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Der Feldzugang im organisationalen Feld der ordnungsrechtlichen Unterbringung – eine Praxisreflexion
Forschung im Feld erfordert einen Zugang zum Feld, um Zutritt ins Feld zu gewinnen: ohne Zugang zum Feld keine Forschung. Im vorliegenden Beitrag soll der Zugang ins Feld vor dem Hintergrund unterschiedlicher institutioneller Voraussetzungen thematisiert werden. Grundlage hierfür ist ein qualitativ angelegtes Projekt im Feld der Wohnungslosenforschung zur ordnungsrechtlichen Unterbringung. Anhand der Erfahrungen der Forschenden wird aufgezeigt, wo und wie der Feldzugang scheitern oder an seine Grenzen geraten kann. Fokussiert werden in diesem Zusammenhang die spezifischen organisationalen Charakteristika sowie Akteursebenen und -konstellationen, mit denen die Forschenden im Prozess des Feldzugangs zu tun hatten, aber auch die Rolle der Auftraggebenden und das institutionelle Setting der Forschenden. Dargelegt werden hierbei die konkreten Formen der Reaktion und Kommunikation seitens der organisationalen Akteur*innen, die zu einem Scheitern (oder Gelingen) des Feldzugangs führen können sowie der Einfluss verschiedener institutioneller Akteurskonstellationen auf das Scheitern (oder Gelingen) des Feldzugangs. Dabei wird insbesondere Bezug auf die Kategorie ‚Vertrauen‘ genommen
Design and evaluation of a robot telemedicine system for initial medical examination with UK and Thai doctors
This study presents the evaluation of a robot telemedicine system used for initial diagnosis of patient with UK and Thai doctors. In a prior study, a set of user requirements for a robot telemedicine system were outlined based on a focus group with medical professionals and an online survey with the public. Based on these recommendations we have developed a robot
telemedicine system that consists of a telepresence interface with examination functionality for doctors to control a robot that is present with patients. The system is designed for initial diagnosis of medical conditions, and Bell’s palsy diagnosis is chosen as an example use case. This paper presents the design and usability evaluation of this robot telemedicine system. The
usability study was conducted using a thinking-aloud protocol, and a semi-structured interview was conducted after using the system. Study results were analysed using framework analysis. Additionally, participants were asked to give subjective ratings of the system. The study was conducted cross-culturally with doctors from the UK and Thailand, allowing us to gain
a deeper understanding of system usability with groups that differ in their medical practice and user needs. Study participants rated the system with 72.19 points on the System Usability Scale, which indicates acceptable usability when interpreted semantically. The system also received a presence score of 0.691, normalized between 0 (least) and 1 (highest). Based on the framework analysis the prior set of user requirements has been refined and developed into a set of design recommendations for use in the development of future robot telemedicine systems. Additionally, study results indicate differences in medical practice between UK and Thai doctors which could be relevant to adjust the robot telemedicine system to local users
Greenwashing – Eine Analyse der Formen und des Auftretens des Phänomens in den Schwerpunktbereichen der Tourismusindustrie
Der Wunsch nach nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen prägt sich im Zeitverlauf immer stärker aus (Mangini et al. 2020). Unternehmen stehen daher unter zunehmendem Handlungs- und Leistungsdruck, der die Gefahr induziert, dass sog. Greenwashing betrieben wird. Hierbei werden Leistungen nachhaltiger dargestellt, als sie es tatsächlich sind (De Freitas Netto et al. 2020): Unternehmen erbringen nur einen geringen, keinen oder sogar einen negativen Beitrag zur Nachhaltigkeit, kommunizieren ihre Aktivitäten aber gleichzeitig als positive Leistung und führen den Konsumenten somit in die Irre (Delmas und Burbano 2011). Das ist kritisch, da Stakeholder meist nicht über das notwendige Wissen/Informationen verfügen, um die Wahrheitsmäßigkeit der Behauptungen einschätzen zu können (Griese et al. 2017).
Forschungen zum Thema Greenwashing liegen bereits vor. Dabei entstanden u. a. Sammlungen von Greenwashing-Formen (De Freitas Netto et al. 2020). Im Rahmen des Projekts, dessen Vorstellung mit diesem Abstract vorgeschlagen wird, wurden die in der Fachliteratur erfassten Greenwashing-Formen analysiert und eine zusammenfassende Übersicht über diese Formen erstellt. Das Ziel der Arbeit war die Untersuchung des Auftretens des Phänomens in der Tourismusindustrie.
Der Beitrag stellt vor diesem Hintergrund die Ergebnisse einer empirischen Studie über das Vorkommen der bekannten Greenwashing-Formen in der Tourismusindustrie vor. Mittels strukturierter Experteninterviews konnte festgestellt werden, dass fast alle Formen auch in der Branche beobachtbar sind. Es wird mit ungenauen, fehlenden sowie mit falschen Informationen gearbeitet. Darüber hinaus stellt die Siegelflut ein großes Problem dar. Es wird gezielt in eine bestimmte Richtung kommuniziert, mit Selbstverständlichem geworben und selbst die Manipulation der Reiseinteressierten findet statt. Durch eine Übertragung der gewonnenen Ergebnisse konnte eine neue Übersicht der Greenwashing-Formen speziell mit Bezug zur Tourismusbranche konzipiert werden
Partizipative Technikentwicklung mit pflegenden Angehörigen zwischen Solutionismus und Humanismus – Ein Essay
Das gesellschaftliche Feld der Pflege und (Für-)Sorge ist in tiefgreifende strukturelle Veränderungsprozesse eingebettet. Dabei stehen aktuell insbesondere Fragen der alternden Gesellschaft, der damit verbundenen Zunahme körperlicher und kognitiver Erkrankungen (u. a. auch im Hinblick auf Multimorbidität) sowie der Finanzierung der pflegerischen Versorgung im Zentrum medialer, politischer und wissenschaftlicher Aufmerksamkeit in Deutschland. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den kommenden Jahren weiter steigen, während die personelle Entwicklung in der professionellen pflegerischen Versorgung nicht im gleichen Maße mithalten kann und auch Pflegepotenziale im familiären, freundschaftlichen oder ehrenamtlichen Bereich aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen (z. B. durch Individualisierung und zunehmende Mobilität) erodieren. Beschreibungen wie ‚Pflegenotstand‘, ‚Krise der Pflege‘ oder gar ‚Krise als Normalzustand‘ werden zu prominenten Deutungsvarianten dieser Dynamiken.
