BfN-e-dition - Institutional repository of the Federal Agency for Nature Conservation
Not a member yet
1241 research outputs found
Sort by
Erforderliche Managementmaßnahmen für die Stellnetzfischerei in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Ostsee
Nature conservation and transformative change. The role of nature conservation in social-ecological transformation
Bilateral vs. multilateral - ein Vergleich der verschiedenen Konzepte zu Access and Benefit-sharing
Der bilaterale Ansatz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) und des Nagoya-Protokolls sieht Verhandlungen zwischen Bereitstellern sowie Nutzerinnen und Nutzern genetischer Ressourcen und die Aufteilung der Vorteile mit den jeweiligen Bereitstellern vor. Im Rahmen des multilateralen Konzepts des Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (International Treaty on Plant Genetic Resources for Food and Agriculture - ITPGRFA) und des Planungsrahmens für die pandemische Influenza (Pandemic Influenza Preparedness Framework - PIP Framework) stellen die Bereitsteller genetische Ressourcen in einen gemeinsamen Pool ein, der durch Standardverträge zugänglich ist. Die Vorteile werden mit allen potenziellen Bereitstellern, die an dem System teilnehmen, geteilt. Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, diese Ansätze zu beschreiben und deren Auswirkungen in der Praxis (Genbankmanagement und Austausch von Influenza-Erregern) zu bewerten. Multilaterale "Access and Benefit-sharing (ABS)"-Instrumente haben im Vergleich zum bilateralen Ansatz das Potenzial, den Zugang zu erleichtern und gleichzeitig den Vorteilsausgleich zu gewährleisten. Die beiden multilateralen Instrumente haben den Zugang zu bestimmten Kategorien genetischer Ressourcen erleichtert und Vorteile für die Ernährungssicherheit und die öffentliche Gesundheit gebracht. Verbesserungen sind jedoch möglich, sowohl bei der Arbeit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization - FAO) zur Umsetzung des ITPGRFA als auch bei der Arbeit der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization - WHO) zur Umsetzung des PIP Framework
Die Zukunft des Access and Benefit-sharing: Was folgt auf die Verabschiedung des Globalen Biodiversitätsrahmens und die Entscheidung zu digitalen Sequenzinformationen?
Die jüngsten Beschlüsse der 15. Konferenz der Vertragsstaaten (Conference of the Parties - COP 15) des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) zum Zugang und Vorteilsausgleich (Access and Benefit-sharing - ABS) eröffnen neue Möglichkeiten. Aktuell bestehen die zentralen Herausforderungen darin, die Fallstricke des bilateralen ABS-Ansatzes des Nagoya-Protokolls zu überwinden und digitale Sequenzinformationen in einen funktionierenden Mechanismus für einen Vorteilsausgleich zu integrieren, der mit dem Nagoya-Protokoll kompatibel ist. Zudem müssen Lösungen für die bisher schwierige, jedoch seit der COP 15 durch den Globalen Biodiversitätsrahmen erforderliche, Erfassung des Vorteilsausgleichs gefunden werden. Die Beschlüsse der COP 15 bieten zwar keine simplen und schnellen Antworten auf diese Herausforderungen. Mit ihren Ansätzen zur Quantifizierung und Vereinfachung des Vorteilsausgleichs könnten sie jedoch die Grundlage für eine effektive Weiterentwicklung von ABS bilden
Bürgerbeteiligung 3.0 – ein digitales Dialogtool zur Entscheidungsunterstützung im Rahmen der Energiewende
