merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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    Freitagnacht Jews: Der Podcast

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    Neben der mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten Talkshow Freitagnacht Jews (besprochen in merz 21-3) präsentiert Multitalent Daniel Donskoy nun auch den thematisch weiterführenden Podcast. Im Stil bleibt sich das Format treu – unkonventionell, schnell und kontrovers – und ist damit eine Bereicherung auf verschiedenen Ebenen. Vier 45-minütige Folgen wurden seit Anfang April veröffentlicht und erweitern das Talkshowformat, dem es gelang, einen neuen, frischen Blick auf jüdische Lebenswirklichkeiten zu werfen. Im Podcast geht es nun um „die großen Judenthemen“ unserer Zeit: das Festjahr ‚1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland‘, die öffentliche Berichterstattung, Framing sowie die deutsche Erinnerungskultur. In den sehr gut und vielfältig recherchierten Folgen kommen ganz unterschiedliche Expert*innen zu Wort, so zum Beispiel Sozialpsychologin Pia Lamberty, Laura Cazés von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, der Chefredakteur der Frankfurter Rundschau Thomas Kasper, Politikerin Marina Weisband oder auch Autorin Mirna Funk. Diese und noch weitere verschiedene Akteur*innen aus Kultur, Wissenschaft und Politik unterhalten sich inhaltlich unheimlich dicht, dabei kontrovers und oft auch provokant mit Donskoy. Es wird zu jedem Thema ein Meinungsspektrum aufgemacht, das unterschiedliche Meinungen auch für sich stehen lässt – daraus Schlüsse für sich selbst zu ziehen, bleibt den Zuhörenden überlassen. So ist Freitagnacht Jews auch eine sehr gute Grundlage, um weiter zu denken und zu diskutieren. Auf der ästhetischen Ebene sticht vor allem die Folge ‚Jew Noir! Who framed the Jew?‘ heraus, die auditive Umsetzung eines Film noirs. Hier werden zwei Fälle abgearbeitet, die einen Teil der deutschen Öffentlichkeit zuletzt stark beschäftigten: Die Antisemitismusvorwürfe gegen die Journalistin Nemi El-Hassan sowie die Vaterjudendebatte um Autor und Publizist Max Czollek. Donskoy, den man beim Hören förmlich im schwarz-weiß-getünchten, kalten Berlin umherstreifen sieht, begibt sich hier in Manier eines Privatdetektivs auf Spuren- bzw. Meinungssuche und bringt dabei wirkliche Denkanstöße zu Tage. Insgesamt sticht Freitagnacht Jews – der Podcast sehr aus der deutschen Podcast Landschaft heraus, indem er die Zuhörenden nicht in eine angenehm-kuschelige Zuhörwolke einlullt, sondern provoziert, überrascht, vor allem aber Lust macht, weiter zu diskutieren und zu denken und dabei auch Widersprüchlichkeiten auszuhalten. Also genau das, was wir gerade brauchen. ARD (2022). Freitagnacht Jews – der Podcast. Podcast, kostenlos, verfügbar auf diversen Podcast-Plattformen

    #35 – Digitale Jugendarbeit Teil 3: Vera Mayr von JMD digital – virtuelle Beratungsstrukturen für ländliche Räume

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    Wie funktioniert digitale Jugendarbeit in der Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In unserer Podcast-Reihe ‚Digitale Jugendarbeit‘ hat Chefredakteurin Kati Struckmeyer in der neuen Folge Vera Mayr im Interview, die uns Einblicke in das Modellprojekt ‚JMD digital – virtuelle Beratungsstrukturen für ländliche Räume‘ gewährt. Mit JMD digital testen die Jugendmigrationsdienste (JMD) digitale Ideen, wie etwa Informationsvermittlung und Verweisberatung in den digitalen Räumen auf Social-Media-Plattformen. In virtuellen Erfahrungswelten werden hier typische Situationen wie Behördengänge oder Bewerbungsgespräche simuliert. Und die orts- und zeitunabhängige Online-Beratung soll an die Bedürfnisse der jungen Zugewanderten im ländlichen Raum angepasst und erweitert werden. JMD digital – virtuelle Beratungsstrukturen für ländliche Räum

