merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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    Reflexionen zu Gendersensibler Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen

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    Grundlage des Artikels ist ein Praxis- und Forschungsprojekt, in dem Geschlechterbilder in Social Media untersucht und Methoden für die Arbeit mit Schüler*innen erarbeitet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Soziale Medien eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung bei jungen Menschen spielen, diese Plattformen aber meist Geschlechterstereotypen präsentieren. Eine gendersensible Medienerziehung ist notwendig, um das Problem anzugehen. Zu ihren Zielen gehören die Förderung der individuellen Vielfalt, der Abbau struktureller Ungleichheiten und die Entwicklung eines stimmigen Ich-Konzepts

    #53 – Social Media in der Beratung Teil 3: Digital Streetwork in der Amadeu Antonio Stiftung

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    Das ist die letzte Folge unserer Reihe zu Social Media in der Beratung. Wir sprechen mit Cornelia Heyken und Jerome Trebing von der Amadeu Antonio Stiftung darüber, wie sie mit Digital Streetwork präventiv gegen Rechtsradikalisierung arbeiten. Dabei geht es um den konkreten Arbeitsalltag, aber auch um Rahmenbedingungen und besondere Herausforderungen, was die Übertragung der Methoden der Jugendsozialarbeit in digitale Räume betrifft. https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/good-gaming-well-played-democracy/digital-streetwork

    Friedrich, Jörg Phil (2023). Degenerierte Vernunft. Künstliche Intelligenz und die Natur des Denkens. München: Claudius. 125 S., 20,00 €

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    Dank der raschen Fortschritte in den Bereichen maschinelles Lernen und Datenanalyse kann Künstliche Intelligenz (KI) heutzutage komplexe Aufgaben ausführen und hochwertige Ergebnisse liefern. Beispielsweise können KI-Systeme Bilder, Videos und Texte erstellen, Musikstücke komponieren, komplexe Probleme angehen sowie menschliche Sprache erkennen und darauf antworten. Dafür müssen sie nicht einmal denken können, sie benötigen, wie der Autor Jörg Phil Friedrich argumentiert, „kein Bewusstsein, keine Intuitionen, keine moralischen oder ästhetischen Fähigkeiten” (S. 56), denn sie können all das „auf der Basis von Algorithmen und formalen Methoden der Datenverarbeitung vollbringen” (ebd.). Angesichts dieser technologischen Entwicklung fürchten viele Menschen die Entwertung ihrer Leistungen oder sogar, durch KI ersetzt zu werden und ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Dies wirft eine paradoxe Frage auf: Was hat dazu geführt, dass wir KI-Produkte oft als weit besser und heranwachsender ansehen als Produkte, die direkt von Menschen angefertigt wurden? Schließlich werden die KI-Systeme von Menschen programmiert. Dem widmet sich die Publikation Degenerierte Vernunft mit dem Ziel, den Begriff der KI zu hinterfragen und den Begriff der natürlichen menschlichen Vernunft klarer zu definieren. In neun Kapiteln erklärt Friedrich in einem wunderbar leicht verständlichen und mit Beispielen gespickten Schreibstil, der bisweilen einem Bewusstseinsstrom ähnelt, wie KI im Laufe der Jahrzehnte entstanden ist, wie sie funktioniert und was sie von der natürlichen menschlichen Vernunft unterscheidet. Dem Autor ist es besonders wichtig zu betonen, dass KI und menschliche Vernunft nicht miteinander vergleichbar sind. Das vernünftige Denken eines Menschen läuft nach anderen Prinzipien ab. Wir Menschen suchen in unserem Räsonieren über Ideen und Dinge nach einem Sinn. KI kann dies nicht und muss es auch nicht. „Besinnung, Nachsinnen, Sinnieren, Einkehr, Reflexion, Räsonieren: Das ist, was die natürliche menschliche Vernunft ausmacht“ (S. 106). Erst wenn wir verstehen, woraus menschliche Vernunft besteht, können wir sie von KI ausgrenzen und erkennen, wie wir mit dieser technologischen Entwicklung umgehen können

