merz Zeitschrift für Medienpädagogik
Not a member yet
2802 research outputs found
Sort by
Deutsche sind nachrichtenmüde
7 Prozent der erwachsenen Internetnutzenden interessieren sich im Jahr 2022 für Nachrichten, 2021 waren es noch 67 Prozent. Am deutlichsten ist der Rückgang bei den 18- bis 24-Jährigen (19 Prozentpunkte). Immer mehr junge Erwachsene verlieren ihr Interesse an Nachrichten. Die Hauptgründe: Themenmüdigkeit, das Hervorrufen schlechter Laune und Erschöpfung. Junge Menschen empfinden Nachrichten oft als unwichtig, unverständlich oder nicht nützlich – so der Reuter Institute Digital News Report 2022.
2022 ist das Internet die reichweitenstärkste Quelle für Nachrichten. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen allen voran Soziale Medien. Die Reichweite von Nachrichten auf Instagram und Tiktok steigt, WhatsApp, YouTube und Facebook verlieren. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland zu dem Drittel der Länder, in denen Onliner Nachrichten am meisten vertrauen. Bei Betrachtung des Corona-Vorjahres zeigt sich ein leichter Rückgang des Vertrauens. Im Gegensatz zu den meisten Onlinern erreicht bei jungen Menschen die persönliche Meinungsäußerung von Journalist*innen größere Zustimmung als Berichterstattung in Sozialen Medien. Insgesamt beteiligen sich 18- bis 24-Jährige durch das Teilen oder Reposten von Inhalten öfter an der Berichterstattung als der Durchschnitt der Onliner. 45 Prozent der deutschen Onliner legen besonders viel Wert auf Neutralität in der Berichterstattung zum Klimawandel. Junge Erwachsene fordern eine klare Position der Nachrichtenmedien dazu.
Die deutsche Teilstudie wurde vom Hans-Bredow-Institut (HBI) mit Unterstützung der Landesmedienanstalten und dem ZDF durchgeführt. Im Frühjahr 2022 wurden 93.432 Personen aus 46 Ländern von YouGov befragt.
https://leibniz-hbi.de/de/aktuelles/deutsche-sind-nachrichtenmued
Inkommunikabilität: Medienpädagogische Praktiken der Entnetzung
Das souveräne Subjekt der klassischen Bildungstheorie wird in der Netzwerkgesellschaft als Resultat vielschichtiger Subjektivierungsprozesse offenbar. Doch Netzwerke operieren nicht ungestört, sondern bringen immer auch Erfahrungen der konstitutiven Begrenztheit von Kommunikation hervor. Der Beitrag schlägt daher vor, den Begriff der Inkommunikabilität systematisch in die Theorie der Medienbildung zu integrieren. Indem der Blick auf das in jeder Vernetzungsoperation mitschwingende Andere der Konnektivität gerichtet wird, gewinnt ein virtuelles, passives Subjekt an Konturen, das sich nicht auf die Nachweise seiner Partizipation im Netz reduzieren lässt.In the network society, the sovereign subject of classical education theory is revealed as a result of multi-layered forms of subjectivation. Networks, however, always also produce the experience of the constitutive limitations of communication. This article therefore proposes the systematic integration of the concept of incommunicability into the theory of media education. If we focus on the Other of connectivity that resonates in every networking operation, then a virtual, passive subject emerges, with contours that cannot be reduced to the evidence of its participation in the network
Die Choreografie des Souveränen: Sozialtechnologische Quantifizierungen des Digitalen und die (An-)Ästhetik des Selbst
Der derzeitige Diskussionsstand um digitale Souveränität ist durch bildungspolitische Forderungen und einer Kritik am Subjekt auf Basis der Handlungsmächte des Digitalen geprägt. Abgrenzend von diesen beiden Tendenzen plädiert der Beitrag für einen ästhetisch verstandenen Begriff der Souveränität, der einen reflexiven Gehalt gegenüber computertechnischen Modellierungen unserer Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit aufweist. Ziel des Beitrags ist es, dieses Verständnis zu entfalten und für die medienpädagogische Theorie und Praxis anschlussfähig zu machen.The current state of the discussion about digital sovereignty is characterised by educational policy demands and a critique of subjectivity related to the agency of the digital. In contrast to these two tendencies, this article argues for an aesthetically interpreted concept of sovereignty, which takes a reflexive position towards computer-technical models of subjective agency and decision-making. The aim of the article is to explore this aesthetic concept of sovereignty and make it accessible for media educational theory and practice
Digitale Medien als Forum und Mittel zur Entstigmatisierung: Interview mit Florian Kanitz, TINCON
Vom 9. bis 13. August 2021 fand auf verschiedenen Online-Kanälen die TINCON Themenwoche ,Mental Health und Social Media‘ statt. Für merz sprach Claudia Lampert mit Florian Kanitz über die Idee zu diesem Thema und die Resonanz bei den Jugendlichen. Florian Kanitz hat 2020 als Projektassistent bei der TINCON angefangen. Angesichts der Covid-19-Pandemie musste sich die TINCON überlegen, wie sie ihrer Zielgruppe eine digitale Bühne schaffen kann. Anstelle der Konferenz vor Ort fand die TINCON deshalb als YouTube-Livestream statt. Hier wurden die Talks der Veranstaltungen schon immer im Nachgang veröffentlicht, um die Inhalte einem großen Publikum nachhaltig zugänglich zu machen. Direkte Interaktion war im YouTube-Chat während des Livestreams möglich, aber auch auf anderen Social-Media-Kanälen, wie Discord
Filmarbeit mit Jugendlichen aus sozial benachteiligten Verhältnissen
Im vorliegenden Artikel wird die Wirkung von Filmarbeit auf Jugendliche aus sozialer Benachteiligung beschrieben und gezeigt, weshalb Filme als Medium besonders geeignet für die Zielgruppe sind. Literaturarbeit und empirische Forschung in Form von Interviews bestätigen: Filmarbeit ist ideal, um Jugendlichen aus sozial benachteiligten Verhältnissen Entwicklungs- und Veränderungsmöglichkeiten zu bieten und wirkt dabei aktiv den Effekten der sozialen Benachteiligung entgegen
Ingold, Selina/Maurer, Björn (2021). Making im Schulalltag. Konzeptionelle Grundlagen und Entwicklungsschritte. München: kopaed. 454 S. 24,80 €.
