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Towards successful policy coherence for biodiversity and climate
Policy coherence is key to effectively address the interdependent crises of biodiversity loss and climate change. This paper presents tangible case studies of coherent policy action for biodiversity and climate. It showcases entry points and lessons learned for enhancing coherence across different levels of governance, as well as success factors for cross-sector collaboration, coordinated finance, institutional alignment and meaningful stakeholder engagement
Wie wirken Besucherlenkungseinrichtungen? Ein Anwendungsbeispiel aus dem Nationalpark Sächsische Schweiz
Die Besuchszahlen im Nationalpark (NLP) Sächsische Schweiz steigen seit Jahren. In einer Reihe von Gelegenheitsstudien wurde das Verhalten der Gäste mithilfe von Befragungen (N=414) analysiert. Theoretische Grundlage waren drei psychologische Ansätze: räumliche Orientierung, normative Entscheidungsfindung und Fokustheorie des normativen Verhaltens. Zur räumlichen Orientierung wurden hauptsächlich Pfeilwegweiser und Wegemarkierungen genutzt. Fast die Hälfte der Befragten berichteten aber von Schwierigkeiten, im Gelände erlaubte und gesperrte Wege voneinander zu unterscheiden. Knapp 20 % zeigten sich - trotz des großen Waldbrands im Juli 2022 - nicht oder wenig einverstanden mit dem Verbot von Feuer. Fast ein Drittel wollte sich in der Kernzone nicht immer an das Wegegebot halten. Dies birgt Gefahren für den Hauptzweck des NLP: den Schutz der Flora und Fauna. Empfehlungen zur Beschilderung, Kommunikation und weitere Studien ergänzen den vorliegenden Beitrag
Bewertungen im Naturschutz – ein historischer Abriss anhand von Beispielen in der Zeitschrift „Natur und Landschaft“ und deren Vorgängern seit 1920
Bewertungen sind für fast alle Aufgaben des Naturschutzes essenziell. Der Beitrag analysiert, wie sich Bewertungen im Naturschutz in Deutschland seit 1920 gewandelt haben. In einem historischen Abriss werden diese Entwicklungen aufgezeigt und anhand von Beispielen erläutert. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Auswertung von Publikationen zu Bewertungsverfahren im Zeitraum von 1920 bis 2024 in der Zeitschrift "Natur und Landschaft" sowie in deren Vorgängern. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beruhten Bewertungen im Naturschutz auf der Einschätzung einzelner Expertinnen und Experten unter Anwendung weniger, oft nicht explizit genannter Kriterien wie "Schönheit", "Ursprünglichkeit", "Eigenart", "Seltenheit" und "Gefährdung". Nach 1960 begann die Ökologisierung des Naturschutzes und der Bewertungsverfahren. Nach 1970 entstanden viele neue Ansätze der Bewertung, u. a. der Vielfältigkeitswert und die Nutzwertanalyse, und die Bewertungsverfahren wurden stark erweitert und differenziert. In der Zeit nach 1990 wurde in der Landschaftsplanung ein hierarchisches System von Leitbildern, Leitlinien und konkreten Qualitätszielen entworfen, das zahlreiche Innovationen in den Bewertungen mit sich brachte. Trotz Neuerungen und Ausdifferenzierungen in den Bewertungsansätzen sind die wesentlichen Grundlagen von Bewertungen im Naturschutz während der letzten gut 100 Jahre weitgehend unverändert geblieben. Bis heute ungeklärt sind Fragen auf der normativen Ebene, etwa in Hinblick auf die Zuweisung von Werten zu bestimmten ökologischen Zuständen oder hinsichtlich des Kriteriums „Eigenart“ im Arten- und Biotopschutz
NaturschutzDigital 2024 – Modellierung im Naturschutz: Bedarfe und Lösungen im Kontext von Renaturierung und Klimawandel
Eine kurze Geschichte der Naturschutzökonomie
Der Beitrag gibt einen kurzen ideengeschichtlichen Überblick über wesentliche Entwicklungen bis zur heutigen Naturschutzökonomie. Dafür werden Meilensteine der Disziplin skizziert. Darüber hinaus zeigt der Beitrag den Bedeutungszuwachs der Disziplin anhand der verstärkten thematischen Verankerung in (inter)nationalen Rahmenwerken und Strategien auf. Um die thematische Vielfalt der Naturschutzökonomie zu veranschaulichen, werden ausgewählte Teilbereiche und deren Entwicklungen dargestellt. Dazu gehören die monetäre Bewertung von Ökosystemen und deren Leistungen, ökonomische Aspekte der Wiederherstellung der Natur, Ausgaben und Finanzierung des Naturschutzes, Unternehmen und Biodiversität, Subventionen und weitere Anreizinstrumente mit Auswirkungen auf die Biodiversität sowie die Ökosystemgesamtrechnung
Landschaftsplanung und Klimaanpassung − Untersuchungen ausgewählter Fallbeispiele kommunaler Planwerke
