merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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Queerfeindlichkeit Online
Beleidigungen und Feindseligkeiten – damit werden Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, intersexuell, transgender sind oder sich auf eine andere Weise nicht-heteronormativ identifizieren (LSBTIQ* oder engl. LGBTIQ*) im Internet häufig konfrontiert. Das zeigt der Report Queerfeindlichkeit online. Hass, Hetze und Gewalt gegen LGBTIQ* im Netz von jugendschutz.net. Insbesondere in Sozialen Medien finden sich ablehnende Kommentare bis hin zu offenen Anfeindungen und Hetze gegenüber LGBTIQ*. Die Ablehnung und Verfolgung queerer Menschen im Internet ist zentraler Bestandteil rechtsextremer und islamistischer Propaganda. Rechtsextreme und islamistische Gruppierungen betrachten nicht-heteronormative Orientierungen und Geschlechtsidentitäten als vermeintliche Bedrohung ihrer ideologischen Vorstellungen von Rollen- und Geschlechterbildern. Der weit verbreitete Hass und die Aufrufe zur Hetze können Kinder und Jugendliche, die damit im Internet konfrontiert werden, in ihrer Entwicklung beeinträchtigen oder sogar gefährden, wie jugendschutz.net in seinem Bericht zeigt. Zum Beispiel könnten sie Ungleichwertigkeitsvorstellungen und Diskriminierung als akzeptabel betrachten oder in Bezug auf ihre eigene geschlechtsbezogene Identität verunsichert oder eingeschränkt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass neben strafrechtlichen Maßnahmen und der Medienaufsicht auch die Anbieter Sozialer Medien ihre Verantwortung wahrnehmen, und Kinder und Jugendliche vor queerfeindlichen Hassinhalten schützen. Grundsätzlich verbieten alle großen Plattformen wie TikTok, YouTube und Instagram Queerfeindlichkeit als Hassrede in ihren Gemeinschaftsrichtlinien – es bräuchte neben niedrigschwelligen und effektiven Meldesystemen noch Mechanismen und Hilfestellungen, die beispielsweise bei der Content-Moderation unterstützen.
https://jugendschutz.ne
Am Anfang war der Buchdruck. Die Verbindung von Medien und Ökonomie: Gespräch mit Friedrich Krotz
Medien und Ökonomie haben nie unabhängig voneinander existiert. Als es möglich war, Bücher zu drucken und dadurch mehrere Exemplare von einer Vorlage herzustellen, war der Grundstein für die kommerzielle Verwertung von Medien gelegt. Susanne Eggert hat sich mit Friedrich Krotz darüber unterhalten, wie sich die Verbindung von Medien und Ökonomie bis heute entwickelt hat
Editorial: Bewegte Bilder in Bewegung: Potenziale und Herausforderungen neuer Formen der Bewegtbildangebote und -nutzung
„Kinderfernsehen ist, wenn Kinder fernsehen.“ Das Bonmot von Gert K. Müntefering, einem der Urgesteine des (bundes-)deutschen Kinderfernsehens und Erfinder der Sendung mit der Maus, ist mittlerweile 53 Jahre alt. Wenn man dieser Prämisse heute folgt, fällt es gar nicht so leicht, die Frage zu beantworten, was Kinderfernsehen ist. Denn was Kinder „fernsehen“, ist alles andere als klar: TikTok, Instagram, YouTube, Twitch, Smart-TV, Mediatheken, VoD-Dienste, Live-Streams; die Kanäle für und die Zugänge zu Bewegtbildinhalten sind ebenso vielfältig wie die Methoden, belastbare empirische Daten über die Gesamtheit der Bewegtbildnutzung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu generieren.