Selina Ingold und Björn Maurer haben einen umfassenden Aufschlag zum Thema Making im Schulalltag gemacht. Nicht erst seit dem teilweise unfreiwilligen, coronabedingten Digitalisierungsschub ist das kreative Tüfteln und Erfinden mit analogen und digitalen Verfahren auch in der Schule angekommen. Hier werden immer häufiger MakerSpaces als Lernumgebungen eingerichtet, wo Schüler*innen Ideen entwickeln und mithilfe von digitalen Werkstoffen und Fabrikationstechnologien Produkte designen können. Neben dem Erwerb von Fachwissen geht es dabei insbesondere um überfachliche Kompetenzen wie Kreativität und Kollaboration. Außerdem sollen zukunftsrelevante persönliche Eigenschaften wie Offenheit, Beharrlichkeit, Improvisationsfähigkeit und Risikobereitschaft entwickelt werden.
Das Buch beschreibt am Beispiel einer Primarschule in der Schweiz, wie Making im Rahmen eines partizipativen Prozesses in Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und Schüler*innen in den Schulalltag integriert werden kann. Die Basis hierfür bildet ein dreijähriges Design-Based Research Projekt, innerhalb dessen zunächst die konzeptionellen Grundlagen für kreatives und mündiges Making erarbeitet werden. Anschließend wird entlang der neun Handlungsfelder Making-Kompetenzen, Maker Mindset, Didaktik, Lernbegleitung, Making-Curriculum, Raumgestaltung, Raumausstattung, Weiterbildung, Organisatorische Einbindung aufgezeigt, welche Entwicklungsschritte hin zum schulischen MakerSpace durchlaufen und welche Designentscheidungen von den Akteur*innen getroffen wurden.
Neben den detailreichen Ausführungen und Grundlagen machen auch vielfältige Grafiken, Bilder und Zitate der Projektbeteiligten allen, die kreativ mit Kindern und digitalen Geräten arbeiten, Lust, direkt mit dem Making zu starten. Auch ein Blick auf die projektbegleitende Website lohnt: https://makerspace-schule.ch/
#24 – Gesundheit und Medien Teil 1: Der Fachredakteurinnen-Talk
Die merz widmet sich aktuell dem Thema ‚Gesundheit und Medien‘. Gerade im Kontext der allgemeinen Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen findet das Thema Gesundheit bislang wenig Beachtung. Dabei greifen gerade Heranwachsende auf Medien zurück, um sich mit Fragen ihrer physischen und psychischen Entwicklung auseinanderzusetzen. Die Fachredakteurinnen Dr. Claudia Lampert, Senior Researcher am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) in Hamburg, und Christa Gebel, Diplom-Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am JFF – Institut für Medienpädagogik, sprechen in dieser Podcast-Folge mit uns darüber, warum ihnen dieses Thema ein besonderes Anliegen ist und welche Aspekte sie mit ihrem Heft in den Blick rücken wollten.
Hier geht\u27s zu unserer neuen Ausgabe 22/1 Gesundheit und Medien.
Post-digitale Lebenswelten Jugendlicher und Jugendarbeit: Interview mit Viktoria Flasche
Wie werden junge Menschen gemeinsam mit Plattformen kreativ? Und welche Ausschlüsse, Unsichtbarkeiten und Ungleichheiten werden dabei (re)produziert? Zu diesen Fragen zur post-digitalen Lebenswelt von Jugendlichen forscht Dr. Viktoria Flasche als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur und Ästhetische Bildung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Im Interview geht es darum, was Post-Digitalität für die digitale Jugendarbeit bedeutet
Entwicklung digitaler Jugendarbeit durch Weiterbildung: Herausforderungen und Tipps am Beispielprojekt ‚Conceptopia‘
Im folgenden Beitrag werden eine praxisnahe Perspektive auf Barrieren, aber auch Erfolgskriterien von medienpädagogischen Weiterbildungen beschrieben. Die enthaltenen Einblicke und Tipps zur Entwicklung von Weiterbildungen zur digitalen Jugendarbeit sollen besonders den Anbieter*innen dabei helfen, die Hemmnisse auf Seiten der Jugendarbeiter*innen durch bedarfsgerechte Gestaltung der Weiterbildungen abzubauen. Die Erkenntnisse leiten sich dabei teils aus praktischen Projekterfahrungen und teils aus der eigenen Projektstudie ab
vernetzen, qualifizieren, inspirieren, stärken – Rahmenbedingungen für eine gelingende digitale Jugendarbeit
Die professionelle Implementierung digitaler Medien in die Jugendarbeit kann mit entsprechenden Rahmenbedingungen und durch eine starke Kooperatíonskultur gelingend gestal-tet werden. Der Artikel fokussiert Erfahrungen aus der bayerischen Bildungslandschaft. Es werden etablierte Strukturen wie das Netzwerk der Medienfachberatung ebenso beleuchtet wie neue Ansätze aus dem Modellvorhaben Digital Streetwork. Mit den Erfahrungen der Medien_Weiter_Bildung werden darüber hinaus gezielt Akzente im Bereich der Qualifizierung gesetzt