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    Ansichtskarten ausstellen. Einblick in die Sammlung Peter Plewka im FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum

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    Im Rahmen unseres Praxisprojekts im Masterstudiengang Public History haben wir uns intensiv mit der Sammlung Peter Plewka auseinandergesetzt und auf Basis der über 5500 digitalisierten Ansichtskarten aus Berlin-Kreuzberg vor 1945 eine digitale Ausstellung kuratiert. Peter Plewka widmete sein Leben der Sammlung von Objekten rund um Kreuzberg – von Postkarten und Fotografien bis hin zu Büchern und Bierdeckeln. Nach seinem Tod im Jahr 2022 gingen Teile seines Nachlasses an das FHXB Museum. Im Folgenden möchten wir einen Einblick geben, wie wir die historische Quelle „Ansichtskarte“ für eine solche Ausstellung erschlossen und nutzbar gemacht haben

    Circular Economy as Human-Material Relation. Understanding the Reuse of Building Materials through Historical Sources and Ethnographic Data

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    In this article, we provide a new approach to circular economy in architecture based on the juxtaposition of historical sources and ethnographic data. We bring into dialogue historical practices of rubble reuse in Warsaw after the Second World War with contemporary efforts to salvage components in buildings slated for demolition in Vienna. The analysis of archival and published documents, construction and architecture magazines, and visual sources is combined with a participant observation in a start-up company in Vienna. Our research methods have led us to respond critically to the solutions presented by the current debates on the reuse of construction and demolition waste. For past and present reuse practices, we uncover and scrutinise a complex social and bodily reality often obscured by the images of seamless and endless circulation of construction materials promoted by policymakers, industry leaders, architecture professionals, and positivist academic researchers.In diesem Aufsatz entwickeln wir eine neue Herangehensweise an Kreislaufwirtschaft in der Architektur, die auf der Gegenüberstellung von historischen Quellen und ethnographischen Zugängen beruht. Wir setzen Praktiken der Wiederverwendung von Bauschutt in Warschau nach dem Zweiten Weltkrieg in einen Dialog mit heutigen Bemühungen zur Rettung von Bauteilen in abbruchreifen Gebäuden in Wien. Die Analyse von archivierten und veröffentlichten Dokumenten, Bau- und Architekturzeitschriften und visuellen Quellen wird mit teilnehmender Beobachtung in einem Start-up-Unternehmen in Wien kombiniert. Mit unseren Forschungsmethoden reagieren wir kritisch auf die Lösungen, die in den aktuellen Debatten über die Wiederverwendung von Bau- und Abbruchabfällen präsentiert werden. Für vergangene und gegenwärtige Praktiken der Wiederverwendung zeigen wir eine komplexe soziale und körperliche Realität auf. Diese steht im Kontrast zu Bildern eines nahtlosen und endlosen Kreislaufs von Baumaterialien, wie er von politischen Entscheidungs­träger:in­nen, Branchen­führer:innen, Architekturexpert:innen und positivistischen Wissen­schaftler:innen propagiert wird

    Die Clickgabe. Crowdfunding als soziokulturelle Praxis

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    Crowdfunding trat um 2010 als neue Praxis in Erscheinung. Unsere Fallstudie zum Schweizer Crowdfunding-Anbieter wemakeit verwendet die Plattform als Seismograph, um mediale, politisch-ökonomische, semantische, rechtliche, kulturelle und in einem weiteren Sinne gesellschaftliche Verschiebungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeithistorisch und empirisch-kulturwissenschaftlich zu diskutieren. Methodisch verbindet der Beitrag Quellenarbeit und halbnarrative Interviews unter anderem mit den Gründer:innen von wemakeit. Crowdfunding als soziokulturelle Praxis, die auf einer technischen Infrastruktur basiert, wird im Hinblick auf die mitkonstituierende Wissensproduktion kontextualisiert sowie an konkrete Akteur:innen, ihre Biographien und den lokalen Entstehungszusammenhang geknüpft. Zugleich aber sind es, so die These, gegenstandsbestimmende Grenzziehungen (semantisch, juristisch, politisch), welche die Spezifik von Crowdfunding-Plattformen prägen. Abschließend werden die Ergebnisse vor dem Hintergrund historischer Entwicklungen einer zunehmenden Vermarktlichung von Kultur eingeordnet.Crowdfunding emerged around 2010 as a new socio-cultural practice based on a technical infrastructure. Our case study of the Swiss crowdfunding company wemakeit reads the platform as a seismograph for broader shifts. From a contemporary history and empirical cultural studies perspective, we discuss transformations in media, politics, economy, semantics, law and the wider cultural and social context at the beginning of the 21st century. Methodologically, the article combines source work and semi-narrative interviews with the founders, among others, of wemakeit. This article contextualises the socio-cultural practice of crowdfunding with the knowledge production that accompanies and co-constitutes the phenomenon, and links it to specific actors, their biographies and the local context. At the same time, we argue that a number of demarcations (semantic, legal, political) determine the contours of the phenomenon. Finally, the results are placed in the historical context of an increasing marketisation of culture