    #37 – Digitale Jugendarbeit Teil 5: India Maria Nagler zur ‚Jugendapp‘ vom Schweizer Verein ‚Jugendarbeit.digital‘

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    Eine kostenfreie Community-App für die Jugendarbeit – das ist die ‚Jugendapp‘ von ‚Jugendarbeit.digital‘. Sie bietet eine umfassende Grundlage für mediatisierte Jugendarbeit und ermöglicht der lokalen Jugendarbeit einen Schnellstart in die digitale Lebenswelt von Jugendlichen. Dabei lassen sich Funktionen und Design der Jugendapp per Klick dem lokalen Sozialraum, den örtlichen Bedürfnissen und der bestehenden Angebotslandschaft anpassen. India Maria Nagler ist Projektleiterin für die Lancierung und Verbreitung der Jugendapp in Deutschland. Sie erzählt Redakteurin Lisa Melzer im Interview von der Idee hinter der App. Jugendarbeit.digital Infos zur Jugendapp Die Jugendapp für Android Die Jugendapp für iO

    Stichwort: Sinnfluencer*innen

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    Perfekt inszenierte Körper, atemberaubende Urlaubsfotos und massenweise Werbung – so stellt sich das klassische Bild von Influencer*innen mit flüchtigem Blick auf Instagram-Profilen oder TikTok-Accounts dar. Entgegen diesem Negativimage, das Persönlichkeiten der Social-Media-Welt häufig angelastet wird, lässt sich seit einigen Jahren eine Abkehr von oberflächlichen Werten und einer unreflektierten Konsumkultur beobachten. So nutzen immer mehr Influencer*innen Reichweite und Einflussmacht dafür, um Wissen über soziale, politische und nachhaltige Themen zu vermitteln, Follower*innen über gesellschaftliche Problemlagen aufzuklären und ihnen eine verantwortungsvolle, umweltbewusste Lebensweise näherzubringen. Um dieses Phänomen definitorisch zu fassen, hat sich der Begriff Sinnfluencer*innen etabliert, ein Ausdruck, der maßgeblich durch die Massenmedien hervorgebracht und geprägt wurde (vgl. Baake et al. 2022, S. 42). Zu den prominentesten Beispielen zählen etwa Klimaaktivistin Luisa Neubauer, Model und Unternehmerin Marie Nasemann sowie Autorin und Moderatorin Louisa Dellert, die als digitale Meinungsbildner*innen mit ihren Postings eine sehr große Zahl an Menschen erreichen, die sich von ihren Inhalten und ihrem Engagement inspirieren lassen – sogar so weit, dass Follower*innen selbst politisch aktiv werden. Auch wenn Beiträge über Klimaschutz, Minimalismus oder vegane Ernährung zunächst weniger kommerziell geprägt scheinen, gehen auch Sinnfluencer*innen bezahlte Kooperationen mit Unternehmen und Marken ein, die (vermeintlich) ihren Werten und Idealen entsprechen. Dass sich hinter den Nachhaltigkeitsbotschaften und dem Hashtag-Aktivismus subtile Marketing-Strategien und Geschäftsmodelle verbergen, ist insbesondere für die zumeist sehr jungen Follower*innen nur schwer zu durchschauen. An dieser Stelle gilt es pädagogisch anzusetzen und Angebote zu entwickeln, die Gesprächs- und Diskussionsräume eröffnen und Heranwachsende dabei unterstützen, ein Verständnis für diese Form des Influencer*innen-Marketings und ein kritisches Bewusstsein gegenüber den damit verbundenen Problemstellungen und Gefahren zu entwickeln