Naturbasierte Klimaanpassungsmaßnahmen dienen dazu, intakte Ökosysteme auch vor dem Hintergrund sich verändernder Rahmenbedingungen durch den Klimawandel langfristig zu erhalten und so die Ökosystemleistungen zu sichern. Dabei ist die Landschaftsplanung ein wichtiges Instrument, um diese Maßnahmen zu konzeptionieren, abzustimmen und deren Umsetzung vorzubereiten. Wie die Integration naturbasierter Klimaanpassungsmaßnahmen sowie das Zusammenwirken informeller Klimaanpassungskonzepte und formeller Landschaftspläne in der Praxis funktionieren, wurde mithilfe einer Analyse von Landschaftsplänen und Klimaanpassungskonzepten aus neun deutschen Kommunen untersucht. Darüber hinaus wurden auch Flächennutzungspläne betrachtet, da die Bauleitplanung zu den wichtigsten Adressaten der Landschaftsplanung zählt. Die Analyse zeigt, dass das Konzept der naturbasierten Klimaanpassung noch nicht ausreichend in der landschaftsplanerischen Praxis etabliert zu sein scheint. Dennoch tragen typische Maßnahmen der Landschaftsplanung bereits zur Klimaanpassung bei, auch wenn sie nicht als solche bezeichnet werden. Informelle Klimaanpassungskonzepte können zu einer verstärkten Behandlung des Themas in der formellen Landschaftsplanung führen. Dies zeigt sich daran, dass Landschaftspläne, denen ein Klimaanpassungskonzept vorausgeht, vermehrt Begriffe naturbasierter Klimaanpassungsmaßnahmen beinhalten
Beeindruckende Vielfalt des Bodenlebens
Die Biodiversität im Boden zeichnet sich durch einen enormen Arten- und Individuenreichtum unterschiedlicher Organismengruppen aus. Der Lebensraum Boden besteht aus mehreren Teillebensräumen. Die Bodenorganismen werden üblicherweise in verschiedene Größenklassen eingeteilt, die an die Teillebensräume im Boden angepasst sind. Dabei reicht das Spektrum von kleinen, nur mikroskopisch sichtbaren Lebewesen bis hin zu großen Tieren wie Regenwürmern. Außerdem sind die Bodenorganismen in komplexen Nahrungsnetzen organisiert, wobei verschiedene Arten unterschiedliche Ernährungsweisen zeigen und zu mehreren verschiedenen trophischen Stufen gehören. Insbesondere die Interaktionen der Arten innerhalb der Nahrungsnetze steuern eine Vielzahl an Bodenprozessen und stellen somit die Grundlage vieler Ökosystemleistungen dar, z. B. von Nährstoffkreisläufen für das Pflanzenwachstum, ohne die das Leben auf der Erde für Menschen nicht möglich wäre
Warum das Bodenleben für den Naturschutz so wichtig ist: Zusammenhänge ober- und unterirdischer Biodiversität – Einblicke aus 20 Jahren Forschung im Jena Experiment
Etwa 59 % aller auf der Erde vorkommenden Arten leben in Böden, die besonders artenreiche Lebensräume sind und daher in hohem Maße schützenswert. Zwei Jahrzehnte interdisziplinärer Forschung im Jena Experiment zeigen, dass die Anzahl der Gefäßpflanzenarten wichtig ist, um die Aktivität, Biodiversität und Biomasse von Bodenorganismen zu fördern. Die Vielfalt im Boden wurde wiederum als wichtiger Treiber für zahlreiche Ökosystemfunktionen identifiziert. In diesem Übersichtsbeitrag beleuchte ich die Mechanismen, die Pflanzendiversitätseffekten auf Bodenorganismen zu Grunde liegen, und beschreibe die Rolle dieser Organismen als Ökosystemingenieure, für die Kohlenstoffspeicherung im Boden, Bodenaggregatstabilität, Wasserqualität und -dynamik, Zersetzungsprozesse, natürliche Schädlingskontrolle sowie die gleichzeitige Bereitstellung zahlreicher Prozesse und Ökosystemleistungen. Die Forschung im Jena Experiment zeigt, dass die Vielfalt der Bodenorganismen von zentraler Bedeutung ist für das Funktionieren terrestrischer Ökosysteme, dass oberirdisch-unterirdische Interaktionen betrachtet werden müssen, um die zu Grunde liegenden Mechanismen zu verstehen, und dass deshalb ein intaktes Bodenleben für die Ziele des Naturschutzes eine besondere Rolle spielen sollte
Implementing GBF Target 16: Addressing biodiversity impacts of food consumption
Target 16 of the Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF) urges national governments to reduce the global footprint of consumption. With the food sector driving biodiversity loss globally, sustainable food systems must become a policy priority.
This policy brief offers key recommendations to decision-makers: It outlines actions to effectively promote nature-friendly food production practices, improve the availability of sustainable food options and encourage a voluntary shift towards low-meat and plant-based diets. The brief also highlights the need to reduce food waste and overconsumption as well as improve access to information. It emphasizes that while systemic changes are required, they must be implemented in an equitable manner to leave no one behind.
This publication is a product of the working group “Biodiversity & Consumption” of the UNEP One Planet network’s Consumer Information Programme, with contributions from the Food Systems Programme. Its development was supported by the German Federal Agency for Nature Conservation (BfN) with funds from the German Environment Ministry (BMUV). The brief is an output of the project “Shaping nature-friendly consumption”, implemented by the Institute for Ecological Economy Research (IÖW) and the Institute for Energy and Environmental Research (ifeu)