merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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    2802 research outputs found

    Podcast für alle

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    Nora Henker (Hrsg.) (2024). Zeitlupe – Geschichten zum Sehen und Hören. Podcast, kostenlos, verfügbar auf diversen Podcast-Plattformen und auf YouTube. Informationen stehen heute jederzeit und überall in vielfältigen Formen zur Verfügung. Sei es durch den Konsum der Nachrichten im Fernsehen, in den Sozialen Medien oder durch Podcasts. Für Letztere gibt es für gehörlose Personen jedoch kaum Optionen. Dieser Lücke nimmt sich der Podcast Zeitlupe – Geschichten zum Sehen und Hören an, welcher vom Kirchenbezirk Freiberg der Evangelischen Landeskirche in Sachsen initiiert wird. Das Projekt wird von neun Personen getragen, die sich in unterschiedlichen Arbeitsbereichen für den Podcast engagieren. Der Podcast adressiert Kinder und Erwachsene und vermittelt Geschichten sowohl in Laut- als auch in Gebärdensprache. Zuhörer*innen haben die Möglichkeit, die Geschichten on- oder offline anzuhören oder anzuschauen. Die Erzählungen handeln von Personen, die sich für Gutes und gegen Unrecht einsetzen, zum Beispiel Malala, Albert Schweitzer oder Desmond Tutu. Es werden auch Geschichten von Kindern erzählt, die selbst von Gehörlosigkeit und/oder Diskriminierung betroffen sind. Die Held*innen der Geschichten setzen sich gegen Diskriminierung ein und arbeiten hart dafür, bedeutende Ziele in ihrem Leben zu verwirklichen. Zusätzlich gewähren die Erzählungen Einblicke in die Vergangenheit und thematisieren zum Beispiel die Entwicklung der Bildung in Gebärdensprache. Bislang gibt es insgesamt 15 Podcastfolgen, je 9 bis 15 Minuten lang, auf Spotify und Apple Music als Audioformat sowie auf YouTube und der Website in Laut- und Gebärdensprache. Neben Gebärdensprachdolmetscher*innen werden die Geschichten auch mit Hilfe ansprechender Illustrationen unterstützt. Der Podcast spricht insbesondere gehörlose Kinder und Erwachsene an. Die Geschichten dienen als Inspiration und machen Mut, die eigenen Ziele und Träume trotz gesellschaftlicher Einschränkungen nicht aufzugeben. Zudem trägt der Podcast dazu bei, Kinder (erstmalig) mit Gebärdensprache in Berührung zu bringen. Zeitlupe bietet eine Plattform für Bildung, Inklusion und soziale Veränderung. Der Podcast betont die Bedeutung von Barrierefreiheit in den Medien und zeigt, dass kreative Lösungen zu einer inklusiven Gesellschaft beitragen können. Durch die Zusammenarbeit von Fachkräften aus unterschiedlichen Bereichen sowie die innovative Herangehensweise setzt Zeitlupe ein inspirierendes Beispiel für inklusiveMedienproduktionen. https://zeitlupe-podcast.d