War das klassische lineare Fernsehen über Jahrzehnte das Hauptmedium, wenn es um die Ansprache großer Publika ging, verändert sich nunmehr die Nutzung von Bewegtbildinhalten rasant. Insbesondere die Nachfrage nach Fernsehcontent im Netz nimmt zu und vor allem jüngere Zuschauer*innen verlagern ihren Fernsehkonsum auf neue Plattformen. Unter der Bezeichnung Bewegtbild im Netz oder Streamingangebote sind alle audiovisuellen Angebotsformen subsumiert, die im Internet zur Verfügung stehen, seien es allgemein Videos, ganze Fernsehsendungen oder Ausschnitte daraus sowie sonstige bewegte Bilder. Zunächst erlebte die Nutzung von Mediatheken der Fernsehsender einen deutlichen Anstieg, die zeitversetztes Fernsehen ermöglichten. Nach YouTube waren die Sendermediatheken die meistgenutzten Bewegtbildangebote. In den letzten zehn Jahren hat sich der Markt der Streamingangebote jedoch nochmals fundamental verändert. Die großen Player im Bereich der Bewegtbildangebote von Serien, Filmen über Dokumentationen etc. sind nunmehr YouTube, Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und viele weitere. Der Streamingmarkt wächst stetig und differenziert sich aktuell weiter aus.
Heute stellen sich die Nutzer*innen ihr Programm selbst zusammen. Streamingplattformen ermöglichen die gewünschte zeit- und ortsunabhängige und in der ‚Dosierung‘ selbstgewählte Form der Nutzung von Bewegtbildangeboten. Neue und zum Teil exzessive Nutzungsweisen wie das sogenannte Binge-Watching etablierten sich. Diese Nutzung wird kontrovers diskutiert, da es sich (je nach Ausgangslage und individueller Disposition der Nutzer*innen) auch um ein suchtartiges Sehverhalten handeln kann, das über ein temporäres unterhaltsames, vergnügliches Eintauchen in einen Narrationskosmos hinausgeht. Durch die Ausschöpfung von Algorithmen werden Konsument*innen direkt adressiert und wird eine individualisierte Angebotslenkung möglich.
Streaming ist demnach ein Thema, das für Kinder, Jugendliche und Erwachsene von hoher Bedeutung ist, denn alle Nutzer*innen sind in veränderten und algorithmisierten und sich dynamisch wandelnden Angebotsmärkten herausgefordert, kompetent im Bewegtbildfluss zu navigieren. Freiheit und selbstbestimmte Nutzung setzen ein hohes Maß an Eigenverantwortung und reflektierter, bewusster Nutzungsweisen voraus, um positive Rezeptionserfahrungen zu machen.
Insbesondere Kinder und Jugendliche sehen heute gänzlich anders fern, was Eltern vor neue Herausforderungen stellt, da sie sich nicht mehr auf die Klassifikation ‚Kinderfernsehen‘ der Sender verlassen können, sondern den von ihren Kindern gewählten Content einschätzen lernen müssen. Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorliegende Ausgabe multiperspektivisch, das heißt medienhistorisch, -ökonomisch, angebots- bzw. inhaltsseitig als auch rezeptionsseitig dem Thema Streaming. Bereitgestellt und aufgearbeitet werden einige Basisinformationen über den Wandel im Bewegtbildangebot. Weiterhin werden die Herausforderungen für die medienpädagogische Praxis mit Bezug auf die veränderten Nutzungsweisen der Streamingangebote kritisch beleuchtet.
Der Medien- und Fernsehwissenschaftler Christian Richter befasst sich in seinem Beitrag zunächst mit den Mechanismen und der Wirkmacht der logarithmischen Interfaces von Netflix und ähnlichen VoD-Anbietern. Seine zentrale These lautet, dass die Benutzeroberfläche solcher Dienste so gestaltet ist und darauf abzielt, eine maximale Verweildauer der Nutzer*innen zu gewährleisten. Dazu beschreibt er fünf Methoden, mithilfe derer dieses Ziel erreicht werden soll: Räumliche Visualisierung, Ästhetik des Überangebots, nahtlose Fortsetzung, Mehr-vom-Gleichen-Logik und algorithmische Aggregation. Richter stellt in seinem Beitrag heraus, wie VoD-Dienste wie Netflix eine Nähe zum Fernsehen aufweisen und Strukturen, Ästhetiken und Mechanismen reproduziert werden, die bereits aus dem Fernsehen bekannt sind. Für ihn sind Streamingdienste exemplarische Anschauungsobjekte, deren Mechanismen und Funktionsweisen in der medienpädagogischen Arbeit hinterfragt werden sollten. Sie lassen sich nämlich auf andere Umgebungen übertragen, so dass sich für die Nutzer*innen ähnliche Herausforderungen aufgrund der algorithmischen Aggregation von individualisierten Oberflächen und Auswahlangeboten ergeben, die man auch von der Anwendung von Suchmaschinen oder von sozialen Netzwerken her kennt.
