BfN-e-dition - Institutional repository of the Federal Agency for Nature Conservation
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    Erste Ergebnisse zu Laufkäfern und der Biomasse von Bodenarthropoden aus dem landesweiten Insektenmonitoring Baden-Württembergs

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    Vor dem Hintergrund des öffentlich diskutierten Insektenrückgangs hat das Bundesland Baden-Württemberg im Jahr 2017 das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt aufgelegt und das landesweite Monitoring von Insekten aufgebaut. Als Stichprobenkulisse werden, um zahlreiche Synergien zu anderen Erhebungen zu nutzen, die bestehenden bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen (SPF) verwendet. Die Erfassungsmethodik ist angelehnt an den Methodenleitfaden des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) für das bundesweite Insektenmonitoring. Im vorliegenden Beitrag werden die Untersuchungsergebnisse zu den Indikatoren "Laufkäfer" und "Biomasse Boden" aus den Jahren 2019 - 2021 vorgestellt. Als Ergebnis werden die mit Hilfe von Bodenfallen in insgesamt 78 Ackerflächen erfassten Individuenzahlen und Biomassen von Laufkäfern (Carabidae), Kurzflügelkäfern (Staphylinidae) und Spinnen (Araneae) sowie die Biomassen der restlichen Arthropoden dargestellt. Zudem wird auf die Individuenverteilung der einzelnen Laufkäferarten detaillierter eingegangen. Ausgewählte Korrelationen der Arten- und Individuenzahlen von Arthropoden mit Landnutzungsvariablen werden präsentiert und diskutiert

    Projekt RegioDiv – genetische Vielfalt krautiger Pflanzen in Deutschland

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    Gebietseigenes Saatgut für Begrünungen und Renaturierungen in der freien Landschaft wird in Deutschland nach Regeln des Regiosaatgutkonzepts in 22 Ursprungsgebieten (UG) produziert. Das Projekt RegioDiv untersuchte die genetische Diversität von über 30 Pflanzenarten des Grünlands deutschlandweit, um zu überprüfen, wie gut die beobachtete räumliche Verteilung der genetischen Strukturen dem geographischen Zuschnitt der UG entspricht. Jede Art zeigte ein artspezifisches innerartliches räumlich-genetisches Diversitätsmuster, aber fast alle Arten zeigten das Muster von "Isolation-durch-Distanz", also zunehmende genetische Distanz mit zunehmender räumlicher Entfernung. Bei einigen Arten mit mehreren Ploidiestufen, d. h. innerartlichen Taxa mit verschiedenen Anzahlen an Chromosomensätzen, die eigenständige biologische Arten darstellen können, konnten auf Basis ihrer Verbreitungsgebiete spezifische Regeln entwickelt werden. Die Synthese der Verbreitungsmuster der innerartlichen Gruppen über alle Arten hinweg identifizierte Schwächen des aktuellen UG-Systems. Im vorliegenden Beitrag werden wichtige Einzelergebnisse vorgestellt und Empfehlungen für die Praxis gegeben. Unter anderem werden Vorschläge für alternative Zuschnitte der UG, die die genetische Vielfalt besser repräsentieren, vorgestellt. Diese bilden die Grundlage für mögliche Änderungen am UG-System, die in naher Zukunft mit den relevanten Akteuren erarbeitet werden müssen

    Flächengewinne und -verluste bei Biotopen in Schleswig-Holstein – ein Vergleich zweier Biotopkartierungen 1978 – 1993 und 2014 – 2020

