gender ideology’. Various tactics are used to achieve this. For example, ‘gender ideology’ is linked to colonialism, or feminism is infantilised as a trivial middle-class policy and set against the general needs of large parts of the population. – The article was translated from Spanish for Forum Kritische Psychologie(Neue Folge) and edited in collaboration with the author. It is based on the article Cartografiar la contraofensiva: elespectro del feminismo, published in Nueva Sociedad 282 (July-August 2019)
Rezension zu: Stetsenko. Anna (2016). The Transformative Mind. Expanding Vygotsky’s Approach to Development and Education. Cambridge University Press
Affektive Komplexität in rechten Kontexten
Die Erforschung rechter Kontexte bestimmt seit Langem ein distanzierender Blick auf ›rechte Emotionalität‹: Feindselige Rhetorik treffe auf verführbare Bevölkerungsgruppen. Der Beitrag schlägt vor, sich auf die affektive Komplexität vor Ort einzulassen, um die gegenwärtige Anziehungskraft rechter Politik zu analysieren. Ausgehend von affektsensiblen Beobachtungen bei AfD-Wahlkampfveranstaltungen bietet der Beitrag methodologische Anregungen aus Ethnografie und Affekttheorie für die zukünftige Forschung.Affective Complexity in Right-Wing Contexts – Methodological Impulses
Research in right-wing contexts has long been characterized by a distancing gaze on ›right-wing emotionality‹, linking hostile rhetorics with a seducible population. This article suggests embracing the affective complexity on site to analyze the current attraction of right-wing politics. Based on affect-sensitive observations at AfD campaign events, the article offers methodological inspirations from ethnography and affect theory for future research
»Männerphantasien«
Männerphantasien – das »Kultbuch« zur Kritik an marxistischen und ökonomistischen Erklärungen des deutschen Faschismus wird einer Relektüre unterzogen. Dabei werden sowohl die psychoanalytischen Grundannahmen Klaus Theweleits als auch seine Ausblendung gesellschaftlicher Zusammenhänge zur Faschismuserklärung in Frage gestellt, gleichzeitig aber werden die auf den männlichen Körper bezogenen psychodynamischen Erklärungsweisen erkenntnisbringend reformuliert. Beispielhaft wird am Nachwort der Neuauflage (2019) gezeigt, wie der Autor den Habitus des Besserwissens gegen eine kritischmarxistische Denkweise wendet – was den Wert seiner Erkenntnisse schmälert.»Männerphantasien«” – Critique of Klaus Theweleit’s Theories on Fascism and Masculinity.
Männerphantasien – the »cult book« criticizing Marxist and economistic explanations of German fascism is subjected to a re-reading. Klaus Theweleit’s basic psychoanalytical assumptions are questioned as well as his explanation of fascism, which ignores social contexts. At the same time, the psychodynamic explanations related to the male body are reformulated. Exemplarily, the epilogue of the new edition (2019) shows how the author turns the habitus of know-it-all against a critical Marxist way of thinking – which diminishes the value of his insights
Leitfaden für inklusive Kindertageseinrichtungen
Der „Leitfaden für inklusive Kindertageseinrichtungen“ ist aus einer Zusammenarbeit der Ludwig-Maximilians-Universität (Prof. Dr. Ulrich Heimlich) und der Hochschule für angewandte Wissenschaften (Prof. Dr. Claudia Ueffing) entstanden und richtet sich an alle Kindertageseinrichtungen, also sowohl Kinderkrippen und Kindergärten als auch Kinderhorte (Kitas). Er soll dazu beitragen, dass Entwicklungsprozesse in Einrichtungsteams angestoßen werden, die eine gemeinsame Arbeit an dem Leitbild Inklusion ermöglichen. Der Leitfaden versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zu den Materialien des Projektes „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF)“ und hat ebenfalls die frühpädagogischen Fachkräfte in Schlüsselfunktionen als Zielgruppe im Blick. Dabei teilt der Leitfaden das weite Verständnis von Inklusion, wie es auch im WiFF-Projekt zum Ausdruck kommt. Es wird nicht nur die Dimension Behinderung thematisiert (Sarimski 2011), sondern ebenso die weitere Heterogenitätsdimension der kulturellen Vielfalt (vgl. DJI 2013a, 2013b; Prengel 1995). Der Leitfaden stellt für inklusive Kitas ein Instrument zur Qualitätsentwicklung für den Theorie-Praxis-Transfer dar. Im Mittelpunkt stehen Qualitätsstandards und Leitfragen für inklusive Kitas. Sie sollen Arbeitsgrundlage und Anregungen für die konkrete Entwicklung in den jeweiligen Kitas sein
"Alles was existiert, braucht einen Namen."
