merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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Jugend-Internet-Monitor 2022
Die Chat-Plattform Discord ist vor allem bei den Jüngeren Österreicher*innen sehr beliebt – so ein Ergebnis des Jugend-Internet-Monitor 2022. 53 Prozent der 11- bis 14-Jährigen nutzen Discord. Erstmals erhoben wurde die Online-Spieleplattform Roblox, die zunehmend als Soziales Netzwerk genutzt wird; ebenfalls vor allem von 11- bis 14-Jährigen.
Ansonsten hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel verändert: Die beliebtesten Internetplattformen österreichischer Jugendlicher sind weiter WhatsApp (96 %), YouTube (95 %) und Instagram (81 %). Die Video-App TikTok hat Snapchat eingeholt (beide 70 %).
Bei der regelmäßigen Verwendung ist TikTok unter den Videoportalen sogar an der Spitze: 77 Prozent der Jugendlichen, die TikTok nutzen, geben an, dies täglich zu tun – das sind mehr als beim Zweitplatzierten YouTube (64 % tägliche Nutzung).
Große Unterschiede gibt es weiterhin zwischen den Geschlechtern: TikTok wird von 78 Prozent aller befragten Mädchen und 62 Prozent aller Jungs genutzt. Pinterest von 66 Prozent der Mädchen und 19 Prozent der Jungs. Im Gegensatz dazu stehen die aus dem Gaming-Bereich stammenden Plattformen Twitch (Mädchen 11 %; Jungs 49 %) und Discord (Mädchen 30 %; Jungs 61 %). Ausnahme ist die Spieleplattform Roblox (Mädchen 24 %; Jungs 17 %).
Zwar verwenden nahezu alle befragten Jugendlichen WhatsApp, es werden aber zunehmend auch andere Messenger Dienste genutzt wie Signal (+ 13 %), jetzt gleichauf mit Telegram (25 %). Genutzt werden beide Dienste von allen Altersgruppen gleichermaßen.
Für den Jugend-Internet-Monitor 2022 wurde eine repräsentative Online-Umfrage des Instituts für Jugendkulturforschung durchgeführt. Dazu wurden 400 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren im Dezember 2021 zu ihrer Nutzung Sozialer Netzwerke befragt.
www.saferinternet.at/services/jugend-internet-monito
Friesike, Sascha/Sprondel, Johanna (2022). Träge Transformation. Welche Denkfehler den digitalen Wandel blockieren. Ditzingen: Philipp Reclam jun. 92 S., 6,00 €.
Es holpert trotz vieler Leuchtturm-Projekte noch gewaltig bei der digitalen Transformation, gerade im Bildungssystem. Wurden langersehnte Tablets endlich bewilligt, liegen sie nun teils ungenutzt ‚in der Ecke‘. „Das Land der Dichter und Denker, das sich selbst gerne für seinen Erfindungsreichtum lobt, scheint es geschafft zu haben, sich selbst systematisch auszubremsen“ (S. 7). So lautet angesichts des aktuellen Stands der Digitalisierung in Deutschland die vernichtende Kritik zu Beginn des bemerkenswerten Essays ‚Träge Transformation‘ von Sascha Friesike, Professor an der Universität der Künste Berlin und Direktor des Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft, und Johanna Sprondel, Professorin für Medien, Kommunikation und Marketing in Stuttgart. Acht Missverständnisse machen sie darin aus, auf welche diese Rückständigkeit zurückzuführen sei, und die somit „den digitalen Wandel blockier[e]“. Ein Auslöser sei eine große Technikhörigkeit, welche die Möglichkeiten der Technik vollkommen überschätze, wenn in ihrer bloßen Anwesenheit die Möglichkeit zur Problemlösung gesehen wird. Gleichzeitig werde Neuem mehr vertraut als Bewährtem. Erfahrung werde mit Vergangenheit assoziiert und in Folge negativ bewertet. Bisweilen werde damit im Zuge digitaler Transformation ein Generationenkonflikt heraufbeschworen: „Junge Menschen sprechen zuweilen erfahreneren Mitarbeitenden ihre Existenzberechtigung ab, weil diese ‚das Digitale‘ nicht verstehen würden. Die Älteren beklagen im Gegenzug, wie wenig Erfahrung man haben muss, um allen Ernstes zu glauben, dass Erfahrung wertlos sei“ (S. 43 f.).