    Misstrauen in journalistische Arbeit

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    Die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland hat kein Vertrauen in die Arbeit von Jounalist*innen und Zeitungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Vertrauensstudie der Universität Bielefeld im Auftrag der Bepanthen Kinderförderung des Pharmakonzerns Bayer. Und wer zu viel Zeit in Sozialen Medien verbringt, neigt eher zu Verschwörungsdenken. 75,8 Prozent der Jugendlichen fehlt das Vertrauen in Zeitungen und 71,6 Prozent in Journalist*innen. Mehr als ein Drittel hat diese in Verdacht, bewusst Informationen zurückzuhalten und nur ihre eigene Meinung zu verbreiten (37,9 % bzw. 32,8 %). Auch das Vertrauen in öffentliche Einrichtungen fehlt der heranwachsenden Generation laut Studie. So vertraue nur jede*r zweite Jugendliche der Bundesregierung (53,9 %) bzw. den Vereinten Nationen (54 %). Dafür genießen die Wissenschaft (76,1 %) und die Polizei (79,9 %) deutlich mehr Vertrauen. Auffällig ist der Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Verschwörungsneigung. Jugendliche, die sich vor allem in Sozialen Medien informieren, zeigen eher eine Verschwörungsneigung (37,6 %). Diese geht über eine normale und gesunde Skepsis hinaus. Für die Vertrauensstudie wurden mehr als 1.500 6- bis 16-Jährige befragt. www.bayer.com/medi

    Editorial: Medien | Pädagogik | Rassismus. Gedanken, Beispiele und Impulse einer kritischen Auseinandersetzung