Birgit Guth, Leiterin der Forschungsabteilung Insights & Analytic Kids bei RTL Data, erörtert dann datenbasiert den Wandel der Nutzungsgewohnheiten der Zielgruppe der Kinder. Demzufolge nimmt die Nutzung des linearen Kinderfernsehens in den letzten Jahren kontinuierlich ab. Die zunehmende Konkurrenz durch VoD-Anbieter, aber auch Social-Media-Anwendungen, die Bewegtbildinhalte aller Art Kindern und Jugendlichen anbieten, machen nicht nur die medienpädagogische Begleitung komplizierter, sondern auch die Erfassung des Nutzungsverhaltens, insbesondere die Reichweitenmessung, die die Mediatheken der TV-Sender bislang unberücksichtigt ließ. Neben der Entwicklung des Kinderfernsehmarktes werden die Motive und Bedürfnissen, die der Bewegtbildnutzung von Kindern zugrunde liegen, beleuchtet. Hier zeigt sich, dass die Veränderungen der Struktur von Angeboten und Medienlandschaft wenig an den grundlegenden Bedürfnissen junger Zielgruppen ändert: dem Bedürfnis nach Unterhaltung, aber auch Orientierung in lebensweltlich relevanten Kontexten.
Der Elternratgeber FLIMMO informiert seit 1997 Eltern über TV-Inhalte und altersgerechte Filmangebote für Kinder und Preteens im Alter zwischen 3 und 13 Jahren. Der Projektleiter Michael Gurt und die mitverantwortliche Redakteurin Nadine Kloos berichten im Gespräch, wie der Elternratgeber nunmehr auch das Programm von Mediatheken und Streaming-Plattformen aufgreift und dezidierte Empfehlungen dazu gibt. Erklärt wird, wie aus pädagogischer Sicht auf die zunehmende Nutzung von Streamingdiensten zu reagieren ist und welcher Aufklärungsbedarf besteht. Deutlich wird, dass Streamingangebote, vor allem YouTube, selbstverständlicher Bestandteil des Medienalltags von Kindern sind und diese oftmals eigenständig darauf zugreifen können, was aus jugendschutzrechtlicher Perspektive problematisch ist. Weiterhin gehen die Medienpädagog*innen auf die verschiedenen Umgangsweisen mit Streaming in den Familien ein, die teilweise an der Nutzungszeit festgemacht wird, zuweilen aber situativ und anlassbezogen ausgehandelt wird. Eltern sind oftmals überfordert, sich mit den jeweiligen Nutzungsbedingungen der Streaminganbieter sowie den Sicherheitseinstellungen auseinanderzusetzen.