    #57 – Ökonomie und Medien Teil 1: Creator Fabian Grischkat über das Berufsbild Influencer*in

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    Wir starten mit der neuen Reihe zu einem sehr komplexen Thema. Creator Fabian Grischkat gibt in dieser Folge Einblicke in das Berufsbild Influencer*in - wie sieht sein Arbeitsalltag aus, wie schafft er den Drahtseilakt zwischen kommerzieller Vermarktung und dem Manifestieren seiner (politischen) Prinzipien und wie schafft er das alles überhaupt mental als Person der Öffentlichkeit. Wir freuen uns über euer Feedback zur Folge

    Online-Video-Monitor 2023

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    YouTube und TikTok sind nicht nur die beiden meistgenutzten, sondern auch die wichtigsten Kanäle zur Verbreitung eigener Video-Inhalte – so ein Ergebnis des Online-Video-Monitor 2023. Für 28 Prozent aller Online-Video-Anbieter sind diese Plattformen unumgänglich, insbesondere für Anbieter ohne eigene Website/App. Die eigene Website hat stark an Bedeutung verloren, sie ist nur noch für 29 Prozent (2021: 51 %) der Anbieter mit eigener Website/App der wichtigste Verbreitungskanal. Das Publikationsvolumen deutscher Online-Video-Anbieter nimmt weiter zu. 73 Prozent haben mehr Videos veröffentlicht als im Vorjahr. Der Short-Video-Boom wird durch die Befragungsergebnisse bestätigt: 44 Prozent der Online-Video-Anbieter haben in den letzten zwölf Monaten zunehmend kürzere Videos produziert. Der Trend geht zu mehr Live-Streams, hochwertigerem Content bzw. teureren Produktionen. Die Abrufzahlen sind bei 76 Prozent der Online-Video-Anbieter in den letzten zwölf Monate gestiegen; 31 gaben ein deutliches Wachstum an, bei neun Prozent sind die Abrufzahlen gesunken. Künstliche Intelligenz wird am häufigsten (55 %) als Markttreiber angegeben und hat gegenüber 2021 am stärksten an Bedeutung gewonnen. Rund die Hälfte sieht in verbesserter Infrastruktur weiterhin einen wichtigen Treiber. Der Online-Video-Monitor wird im Auftrag der Landesanstalt für Kommunikation Baden Württemberg (LFK) und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) von Goldmedia erstellt. Neben Online-Video-Angeboten mit eigener Webpräsenz wurden alle deutschen YouTube-Kanäle (mindestens 500 Abonnements) sowie die größten Facebook-, Instagram- und TikTok-Profile mit in die Analyse einbezogen. Erstmals wurden auch die Aktivitäten von Video-Influencer*innen auf Twitch untersucht. https://lfk.d

    Verführung im System: Zur Wirkungsmacht der Programmierungen von Netflix & Co: Medienpädagogische Implikationen im Kontext einer Kultur der Digitalität

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    Das Angebot von Netflix ist so programmiert, dass man sich ihm möglichst lange zuwenden und immer wieder zurückkehren möchte. Es lassen sich fünf Methoden erkennen, mit denen die Nutzungszeiten gesteigert werden sollen: Räumliche Visualisierung, Ästhetik des Überangebots, nahtlose Fortsetzung, Mehr-vom-Gleichen-Logik und algorithmische Aggregation. Diese Methoden sind in vielen anderen digitalen Angeboten ebenso zufinden und prägen die gesamte Kultur der Digitalität

    Schulze Erika (Hrsg.) (2023). Diversität im Kinderbuch. Wie Vielfalt (nicht) vermittelt wird. Verlag W. Kohlhammer. 179 S., 34,00 €