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    Der im Netz viral gegangene Mitschnitt der Tötung des Afro-Amerikaners George Floyd am 25. Mai 2020 zog ein neues Ausmaß der BlackLivesMatter Bewegung nach sich. Proteste, die sich mit der Bewegung in den USA solidarisierten oder Rassismus in ihren eigenen Ländern anprangerten, sorgten weltweit für Aufmerksamkeit. Auch in Deutschland blieben entsprechende Proteste nicht aus. Im internationalen Vergleich tat sich der deutsche Kontext bisher durch eine eher geringe Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus hervor (vgl. Çaglar/Sridharan 2021, S. 61 f.; Salem/Thompson 2016). Obwohl sich Deutschland mit der International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination dazu verpflichtet hatte, jeder Form von Rassismus politisch konfrontativ zu begegnen, stellte der UN-Antirassismusausschuss mehrfach fest, dass Deutschland diesen Ansprüchen nicht gerecht wird (vgl. Çaglar/Sridharan 2021, S. 61). Die öffentliche Aufmerksamkeit, die dem Thema Rassismus im Sommer 2020 zu Teil wurde (vgl. Agar 2020; Haruna-Oelker 2020), ist im deutschen Kontext demnach von ganz besonderer Relevanz. (Online-)Medien spielen in der (Re)produktion und Repräsentation öffentlicher Diskurse eine wichtige Rolle. In dieser Ausgabe der merz möchten wir dem speziellen Verhältnis von (Online-)Medien und Rassismus auf den Grund gehen. Dabei verstehen wir Rassismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen, welches gesellschaftliche Diskurse, Institutionen und Strukturen durchdringt und sich auch in Handlungs- und Denkmustern individueller gesellschaftlicher Akteur*innen wiederfindet. Rassismus ist damit nicht auf interpersonale diskriminierende Handlungen beschränkt, sondern stellt soziale Hierarchien und Klassifizierungssysteme auf. Als in gesellschaftliche Strukturen eingebettete Institutionen können Massenmedien gesellschaftlichen Rassismus ebenso repräsentieren, reproduzieren und produzieren, wie Diskurse in Online-Kommunikationsräumen, wie zum Beispiel in Social-Media-Angeboten. Unser Ziel mit dieser Ausgabe ist es zum einen, aufzuzeigen, wie die (Online-)Medien Rassismus repräsentieren und (re-)produzieren. Zugrunde liegt hier immer das Verständnis, dass Rassismus kein medienspezifisches Phänomen, sondern gesamtgesellschaftlicher Natur ist. Zum wollen wir auch darauf aufmerksam machen, wie die (Online-)Medien für anti-rassistische Aufklärung und zum Empowerment rassifizierter Gruppen genutzt werden können, sowie bestehende Ansätze vorstellen, die sich kritisch mit ungleichen Strukturen und Praktiken in und mit Medien auseinandersetzen. Wir verfolgen damit einen rassismuskritischen, kommunikationswissenschaftlichen und medienpädagogischen Ansatz, der die Beziehung zwischen Medien und Rassismus sowohl in ihrem progressiven Potenzial als auch in ihren kritisch zusehenden regressiven Tendenzen abbilden soll. Der Themenschwerpunkt beginnt mit medienpädagogischen Überlegungen, die anschließend durch einen journalistischen Perspektive ergänzt werden. Zu Beginn führt Seyran Bostancı in das Verhältnis von Kindheit und Rassismus ein und erklärt, wie Kinder aktiv in der Herstellung von Rassismus als auch davon betroffen sein können. Sie schließt ihre Ausführungen mit handlungsleitenden Empfehlungen für die frühkindliche Bildungsarbeit und betont die Relevanz einer intersektionalen rassismuskritischen Pädagogik. Raphaela Müller und Fabian Wörz geben Einblicke in die Auseinandersetzung mit Rassismus und den Privilegien als weiße Personen. Sie greifen aktuelle Diskurse in der (medien-)pädagogischen Praxis auf. Die kritische Betrachtung eigener Ansätze zu Rassismus sowie Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Transformation werden zudem fokussiert. Mareike Schemmerling und Lorenz Narku Laing gehen in ihrem Gespräch mit Matondo Castlo zu Rap, Rassismus und Rassismuskritik unter anderem der Frage nach, welche Bedeutung Rap in der Auseinandersetzung mit Rassismus hat. Der Hip-Hop-Dozent gibt Einblicke in die Wirkkraft von Rap in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen. Rebecca Wienhold fokussiert die Rolle von Medienpädagogik im Kontext feministischer, rassismuskritscher Mädchenarbeit. Sie führt unter anderem aus, warum eigene Rassismuserfahrungen nicht automatisch zu einer ‚angemessenen‘ rassismuskritischen Kompetenz im Kontext medienpädagogischer Praxisarbeit führen. Ana-Nzinga Weiß geht auf das Verhältnis zwischen Journalismus und Rassismus in Deutschland ein. Auf Grundlage bisheriger Forschungsarbeiten werden rassistische mediale Repräsentationen aufgezeigt. Im Fokus ihrer Ausführungen steht die Forderung nach mehr Diversität in der journalistischen Produktion. Passend dazu hinterfragt Iva Krtalic im Gespräch mit ihr das deutsche Mediensystem mit Hinblick auf Diversität und benennt bestehende Herausforderungen. Unter anderem geht die Beauftragte für Integration und interkulturelle Vielfalt des WDR darauf ein, welche Rolle Rassismus in ihrer Arbeit und Definition von Vielfalt und Diversity spielt. In kompakten Steckbriefen werden die Projekte Firewall – Hass im Netz begegnen (Amadeu Antonio Stiftung), Schule-ohne-Rassismus: Filmprojekt an der Ulrichschule Augsburg (Medienstelle Augsburg des JFF e. V.) und Klappe gegen Rassismus (Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie, Mecklenburg-Vorpommern e. V.) vorgestellt. Sie widmen sich mit unterschiedlichen Blickwinkeln, Herangehensweisen und Zielgruppen dem Thema Rassismus. Die Kurzdarstellungen geben Einblicke in die jeweiligen Vorhaben, greifen Erfahrungen auf, aus denen andere lernen können, und geben konkrete methodische Anregungen

