aliceOpen – Der Publikationsserver der Alice Salomon Hochschule Berlin
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Das Kind im Blick - Beobachtungen als Grundlage für sprachliche Bildung nutzen
Beobachtung und Dokumentation bilden die Basis, um Kindern auch die bestmögliche Sprachunterstützung bieten zu können. Der Fachtext stellt aktuelle Forschungserkenntnisse zum Thema dar und leitet Schritt für Schritt durch den Prozess von Beobachtung, Dokumentation und Planung in der Kita. Beobachtungen werden im Kita-Alltag häufig nicht dokumentiert und reflektiert und noch schwieriger gestaltet sich die darauf aufbauende Unterstützungsplanung. Forschung zeigt aber, dass gute Sprachunterstützung im Alltag eng verknüpft ist mit den Kompetenzen der Fachkräfte zur Sprachförderplanung (Wirts, Fischer & Cordes 2021; Wirts, Wildgruber & Wertfein 2016). Wenn also Ziel des pädagogischen Handelns ist, die Kinder bestmöglich zu unterstützen, ist auch eine gezielte Unterstützungsplanung, die auf guter Beobachtung und Planung basiert, unverzichtbar
Kugel mal! Ein Workshop zum Thema Kugel im Kinderforscher*zentrum HELLEUM
Diese Handreichung begleitet einen der Workshops des Kinderforscher*zentrums HELLEUM. Das HELLEUM ist ein außerschulischer Lernort, wo Kinder im Kita- und Grundschulalter forschend zu Themen der Naturwissenschaften und der Technik lernen können. Die Handreichung stellt das Konzept der Lernumgebung zum Thema „Kugel mal!“ vor und zeigt die Möglichkeiten des kindlichen Tuns auf. Die grundlegenden Fachinformationen zum Thema sowie die Verknüpfungen zu den entsprechenden Rahmenrichtlinien im Kita- und Grundschulbereich und zur Lebenswelt der Kinder werden hier thematisiert
Natur- und Werkpädagogik - Der andere Lern- und Bildungsweg
Dieser Bericht stellt die Ergebnisse einer mehrmonatigen Studie zur Natur- und Werkpädagogik an Grundschulen in den Fokus und diskutiert diese unter Rückgriff auf Parameter wie Ziele, Bildung, Adressat:innen, Raum und Zeit. Entfaltet wird ein "anderer Lern- und Bildungsweg," welcher mit handlungspraktischen (sozialpädagogischen) Applikationen für natur- und werkpädagogische Arrangements abschließt
Partizipation im Multi-Log - ein Instrument zum Austausch von Wissenschaft, Fachkräften und Expert:innen aus Erfahrung
Für die Weiterentwicklung und das Verständnis von partizipativer Forschung werden international neue und kritische Formate der Repräsentation und des Austauschs von und zwischen den Beteiligten gesucht. Bereits bestehende Techniken wie Hakathons, Bar Camps, Transformative Dialoge oder der „Victorian Calling“-Ansatz werden genutzt, um Akteure aus unterschiedlichen Disziplinen, Professionen und Praxisfeldern miteinander in Austausch zu bringen.
Auf der Suche nach neuen Methoden des Selbstverständnisses und der Kommunikation partizipativer Forschung wurde im Rahmen des deutschsprachigen Netzwerks für partizipative Gesundheitsforschung (PartNet) der Multi-Log-Ansatz entwickelt. Ziel dieses Artikels ist es, den Multi-Log als ein Instrument vorzustellen, das die Darstellung und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven und Positionen von Beteiligten an Gesundheitsförderungs- und Präventionsprojekten systematisch ermöglicht und damit das Potenzial hat, transformatives Lernen zu fördern.
Anhand von zwei Fallbeispielen werden die Multi-Log-Methode und ihre möglichen Auswirkungen auf die partizipative Forschung vorgestellt und kritisch diskutiert. Diese Methode strebt danach, unterschiedliche Perspektiven, Wissensformen und Erfahrungen von Expert:innen aus Erfahrung, Wissenschaftler:innen und Fachkräften in den Austausch zu bringen, ohne auf deren Synthese hinzuarbeiten. Durch die Einbindung von so genannten Perspektiv-Wächter:innen, z.B. aus der Praxis, politischen oder administrativen Institutionen, hat der Multi-Log das Potential, divergierende Sichtweisen zu ordnen und Raum für Reflexion und gegenseitiges Lernen zu schaffen. Auf diese Weise schafft das Vorgehen Möglichkeiten für die Artikulation unterschiedlicher Wissensformen, Erfahrungen und Perspektiven, mit dem Ergebnis, dass die Begegnung zur katalytischen Validität der Ergebnisse beiträgt.For the further development and understanding of participatory research, new and critical formats of representation and exchange by and between participants are being sought internationally. Existing techniques such as Hakathons, Bar Camps, Transformative Dialogues or the "Victorian Calling" approach are used to bring actors from different disciplines, professions and fields of practice into exchange with each other.