Um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, bedarf es eines adäquaten Verständnisses von Digitalisierung und Transformation. Beides werde vielmehr verwechselt, so der Ansatz von Friesike und Sprondel. Es gehe nicht allein darum, Gegenstände oder Strukturen einfach ins Digitale zu überführen oder gar mit kurzfristig ausgelegten Lösungen Problemen zu Leibe zu rücken. Digitale Transformation ist vielmehr ein stetiger, kollaborativer und kontinuierlicher Prozess. Vielmehr gehe es darum, zu reflektieren und „zweckrational zu handeln“.
Das Buch ist ein mutiger Fingerzeig, um den Sand im Getriebe des Digitalisierungsprozesses auf die Spur zu kommen
#36 – Digitale Jugendarbeit Teil 4: Daniel Poli, Geschäftsbereichs Qualifizierung und Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit bei ijab
In der internationalen Jugendarbeit hat sich die durch die Corona-Situation vorangetriebene ‚Hybridisierung der Jugendarbeit‘ bewährt. Digitale Vernetzung ist hier auf jeden Fall ein großer Gewinn. Trotzdem macht es natürlich die Mischung aus Online und Präsenz, dass eine Vernetzung über Ländergrenzen hinweg gut funktionieren kann. Darüber spricht Daniel Poli, der Leiter des Geschäftsbereichs Qualifizierung und Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit bei ijab, der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit unserer Chefredakteurin Kati Struckmeyer
Die Welt in acht Museen per Handy-Spiel erkunden
Die neue, kostenfreie App twiddle – the museum riddle ermöglicht es Besucher*innen, die acht Leibniz-Forschungsmuseen mit Hilfe ihrer Smartphones (Android und iOS) und einer interaktiven Entdeckungstour neu zu erkunden. Die Museen befinden sich in Berlin, Bochum, Bonn, Bremerhaven, Frankfurt am Main, Nürnberg, Mainz und München.
Die App richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene. In den Museen müssen mit Hilfe der App Aufgaben zu bestimmten Objekten gelöst werden. Je nach Museum geht es dabei zum Beispiel um Schiffswracks oder Dinosaurier-Skelette. Nachdem eine Aufgabe gelöst wurde, kann das jeweilige Objekt dazu ‚eingesammelt‘ werden. Es gibt auch Querverbindungen zu anderen Museen beim Lösen der Aufgaben. Wer einen ersten Einblick in die App bekommen möchte, kann mit einem Homequest starten, also einer Aufgabe, die von zu Hause aus gelöst werden kann.
twiddle – the museum riddle bietet eine langfristige Erweiterung des Vermittlungsangebots der Forschungsmuseen. Die Entwicklung der App ist eine Aktivität des Kompetenzzentrums Bildung im Museum. Mitarbeitende aus den Bereichen Bildung und Vermittlung der Museen sowie dem Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen und dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel haben zudem eine Begleitforschung in die App integriert. Es gibt einen Fragenbogen am Ende des Spiels; außerdem wird zu Forschungszwecken anonym und datenschutzkonform das Spielverhalten nachverfolgt. Anhand dieser Auswertungen sollen die Bedürfnisse und das Nutzungsverhalten der Besuchenden erforscht werden.
www.leibniz-forschungsmuseen.de/twiddl
Medienpädagogik im Kontext von Mediensuchtprävention
Die gesellschaftliche Lage ist derzeit gekennzeichnet durch zwei Pole: die Forderung nach freiheitlichem Diskurs und Vielfalt sowie die Vereinfachung und Polemisierung komplexer Fragestellungen und Probleme. Im Artikel wird am Beispiel des Themenkomplexes Mediensuchtprävention der Frage nachgegangen, welche Rolle die Medienpädagogik und die aktive Medienarbeit im Kontext von Prävention spielen (können) und in welche Bedingungen medienpädagogische Arbeit dabei eingebunden ist
Pirner, Manfred L./Gläser-Zikuda, Michaela/Krennerich, Michael (Hrsg.) (2022). Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule. Frankfurt/ M.: Wochenschau Wissenschaft. 327 S., 34,90 €.