    Steckbrief: Schule ohne Rassismus: Filmprojekt an der Ulrichschule Augsburg

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    ZIELGRUPPE Junge Menschen im Förderschulkontext im Alter von 11 bis 14 Jahren DURCHFÜHRENDE INSTITUTIONEN Medienstelle Augsburg des JFF e. V., Ulrichschule Augsburg FINANZIERS UND PARTNER Das Vorhaben wurde im Rahmen von RISE gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie mit Mitteln der Stadt Augsburg (Amt für Kinder, Jugend und Familie) realisiert. LAUFZEIT Mai bis September 2022 DIESE ZIELSETZUNG WIRD VERFOLGTZiel des Projekts ist es, sich über das Medium Film intensiv mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen. Eingesetzt wird dabei die aktive Medienarbeit als Methode der handlungsorientierten Medienpädagogik. Diese eignet sich für das Vorhaben in besonderem Maße, da die Jugendlichen motiviert werden, in Kleingruppen zielgerichtet für den eigenen Film zum Thema Rassismus zu recherchieren. Wichtig dabei ist, dass die recherchierten Inhalte und das Gelernte nicht auf einer abstrakten Ebene verweilen, sondern der Bezug zur Lebenswelt der Projektteilnehmer*innen hergestellt wird. Der Transfer, der sich durch eigene Interpretationen, Erfahrungen und Erlebnisse der Jugendlichen vollzieht, wurde in einem weiteren Schritt als Story in einem Film umgesetzt – ein kreativer Prozess, der die Gruppe maßgeblich motivierte. Ziel ist es dabei, das Medium Film zur eigenen Artikulation und als Sprachrohr aus der Sicht der Projektteilnehmer*innen auf das Thema Rassismus und Ausgrenzung zu verwenden. Die Jugendlichen sammeln dabei Erfahrungen im aktiven Umgang mit Medien. Dabei werden auch medienkritische Prozesse sowie das Erkennen von Wirkungsmechanismen im Film gefördert und verdeutlicht. Daher ist das Ziel, durch die Gestaltung eines Films in der Klassengemeinschaft neben der Vermittlung von inhaltlichem Wissen auch Medienkompetenz und soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft zu stärken sowie die Sprachkompetenz zu fördern. Die Präsentation der Ergebnisse ist mit einer Premiere im Kino angedacht. Dazu sollen auch die Familien, Freund*innen und Bekannte der Projektteilnehmer*innen eingeladen werden. Wichtig ist hier, mit Stolz die eigene Filmproduktion zeigen zu können und dabei im Selbstbewusstsein gestärkt zu werden. DESWEGEN IST DAS VORHABEN EIN VORBILD FÜR ANDEREKindern und Jugendlichen im Förderschulkontext wird häufig wenig zugetraut. Die Teilnehmer*innen sind zudem oft selbst im Alltag von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. Das Projekt schafft eine Situation, die es ermöglicht, sich intensiv mit dem Thema Ausgrenzung und Rassismus zu beschäftigen sowie eigene Erfahrungen zu thematisieren und dabei auch ernst genommen zu werden. Das Medium Film wiederrum bietet die Möglichkeit selbst in Rollen zu schlüpfen und unterschiedliche Verhaltensweisen und Muster spielerisch zu erfahren. Am Ende steht ein fertiger Film, den die Kinder und Jugendlichen vor und hinter der Kamera bzw. im Trickfilmstil selbst gestaltet haben. Sie erleben dabei Selbstwirksamkeit