In the search for new methods of self-understanding and communication of participatory research, the multi-log approach was developed within the German-speaking network for participatory health research (PartNet). The aim of this article is to present the Multi-Log as a tool that systematically enables the representation and exchange of different perspectives and positions of participants in health promotion and prevention projects and thus has the potential to promote transformative learning.
Using two case studies, the Multi-Log method and its potential impact on participatory research will be presented and critically discussed. This method strives to bring different perspectives, forms of knowledge and experiences of experts from experience, scientists and professionals into exchange without working towards their synthesis. By involving so-called “perspective guardians”, e.g. from practice, political or administrative institutions, the Multi-Log has the potential to order divergent perspectives and to create space for reflection and mutual learning. In this way, the procedure creates opportunities for the articulation of different forms of knowledge, experiences, and perspectives, with the result that the encounter contributes to the catalytic validity of the results
Soziale Arbeit in ihren Verhältnissen
Obwohl die Kinder- und Jugendhilfe aktuell stark nachgefragt, quantitativ ausgebaut und zunehmend institutionalisiert wird, scheinen in diesem Bereich strukturelle Bedingungen vorzuherrschen, welche die Umsetzung einer fachlichen sozialarbeiterischen Praxis blockieren – die Kinder- und Jugendhilfe erscheint in ihrer aktuellen Entwicklung fremdbestimmt. Es stellt sich daher die Frage der fachlichen Autonomie: Inwieweit ist Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe, unter den aktuellen Rahmenbedingungen, in der Lage, ihre Praxis nach fachlichen Interessen zu gestalten? Dieser Fragestellung wird sich mittels einer theoretischen Strukturanalyse angenommen. Die fachlichen Kernelemente der Sozialen Arbeit sowie die rahmengebenden Bedingungen der Kinder- und Jugendhilfe werden jeweils systematisch herausgearbeitet und anschließend hinsichtlich ihres Passungsverhältnisses gegenübergestellt. Die Arbeit zeigt deutlich auf, dass die fachliche Handlungsfähigkeit der Sozialen Arbeit durch die aktuellen Rahmenbedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe wesentlich eingeschränkt ist. Jedoch werden auch Chancen sichtbar, denn es zeigen sich strukturelle Möglichkeiten der Sozialen Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe zur Schaffung von günstigeren Rahmenbedingungen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen resultiert die Aufforderung, diese Chancen zu nutzen und Einfluss auf die Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe zu nehmen. Es wird herausgestellt, dass fachliche Kinder- und Jugendhilfepraxis heute in erster Linie demokratische Praxis bedeutet und es demnach die zentrale Herausforderung der Sozialen Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe ist, auf die unveräußerlichen Rechte und die Autonomie jedes einzelnen Menschen zu bestehen
Blended Learning Leitfaden. Eine Handreichung für den MA-Studiengang "Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik"
Die Digitalisierung der Hochschullehre in Deutschland hat durch die Corona-Pandemie einen erheblichen Schub bekommen. In diesem Kontext kommt Blended Learning, als kombinierte Lehr-Lernmethode mit variierenden Anteilen digitaler Inhalte, eine wesentliche Bedeutung zu. Dieser durch Lehrende und Studierende entwickelte Leitfaden illustriert anhand eines konkreten Beispiels, wie Blended-Learning-Lehrveranstaltungen in einen Präsenzstudiengang integriert werden und somit seine Zukunftsfähigkeit steigern können. Neben rechtlichen und didaktischen Rahmenbedingungen adressiert der Beitrag auch Aspekte wie Studieren mit Benachteiligung und CARE-Aufgaben
Bella ciao - Transformationen eines Protestliedes
Diese Fallstudie rekonstruiert und analysiert Transformationen des mündlich überlieferten Liedes Bella ciao seit der Nachkriegszeit. Es wurde vor allem bekannt in der Adaption italienischer Partisan_innen, die im Zweiten Weltkrieg gegen den Faschismus kämpften. Medialisierungstendenzen sorgten für eine zunehmende transnationale Verbreitung des Liedes, und zwar nicht nur im Kontext von internationalen Protestbewegungen, sondern auch von populärmusikalischen Neuinterpretationen. Die Globalisierung trug maßgeblich dazu bei und zahlreiche weltweite Adaptionen von Bella ciao legen ein beredtes Zeugnis davon ab. Auch wenn der musikalische Grundcharakter des Liedes erhalten oder zumindest erkennbar blieb, so wurde es zugleich unterschiedlichen (populär-)musikalischen Stilistiken angepasst und entsprechend transformiert. Die Digitalisierung führte dazu, dass diese Prozesse erheblich beschleunigt wurden.