    Perspektiven der Animal Studies im Kontext der Medienpädagogik

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    Schluchter, Jan-René (2023). Tiere – Medien – Bildung. Perspektiven der Animal Studies für Medien und Medienpädagogik, München: kopaed. 171 S., 18,80 €. Moby Dick und Captain Ahap – nicht erst seit Erscheinen des Romans, ist das Tierliche mit dem Menschlichen verknüpft. Überaus treffend verweist der Herausgeber einleitend auf die Geschichte, die den Umschlag des Buches kürt und den Versuch menschlicher Vormachtstellung und Kontrolle gegenüber Tieren skizziert. Die Brisanz des gesellschaftlichen Tier-Mensch-Verhältnisses ist mit Schlagwörtern wie Massentierhaltung, Artensterben, Umweltverschmutzung und Klimawandel allgegenwärtig. Das noch relativ junge interdisziplinäre Forschungsfeld der Animal Studies oder Human-Animal-Studies widmet sich seit Ende der 1980er Jahren im anglophonen, seit den 2010er Jahren im deutschsprachigen Raum, den „Interaktionen, Beziehungen und Verhältnissen zwischen Menschen und Tieren“ (S.12) auf kulturell-gesellschaftlicher Betrachtungsebene. Neben den Animal-Studies haben sich im wissenschaftlichen Feld die Cultural Animal Studies formiert, die mit ihren eigenen Instrumenten die Repräsentationen von Tieren sowie das Tier-Mensch-Verhältnis in der medialen Alltags- und Lebenskultur fokussieren. Jan-René Schluchter, selbst im Forschungsbereich Medienbildung und Animal Studies tätig, stellt die medialen Repräsentationen von Tieren und Tier-Mensch-Verhältnissen als festen Bestandteil medialer Alltags- und Lebenswelten heraus, die „bestimmte gesellschaftliche und kulturelle Perspektiven auf Tiere, Menschen und deren Verhältnis produzieren – jedoch auch die Möglichkeit für entsprechende Gegen- und Neuentwürfe eröffnen“ (S.33f.). Das vorliegende sowie das in Kürze folgende Band sollen die „divergenten Diskursstränge im Kontext von Cultural Animal Studies, Medien und Bildung“ abbilden und „so eine Möglichkeit zur Annäherung an dieses Feld ermöglichen“ (S.13). Die elf Beiträge des ersten Bandes bearbeiten analytisch-reflexiv mediale Phänomene und Praktiken zu vorherrschenden gesellschaftlichen Konstruktionen von Tier-Mensch-Beziehungen und offerieren zugleich pädagogisch-didaktische Perspektiven. Im pädagogisch-didaktischen Beitrag von Kompatscher soll die Grundlage für eine gewaltfreie Koexistenz mit Tieren geschaffen werden. Dafür nimmt sie den Unterricht im Allgemeinen und den Literaturunterricht im Speziellen in den Blick und formuliert praktikable Beispiele. Der Herausgeber zeigt in seinem Artikel Verbindungslinien der Animal Studies und Medienbildung auf. Er stellt dabei heraus, dass Perspektiven, die Animal Studies, Cultural Studies und (Medien-)Bildung zusammenführen, bislang eher rar sind, vor allem im Hinblick auf pädagogisch-didaktische Überlegungen für die Gestaltung von Unterricht. Im Folgeartikel re- und dekonstruiert Horstmann den Überwältigungs- bzw. Indoktrinationsvorwurf und diskutiert die Frage, wie damit umzugehen ist, dass Darstellungen von realen Überwältigungen selbst in Verdacht geraten, Lernende zu überwältigen. Mit empirischen Fallbeispielen untersucht Giehl im vierten Beitrag mediale Repräsentationen nichtmenschlicher Tiere sowie deren Auswirkungen auf menschliche Haltungen gegenüber nichtmenschlichen Tieren. Die Beiträge Projecting on predators und Making animals visible in star and celebrity studies zeigen weitere Perspektiven von Animal Studies und Medien auf. So auch der Artikel von Neuthard, in dem der Fleischkonsum und (Nutz-)Tiere in sozialen Medien auf Basis des 2017 erstmals fleischfrei ausgerichteten Umwelt- und Kulturfestes in Kassel und der damit einhergehenden Kontroverse auf Facebook analysiert werden. Neben den Animated Animals, in denen die Schnittstelle von Cartoons, Kindern und Animal Studies dargelegt werden, sind im Folgebeitrag Computerspieltiere Thema, ein Massenmedium, das als idealer Vermittler für tierliche Belange für ein breites Publikum fungiert. In den Ausführungen von Jessica Ullrich wird das Storytelling jenseits des Menschlichen als kreative Erkenntnismethode vorgestellt, im letzten Beitrag die Faszination für die maritime Fauna in fiktiven Tiererzählungen in Kinder- und Jugendmedien untersucht. Insgesamt bieten die elf Beiträge mit ihren theoretisch-praxisorientierten Ansätzen einen vielfältigen Einblick in das Feld der Animals Studies im Kontext medialer Bildungsprozesse, aber auch den Bereichen, die bislang nur marginal Beachtung finden. Der Herausgeber konstatiert, dass die kritisch-reflexive Auseinandersetzung „von Tier-Mensch-Verhältnissen in Bildungskontexten bzw. der Pädagogik bislang noch keine große Rolle spielen, obwohl Bildung bzw. Pädagogik eine wesentliche Möglichkeit der kritisch-(selbst)reflexiven Auseinandersetzung mit vorherrschenden kulturellen Perspektiven auf Tier-Mensch-Verhältnisse darstellt“ (S.12). Die von ihm formulierte Leitfrage, wie „wir als menschliche Lebewesen, im Kontext von Bildung für die Situation von nicht-menschlichen Lebewesen sensibilisieren (können), um durch Bildung andere gesellschaftliche Tier-Mensch-Beziehungen zu denken und zu ermöglichen“ (S.33) tangiert im Zeitalter des Anthropozän nicht nur Forschende im Bereich der (Cultural) Animal Studies. Mit den einleitend genannten exemplarischen Schlagwörtern werden unmittelbare Verknüpfungen zum menschlichen Umgang mit Tieren und die Brisanz aufgezeigt, die eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung, so auch entsprechendes Handeln längst unumgänglich machen. Eine Auseinandersetzung, die wirksame und vor allem nachhaltige Lösungen für eine „the-more-than-human world“ (S.33) offerieren muss, zu finden, insbesondere in Bildungskontexten wie der Medienpädagogik und dem vorliegenden Band