und sie werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. SO GESTALTET SICH DAS VORHABEN IM DETAILIn drei Vorbereitungstreffen à 90 Minuten wurden die Kinder und Jugendlichen auf die Projekttage vorbereitet. Dabei wurden Szenen aus diversen, im Rahmen des Projekts RISE von jungen Menschen produzierten Filmen gezeigt (www.rise-jugendkultur.de/mediathek). Sie wurden gezielt als Diskussionsanreize eingesetzt, um zum Thema Rassismus ins Gespräch zu kommen und unterschiedliche Facetten deutlich zu machen. Zwei Klassen entschieden sich, Spielfilme umzusetzen. Dabei wurde mit Filmkameras gedreht. Eine Klasse setzte ihre Filmideen mit der Stopptrick-Technik um. Hier wurde mit Tablets gearbeitet. Die entsprechende Technik wurde bereits in einem Vorbereitungstreffen eingeführt und gemeinsam ausprobiert. Auch das Drehbuch wurde gemeinsam entwickelt. In insgesamt drei Projekttagen wurden dann die Filmideen umgesetzt. Dabei übernahmen die Schüler*innen alle Rollen vor und hinter der Kamera sowie das Basteln von Trickfilmkulissen, Filmschnitt und Filmmusik. AUS DIESEN ERFAHRUNGEN, HÜRDEN, FEHLERN KÖNNEN ANDERE LERNENWichtig ist, dass Arbeitsmaterialien bebildert und wenig textlastig ausgelegt sind. Eine einfache Sprache, ein angstfreies offenes und wertschätzendes Projektsetting sowie das Einfühlungsvermögen der Teamenden tragen zum Gelingen des Projekts bei. Die Jugendlichen haben in diesem Projekt die Möglichkeit, sich zu ihren eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus zu äußern. Daher ist es wichtig, Strategien vorzubereiten, wie diese Erfahrungen und entsprechende mögliche Konfliktsituationen in der Klasse von den pädagogischen Fachkräften aufgefangen werden können. Auch sollte genügend Zeit für die filmischen Ideen der Projektteilnehmer*innen eingeräumt werden. Zunächst wurden ausschließlich Ideen aus bereits existierenden Filmen reproduziert. Es dauerte daher eine Zeit, bis eigene Ideen, orientiert an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen, reifen konnten. DIESE METHODE EMPFEHLEN WIR ALS BEST-PRACTICE-BEISPIEL SELBST EINMAL AUSZUPROBIERENDie Methode Weltferienlager von Compasito trägt dazu bei, dass sich Projektteilnehmer*innen mit eigenen Klischees und Vorurteilen sowie deren Herkunft auseinandersetzen. Die Methode fördert Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung. Dabei wählen die Kinder und Jugendlichen aus einer Liste aus, mit welchen Kindern sie in einem Zelt übernachten wollen. Sie kommen im Anschluss in einer Kleingruppe zusammen und diskutieren gemeinsam, welche Vorschläge die Gruppe in ihrem Zelt aufnimmt. Die Vorschläge sind Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsländern mit verschiedenen körperlichen Merkmalen. Wichtig ist im Anschluss die Reflexion, warum bestimmte Kinder ausgesucht wurden und warum bestimmte Kinder auch nicht gewählt wurden. Die Methode dient zum Einstieg in das Thema Rassismus und Diskriminierung. Wichtig ist allerdings, dass die Methode sehr achtsam angeleitet wird und gut vorbereitet ist, damit kein Rassismus reproduziert und verstärkt wird