Der Medien- und Filmwissenschaftler Florian Kraus befasst sich mit der Entwicklung öffentlich-rechtlicher Formate hin zum Streaming – wie zum Beispiel in Form des Online-Content-Netzwerks funk. Diese Entwicklung wird am Beispiel der Webserie ECHT nachvollzogen, indem Strategien bei der Entwicklung von Ästhetik und Produktion in den Blick genommen werden. Grundlage liefern drei Expert*innen Interviews. Zielgruppe der Serie ECHT ist die eng begrenzte Altersgruppe der Preteens. Die Erzählweise ist horizontal, also über mehrere Folgen hinweg durchzogen von Perspektivwechseln. Wesentliche inhaltliche Strategie stellen der Fokus auf Diversität und den Einbezug relevanter Communities in der Serie dar, sowie das Ziel größtmöglicher Authentizität in der Darstellung der Lebenswelt jugendlicher Protagonist*innen. In der Produktion wurde vor allem auf intensive Recherche samt Einzelinterviews mit Preteens und ein glaubwürdiges Setting Wert gelegt. Auch beim Testscreening ging die Produktion neue Wege, indem den Kinderdarsteller*innen einzelnen Szenen oder Folgen vorab gezeigt wurden und deren Reaktionen in die Stoffentwicklung weiterer Folgen eingeflossen sind. Ein weiterer wichtiger Feedback-Kanal waren die Kommentare zur YouTube-Ausstrahlung der Serie. YouTube stellt insgesamt einen wichtigen Distributionskanal für das funk-Netzwerk dar, wobei ECHT auch linear im KiKA ausgestrahlt wird. Die Koppelung von Streaming auf YouTube und in Social-Media-Kontexten mit den Angeboten des öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehens wird vom Autor vor allem in Bezug auf die Zielgruppe der Preteens als tragfähiges Konzept skizziert.
Die Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin Karin Knop widmet sich dem Rezeptionsmodus Binge-Watching, was die exzessive Nutzung von (seriellen) Bewegtbildangeboten innerhalb einer Zeiteinheit im Sinne eines Serienmarathon meint. Auf Basis des Forschungsstandes zu Motiven, Rezeptionsmodalitäten und Wirkungen dieser veränderten Nutzungsmöglichkeiten durch Streamingangebote verdeutlicht sie das Spannungsverhältnis aus autonomer, selbstbestimmter zeitversetzter Nutzung von Bewegtbildangeboten zwischen genussvoll vertieftem exzessivem Rezeptionsvergnügen und dem Risiko der unregulierten problematischen bis suchtartigen Nutzung mit (subjektiv empfundenen) potentiell negativen Nachwirkungen. Die Autorin zeigt auf, unter welchen Voraussetzungen Zuschauer*innen diesen neuen Rezeptionsmodus für sich individuell und sozial zuträglich funktional und lustvoll ausgestalten und worin die derzeitigen großen Herausforderungen für heranwachsende aber auch erwachsene Bewegtbildnutzer*innen bestehen. Achtsamkeit und Selbstregulationsfähigkeit werden in ihrer Bedeutung für die reflektierte und bewusste Nutzung herausgestellt und ein Differenzierungsvorschlag entlang von relevanten Dimensionen für das medienpädagogische Reflexionsgespräch gemacht.
Schließlich reflektieren Lars Gräser, Grimme Institut, und Markus Gerstmann, Medienpädagoge beim ServiceBureau Jugendinformation in Bremen, den Wandel des Zugangs zu Bewegtbildinhalten, allerdings fokussiert auf die Zielgruppe der Jugendlichen. Sie gehen der Frage nach, was und wie Jugendliche streamen und welche Zugänge zu VoD-Anbietern sie nutzen. Grundlage ist unter anderem eine Befragung von 47 jungen Menschen des ServiceBureau Jugendinformation, die unter Gästen der Bremer Jugendzentren durchgeführt wurde. Ausgehend von der These, dass Streamingangebote Aufmerksamkeit erzeugen (müssen), analysieren sie die interaktive Komponente von aktuellen populären Serien, Games oder Musikproduktionen einerseits und der Kommentierung und Verbreitung über Social-Media andererseits. Hier sehen die Autoren Parallelen zwischen aktuellen Diensten wie Twitch oder YouTube und älteren Vorläufern wie MySpace. Weiterhin stellen die Autoren das Potenzial heraus, das sich aus der pädagogischen Auseinandersetzung mit den Vorlieben und Praktiken jugendlicher Streaming-Nutzung ergibt, etwa im Hinblick auf die Bearbeitung identitätsbezogener Entwicklungsaufgaben und die Reflexion gesellschaftspolitischer Fragen. Anknüpfend an diese Überlegungen werden medienpraktische Methoden beschrieben, die dieses Potenzial im schulischen Kontext nutzbar machen sollen.