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    Bücher nehmen häufig schon in frühen Jahren einen bedeutenden Platz in unserem Leben ein. Ganz gleich, ob Eltern ihren Kindern Geschichten aus Büchern vorlesen oder die Kinder selbst beginnen zu lesen. Wesentlich ist, dass Bücher Wissen vermitteln, und dieses Wissen prägt die kindliche Sicht auf die soziale Welt. Das Lesen von Büchern ermöglicht es Kindern, eine breite Palette von Erfahrungen und Perspektiven kennenzulernen. Sie lernen, sich in verschiedene Charaktere hineinzuversetzen, können fremde Kulturen erkunden und komplexe Themen erforschen. Das erweitert ihren Horizont und trägt dazu bei, dass sie lernen, die Vielfalt und Komplexität der sozialen Welt besser zu verstehen. In der Publikation Diversität im Kinderbuch wird untersucht, wie gesellschaftliche Diversität in Kinderbüchern, Spielzeug und Kinderfernsehen repräsentiert und verhandelt wird. Auch wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung Diversität in Kindermedien für das Aufwachsen von Kindern hat. In den zwölf Kapiteln geht es um Themen wie Migration, Rassismus, soziale Klassen, Familiennormen, Geschlecht, Behinderung und Mehrsprachigkeit. Die Autor*innen des Sammelbands argumentieren sowohl aus pädagogischen, soziologischen, sprach- und medienwissenschaftlichen Perspektiven. Besonders interessant für den pädagogischen Kontext ist das achte Kapitel „[...]dann wäre das meine Familie“. Kindliche Perspektiven im Kontext diversitätsbewusster Kinderliteratur von Erika Schulze. Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Perspektive der Kinder. Auf Basis eines explorativen Forschungsprojektes wird sichtbar „wie diversitätssensible Literatur Möglichkeitsräume für die Positionierung mit der je eigenen Lebenswelt eröffnen kann und wie diese von den Kindern aktiv aufgegriffen werden.“ Insgesamt trägt diversitätsbewusste Kinderliteratur dazu bei, Kinder von heute auf die Anforderungen einer globalen und vielfältigen Gesellschaft vorzubereiten. Sie fördert die Entwicklung von kritischem Denken, Empathie und interkultureller Kompetenz. Schulze Erika (Hrsg.) (2023). Diversität im Kinderbuch. Wie Vielfalt (nicht) vermittelt wird. Verlag W. Kohlhammer. 179 S., 34,00

    Der kleine Paul

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    Vielleicht kennen Sie das: Kinder ahmen im Spiel Dinge nach, die sie im Alltag immer wieder erleben. So hat unser Sohn sich eines Tages mit einem Kochlöffel in einen Karton gesetzt und immer wieder in den Kochlöffel gesprochen: ‚Bitte zurücktreten!‘. Für diejenigen Leser*innen, die nur noch selbstfahrende U-Bahnen kennen, zur Erklärung: Als die U-Bahnen noch von Menschen gefahren wurden, sprachen die Fahrer*innen kurz vor dem Schließen der Türen die Aufforderung ‚Bitte zurücktreten‘ in ein Mikro. Dieser Vorgang hat unseren Sohn wohl so nachhaltig beeindruckt, dass er sich mindestens ein Jahr lang immer wieder in seinen Karton setzte, zum Kochlöffel griff und ausdauernd seinen Zaubersatz wiederholte. Auch wenn die Vermutung nahe liegt: Nein, er wollte nie U-Bahnfahrer werden, aber die Freude, in ein Mikrofon zu sprechen, ist ihm bis heute geblieben. Auf der Geburtstagsfeier eines Freundes wurde ich kürzlich an diese Szenen erinnert. Der kleine Paul, etwa eineinhalb Jahre alt, fuhr mit seinem Bobbycar durch die Reihen der aufgestellten Biertische, stoppte sein umweltfreundliches Gefährt immer wieder, strahlte die Erwachsenen an und formulierte dazu lässig „mit Karte bitte“. Dieser Satz löste bei mir einen blitzartigen Erinnerungssturm aus, was ich in der letzten Zeit im Zusammenhang mit dieser Ansage schon alles erlebt hatte: Verzweifelte Kolleginnen, die bei mir im Büro stehen und mich fragen, ob ich ihnen Bargeld geben könnte, da der Bäcker keine Kartenzahlung akzeptiere. Zahlvorgänge mit Karte an der Tankstelle, bei denen ich schon zweimal die falsche PIN eingegeben habe und unter Schweißausbrüchen den letzten Versuch starte. Abbuchungen auf meinem Konto vom Friseur meiner Frau, die aus Versehen meine Karte benutzt hat – was offenbar einfach so möglich ist. Verkäufer*innen, die mich mit strengen Blicken auf das Schild ‚Kartenzahlung erst ab 10 €‘ hinweisen. Die Ansage ‚Heute funktioniert unser Lesegerät nicht‘, wenn die Rechnung aber bei weitem meinen Bargeldbestand überschreitet. Urlaubsreisen in europäische Nachbarländer, in denen nicht mal mehr ein Kaffee mit Bargeld zu bekommen ist. Am klarsten sind da die Regeln auf Berghütten, wie ich bei der einwöchigen Bergtour mit meinem Freund Günther in diesem Jahr feststellen musste: Kein Internet, keine Kartenzahlung. So mussten wir zu den grundsätzlich zu schweren Rucksäcken noch einen überfüllten Brustbeutel mit Bargeld auf die Berge schleppen. Wer schon mal in den Bergen war, weiß: jedes Gramm zählt. Und oft habe ich mir beim Aufstieg auf 2.000 Meter gewünscht, in meinem Brustbeutel wäre nur eine kleine Plastikkarte und nicht die Hälfte meines Monatslohns in bar. Zur Vermeidung von Münzrückgaben habe ich deshalb beim Bezahlen immer großzügig aufgerundet, sehr zur Freude der Servicekräfte. Was mal aus dem kleinen Paul wird, ist schwer vorherzusagen. Auf jeden Fall wächst er in einem Land auf, in dem sich die Digitalisierung noch in einem Schwebzustand befindet – irgendwo zwischen ChatGPT und Barzahlung