    Zweig, Katharina (2023): Die KI war’s! Von absurd bis tödlich die Tücken der künstlichen Intelligenz. München: Heyne. 320 S., 20,00 €.

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    Katharina Zweig legt ein populärwissenschaftliches Buch zur Entscheidungsfindung durch künstliche Intelligenzen vor. Die InformatikProfessorin wendet sich der Frage zu, wie algorithmische Urteilsfindung Menschen betrifft und wer die Verantwortung dafür trägt. Im ersten Teil arbeitet Zweig zunächst die Grundlagen auf. Sie zeigt, wie Entscheidungen von Entwicker*innen die Funktionsweise von Algorithmen prägen und führt Grundbegriffe ein. Im zweiten Teil geht die Autorin dann auf die Fehler von KIs und die Betroffenen ein. Die Verantwortung sucht Zweig in einer langen Kette von Entscheidungen bei der Entwicklung von KIs. Die Entscheidungen, die KI-Systeme treffen, können jedoch nicht immer eindeutig einem Glied zugeordnet werden. Im dritten Teil des Buches geht es daher um die Frage, inwiefern KI-Entscheidungen überhaupt nachvollziehbar gemacht werden können. Mithilfe der Sprechakt-Theorie prüft Zweig, wann die Verantwortung in Entscheidungsprozessen auf eine KI übertragen werden kann. Im vierten Teil werden die Bedingungen für einen verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen diskutiert. Neben den verantwortungstheoretischen Überlegungen beeindruckt Die KI war’s durch das breite Spektrum von Anwendungsbeispielen. Hier zeigt Zweig, dass KIs für viele Menschen schon jetzt ein wesentlicher – und häufig unsichtbarer – Teil des Alltags und bei der gesellschaftlichen Teilhabe sind. Zweig, Katharina (2023): Die KI war’s! Von absurd bis tödlich: die Tücken der künstlichen Intelligenz. München: Heyne. 320 S., 20,00 €

    Fajembola, Olaolu; Nimindé-Dundadengar, Tebogo (2024). Mit Kindern über Diskriminierungen sprechen. Weinheim Basel: Beltz. 284 S., 20,00 €.