    Periodisierung

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    Wenn Geschichte einem berühmten Diktum zufolge „die Sinngebung des Sinnlosen“ ist, so ist es zunächst die Periodisierung, die der als sinnlos empfundenen Fülle von Ereignissen rationale, d.h. disziplinspezifische Konturen verleiht. Periodisierung ist ein Hilfsmittel der Geschichtsschreibung, das der Gliederung des Stoffs dient. Allerdings sind die Grenzen zwischen Zäsur, Strukturbruch, Epoche und Periode fließend und die Bedeutungen des damit jeweils Gemeinten umstritten und daher diskussionsbedürftig

    Jahresbericht 2024

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    Hilfe für Gewaltregime? Die bundesdeutsche Militärkooperation mit Ruanda (1962–1994)

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    Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland nehmen alle Bundesregierungen für sich in Anspruch, eine auf Frieden ausgerichtete Politik zu verfolgen. In Zeiten des Ost-West-Konflikts unterstützten sie in Afrika, Asien und Lateinamerika häufig aber auch autokratisch oder diktatorisch regierte Staaten mit fragwürdiger Menschenrechtsbilanz – darunter das seit 1962 unabhängige Ruanda. 1994 ließ dort eine verbrecherische Elite Hunderttausende Tutsi ermorden. Die Bundesregierung hatte die am Genozid beteiligte ruandische Armee zwischen 1978 und 1994 durch eine Bundeswehr-Beratergruppe in Kigali unterstützt. Schon zuvor hatte es Ausrüstungs- und Ausbildungshilfen gegeben. Die Auswertung kürzlich offengelegter Ministerial­akten zeigt allerdings, dass die Bundesministerien weniger an einer Effizienzsteigerung der ruandischen Streitkräfte oder an einer Demokratisierung interessiert waren. In der Logik des Ost-West-Konflikts versuchten sie mit geringen Ressourcen gute Beziehungen zu pflegen und sich Rückhalt für eigene Positionen zu sichern. Aufgrund außenpolitischer Abwägungen hielt die Bundesregierung auch nach 1990 an der Militärkooperation fest. Von der Eskalation zum Genozid wurde sie überrascht.Since the founding of the Federal Republic of Germany, all federal governments have claimed to pursue a policy geared towards peace. During the East-West conflict, however, they often supported autocratic or dictatorial regimes with dubious human rights records, including Rwanda, which gained independence in 1962. In 1994, a criminal elite murdered hundreds of thousands of Tutsis in this small East African country. The federal German government had supported the Rwandan army, which was heavily involved in the genocide. Between 1978 and 1994, a German military advisory group was deployed to Kigali; the FRG had also previously provided equipment and training assistance. Recently declassified files, however, show that the federal ministries were less interested in increasing the efficiency of the Rwandan armed forces or in establishing democracy; instead, within the logic of the East-West conflict, they strove to maintain good relations to secure support for their own policy. Due to foreign policy considerations the federal ministries continued the military cooperation after 1990. When the situation escalated into genocide, the German government was taken by surprise

    Frauen in Bewegung. Politische Räume von Migrantinnen aus der Türkei in West-Berlin