    #59 – Streaming Teil 1: Fachredaktionstalk

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    Prof. Dr. Dagmar Hoffmann von der Universität Siegen, Michael Gurt vom Flimmo und die freie Medienforscherin Dr. Karin Knop geben in dieser Folge Einblicke in die Entstehung des Hefts zu Streaming, diskutieren die aktuelle Herausforderung des Streamings im politischen Aktivismus und geben sogar exklusive Streaming Tipps. Hier geht\u27s zu unserer neuen Ausgabe 23/5 Streaming

    Kinder Medien Monitor 2022

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    Lesen spielt in der Freizeit von 4- bis 13-Jährigen eine größere Rolle als TikTok oder YouTube. Fast drei Viertel aller Kinder dieser Altersklasse lesen häufig Bücher, Zeitschriften oder Comics. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt der Kinder Medien Monitor, dessen Ergebnisse im Oktober 2022 veröffentlicht wurden. Die repräsentative Studie gibt Aufschluss über die Mediennutzung und Freizeitgestaltung Heranwachsender. Weitere analoge Aktivitäten, wie Freund*innen treffen (86 %) und draußen spielen (80 %), sind bei Kindern nach wie vor beliebt. Im Medienbereich hat das lineare Fernsehen weiterhin einen hohen Stellenwert: 83 Prozent schauen Serien oder Filme, wenn diese im Fernsehen ausgestrahlt werden. Weiterhin nutzen 94 Prozent der befragten Kinder digitale Medien, um miteinander zu kommunizieren. Ab einem Alter von zehn Jahren erlangen Angebote wie TikTok und WhatsApp Beliebtheit. Über 40 Prozent der Befragten spielen zusammen mit ihren Eltern; ein Viertel der Kinder nutzt Games als Kommunikationsplattform – im Chat oder über das Headset. Der Kinder Medien Monitor wird bereitgestellt von Egmont Ehapa Media, Gruner + Jahr Deutschland, SUPER RTL, EDEKA Media und Panini Verlag. Dafür wurden 2.055 Doppel-Interviews mit Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren und jeweils einem Elternteil geführt. Darüber hinaus wurden 548 Interviews mit einem Elternteil von Vorschulkindern geführt. www.kinder-medien-monitor.d

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