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    Im Rahmen der Biotopkartierung Schleswig-Holsteins von 2014 bis 2020 wurde entgegen den Zielen des Biotopschutzes eine sehr hohe Flächendynamik festgestellt. Mit Hilfe eines Vergleichs der Flächenverhältnisse in den Jahren 1978 - 1993 auf 140.008 ha in beiden Durchgängen kartierter Fläche wurden die Zu- und Abnahmen von Biotopen ermittelt. Im Beitrag werden die fachlichen und methodischen Ursachen dieser Veränderungen diskutiert. Bedeutende Flächenverluste konnten bei den pflegebedürftigen Biotoptypengruppen "Heiden", "Binnendünen", "Trockenrasen", "mesophiles Grünland", "Feuchtgrünland" und "Niedermoore" festgestellt werden. Demgegenüber nahmen anthropogene Biotoptypengruppen wie "Äcker", "Intensivgrünland", "Siedlungs- und Verkehrsflächen", "Röhrichte", "sonstige Wälder" sowie "Gehölze und Forste" zu. Flächenverluste bei Hochmooren stehen einer Zunahme von Moorrenaturierungsflächen gegenüber. Auch bei den Strandseen zeigte sich u. a. infolge von Renaturierungen eine signifikante Flächenzunahme. Die Ursachen für die überwiegend negativen Entwicklungen sind eine Nutzungsintensivierung durch die Land- und Forstwirtschaft, Versiegelung mit Siedlungs- und Verkehrsflächen sowie Entwässerung und Eutrophierung der Biotope. Zusätzlich sind mangelnde Pflege oder Nutzungsaufgabe und damit einhergehende Ruderalisierung und Verbuschung Treiber einer insgesamt beschleunigten Sukzession. Um den Anforderungen der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 zu genügen, müssen die Pflege- und Wiederherstellungsmaßnahmen intensiviert werden und die Zerstörung von Biotopen muss stärker als bislang verhindert bzw. geahndet werden

    Der Einfluss von Bewirtschaftung und organischer Düngung auf Bodenarthropoden in ackerbaulich genutzten Böden

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    Verglichen mit anderen Komponenten der agrarischen Biodiversität, wie Avifauna oder Segetalflora, ist die Biodiversität in landwirtschaftlich genutzten Böden bislang nur in geringem Maße in den Fokus des Arten- und Naturschutzes gerückt. Während bekannt ist, dass vielfältige Fruchtfolgen, eine Minimierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes und eine schonende, variable Bodenbearbeitung die Biodiversität des Bodens fördern, liegen über die Wirkung unterschiedlicher Dünger auf die Gesamtheit der Bodenarthropoden nur wenige Untersuchungen vor. In zweijährigen statischen Feldversuchen an einem ökologisch und einem konventionell bewirtschafteten Standort in Nordrhein-Westfalen wurden mittels verschiedener Fallen- und Erfassungssysteme (Photoeklektoren, Barber-Fallen, Berlese-Tullgren-Apparatur, Umwelt-DNA/environmental DNA - eDNA) fünf verschiedene organische Düngungsvarianten, eine Variante mit mineralischer Stickstoffdüngung und zwei ungedüngte Kontrollvarianten hinsichtlich ihrer Effekte auf die Bodenbiodiversität miteinander verglichen. Die Ergebnisse zeigen bislang wenig differenzierende Effekte der unterschiedlichen Düngung auf die Gesamtabundanz der Arthropoden bzw. auf Abundanzen ausgewählter taxonomischer Ordnungen. Jedoch gibt eine genauere taxonomische Bestimmung (morphologisch auf Unterordnungs- oder sogar Artniveau sowie durch eDNA) bereits erste Hinweise darauf, dass eine hohe Diversität an Bodenorganismen nicht durch eine einzelne Düngervariante, sondern vielmehr durch Kombination verschiedener Düngerarten zu erreichen wäre. Eine gezielte Nutzung organischer Dünger ist jedoch ohne ein tieferes Verständnis der Wirkungszusammenhänge nicht möglich. Künftig gilt es daher, die komplexen Nahrungsnetze im Boden besser zu verstehen, um daraus Maßnahmen zur Förderung von Bodenarthropoden auch im Bereich der Düngung ableiten zu können

    Ist Bodenschutz gleichzeitig Naturschutz? Welche Rolle können Schutzgebiete spielen?

