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    2225 research outputs found

    Hobsbawm lesen im Anthropozän. Ein neuer Blick auf »Das Zeitalter der Extreme« (1994/95)

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    Das Anthropozän stellt eine radikale Herausforderung für die Geschichtswissenschaft dar, wie etwa die australische Umwelthistorikerin Libby Robin betont hat: »a concept that considers the role of humanity as a historical force for change in planetary systems, demands both geological and historical time-scales, and writes planetary and human histories together«. Es gelte, etablierte Vorstellungen von Raum, Zeit und ›Agency‹ kritisch zu überdenken sowie geologische und menschliche Skalen zueinander in Beziehung zu setzen. Robin reagierte damit auf Dipesh Chakrabarty, der 2009 postuliert hatte, dass der Klimawandel Historiker:innen dazu zwinge, grundlegende Annahmen zu hinterfragen: die Grenze zwischen Natur und Kultur, die Bedeutung der Moderne bzw. der Modernisierung, die Beziehung zwischen der Geschichte von Menschen und der Menschheitsgeschichte sowie die Gemeinsamkeit menschlicher Erfahrungen

    Populäre Wissenschaft. Das »Fischer Lexikon A-Z« im Taschenbuchmarkt der frühen Bundesrepublik

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    Der Beitrag untersucht die Popularisierung von wissenschaftlichem Wissen durch die noch junge Publikationsform Taschenbuch in der frühen Bundesrepublik. Am Beispiel des 40-bändigen »Fischer Lexikons A-Z«, das der S. Fischer Verlag ab 1957 auf den Markt brachte, wird gezeigt, wie es einem zuvor auf literarische Werke konzentrierten Publikumsverlag gelang, in bis dahin nicht gekannten Auflagenhöhen und durch ubiquitäre Vertriebswege einem breiten Publikum wissenschaftliche Erkenntnisse nahezubringen. Im Unterschied zu den populärwissenschaftlichen Büchern oder Broschüren des 19. Jahrhunderts kam das »Fischer Lexikon« ohne übermäßig starke Komplexitätsreduktion aus und wurde dennoch ein großer verlegerischer Erfolg – besonders dank der Bildungsexpansion der 1960er- und 1970er-Jahre. Allein bis 1969 betrug die Gesamtzahl der gedruckten Bände der Lexikon-Reihe etwa 5,4 Millionen Exemplare. Die verlegerischen Strategien werden ebenso erläutert wie die Reflexion der im Wissenschaftsbetrieb anfangs ungewohnten Publikationsform Taschenbuch durch die Autoren und Herausgeber.This article analyses the popularisation of scientific knowledge through the paperback, a form of publication that was still very young in the early Federal Republic of Germany. Using the example of the 40-volume ›Fischer Lexikon A-Z‹, which S. Fischer Verlag brought onto the market in 1957, it is shown how a general interest publisher that had previously concentrated on literary works succeeded in bringing scientific knowledge to a broad audience in unprecedented circulation figures and through widespread distribution channels. In contrast to the popular science books and brochures of the 19th century, the ›Fischer Lexikon‹ avoided oversimplification and nevertheless became a great publishing success – thanks in particular to the educational expansion of the 1960s and 1970s. By 1969, some 5.4 million copies of the encyclopaedia had been produced. The article explores the publishing strategies and the authors’ and editors’ reflections on the paperback, a form of publication that had not yet gained currency in the academic world

    ›Black Is Beautiful‹. Radical Chic, Chromatic Politics, and Constructions of Race in the Campaigns of the West German Christian Democrats in the 1970s

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    This article examines the appropriation of the slogan ›Black is beautiful‹, which had its origins in the US Civil Rights movement, by the West German Christian Democrats in the 1970s – and thus by a party led by white men. The analysis brings into conversation histories that have mostly been treated separately: the political history of the Federal Republic and the Christian Democrats; the history of political chromatics and political communication; and the history of racism and anti-racism in Germany after 1945. While the focus is on a specific election campaign that ran from 1972 to 1976, the aim is to address larger issues: the first decade of the Christian Democrats in opposition at the federal level and their struggle to appear ›modern‹ in a period of rapid change; and constructions of race in a society that had banned the word ›Rasse‹ from its political vocabulary. One conclusion is that the ›Black is beautiful‹ campaign was in many ways a typical product of the Federal Republic in the 1970s. The ways in which the Christian Democrats dealt – or did not deal – with ›race‹ in this instance reflects a general reluctance among West Germans to acknowledge the more subtle forms that racism has taken since 1945, other than state-sanctioned discrimination.Dieser Beitrag verfolgt die Aneignung des aus der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung stammenden Slogans »Black is beautiful« durch die CDU/CSU in den 1970er-Jahren – also durch eine zur damaligen Zeit von weißen Männern geführte Parteiengruppe. Die Analyse verschränkt Perspektiven aus der Politikgeschichte der Bundesrepublik, der politischen Farbenlehre und der politischen Kommunikation sowie der Geschichte von Rassismus und Antirassismus in Deutschland nach 1945. Der Schwerpunkt liegt auf einer spezifischen Wahlkampagne, die von 1972 bis 1976 ihren Höhepunkt erreichte. Zugleich werden übergreifende Aspekte behandelt: das erste Jahrzehnt der CDU/CSU als Opposition auf Bundesebene und ihr Versuch, in einer Zeit des rapiden Wandels »modern« zu erscheinen. Darüber hinaus geht es um Konstruktionen von ›Race‹ in einer Gesellschaft, die das Wort »Rasse« aus ihrem politischen Vokabular verbannt hatte. Gezeigt wird, dass die »Black is beautiful«-Kampagne in vieler Hinsicht typisch für die Bundesrepublik der 1970er-Jahre war. Die Art und Weise, wie die Christdemokraten hier mit dem Thema Race umgingen – oder es ganz ausblendeten –, spiegelt ein generelles Unvermögen der westdeutschen Gesellschaft wider, sich mit unterschwelligen Formen des Rassismus jenseits staatlich sanktionierter Diskriminierung auseinanderzusetzen

