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Biodiversität und Ökosysteme in der digitalen Lehre – Fallbeispiele aus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung
Das vorliegende Diskussionspapier zeigt Fallbeispiele zur digitalen Biodiversitäts- und Ökosystemlehre, die am Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) aufgebaut und eingesetzt wurden. Sie sollen die wachsende Bedeutung digital unterstützter Lehrformate, aber auch die damit verbundenen Herausforderungen und Limitationen, aufzeigen. Einleitenden Aspekten über die Rolle digitaler Lehre für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung folgen eine kurze Rekapitulation wichtiger Trends bezüglich der Digitalisierung in der biodiversitäts- und ökosystembezogenen Praxis und Gedanken zur biodiversitätsbezogenen Lehre an der HNEE im Vorfeld der Coronakrise. Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird daran anschließend der mit der Coronakrise verbundene Digitalisierungsschub an der HNEE beleuchtet. Diesen Ausführungen folgt ein Kapitel, das die Weiterentwicklung der digitalen Lehre und die Implementierung ausgewählter, digital-unterstützter Lehrformate in den Lehrbetrieb an der HNEE in den Fokus nimmt. Dazu gehören unter anderem Gamifikation-Elemente auf digitalen Endgeräten im Gelände, der Einsatz von Web-Apps mit georeferenzierte Datenbanken, verschiedene Digital-Kamerasysteme insbesondere in der Bienenlehre und neu entwickelte digital-interaktive Lehrpfade zur Ökologie. Bei letzterem wird schwerpunktmäßig auf die Indikatorgruppe Vögel eingegangen; nicht nur, da sie eine hohe Naturschutz- und Landnutzungsrelevanz hat und extrem gut erforscht ist, sondern auch, da die Vögel sich aus didaktischer Sicht hervorragend eignen. In dem Artikel wird des Weiteren auf Bestimmungsapps eingegangen und eine kritische Beleuchtung versucht. Daran schließt sich eine Diskussion an, in deren Rahmen über die Chancen und Risiken digitaler Formate in der ökologischen, naturschutzfachlichen und biodiversitätsbezogenen Lehre reflektiert wird. Es wird gezeigt, dass der Blick auf die Monitore den Blick auf die Natur sowohl versperren, als auch erweitern und bereichern kann. Letzteres ist dann der Fall, wenn digitale Informationen die eigenen Naturerfahrungen begleiten und vertiefen und digitale Formate als das verstanden werden, was sie sind: machtvolle Werkzeuge, aber niemals ein Ersatz für das „Begreifen“ der Natur durch den Menschen.This discussion paper aims at presenting examples of digitally-supported teaching formats concerning biodiversity- and ecosystem-related content at Eberswalde University for Sustainable Development (HNEE). Thus, the paper encourages reflections about these teaching formats, but also the associated challenges and limitations. Introductory aspects about the role of digital teaching in education for sustainable development are followed by a brief recapitulation of important trends regarding digitalization in biodiversity- and ecosystem-related teaching at HNEE prior to the Corona crisis. Selected examples are used to illustrate a Corona-induced burst of digitalization. A following chapter focuses on the further-development of digital teaching formats as catalyzed by the Corona crisis, as well as reflections about the implementation of these formats in the everyday teaching routines at HNEE. These include gamification elements on digital devices in the field, the use of web apps with georeferenced databases, various digital camera systems particularly in bee education, and newly developed digital-interactive educational trails. The latter focus on the indicator group of birds; not only because birds are highly relevant to nature conservation and land use and are extremely well-studied, but also because birds appear ideal from a didactic point of view. The publication also deals with the use of species identification apps and attempts a critical reflection in respect thereof. In the following, the opportunities and risks related with digital formats in ecological, nature conservation and biodiversity-related teaching at HNEE are reflected on. The paper concludes that looking at a monitor might block or hinder a person`s ability to view and appreciate nature, but it might also expand and enrich this view. The latter is the case when digital information accompanies and deepens a person`s own experiences of nature. This can be achieved when digital formats are understood for what they are: powerful tools, but never a replacement for peoples` "hands on" nature
Commons kritisch kartieren - Eine kollektive Kartierung von Commoning-Strukturen eines Gemeinschaftsprojektes in Brandenburg
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Commoning-Praktiken im Kontext von
Spatial Commons, insbesondere damit wie Commons-Theorie vermittelt und
Commoning-Praktiken bewusster wahrgenommen werden können. Diesbezüglich
wird die Eignung der Methode der kollektiven kritischen Kartierung zur
Sichtbarmachung von Commoning-Praktiken überprüft.
Zunächst wird als theoretische Grundlage eine Einführung in die Themenbereiche
Commons sowie Kartographie gegeben. Dabei werden die Zusammenhänge
zwischen Commons-Theorie und Methode aufgezeigt, die darauf hindeuten, dass
diese grundsätzlich miteinander vereinbar sind. Davon ausgehend erfolgt in der
empirischen Untersuchung eine kollektive kritische Kartierung mit der Gemeinschaft
Wokule als Beispiel für Spatial Commons. Zur inhaltlichen Vorbereitung werden
Expert*inneninterviews mit Mitgliedern der Gemeinschaft durchgeführt.
Zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass sich die Methode der kollektiven
kritischen Kartierung als Commoning-Prozess verwirklichen lässt und sich
Commoning-Praktiken hiermit abbilden lassen. Vor allem diejenigen Praktiken,
welche einen Ortsbezug aufweisen, konnten einfacher in den erstellten Karten
dargestellt werden. Die Karten dienten dabei als Gesprächsgrundlage sowie zur
Visualisierung und Vereinfachung der besprochenen Commoning-Praktiken.
Ferner sammelten die Teilnehmenden zu allen thematisierten Praktiken
Erkenntnisse und erlangten ein gemeinsames Verständnis über die Definition der
Wokule und Bedürfnisse der Gruppe. Zudem konnte die Kartierung den
Reflexionsprozess der Gemeinschaft weiter voranbringen.
Es ergibt sich weiterer Forschungsbedarf in der Darstellbarkeit weiterer
Commoning-Praktiken bezüglich ihrer Beschaffenheit.This thesis examines commoning practices in the context of spatial commons with
a particular focus on the question of how commons theory can be communicated
and awareness of commoning practices increased. To this end, the collective critical
mapping method is reviewed with regard to its suitability for shedding light on
commoning practices.
First of all, the topics of commons and cartography are introduced, providing a
theoretical basis. This shows the nexuses between commons theory and methods,
indicating their fundamental compatibility. This forms the basis for the empirical
study which results in the creation of a collective critical map together with the
Wokule community as an exemplary spatial commons. In preparation for this, expert
interviews were conducted with members of the community.
The study primarily shows that a collective critical mapping method can be realized
as a commoning process as well as being used to map commoning practices. The
maps are particularly effective in depicting practices with a strong local link. The
maps served as a basis for discussion as well as for visualizing and simplifying the
commoning practices discussed.
Furthermore, the participants gained insights on all the practices discussed and
established a shared understanding of the definition of the Wokule and the needs
of the group. In addition, the mapping process served to further improve the
community’s reflection process.
Further research could explore the potential options for depicting the nature of other
communing practices