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    Fajembola, Olaolu; Nimindé-Dundadengar, Tebogo (2024). Mit Kindern über Diskriminierungen sprechen. Weinheim Basel: Beltz. 284 S., 20,00 €. Kinder werden aus unterschiedlichen Gründen diskriminiert. Zum Beispiel aufgrund von Queerness, Behinderung und Armut oder aus rassistischen bzw. antisemitischen Ideologien heraus – das Ergebnis ist meist, dass die betroffenen Kinder sich verletzt fühlen, ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstwirksamkeit untergraben werden und sie dadurch ihr Potenzial nicht ausschöpfen können. Ziel von Fajembola (Kulturwissenschaftlerin) und Nimindé-Dundadengar (Psychologin), Autorinnen des Bestsellers ‚Gib mir mal die Hautfarbe – mit Kindern über Rassismus sprechen‘, ist es, mit ihrer neuen Publikation Heranwachsende und ihre Bezugspersonen für Vorurteile, Abwertung und Ausgrenzung zu sensibilisieren und sie davor zu schützen. „Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Diskriminierungsformen sollte zu den Kulturpraktiken gehören, die wir alle von Kindesbeinen an lernen.“ (S. 14) Lesende sollen ein umfassenderes Verständnis von Diskriminierung und deren Auswirkungen erlangen. Dieses Verständnis soll dazu beitragen, dass sie selbst in die Diskussion mit Kindern gehen und sich mit den Herausforderungen auseinandersetzen, „die sich bei der Vermittlung von Inklusivität und Gerechtigkeit ergeben können.“ (S. 17). Aufgeteilt ist das Buch in zehn Kapitel. Im einführenden Kapitel zu Diskriminierung wird die Grundlage für den folgenden Inhalt gelegt und Diskriminierung in ihrer Komplexität erklärt, indem grundsätzliche Gedanken und Begrifflichkeiten eingeführt werden. Dabei geht es nicht nur darum, was Diskriminierung ist und welche Auswirkungen sie hat, sondern auch um die Rolle, die Erwachsenen zukommt, wenn sie Diskriminierung bei Kindern erleben bzw. wie wir sie davor schützen können. „Dieser Prozess des Empowerments zielt insbesondere darauf ab, die Selbstwirksamkeit der Kinder zu erhöhen und sie zum Zentrum ihrer eigenen Bewertung zu machen.“ Fajembola und Nimindé-Dunda-dengar zeigen auf, wo die Schnittstelle von elterlicher und pädagogischer Verantwortung liegt. „Kindermund tut Wahrheit kund – wer kenntsie nicht, die Sprüche, die Kinder von sich geben und in denen sich klar die Haltung der Eltern widerspiegelt. Damit Kinder so weit wie möglich frei sein können von diesem langen Arm der Erwachsenen(-meinungen) ist es in pädagogischen Räumen wichtig, diese Äußerungen aufzugreifen und sie gemeinsam mit den Kindern und in Elterngesprächen zu beleuchten.“ (S. 31) In den folgenden Kapiteln wird auf verschiedene Formen und Momente von Diskriminierung im Detail eingegangen: Anti-Schwarzer, Antimuslimischer, Antiasiatischer Rassismus; Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze, Antisemitismus, Anti-Gender-Diversity, Bodyshaming, Ableismus und Klassismus werden definiert, erklärt und anhand zahlreicher Beispielen aus der Alltagspraxis greifbarer. Bücher, Filme und Serien, Social-Media-Kanäle sowie Vereine und Initiativen als Anlaufstellen werden empfohlen sowie Fachbegriffe glossarartig erklärt. Als Grundlage für Gestaltung der einzelnen Kapitel haben die Autorinnen Expert*innen interviewt. Aufgrund von deren Erfahrungswissen, ihrer aktivistischen Arbeit und/oder ihrer akademischen Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema konnte die Perspektive geweitet werden, was man der intensiven und authentischen Auseinandersetzung mit den einzelnen Diskriminierungsformen anmerkt. Die Biografien der Expert*innen schließen jeweils das Kapitel ab und geben zusätzlichen Einblick in das Leben sehr unterschiedlicher Menschen. Beispielhaft hervorgehoben sei das Kapitel ‚Klassismus – Gedanken zur Klassenreise‘. Der persönliche Einstieg ins Thema zeigt bereits, wie stark die Herkunft aus einer bestimmten sozialen Klasse wirkt, selbst dann, wenn es nicht in erster Linie um materielle Armut geht. Im Vergleich zu beispielsweise Rassismus und Antisemitismus wird Klassismus aber längst nicht so im gesellschaftlichen Diskurs abgebildet, obwohl er sehr wirkmächtig ist. Nach einem kurzen Exkurs zur Problematik der Kinderarmut in Deutschland bzw. der kaum vorhandenen Aufmerksamkeit dafür wird Klassismus definiert und von einem Fragebogen ergänzt, der zum Reflektieren des eigenen Standpunkts anregen soll. Daraufhin werden Denkanstöße gegeben, wie Armut in der Sprache benannt werden kann, ohne Menschen dabei klassistisch zu diskriminieren oder historisch negativ geprägte Begriffe zu verwenden. Weiter geht es mit Gedanken dazu, warum Geld in der deutschen Gesellschaft eigentlich so in- transparent behandelt wird – und welche Beziehung wir (auch angesichts dessen) zu Geld haben. Nach einem kurzen Exkurs zum komplexen Thema Bildungsungerechtigkeit mündet das Kapitel in alltagsnahe Tipps für Familien und Pädagog*innen, wie eigenes klassistisches Verhalten im Alltag verhindert und das Bewusstsein dafür schon bei Kindern geschärft werden kann. In ihrem Schlusswort reflektieren die Autorinnen ihren Schreibprozess sowie die Entstehung des Buches und plädieren dafür, sich selbst immer wieder mit den eigenen Privilegien sowie mit Unsicherheiten, Wissenslücken und den Perspektiven und Meinungen anderer auseinanderzusetzen. Denn „wenn wir uns in unserer Menschlichkeit begreifen, in unseren Ungewissheiten und Fehlbarkeiten, dann entstehen Räume für Veränderung.“ (S. 268