Die vorliegende Studie zu Bella ciao umfasst folgende Aspekte: Charakteristik der Musik, transnationale Verbreitung und Rezeption von Bella ciao als Protestlied, Medienhype um Bella ciao und jugend- und popkulturelle Formen der Rezeption in Social Media Netzwerken, Adaptionen im Kontext der Klimaschutzbewegungen und Bella ciao als Lied während der Covid-19 Pandemie. Die Recherchen zur Entstehungsgeschichte und Verbreitung von Bella ciao basieren auf Quellenstudien und nethnographischen Recherchen vor allem im Zeitraum von Dezember 2020 bis Mitte Februar 2022
Klassenfahrt: Mit Kindern über Klassismus reden - Handlungsempfehlungen
Die vorliegenden Handlungsempfehlungen basieren auf den Erfahrungen und Erkenntnissen aus dem kollaborativen Praxisprojekt „Klassenfahrt: Mit Kindern über Klassismus reden“, welches in dem Mädchen*laden Naya (LiSA e.V.) in Berlin durchgeführt wurde. Ziel des Projektes war es Klassismus für die Kinder aussprechbar und greifbar zu machen und sie darin zu unterstützen, die verinnerlichten, klassistischen Diskriminierungen zu verstehen, die negativen Folgen und Stigmatisierungen nicht auf sich selbst zu beziehen und sie darin zu bestärken, sich kritisch zu diesen Strukturen zu positionieren und ihre Handlungsmöglichkeiten zu vergrößern.
Darüber hinaus wollten wir herausfinden, wie politische Bildung innerhalb der offenen Jugendarbeit mit sehr jungen Menschen (9-11 Jahre) kollaborativ, machtkritisch und intersektional erfolgen kann.
Auf der Basis unserer konkreten Zusammenarbeit mit den Mädchen* leiten wir einige Handlungsempfehlungen und Methodenvorschläge ab, welche wir in der folgenden Arbeit vorstellen.The following recommendations for action are based on the experiences and findings from the collaborative project "Klassenfahrt: Mit Kindern über Klassismus reden", which took place at Naya (LiSA e.V.), a youth club for girls* and young women* in Berlin. In this project, we wished to introduce the concept of classism to the children, reflect on it, and support them in the process of better understanding the internalized, classist discriminations. Moreover, we tried to change the perspective and shift the “blame” from the individual to the discriminating social structures that reproduce such inequalities. Finally, a critical positioning of the children toward these structures, as well as an expansion of their possibilities for actions and resistance, were also essential elements of this process.
Furthermore, we wanted to find out how political education within open-frame youth work with young people (9-11 years) can follow the principles of collaboration and intersectionality while, at the same time, adopting a critical approach to social power structures.
Based on our collaboration with the girls*, we develop suggestions for activities and methods, which we present in the following paper
Service User Involvement in der Hochschulbildung - gelebte Partizipation?!
Service User Involvement fordert als innovativer Ansatz die Beteiligung von Nutzerinnen und Nutzern sozialer und gesundheitsbezogener Dienstleistungen ein und setzt dabei Impulse für die Demokratisierung der Hochschulbildung
Belastungen und Bewältigungsstrategien von Pflegefachkräften zu Beginn der COVID-19-Krise im Bereich der stationären Langzeitpflege
Die COVID-19-Krise stellte gerade zu Beginn die stationären Langzeiteinrichtungen und ihre Akteur*innen vor große Herausforderungen. Um die subjektiven Sichtweisen, das Belastungserleben sowie die Problemlösekompetenz des Pflegefachpersonals in einem ohnehin prekären Arbeitsbereich erfassen zu können, wurde in einem ersten Studienprozess ein Review durchgeführt. Anschließend erfolgte eine empirische Mixed-Methods-Studie, die sich auf die erste COVID-Welle konzentrierte. Für die beruflich Pflegenden standen in der Pandemie kaum bis keine personellen Ressourcen zur Verfügung und auf professionelle Unterstützungsangebote zur Bewältigung von Belastungen in krisenhaften Zeiten konnten sie nicht zurückgreifen. Auf der Basis individueller Strategien zeigten sie allerdings eine hohe Problemlösekompetenz.The COVID-19 crisis posed major challenges for long-term inpatient facilities and their actors, especially at the beginning. In order to be able to record the subjective perspectives, the experience of stress and the problem-solving competence of the nursing staff in an already precarious work area, a review was carried out in a first study process. This was followed by an empirical mixed-methods study focusing on the first wave of COVID. During the pandemic, there were hardly any or no human resources available for the professional caregivers and they could not fall back on professional support services to cope with stress in times of crisis. On the basis of individual strategies, however, they showed a high level of problem-solving competence