Derzeit werden in Deutschland 84 % der insgesamt ca. 5 Millionen Pflegebedürftigen in der eigenen Häuslichkeit versorgt – die Hälfte davon ausschließlich durch An- und Zugehörige (Destatis 2022). Empirische Befunde legen nahe, dass dies häufig zu hohen Belastungen bei den pflegenden An- und Zugehörigen führt („Caregiver Burden“). Als „Deutschlands größter Pflegedienst“ (Wetzstein et al. 2015: 1) erhalten pflegende An- und Zugehörige darüber hinaus zu wenig öffentliche Beachtung und Anerkennung – nicht nur im finanziellen Hinblick auf die unbezahlte Sorgearbeit und die damit vielfach verbundenen Einschränkungen in der eigenen Berufstätigkeit, sondern auch mit Blick auf mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung. Letzteres zeigt sich auch in dem vielfach verwendeten Begriff der ‚informellen Pflege‘, welche aus begriffsdefinitorischer Hinsicht „ohne Auftrag“ und „ohne eine bestimmte Form“ erfolgt, obwohl diese Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch XI und den Regeln der Subsidiarität explizit eingeplant und zwingend erforderlich sind
Die Journalismus-Publikum-Beziehung als Herausforderung für den politischen Journalismus
Empowering Older Adult Care through Participatory Digital Solutions: A Case Study of Community Implementation
The demand for care and support for older adults is rising, compounded by a growing shortage of skilled workers in the care sector. As a result, informal and voluntary support services have become increasingly vital. Digital platforms are seen as promising tools to organize and coordinate these services effectively. The project 'Implementation and Engagement-Promoting Potentials of a Digital Solution for Assistance Matching for older adults' (IPot) aims to scientifically monitor the implementation of a digital solution in a municipally-supported neighborhood assistance program in southern Germany. This study investigates the factors for successful implementation, the role of participatory methods, and the platform's impact on engagement. Utilizing the Design Case Studies approach, which emphasizes socio-technical integration and user participation, the IPot project evaluates the implementation of the Hilver platform in "Kümmerei Gut leben", a neighborhood program of the municipality Sulzberg / Bavaria. The project adopts a focused ethnographic research design to provide detailed insights into the process. Findings suggest that effective implementation requires continuous adaptation and development of the technology, tailored to local needs through participatory elements. The creation of a Community of Practice within the program has fostered a collaborative learning environment, highlighting the necessity of involving users not just in development but also in the implementation phases to ensure sustainable integration and acceptance of new technologies
Ökologie und Tourismus: Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Partnerschaft
Der vorliegende Beitrag beschreibt Möglichkeiten und Spannungen im Verhältnis Ökologie und Tourismus
Branding und Markenbildung für (angehende) Coaches
Diese Lerneinheit befasst sich mit Kompetenzen, Repertoire und Portfolioentwicklung für Coaches und solche, die es werden wollen. Zunächst geht es darum, anhand eines Kompetenzrahmens mögliche Handlungsfelder für angehende Coaches abzuleiten und darauf ausbauend fokussierte Angebote zu formulieren. Diese sollen zielgruppenspezifisch zur Anwendung kommen. Die Lerneneinheit will eine Vorgehenslogik vorstellen, welche dazu befähigt, angehende Coaches in der Entwicklung eigener Portfolios zu unterstützen
Arbeitssoziologische Fallstudienforschung (nicht zuletzt) mit Interviews: (Beschleunigter) Wandel und Heterogenisierung durch Corona?
Die Corona-Pandemie hat tiefe Spuren auch in der empirischen Sozialforschung hinterlassen. Insbesondere qualitativ Forschende sehen die Pandemie als Einschnitt und Zensur. Dieser Artikel versucht dagegen, die Herausforderungen der Pandemie mit Blick auf die arbeitssoziologische Fallstudienforschung als Beschleunigung von Wandlung wie Heterogenität arbeitssoziologischer Forschung zu begreifen. Dies wird anhand der theoretisch-konzeptionellen, methodologischen wie empirischen Ebenen aufgezeigt. Die Pandemie und ihre Folgen führen demnach weniger zu einer substanziellen Krise insbesondere der qualitativen Forschung, als vielmehr zur Reflexion eigener Grundannahmen und Vorgehensweisen auf den genannten Ebenen: Empirisch wie forschungspolitisch wird das eigene Erwartungsmanagement herausgefordert, methodisch wie konzeptionell verlangt der heterogenere Zugang zu Interviewees, Betrieben und die damit verbundenen Veränderungen in den Fallrekonstruktionen Antworten
VIVID German Japan Joint Virtual Validation Methodology for Intelligent Driving Systems: White Paper
This document outlines the shared approach and joint achievments of the German-Japanese research proposal VIVID