Im Jahr 2018 wurden in Deutschland laut dem Bundeskriminalamt 122 Frauen durch den Partner oder Ex-Partner getötet. Solche und andere Tötungsdelikte an Frauen, auch außerhalb von Partnerschaften, werden in verschiedenen internationalen Kontexten als Femizid oder Feminizid benannt. Beide Begriffskonzepte benennen die geschlechtsbasierte Tötung von Frauen, beruhend auf einem fortwährenden hierarchischen Geschlechterverhältnis. Die Konzepte haben in den letzten Jahren in einem internationalen Diskurs, auf aktivistischen, politischen sowie wissenschaftlichen Ebenen, an Aufmerksamkeit gewonnen. Im deutschen Kontext steht eine solche Auseinandersetzung noch aus und die Konzepte finden in einer gesamtgesellschaftlichen Debatte zu Gewalt gegen Frauen im deutschen Kontext kaum Erwähnung. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der möglichen Relevanz der Konzepte Femizid und Feminizid für eine Auseinandersetzung zu Gewalt gegen Frauen im deutschen Kontext. Es wurden neun problemzentrierte Expert*inneninterviews mit Personen geführt, die sich auf aktivistischer, politischer und sozialarbeiterischer Ebene mit der Thematik Gewalt gegen Frauen beschäftigen. Ziel der Interviews war es, die Einschätzung und Meinung der Expert*innen hinsichtlich des Potenzials der Konzepte für eine Auseinandersetzung zu Gewalt gegen Frauen zu erfahren. Deutlich wurde, dass die gesamte Thematisierung von Gewalt gegen Frauen ein sehr randständiges Thema in der Gesellschaft einnimmt. Die Thematisierung von Tötungsdelikten an Frauen wurde von allen Interviewpartner*innen als sehr defizitär beschrieben. Kritisiert wurde vor allem, dass die Thematisierung von Tötungsdelikten an Frauen durch relativierende und normalisierende Begriffe geprägt sei und die strukturelle Dimension gesamtgesellschaftlich verborgen bleibe. Den Konzepten wurde mehrheitlich eine Relevanz zugesprochen. Dies, um die strukturelle Dimension der geschlechtsbasierten Tötung von Frauen gesamtgesellschaftlich sichtbar zu machen und eine Bewusstseinsstärkung zu bewirken. Es wurde deutlich, dass die Debatte zu einer Etablierung der Konzepte in Deutschland am Anfang steht und es hinsichtlich einer Nutzung viele offene Fragen gibt. Deutlich wurde aber auch, dass sich in Deutschland bislang keine alternativen Begriffe etabliert haben, welche die strukturelle Dimension dieses Phänomens hinreichend in den Blick nehmen
Auszug Trainer:innenhandbuch: Photovoice
Bei der Methode Photovoice werden Daten über Fotografien, Geschichten über diese Fotografien und deren gemeinsame Diskussion erhoben und partizipativ ausgewertet. Ziel ist es, Erkenntnisse zu gewinnen (insbesondere über die Lebenswelt der Beteiligten), Reflexion und kritischen Dialog zu ermöglichen und Veränderungsprozesse anzustossen
Kognitiv aktivierende Interaktionsgestaltung
Kindertageseinrichtungen haben sich – auch in Deutschland – als ein bedeutsamer Teil der (institutionellen) Bildungslandschaft etabliert. Damit einhergehend veränderten sich auch die Erwartungen an die pädagogische Arbeit und die dafür notwendigen (Handlungs-)Kompetenzen der dort tätigen pädagogischen Fachkräfte. Ergebnisse internationaler Studien belegen, dass die Wirksamkeit frühkindlicher Bildung maßgeblich von der Qualität der Kindertageseinrichtung abhängt (vgl. zusammenfassend u.a. Anders 2013, 253ff; Burger 2010, 155ff.). Hierbei hat sich herausgestellt, dass sich insbesondere eine qualitativ hochwertige Gestaltung von (Fachkraft-Kind-) Interaktionen unmittelbar auf die kindliche Entwicklung niederschlägt. Andere Qualitätsaspekte wie beispielsweise eine Verbesserung des Personalschlüssels, die Vergütung oder auch (bildungsbereichsspezifische) Einstellungen der Fachkräfte scheinen sich eher indirekt über die pädagogischen Prozesse auf die Kinder auszuwirken (vgl. zusammenfasend Kuger & Kluczniok 2008, 161f.). Während die Erforschung von Fachkraft-Kind-Interaktionen zunächst vor allem auf die Beziehungs-/ Bindungsgestaltung frühpädagogischer Fachkräfte fokussierte, rückt der Bereich der sprachlich-kognitiven Lernunterstützung mehr und mehr in den Fokus und betont dabei eine aktive Rolle der Fachkraft im kindlichen Bildungsprozess