Kinderrechte sind die Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen und gehören natürlich nicht nur in den privaten, sondern auch in den öffentlichen Raum – und damit auch in die Schule. Dabei geht es nicht nur um die Beschäftigung mit Menschenrechten im Unterricht, sondern um die Gestaltung der Schul- und Unterrichtskultur. Diese Forderung wird im Herausgeber*innenband sowohl mit dem Aufmachen konkreter Problemstellungen als auch mit Beispielen aus der schulischen Praxis unterlegt. Dabei geht es zum Beispiel um die Prävention von Diskriminierung und Gewalt, aber auch um stärkere partizipative Möglichkeiten beim Thema Digitalisierung.
Besonders interessant für die Medienpädagogik ist der Teil der Partizipationsrechte. Hier beschreibt Ingrid Stapf Kinderrechte und digitale Mündigkeit im Kontext Schule. Jutta Croll zieht aus dem Themenkomplex Kinderrechte im Kontext der Digitalisierung Konsequenzen für die Bildungsarbeit. Sören Torrau beschäftigt sich in seinem Artikel mit Jugendlichen als gesellschaftliche Akteur*innen im sozialwissenschaftlichen Distanzunterricht. Abschließend ist eine Folge des FAU Human Rights Podcasts der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg abgedruckt, in der ein Moderator mit Claudia Kittel und Stephan Gerbig vom Deutschen Institut für Menschenrechte darüber spricht, was aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie und des Distance-Schoolings gelernt werden konnte und wie es aktuell um die Rechte von Kindern und Jugendlichen steht.
Die Beschäftigung mit den Rechten Heranwachsender sollte für alle pädagogisch Tätigen nicht nur zur Kür gehören – das WerkMenschenrechte von Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule ist eine gute Grundlage für die Beschäftigung damit
Rap, Rassismus, Rassismuskritik. Alles für die Jugend: Interview mit Matondo Castlo
Welche Bedeutung hat Rap in der Auseinandersetzung mit Rassismus? Wann kommt es zu Grenzüberschreitungen? Welche Wirkkraft hat Rap in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen? Diesen und weiteren Fragen gehen Mareike Schemmerling, Leiterin der Abteilung Praxis des JFF – Institut für Medienpädagogik, und Lorenz Narku Laing, Gründer und Geschäftsführer der Vielfaltsprojekte GmbH, in ihrem Gespräch mit Matondo Castlo nach
Überwachung, digitale Gewalt und die Architektur von Online-Räumen
Digitale Gewalt und Überwachung gehören zu den Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche mitunter in Online-Räumen machen. Der Ansatz der handlungsorientierten Medienpädagogik besteht darin, die damit verbundenen Risiken und Gefahren aus der Perspektive der subjektiven Aneignungsweisen zu verstehen und Heranwachsende zu einem souveränen und selbstbestimmten Umgang mit Medien zu befähigen. Ihre Maxime ist aber auch, sie vor potenziell entwicklungsgefährdenden Inhalten zu schützen und dabei ihre digitalen Teilhabeinteressen zu wahren. Francesca Schmidt setzt sich in ihrem Werk aus feministischer und intersektionaler Perspektive mit der Frage auseinander, wie Formen der Diskriminierung und Marginalisierung mit der Architektur des Netzes verwoben sind. Digitale Gewalt und Überwachung versteht Schmidt als Folge einer Netzpolitik, die den Prinzipien der De-Regulierung und Privatisierung folgt.