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    Wie Frauen aus der Türkei ihre politischen Handlungsspielräume zwischen West-Berlin und der Türkei erweiterten - eine neue Perspektive auf Migration, Geschlecht und politische Bewegungen. Migration hat die deutsche Gesellschaft tiefgreifend verändert. Wenig Beachtung als politische Akteurinnen fanden bislang Frauen, die seit den 1960er Jahren auch aus der Türkei zur Arbeit nach Westdeutschland kamen. Dabei waren Migrantinnen oft treibende Kräfte sozialen und politischen Wandels. Ob Vereinbarkeit von Lohnarbeit und Familie, kommunales Wahlrecht oder eigenständiges Aufenthaltsrecht: Migrantinnen brachten Themen auf die politische Agenda, die geltende Konzepte von Arbeit, Geschlecht und Staatsbürgerschaft in Frage stellten. Elisabeth Kimmerle untersucht am Beispiel von West-Berlin, wie Migrantinnen aus der Türkei für ihre Rechte kämpften. Entlang sozialer Räume wie der Fabrik, dem Frauenwohnheim, der Straße und Frauenläden zeichnet sie den Wandel migrantischer Selbstorganisation zwischen 1961 und 1989 aus transnationaler und geschlechtergeschichtlicher Perspektive nach. Anhand zahlreicher Archivquellen und Interviews mit Zeitzeuginnen werden deren Erfahrungen und politische Räume jenseits von Parteien und Gewerkschaften sichtbar. Diese intersektionale Perspektive auf Migration und Geschlecht bietet neue Einblicke in die Geschichte migrantischer Kämpfe und zeigt, wie das »Private« in der Einwanderungsgesellschaft zum Politischen wurde

    Postkolonialer Partner? Die deutsch-togoischen Beziehungen 1960-1993

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    Die deutsch-togoischen Beziehungen nach 1960 werden erstmals eingehend untersucht. In den 1880er Jahren errichtete das wilhelminische Kaiserreich ein »deutsches Schutzgebiet Togo«, das seinerzeit als »Musterkolonie« galt. Dieser Mythos wirkte auch lange nach dem Ende der deutschen Herrschaft 1914 bis in die 1980er Jahre fort. Welche Beziehungen die Bundesrepublik und Togo vor diesem Hintergrund nach 1945 aufbauten, war dennoch bislang kaum erforscht. Stefan Seefelder zeigt erstmals, wie Togo zum Experimentierfeld der Entwicklungshilfe und einer eigenständigen Außenpolitik der Bundesrepublik im Globalen Süden wurde. Anhand zahlreicher Akten aus deutschen, togoischen und ghanaischen Archiven bietet der Autor einen fundierten Einblick in den deutsch-togoischen Austausch von der Unabhängigkeit 1960 bis zur Einstellung der diplomatischen Beziehungen 1993. Dabei werden sowohl die gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Interessen als auch die Herausforderungen und das Scheitern vieler Kooperationen deutlich. Fallstudien zur Entwicklungshilfe, zur Infrastruktur der Hauptstadt Lomé und zur Rolle Togos im Ost-West-Konflikt vertiefen das Verständnis für die vielschichtigen Dynamiken dieser Beziehungen

    Gendered bodies on Soviet posters, 1917-1924. The visual representation of backwardness

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    In this essay, I explore the visual representation of that backwardness. For revolutionaries of all stripes, a core value in the revolution was overcoming Russia’s backwardness. In Russian it literally meant “lagging behind” [otstalost], but it had a wide compass to include illiteracy, superstition, drunkenness, syphilis, lack of culture, and lack of political engagement. I ask how early Soviet artists conveyed this backwardness – especially as synonymous not only with ignorance, but also with “darkness” and a lack of revolutionary consciousness. How did they compose posters for the masses in those early years of Soviet power, especially during the extensive civil and national wars of 1917-1921? How and why was gender such an important part of that visual imagery

    Zigarettensammelalben der Firma Reemtsma im Dienst des Nationalsozialismus

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    Das Sammeln und Einkleben von Bildern ist bereits eine langlebige, weltweit ausgeführte Praxis. In den 1920er bis 1940er Jahren befand sich diese mit der Verbreitung von Zigarettensammelbildern auf einem Höhepunkt. Sie zeigten dabei diverse Motive, wie Kunstwerke, Naturbildnisse, Flaggen, aber auch Berühmtheiten aus Film und Sport. In Deutschland dominierte die Zigarettenfirma Reemtsma den Markt und beteiligte sich mit dem hauseigenen Cigaretten-Bilderdienst Altona-Bahrenfeld an dieser Marketingstrategie. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kooperierte die Firma mit der NS-Regierung und veröffentlichte und vertrieb im Zeitraum 1933 bis 1936 vier Sammelalben, die in Zusammenarbeit mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) gestaltet wurden und offensichtliche NS-Propaganda zum Inhalt hatten

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