    Maurer, Björn; Rieckmann, Marco & Schluchter, Jan-René (Hrsg.) (2024). Medien – Bildung – Nachhaltige Entwicklung. Inter- und transdisziplinäre Diskurse. Weinheim, Basel: Beltz Juventa. 350 S., 78,00 €

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    Daten werden nicht aufgesammelt, sondern erhoben. Sie sind keine naturgegebene Ressource; vielmehr werden sie auf spezifische Art und Weise erstellt. So der rote Faden, welcher den Sammelband Medien – Bildung – Nachhaltige Entwicklung durchzieht. Ebenso gestaltbar wie Datensätze ist eine Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung. Vor allem Bildung wird in diesem Buch als zentrales Mittel zu einer solchen Entwicklung gehandelt. Schon die drei Kernbegriffe – Medien, Bildung, Nachhaltige Entwicklung – bilden eine komplexe Gemengelage. Unser Wissen über Umweltverschmutzung erhalten wir maßgeblich durch mediengestützte Bildungsprozesse. So wird im Sammelband entsprechend eine Projektidee vorgestellt, bei der Kinder mithilfe von digitalen Lerngeräten die Verschmutzung in ihrer Stadt bewerten und erfassen können, um so eine Aufräumaktion zu starten. Gleichzeitig verursachen die digitalen Endgeräte - also die Medien, mit denen wir von der Verschmutzung erfahren – selbst Datenmüll. Ein Prozess, der sich in einem handfesten Ressourcenverbrauch und Emissionsausstoß manifestiert. In den Beiträgen entwickeln die Autor*innen Bildungsangebote, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen sollen und dabei Machtverhältnisse sowie strukturelle und analytische Gesichtspunkte berücksichtigen. Dabei unternehmen sie den Versuch digital- und mediengestützte Lernangebote nicht bloß als Teil der Lösung, sondern stets auch als Teil des Problems zu erkennen. Insgesamt entsteht so eine differenzierte und kritische Betrachtung dreier Megathemen des 21. Jahrhunderts. Der Band richtet sich vor allem an Akteur*innen aus Bildungskontexten, doch im Grunde gehören diese Themen zu keiner festen Zielgruppe, denn Bildung, Medien und die Transformation zu einer nachhaltigen Lebensweise gehen uns alle etwas an

    Wieland, M. (2024). Informiert oder (doch nur) abgelenkt? Potenziale und Herausforderungen automatisierter Nachrichtenkontakte in mobilen sozialen Medien. Herbert von Halem. 412 S., 39,00 €.