Im ersten Teil geht Schmidt auf ‚Konzepte & Geschichten‘ des Cyber- und Netzfeminismus und der Netzpolitik ein. Hier begründet sie die These, dass Technologie konstruiert und das Internet folglich ein hegemonialer Raum ist. Schmidt zeigt, dass das Netz als Artikulations- und Vernetzungsraum ein Potenzial für gesellschaftlich marginalisierte Gruppen darstellt. Jedoch begünstigen der normativ-strukturelle Rahmen der Netzregulierung sowie die Internetgesetzgebung Exklusionsrisiken und Diskriminierungen im Internet. Im zweiten Teil stellt Schmidt ‚Feministische Netzpolitik im Einsatz‘ dar. Sie kritisiert, dass die Zugangsmöglichkeiten zur bürgerlichen Öffentlichkeit im Netz entlang sozialer, kultureller und ethnischer Grenzen ungleich verteilt sind. Mit der Idee einer reflexiven Öffentlichkeit entwickelt sie die politische Forderung, die Betroffenheit von Marginalisierung und Diskriminierung und deren strukturelle Bedingungen stärker in öffentlichen Diskursen zu betonen. Die Überlegungen zur digitalen Öffentlichkeit wendet Schmidt zunächst auf das Problemfeld der digitalen Gewalt an. Im Umgang damit fordert sie eine stärkere staatliche Regulierung und ein Verbandklagerecht zur Durchsetzung bestehender Gesetze. Sie zeigt aber auch auf, dass digitale Gewalt fern von der Gesetzgebung und den Absichten der Plattformbetreiber*innen zivilgesellschaftlich reguliert werden kann. Ansätze sieht Schmidt in der Mobilisierung von Gegenrede und Communitymanagement.
Danach wendet sich Schmidt dem Problemfeld der Überwachung zu. Sie argumentiert, dass die Voraussetzungen des algorithmischen Trackings und Cyber-Stalkings in den Algorithmen von Social-Media-Plattformen verankert sind. Dadurch bestehe die Gefahr eines sogenannten Chilling-Effects, also einer vorauseilenden Anpassung der individuellen Verhaltensweisen (Selbstzensur), die aus der Erwartung entsteht, dass man überwacht wird. Schmidt kann aufzeigen, dass digitale Gewalt und Überwachung tief in die Funktionsweise des Netzes eingeschrieben sind. Damit haben sie strukturelle Ursachen, die weit über die subjektiven Aneignungsweisen der Nutzenden hinausgehen. Die Medienpädagogik steht hier vor einem Dilemma. Die Verwirklichung von Teilhabeinteressen Heranwachsender kommt dort an die Grenzen, wo digitale Gewalt und Überwachung ihre Entwicklung gefährden kann. Die Maxime der Befähigung zu einem souveränen und selbstbestimmten Umgang mit Medien kann daher nur Teil der Antwort sein, was die Aufgabe der Medienpädagogik im Netz ist.
Aus den Ausführungen von Schmidt lassen sich meines Erachtens mindestens drei Aufgaben für die Medienpädagogik ableiten. Erstens müssen neben den Aneignungsweisen von Kindern und Jugendlichen die hegemonialen Strukturen der Online-Räume in den Blick genommen und die Interessen der Akteur*innen besser verstanden werden. Zweitens sind wir herausgefordert, anwaltschaftlich die Teilhabeinteressen Heranwachsender in diesen Räumen zu vertreten und an der Gestaltung von Regeln und Normen in Politik und Zivilgesellschaft aktiv mitzuwirken. Drittens brauchen wir in der Medienpädagogik eine reflexive Auseinandersetzung mit Überwachung und digitaler Gewalt als Prinzipien der Medienerziehung. Digitale Gewalt wird beispielsweise dort ausgeübt, wo Jugendschutzfilter den Zugang zu Inhalten versperren oder Medien zur Durchsetzung erzieherischer Sanktionen genutzt werden. Risiken durch Überwachung entstehen beispielsweise dort, wo der Umgang mit digitalen Medien durch Fachkräfte kontrolliert wird. Eignen sich Jugendliche in der aktiven Medienarbeit Social-Media-Plattformen als Identitätsspielräume und zur Artikulation ihrer politischen Interessen an, sind sie mit den Risiken von Überwachung und digitaler Gewalt konfrontiert. Die handlungsorientierte Medienpädagogik muss sich daher intensiv mit der Frage beschäftigen, wie hegemonial strukturierte Technologien mit den pädagogischen Zielen und Handlungsweisen verflochten sind.