Bei der Beschleunigung der Energiewende gilt es, weder den Schutz von Natur und Landschaft noch die Bürgerbeteiligung aus den Augen zu verlieren. Statt einer Einschränkung der Beteiligungsmöglichkeiten werden neue Formate benötigt, die Gemeindemitglieder aktiver und verantwortungsvoller in die Gestaltung der Energielandschaft vor Ort einbeziehen. Zu diesem Zweck wurde auf Basis verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse ein digitales Dialogtool entwickelt. Kernelemente des Tools sind die Vorgabe eines von der Bundesebene räumlich herunterskalierten Zielstromertrags für den Planungsraum und Informationen über räumliche Grenzen für eine gesellschaftlich akzeptierte und naturverträgliche Allokation von Wind- oder Solarenergieanlagen. In Workshops simulierten Gemeindemitglieder auf einer interaktiven Karte die Verteilung der Anlagen, um den Zielstromertrag zu erreichen. Das digitale Dialogtool wurde in drei Gemeinden evaluiert. Im Ergebnis zeigte sich, dass Dialogprozesse und das lokale Verantwortungsbewusstsein sowie die Akzeptanz der erneuerbaren Energien vor Ort gefördert wurden. Die Resultate können in der Regional- oder Bauleitplanung als Beitrag der Bürgerbeteiligung genutzt werden
Mehr Bewusstsein für Bodenbiodiversität: Defizite, Bedarfe, Transferansätze und -formate in Deutschland
Das Wissen in der Gesellschaft zu Bodenbiodiversität und deren ökologischen Bedeutung ist gering. Dies ist ein Imageproblem, aber auch auf mangelndes Wissen von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zurückzuführen. Es bedarf daher gezielter Maßnahmen zur Information von Lehrenden zu diesem Thema. Notwendig sind bspw. die Aufnahme in die Curricula der Lehrkräfte in Theorie und Praxis und die Bereitstellung von Materialien für den Unterricht. Außerschulische Lernorte wie etwa Museen können durch Ausstellungen, aber auch durch den Einsatz immersiver Formate (wie Virtual-Reality-Animationen) breiten Schichten der Bevölkerung das Thema näherbringen. Ansätze einer transdisziplinären Vermittlung durch Musik, bildende Kunst sowie durch die Vermittlung im fächerübergreifenden Unterricht an Schulen erscheinen Erfolg versprechend, werden allerdings nur vereinzelt in der Praxis umgesetzt. In Politik und Medien fehlt ebenfalls eine der Relevanz der Bodenbiodiversität entsprechende Wahrnehmung der Bedeutung von Bodenorganismen für die Funktion terrestrischer Ökosysteme. Es ist Aufgabe von Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie von Bildungseinrichtungen, die Gesellschaft in ihrer ganzen Breite für diese Themen zu sensibilisieren
Förderung des Bodenlebens in der Forstwirtschaft
Waldböden enthalten hochdiverse und dynamische Gemeinschaften von Organismen, die zahlreiche Ökosystemleistungen der Wälder unterstützen. Die komplexen Wechselwirkungen zwischen Waldbodenorganismen und deren Umwelt sind jedoch eine Quelle der Vulnerabilität, insbesondere da Wälder und Bodenbiota auf Grund des Klimawandels und der Waldnutzung immer häufiger Störungen ausgesetzt sind. Es gibt jedoch forstwirtschaftliche Maßnahmen, die Risiken für Bodenbiota und mit diesen assoziierte Ökosystemleistungen abmildern können. Am wirksamsten ist die Umwandlung von Reinbeständen in arten- und strukturreiche Mischwälder. Die Einbeziehung von Baumarten mit unterschiedlichen Mykorrhiza-Assoziationen kann besonders wirksam sein. Die Erhöhung der strukturellen Vielfalt mit variablem Angebot an Licht, Wasser und Substrat erhöht die Artenvielfalt der Bodenorganismen. Im Zusammenhang mit der Holzernte sollten ausreichend Überhälter, Schlagabraum und Totholz im Wald belassen werden. Auch die Waldinfrastruktur, z. B. in Form von Rückegassen, birgt ökologisches Potenzial für das Bodenleben. Die Einführung solcher Maßnahmen in die Waldwirtschaft würde nicht nur die Bodenbiota fördern, sondern auch dazu beitragen, deren Ökosystemleistungen bei Klimaveränderungen und Störungen zu erhalten