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    Welche Rolle spielen Medien für die politische Informiertheit der Bürger*innen? Welche gesellschaftlichen Konsequenzen ergeben sich aus der ständigen Konfrontation mit Nachrichten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich Mareike Wieland, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Computational Social Science am Gesis – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Köln, in ihrer Dissertation. Die Publikation, welche im Rahmen des Herbert von Halem Promotions-Förderpreis erschienen ist, beleuchtet zunächst die Rolle (Sozialer) Medien bei der politischen Informationsaufnahme und die Bedeutung der Informiertheit sowie der aktiven Nachrichtensuche. Die Autorin definiert dafür den Nachrichtenbegriff und betrachtet den passiven Nachrichtenkonsum, wobei sie auf die Gefahren von Echokammern und Filterblasen hinweist. Außerdem zeigt sie auf, dass die ständige Konfrontation mit Nachrichten nicht zwangsläufig zu faktischem Wissen, sondern oft lediglich zu einem Gefühl des Wissenszuwachses führt. Des Weiteren werden die Charakteristika Sozialer Medien sowie deren Prinzipien und Wirkmechanismen untersucht, darunter Ent- und Neubündelung, Personalisierung und Konvergenz. Wieland erläutert die Bedeutung des Smartphones und die kognitive Verarbeitung nicht-intendierter Nachrichtenkontakte. Außerdem werden der Begriff des Automatismus sowie der Verlauf des Cycle of Distraction erklärt. Im zweiten Teil des Buches stellt die Autorin die Ziele ihrer Studie, das empirische Forschungsmodell sowie die Vor- und die Hauptstudie mit Hypothesen, Forschungsfragen, Methodik und Datenanalyse vor. Zudem präsentiert sie Ergebnisse und Limitationen der Studie. Eine abschließende Kritik an Plattformbetreiber*innen wird ergänzt durch Handlungsempfehlungen für verschiedene Personengruppen im Umgang mit begrenzter Aufmerksamkeit. Die Publikation richtet sich insbesondere an Forschende und Expert*innen im Bereich der Kommunikationswissenschaften. Wieland, M. (2024). Informiert oder (doch nur) abgelenkt? Potenziale und Herausforderungen automatisierter Nachrichtenkontakte in mobilen sozialen Medien. Herbert von Halem. 412 S., 39,00 €

    Steckbrief 2084: Ein medienpädagogisches Planspiel

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    Wir schreiben das Jahr 2084. Digitale Technologien, Big Data und Künstliche Intelligenz haben unser Zusammenleben grundlegend verändert. Auf Basis zahlreicher Daten errechnen lernende Algorithmen ein progressives Gesellschaftssystem, das alle sozialen Spannungen beseitigen soll. In seinem Kern pulsiert Harmony Score – ein digitales Bewertungssystem, das allen Gesellschaftsmitgliedern Punkte vergibt. Durch ihr Verhalten können Individuen Statuspunkte sammeln und im dynamischen Gesellschaftsranking auf- oder absteigen. Abhängig von Ihrem Status bekommen die Individuen unterschiedliche Rechte und Privilegien zugeteilt – so konditionieren die Bewertungsalgorithmen von Harmony Score Menschen zu ihrem eigenen Wohl und im Sinne einer besseren Gesellschaft. Transparent. Effizient. Fair

    Digital + Nachhaltig: Ein Projekt für Kinder und Jugendliche in der offenen Jugendarbeit

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    Das Wetter wird extremer, die natürlichen Ressourcen neigen sich irgendwann dem Ende zu und wir Menschen werden weiterhin immer mehr. Das bedeutet, dass es Handlungsbedarf gibt. Und zwar auf allen Ebenen, vom Verbrauch einer einzelnen Person bis zu großen Organisationen, die mehr für den Klimaschutz tun sollten. Aber welche Möglichkeiten gibt es, um ins Tun zu kommen? Und wie kann die Medien­pädagogik einen Beitrag dazu leisten? Das Team des Medienzentrum Münchens des JFF konzipierte ein Bildungsangebot, um politisches Engagement, Medienpädagogik und Nachhaltigkeit in der offenen Jugendarbeit zum Thema zu machen