    Diversität im deutschen Mediensystem: Interview mit Iva Krtalic, WDR

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    Was bedeutet Diversität in Bezug auf Rassismus? Wie ist das deutsche Mediensystem in Hinblick auf Diversität aufgestellt und wie kann man bestehende Herausforderungen angehen? Im Interview mit Iva Krtalic hat Ana-Nzinga Weiß, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Journalistik der Freien Universität Berlin, diese und weitere Aspekte des Themenfelds Diversität im deutschen Mediensystem besprochen

    Stray: Einmal Katze sein

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    BlueTwelveStudio/Annapurna Interactive (2022). Stray. Game für den PC (Steam; 26,99 €) und PS4/5 (39,99 €). Einmal Katze sein – in dem Abenteuer-In-die-Spiel wird dieser Traum wahr. Stray1 ist kein typischer Katzensimulator des alltäglichen Lebens in einem mittelständigen Haushalt. Es ist die Geschichte eines kleinen rothaarigen Streuners inmitten einer dystopischen Welt. Von seiner Familie getrennt muss er uralte Rätsel lösen, um der verfallenen Cyberstadt zu entkommen. Gesäumt von Hindernissen, Gefahren, neuen Verbündeten und Freund*innen. Stray stand bereits vor Release auf Platz 1 der weltweiten Steam-Wunschlisten. Es ist das erste Spiel des Publishers Annapurna Interactive, das mehr als 62.000 gleichzeitig aktive Spieler*innen bei Steam vorweisen konnte. In der Third-Person-Perspektive wird die zerstörte Cyberstadt erkundet, begleitet von der fliegenden Drohne B12, die ihr Gedächtnis verloren hat. Die Aufbereitung dessen ist eine schöne Art, Spielenden die Hintergründe dieser dystopischen Welt näherzubringen. Die Steuerung ist für Anfänger*innen geeignet. Beispielsweise kann der Kater nicht abstürzen, was Spielenden Sicherheit verleiht. Geschmeidig bewegt sich der Streuner auf und über den Straßen der Stadt und lernt deren Bewohner*innen kennen. Die Droiden. Streicht man diesen roboterartigen Wesen mit einem Bildschirm als Kopf liebevoll schnurrend um ihre Beine, erscheint ein Herz auf deren Bildschirm. Auch andere katzentypische Verhaltensweisen kommen in dem Spiel nicht zu kurz. Man kann an Sofas und Teppichen kratzen, Gegenstände von Regalen werfen und sich in Kartons verstecken. Spielerisch wird die Welt erkundet und kleinere Nebenquests, wie Gegenstände sammeln, erfüllt. Zum Weiterkommen finden sich in den Dialogen mit den Droiden oft wichtige Hinweise. Doch nicht immer bleibt es friedlich. Folgt man der linearen Storyline, wird man im Untergrund von den Gefahren bereits erwartet ... In einer ausgeglichenen Mischung gibt es kleine Verfolgungs- und sogar Kampfszenen, in denen man sterben kann. Das sind kurz eingeworfene Szenen, die für Abwechslung und Spannung sorgen. Viele dieser Szenen können auch mittels geschicktem Ausweichen und Schleichen gemeistert werden. Die Altersfreigabe von zwölf Jahren hängt mit der postapokalyptischen, oft düsteren und im Untergrund teilweise gruseligen Stimmung zusammen. Außerdem könnten die Rätsel für jüngere Kinder knifflig sein. Explizite Gewalt gibt es keine. Stray ist eine rührende Geschichte mit herzerwärmenden Szenen – für jede*n Katzenliebhaber*in und Fans einer Cyberpunkatmosphäre. Es ist ein gelungenes und liebevoll gestaltetes Spiel über Hoffnung und Freundschaft in einer längst vergessenen Welt. Die Liebe zum Detail macht es besonders und führt zu einem einmaligen Spielerlebnis – für ganze acht bis zehn Stunden. 1Eine ausführlichere Rezension finden Sie unter www.merz-zeitschrift.de/rezensionen

    Algorithmische Entscheidungssysteme und digitale Souveränität

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    Algorithmische Entscheidungssysteme unterstützen oder ersetzen in vielen Kontexten in Alltag, Freizeit und Beruf Prozesse menschlicher Entscheidungsfindung. Im Beitrag werden ihre Funktionsweise und Prinzipien dargestellt, design- und algorithmenbezogene Intransparenzen aufgezeigt und die Erstellung datengetriebener Nutzer*innenmodelle problematisiert. Vor diesem Hintergrund wird ein relationales Verständnis digitaler Souveränität vorgestellt und in Bezug auf Konsequenzen für die Medienbildung diskutiert.Algorithmic decision systems support or replace processes of human decision making in many contexts in everyday life, leisure, and work. In this article, their functionality and principles are presented, design- and algorithm-related intransparencies are pointed out, and the creation of data-driven user models is problematized. Against this background, a relational understanding of digital sovereignty is presented and discussed in terms of consequences for media education

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