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    Der Schutz von Böden ist in Deutschland bereits seit über 20 Jahren gesetzlich verankert, doch die Bodenbiodiversität und mit dieser verbundene Ökosystemfunktionen werden oft vernachlässigt. Gewährleistet der bestehende Naturschutz bereits einen ausreichenden Bodenschutz? Der vorliegende Beitrag fasst wesentliche Ergebnisse aus zwei Fallstudien zusammen, in denen zwei Forschungsteams die Bodenfunktionen innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten miteinander verglichen und die Rolle von Böden im Schutzgebietsmanagement untersucht haben. Der Bodenschutz und die Erhaltung der Biodiversität und Funktionen von Böden sind bisher unzureichend. Es konnten keine positiven Effekte von Schutzgebieten auf Bodenfunktionen in Europa nachgewiesen werden. Die Sicht auf Böden im deutschen Schutzgebietsmanagement ist außerdem eingeschränkt. Dabei könnte das Wissen über Bodenprozesse und Interaktionen der Bodenorganismen bei der Wiederherstellung von Ökosystemen entscheidend sein, z. B. um Bodeneigenschaften zu verbessern und dadurch eine Wiederansiedlung von Pflanzen zu ermöglichen, wovon auch das Bodenleben profitiert. Gerade in Hinblick auf den Klimawandel und die Verschiebung von Verbreitungsgebieten, was auch Bodenorganismen wie Regenwürmer betrifft, wird schließlich dringend ein effektiver Schutz des Bodenlebens benötigt

    Herdenschutz am Deich in der Praxis

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    Klimaschutz und Klimaanpassung in der Landschaftsplanung

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    Rote Liste und Gesamtartenliste der Landasseln und Wasserasseln (Isopoda: Oniscidea et Asellota p. p.) Deutschlands

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    Acht Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerfassung von 2016 liegt eine aktualisierte Rote Liste der Binnenasseln Deutschlands vor. Sie gibt in differenzierter Form Auskunft über unsere wildlebenden Asselarten des Binnenlandes und ihre Gefährdungssituation. Dabei werden nicht nur die in ihrem Bestand bedrohten Arten behandelt. Die Gesamtartenliste enthält 58 in Deutschland vorkommende Binnenasselarten, von denen 49 bewertet werden. Die Rote Liste der Binnenasseln geht wie alle Roten Listen über eine reine Inventur und die Beschreibung von Bestandstrends und Rückgangsursachen hinaus. Sie beinhaltet umfassende artspezifische Kommentare und beeindruckende Makrofotos. Zudem wird die Verantwortlichkeit Deutschlands für die weltweite Erhaltung der Arten eingeschätzt und es werden Hinweise gegeben, wie sich die Bestandssituation der Binnenasseln verbessern lässt. Die Rote Liste der Binnenasseln wurde von erfahrenen Experten der Bodenzoologie verfasst. Mit ihr liegt Band 8 der Reihe „Rote Liste der Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands“ 2020 ff. vor

    Das Potenzial nichtstaatlichen Gebietsschutzes in Deutschland

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    Um den globalen Biodiversitätsverlust aufzuhalten, müssen die weltweit bestehenden Schutzgebietssysteme ergänzt und ertüchtigt werden. Die Biodiversitätsstrategie 2030 der Europäischen Union (EU) hat zum Ziel, mindestens 30 % der Land- und Meeresfläche in der EU bis 2030 unter Schutz zu stellen und jeweils mindestens 10 % dieser Flächen streng zu schützen. Deutschland hat diese Ziele auf nationaler Ebene noch nicht erreicht. Bei der Ergänzung des deutschen Schutzgebietssystems könnten freiwillige Formen des Gebietsschutzes durch nichtstaatliche Akteure einbezogen und so die Kohärenz und Konnektivität staatlicher Schutzgebiete verbessert werden. Im Beitrag werden zwei Arten von Gebietsschutz durch nichtstaatliche Akteure behandelt: Gebietsschutz in privaten Schutzgebieten (engl. privately protected areas − PPAs) und Gebietsschutz durch andere wirksame flächenbezogene Naturschutzmaßnahmen (engl. other effective area-based conservation measures – OECMs). Obwohl das deutsche Naturschutzrecht keine eigenständige Kategorie für nichtstaatlichen Gebietsschutz vorsieht, zeigen unsere Schätzungen, dass OECMs durchaus einen Beitrag zu den Gebietsschutzzielen in Deutschland leisten können. Der vorliegende Beitrag macht Vorschläge, welche Gebiete dafür infrage kämen

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