    Infoportal zur Stärkung psychischer Gesundheit von Schüler*innen

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    Wie können Lehrkräfte dabei unterstützt werden, psychische Erkrankungen oder Belastungen von Schüler*innen besser zu verstehen? Als Reaktion auf die Folgewirkungen der Covid-19-Pandemie hat die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Ludwig-Maximilians-Universität München bereits 2021 das erste wissenschaftlich fundierte Infoportal zur psychischen Gesundheit und Depression bei Kindern und Jugendlichen namens ich bin alles ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, einen Beitrag zur Sensibilisierung und Aufklärung über psychische Belastungen bei Heranwachsenden zu leisten, wurde das Portal nun um ein neues Angebot erweitert. Mit ich bin alles@Schule, das im November 2023 an den Start ging, steht pädagogischen Fachkräften nun ein Informations- und Schulungsportal zur Verfügung, welches praxisorientiertes Handlungswissen über Ursachen, Diagnostik und Verlauf psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen vermittelt. Einen geeigneten Umgang mit psychischen Belastungen im Schulkontext zu finden, stellt hohe Anforderungen an die Zusammenarbeit der Beteiligten. Damit Lehrkräfte nicht nur Verständnis für Belastungsfaktoren entwickeln, sondern auch gezielt Hilfestellungen anbieten können, stellt das Portal verschiedene Anregungen zur Förderung einer gesunden Lebensweise, zur Vorbeugung von (Cyber) Mobbing, sowie zur Einbindung von positiven Aktivitäten in den Schulalltag bereit. Insbesondere in Bezug auf das Sprechen über Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen liefert das Portal wertvolle Hinweise, um Lehrkräften die Kommunikation und den Umgang mit betroffenen Schüler*innen, dem Klassenverband oder Eltern zu erleichtern. Das Portal wird anhand von Rückmeldungen der Nutzer*innen fortlaufend um Inhalte und Formate erweitert werden, um langfristig einen Beitrag zur Prävention, Bekämpfung und Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen leisten zu können

    Stichwort: Digitale Dienste Gesetz

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    Das Digitale Dienste Gesetz (DDG) ergänzt den Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union auf nationaler Ebene für Deutschland. Es wurde auf den Weg gebracht, um die europarechtlichen Vorgaben auf Bundes- und Länderebene anzupassen. Die Grundrechte von Internetnutzer*innen sollen damit besser geschützt und illegale Inhalte schneller entfernt werden. Das Gesetz ist am 14. Mai 2024 in Kraft getreten. Vom DDG betroffen sind Online-Vermittler und -Plattformen wie Marktplätze, Soziale Netzwerke, Content-Sharing-Plattformen, App-Stores sowie Reise- und Unterkunftsportale. Es geht vor allem darum, illegale Online-Aktivitäten sowie die Verbreitung von Desinformation zu verhindern. Die Sicherheit der Nutzer*innen, die Wahrung der Grundrechte und eine faire und frei verfügbare Online-Umgebung sollen dabei im Fokus stehen. Während die EU-Kommission sehr große Plattformen und Suchmaschinen über 45 Millionen Nutzer*innen beaufsichtigt, gibt es nun auch nationale DSA-Koordinator*innen (Digital Service Coordinators, DSC) für kleinere Plattformen. Sie dienen als zentrale Beschwerdestelle für Bürger*innen. In Deutschland wird es künftig eine zentrale Koordinierungsstelle in der Bundesnetzagentur geben, die darüber wacht, dass Onlineplattformen und Suchmaschinen die Regeln einhalten und gegen illegale Inhalte vorgegangen werden kann. Sie wird ergänzt von der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz und vom Bundesbeauftragten für den Datenschutz und Informationsfreiheit und wird eng mit den Aufsichtsbehörden in Brüssel und den anderen EU-Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten. Das DDG regelt auch Buß- und Zwangsgelder für Verstöße gegen den DSA bzw. zur Durchsetzung von Verpflichtungen. Kommen Online-Dienste ihren Verpflichtungen entsprechend des DSA nicht nach, können Nutzer*innen dies künftig bei der Bundesnetzagentur melden. Verstöße können für Plattformbetreibende mit bis zu sechs Prozent ihres Jahresumsatzes sanktioniert werden

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