    (Un)sichtbarkeit und Unsicherheit

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    In dem Lindenberger-Konvolut befindet sich eine Fotografie, die zunächst einmal viele Fragen aufwirft. Zu sehen ist ein Lastwagen mit Anhänger, beide beladen mit großen Fässern. Davor stehen zwei Männer, ein weiterer sitzt auf dem Kutschbock des Anhängers. Im Hintergrund sieht man unverkennbar die Berliner Siegessäule. Die Bildunterschrift lautet „Joseph Lindenberger + Mietzner“

    Die Bildsprache der Besatzer. Plakate und Filme der NS-Propaganda-Kampagne zur Anwerbung von Arbeitskräften in der Ukraine

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    Ich untersuche in diesem Aufsatz die für die Kampagne der NS-Propaganda zur Anwebung von Arbeitskräften in der Ukraine entwickelte Bildsprache der deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkriegs in den besetzten Gebieten und stelle die Kampagne als konzertierte Aktion in Filmen und Plakaten vor. Mein Thema hat eine politische Dimension insofern, als die an der Herstellung der Filme und Plakate Beteiligten aus der einheimischen Bevölkerung als Kollaborateure galten und gelten. Die damaligen sowjetischen Sicherheitsdienste fahndeten nach dem Krieg nach ihnen und verurteilten Kollaborateure nach Überprüfung teilweise zu hohen Strafen

    Ein privates Fotoalbum im öffentlichen Interesse

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    Was macht ein Foto privat oder öffentlich? Laut Fachliteratur ist dies abhängig vom Kontext: der Entstehung und Verwendung des Bildes. Entscheidend für die Bestimmung sind demnach der Fotograf, das Motiv, die Absicht des Fotografen sowie die Intentionen der abgebildeten Personen und nicht zuletzt der nachfolgende Gebrauch der Fotografie

    Joseph und Helene am 1. Mai?

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    Auf dem vorliegenden Bild posiert Joseph vor einem Lastwagen. Helene schaut zusammen mit einem Kind aus der Fahrerkabine in die Kamera. Auf der Ladefläche stehen weitere Kinder sowie eine abgeschnittene größere Person. Die Abgebildeten tragen weiße Hemden und einige der Kinder auch weiße Hüte – sie wirken aufgeregt. Mindestens zwei der Kinder halten kleine einfarbige Fahnen in ihren Händen

    Oral History (english version)

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    Oral history has been enriching the theoretical and methodological debates of German-language contemporary history research for over forty years. While early skepticism towards oral history has long since given way to its broad (and sometimes uncritical) acceptance and application, there is still much debate about what exactly it is as both a method and a research field, and what value for historiography – and as source material – it has. In our contribution to the debate, we explore how oral history has developed over time, which international and interdisciplinary influences have proven significant, its underlying theoretical and methodological concepts, and which factors might shape its future

    Osteuropa (ver)lernen. Ein Plädoyer für eine neue Geschichtskultur

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    In der Ukraine ist Krieg und allerorts wird die Forderung nach mehr Osteuropa-Expertise laut. Das Problem ist jedoch nicht nur fehlende Expertise, sondern die Sonderrolle der Osteuropaforschung im deutschen Wissenschaftssystem. Über den langen Weg zu einem integrativen Geschichtsverständnis

    ARCHIV MACHT WISSEN. Die Ukraine als Aufgabe einer europäischen Geschichtswissenschaft

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    Szenen aus einem Werbeclip sind mit der russischen Invasion Realität geworden: Taxifahrer und Geologiestudenten, Väter und Söhne, Programmierer und Vorarbeiter, Fußballfans und Nachbarn verteidigen mit Waffen ihre Heimat, wo russische Bomben Wohngebiete, Krankenhäuser, Kirchen und Museen treffen. Für Gesellschaften jenseits der Ostgrenze der EU ist es atemberaubend solche Taten anzusehen. Zugleich bemühen sich hier viele, Hilfe zu leisten durch Geld- und Sachspenden, Hilfsdienste an Bahnhöfen und Angebote für die Aufnahme des größten Flüchtlingsstroms, den Europa seit 1945 gesehen hat. Auch die Wissenschaft ist nicht untätig geblieben. Zugleich hat dies alles historische Dimensionen. Dementsprechend haben Historiker:innen in der Ukraine ein Soundarchiv gegründet, um die Auswirkungen des Krieges in Podcasts zu dokumentieren. Hier spielt das renommierte Center for Urban History in Lwiw eine zentrale Rolle; es sammelt zugleich private Aufnahmen vom Kriegsalltag für sein Urban Media Archive. Und es hat ein Oral History Projekt gestartet, um die Erfahrungen der ersten Kriegstage weiter zu dokumentieren. Aber auch in Kiew und anderen Städten scannen Archivar:innen fieberhaft die Bestände – Bomben- und Granatangriffen zum Trotz. Dabei ist nicht zu vergessen, dass all diese Menschen nicht nur Kämpfer:innen und Geflüchtete sind. In ihren Heimatstädten stehen Lebensräume, Erinnerungsorte und Gedächtnisspeicher unter Beschuss, die ihr Leben geprägt haben. Sie bei der Bewahrung und dem (Wieder-)Aufbau dieser Speicher zu unterstützen, ist die Kernaufgabe einer europäischen Geschichtswissenschaft

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