Nicht zuletzt möchten wir mit diesem Titelthema Akteur*innen in verschiedenen (medienpädagogischen) Handlungsfeldern grundlegende Informationen und Reflexionsimpulse zu aktuellen Entwicklungen im Streamingbereich geben, damit diese für sich selbst oder im medienpädagogischen Kontext nutzbar gemacht werden können. Denn das eigene Medienhandeln bewusst(er) erleben, beschreiben, reflektieren und problematisieren zu können und andere hierbei zu unterstützen, kann zu Gelingensbedingungen kompetenter Streamingnutzung beizutragen und eine Auseinandersetzung anregen, wie autonome, selbstbestimmte Rezeption unter den Voraussetzungen aktueller Angebotsstrukturen gelingen kann.
Überblickswerke
Chalaby, J. (2023). Television in the Streaming Era. The Global Shift. Cambridge University Press.
Jenner, M. (2021). Binge-Watching and Contemporary Television Research. Edinburgh University Press.
Schütte, O. (2919). Die Netflix-Revolution: Wie Streaming unser Leben verändert. Midas
Studie: Künstliche Intelligenz und Kompetenz
In der deutschsprachigen Bevölkerung bestehen (weiterhin) Unterschiede, was die Nutzung digitaler Medien betrifft. So lautet ein zentrales Ergebnis der Studie Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2022 – Mediennutzung und Einstellung gegenüber KI. Diese Unterschiede können auch bedeutsam sein, wenn es darum geht, wie Menschen ihre Medien- und Digitalkompetenz wahrnehmen. So schätzen etwa Personen, die digitale Medien seltener nutzen, ihre Fähigkeiten häufig verhaltener ein – im Vergleich zu Menschen, die digitale Medien intensiver nutzen. Solche Unterschiede können gerade im Hinblick auf die Teilhabe an einer zunehmend vom digitalen Wandel geprägten Gesellschaft zu Benachteiligung führen. Um dies zu vermeiden, gilt es zum einen, allen Bürger*innen Alternativen offenzuhalten, die ohne die Nutzung digitaler Medien möglich sind. Das ist gerade dort wichtig, wo die Ermöglichung von strukturellem Zugang zum Internet und Kompetenzförderung an Grenzen stößt.
Zum anderen sind – beispielsweise beim Ausbau von E-Government-Angeboten – begleitende Angebote zur Förderung von Kompetenz essenziell. Auch Einstellungen gegenüber KI stehen im Fokus des Studienberichts. Vor allem junge und formal gut gebildete Menschen sehen KI als Chance. Auch zeigt sich, dass die meisten Menschen persönliche Auswirkungen von KI kritischer beurteilen als Auswirkungen für die Gesellschaft als Ganzes.
Die Studie ist entstanden im Projekt Digitales Deutschland | Monitoring zur Digitalkompetenz der Bevölkerung des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in Kooperation mit der Universität Siegen und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Der Bericht schließt an Ergebnisse an, die im Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2022 – Wissen und Handeln im Kontext von KI beschrieben wurden.