Schmidt, Francesca (2021). Netzpolitik. Eine feministische Einführung. Opladen/Berlin/Toronto: Barbara Budrich. 188 S., 18,90 €
Reinike de Buitrago, Sybille (Hrsg.) (2022). Radikalisierungsnarrative online. Perspektiven und Lehren aus Wissenschaft und Prävention. Wiesbaden: Springer VS. 337 S., 69,99 €.
Radikalisierung ist ein gesellschaftliches und politisches Phänomen. Bei Betrachtung der Radikalisierung als einen Prozess mit individuellen Ursachen, Gruppendynamiken und Arten extremistischer Ansprache sowie Propaganda wird deutlich, welche Rolle Soziale Medien spielen. Sie dienen lange nicht mehr nur der Unterhaltung. Immer öfter werden sie zur Verbreitung (extremer) politischer Inhalte genutzt. Jugendliche sind besonders anfällig für sogenannte Radikalisierungsnarrative im Internet.
Der Sammelband vereint Wissenschaft und Präventionspraxis für einen weitreichenden Blick auf die Radikalisierungsthematik und Online-Medien. Der interdisziplinäre Austausch soll für ein besseres Verständnis sorgen. In zwölf Kapiteln werden sowohl Erfahrungsberichte zur Schnittstelle von Radikalisierung, Einfluss und Rolle der Sozialen Medien als auch diverse Perspektiven der Präventionsarbeit aufgezeigt. Einige Autor*innen stellen dar, welche Parallelen und Gemeinsamkeiten zwischen Radikalisierungsprozessen bestehen, wie in extremistischen Videos. Das Projekt VIDEOSTAR – Videobasierte Strategien gegen Radikalisierung versuchte durch eigene aufklärende Videos die Wirkung extremistischer Videos abzuschwächen. Die Ergebnisse des Präventionsprojekts werden im vierten Kapitel diskutiert.
Das Werk Radikalisierungsnarrative online bietet (medien-)pädagogischen Fachkräften aus Theorie und Praxis viele interessante Beiträge. Jedem ans Herz legen möchte ich den Beitrag ,Menschenverachtende OnlineKommunikation – Phänomene und Gegenstrategien‘, der über die Bedeutung von Medienkompetenz in der Präventionsarbeit gegen Radikalisierung im Internet informiert. Zur Zielgruppe der Publikation zählen außerdem Vertreter*innen aus Wissenschaft, Präventionspraxis und Sicherheitsbehörden
„Erfolgreich und souverän mit Daten umgehen“: Kritische Perspektiven auf (Subjekt-)Bildung in einer datafizierten Gegenwart
Der Beitrag widmet sich kritisch der Konstruktion eines ,souveränen‘ Subjekts im Diskurs um den (pädagogischen) Umgang mit zunehmender Datafizierung im Bildungskontext. Offengelegt werden Optimierungslogiken und eine Diskrepanz zwischen einem Selbstbestimmungspostulat bei gleichzeitiger Orientierung an präskriptiv-normativen Kompetenzen. Der Beitrag schließt mit einem Vorschlag zur medienpädagogischen Beschäftigung mit Nicht-Souveränität und subjektiver Relationalität.The article critically examines the construction of a ‘sovereign‘ subject in the discourse on (pedagogical) dealing with increasing datafication. It reveals logics of optimisation and a discrepancy between the postulate of self-determination and the simultaneous orientation towards prescriptive-normative competences. The article concludes with a suggestion on media pedagogy’s engagement with non-sovereignty and subjective relationality