https://digid.jff.d
Streaming für Preteens: Eine Fallanalyse der ZDF-Web-Kinderserie ECHT
Der Beitrag untersucht, wie die ZDF-Webserie ECHT im Zeitalter von Streaming ein Publikum zwischen Kindheit und Jugend zu erreichen versucht. In Hinblick auf diese Frage werden vor allem Strategien bei Inhalten, Ästhetik, in der Produktion und der Distribution herausgearbeitet. ECHT weist hier jeweils auf Herausforderungen des aktuellen, öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehens hin, das sich als Streamingangebot über externe Plattformen hinweg ausweitet
Kinder, Eltern, Digitale Bilder: Sharenting als familiale Praktik
Der Beitrag beschäftigt sich mit Sharenting als familiale und generationale Praktik. Sharenting bezeichnet das Teilen von Informationen über Kinder durch deren Eltern auf Sozialen Netzwerken. Im wissenschaftlichen Diskurs werden vor allem die Risiken sowie der Eingriff in die Kinderrechte betont, da Kinder oft nicht nach ihrem Einverständnis gefragt werden und eine Veröffentlichung ihrer persönlichen Informationen ablehnen. Dabei fehlt jedoch die Perspektive der Kinder, die einer Veröffentlichung ihrer Informationen zustimmen. Dies impliziert das generationale Spannungsfeld von Autonomie und Angewiesenheit zwischen Kindern und ihren Eltern.This article deals with sharenting as a familial and generational practice. Sharenting refers to the sharing of information about children by their parents on social networks. In the scientific discourse, the risks and the encroachment on children’s rights are emphasized, as children are often not asked for their consent and refuse to publish their personal information. However, the perspective of the children who consent to the publication of their information is missing. This implies the generational tension of autonomy and dependency between children and their parents
Diese Handlung wird Konsequenzen haben! Videospiele als generationsübergreifende Chance des moralischen Lernens
Die Studie befasst sich mit der Frage, ob Videospiele eine Chance des generationenübergreifenden moralischen Lernens bieten. Generationenabhängig können verschiedene Nutzungsmotive für digitales Spielen identifiziert werden. Es zeigt sich, dass alle Generationen sich selbst für ihre Handlungen in Videospielen verantwortlich sehen, jedoch neigen die jüngeren Generationen eher dazu, moralische Dilemmata in virtuellen Handlungswelten wahrzunehmen und übertragen diese in die Realität. Insgesamt wird deutlich, dass eine Grundlage für moralisches Lernen vorhanden ist und verschiedene Zugänge für die Medienpädagogik entstehen.This study addresses the question of whether video games offer an opportunity for intergenerational moral learning. Depending on the generation, different usage motives for digital gaming can be identified. It turns out that all generations see themselves as responsible for their actions in video games, but the younger generations tend to perceive moral dilemmas in virtual worlds of action and transfer them to reality. Overall, it becomes clear that a basis for moral learning exists and that different approaches for media education are emergin
Das Verhältnis von Medienpädagogik und politischer Bildung: Gespräch mit Thomas Krüger, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Welche Bedeutung haben Medien im Kontext des Politischen? Wie werden Informationen über die demokratische Gesellschaft in diesem Zusammenhang vermittelt? Und wie ist die Medienpädagogik in der politischen Bildung verortet? Diesen und weiteren Fragen gehen Thomas Krüger und Bernd Schorb in ihrem Gespräch nach
Für Tragik und Ironie im ‚Demokratischen Streit‘: Wie Narrative Konfigurationen Polarisierung befördern oder transformieren
In dem Beitrag wird ausgehend von einer Auseinandersetzung mit dem demokratischen Streit und dessen Bedeutung für eine progressive Weiterentwicklung unserer postmigrantischen Gesellschaft die Frage nach den passenden Narrativen für die Reduzierung des Gaps zwischen dem Wir und dem Anderen gestellt. Als erzähltheoretischer Königsweg für die Auflösung von Polarisierung werden selbstironische und tragische Elemente in Erzählungen identifiziert und argumentiert
Digitaler Alltag, Datenpraktiken und Subjektautonomie
Im Beitrag werden einige Überlegungen zum Verständnis und den Folgen digitaler Praktiken im Alltag sowie zur gesellschaftlichen Rahmung von Digitalisierung vorgestellt. Es werden selektiv Herausforderungen identifiziert, die Menschen im alltäglichen Umgang mit digitalen Technologien zu bewältigen haben. Ihre Datenpraktiken sind oftmals kaum kontrollierbar, was wiederum die Subjektautonomie beeinträchtigen kann