merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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    Autorinnenkollektiv FaBuLoUS (Hrsg.) (2024). Möglichkeitsräume zwischen FabLabs und Schulen. Perspektiven und Praktische Erkundungen. München: kopaed. 200 S., 19,80 €.

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    Wie können Schulen von der Integration von FabLabs profitieren? Welche Möglichkeiten bieten sich für eine sinnvolle Verknüpfung zwischen den formalen Bildungsstrukturen und den kreativen Konzepten der FabLabs? Mit diesen und weiteren Fragen setzt sich das Autorinnenkollektiv FaBuLoUS auseinander. Zunächst werden die Leser*innen in die Welt der FabLabs eingeführt. Dabei werden die zugrundeliegenden Arbeitsweisen in FabLabs ebenso wie das zugrundeliegende Making-Mindset und die damit verbundenen Werte dargestellt. Auch kritische Betrachtungen des Konzepts werden präsentiert, wodurch neue Blickwinkel auf das Thema eröffnet werden. Durch das Eingehen auf Postdigitalität und eine Definition von Digital Storytelling werden weitere Perspektiven eröffnet. Besonders interessant für Pädagog*innen dürften die Einschätzung des Sachunterrichts an der Grundschule sowie designpädagogische Perspektiven auf FabLabs sein. Bezogen auf die Praxis, liefert das Autorinnenkollektiv konkrete Anleitungen und Beispiele für Bildungsangebote in FabLabs, die sich an unterschiedliche Fächergruppen und Schulstufen richten. Verschiedene Workshops und Projekte werden detailliert dargestellt. Darüber hinaus werden Tipps zur bestmöglichen Umsetzung und Gestaltung von FabLabs gegeben. Autorinnenkollektiv FaBuLoUS (Hrsg.) (2024). Möglichkeitsräume zwischen FabLabs und Schulen. Perspektiven und Praktische Erkundungen. München: kopaed. 200 S., 19,80 €

    Erichsen, Jakob (2024). Digitale Zukünfte. Fiktionale Erwartungen in der öffentlichen Diskussion zur Digitalisierung der Schulen. Weinheim, Basel: Beltz Juventa. 372 S. 46,00 €.

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    Debatten über Bildungspolitik sind zugleich immer auch Debatten über die Zukunft unserer Gesellschaft. Schließlich sollen Bildungsinstitutionen Heranwachsende darauf vor- bereiten. Die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft im Zuge der Digitalisierung ist zu Teilen noch offen. Jedoch werden schon jetzt fiktionale Erwartungen über die Zukunft formuliert, um bestimmte Digitalisierungsbestrebungen im Bildungswesen zu legitimieren oder zu delegitimieren. Jakob Erichsen hat die Debatten um die Digitalisierung des Bildungswesens diskursanalytisch untersucht, um herauszufinden, wie bestimmte Vorstellungen von der Zukunft den politischen Diskurs um unsere gegenwärtige Bildungspolitik prägen. Schwerpunktmäßig analysiert er den journalistischen Bereich anhand der Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung sowie der Wochenzeitung Die Zeit. Erichsen schätzt die Wirkmacht dieser drei Zeitungen höher ein, als es die reinen Auflagenzahlen vermuten lassen, da diese als Qualitäts- und Leitmedien gelten und sich viele journalistische Medien an ihnen orientieren. Gerade der journalistische Bereich sei für die Untersuchung besonders interessant, so Erichsen, da dieser eher als meinungs- und tatsachenorientiert wahrgenommen würde, die fiktionalen Zukunftserwartungen jedoch eher spekulativen und fantasiebetonten Charakter hätten. Der Autor vermutet, dass die fiktionalen Erwartungen im Journalismus möglicherweise besonders wirkungsvoll sein könnten, da sie hier unbemerkt wirken können. Anschaulich zeigt Erichsen die dominierenden Zukunftsnarrative auf und zeigt, wie digitalisierungsbefürwortende, ablehnende und vermittelnde Positionen in den Argumentationen plausibilisiert werden. Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die interessiert die gegenwärtigen Debatten um die Digitalisierung des Bildungssystems verfolgen und diese einmal aus der Metaperspektive betrachten möchten, um so vielleicht auch die eigene Position distanziert betrachten zu können. Erichsen, Jakob (2024). Digitale Zukünfte. Fiktionale Erwartungen in der öffentlichen Diskussion zur Digitalisierung der Schulen. Weinheim, Basel: Beltz Juventa. 372 S. 46,00 €

    Ein ganz normaler Abend

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    Der Sommer ist vorbei und das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, was aus den Vorsätzen geworden ist, die ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe: Mehr Bewegung - habe mir extra einen Hometrainer angeschafft, der allerdings nach einer Probefahrt bis jetzt nur seinen Dienst als Wäscheständer geleistet hat. Gesündere Ernährung, verbunden mit einem Gewichtsabbau, Reduzierung von Arbeitszeit - und abends mal wieder ein gutes Buch, statt Shorts auf YouTube zu konsumieren.Meist sieht der Abend aber wie folgt aus: In den Sessel fallen lassen, erst einmal die Nachrichtenkanäle checken, denn es könnte die letzten 15 Minuten ja etwas Wichtiges reingekommen sein und dann das Tablet aufklappen, die Kopfhörer einstöpseln und los surfen. Als ich die Kopfhörer vom Bücherstapel nehme, bemerke ich die dicke Staubschicht auf den Büchern und bekomme ein schlechtes Gewissen. Die neue merz liegt auch dabei. Da lege ich die Kopfhörer noch einmal weg und schlage die letzte Seite auf. Merzleser*innen wissen, was da zu finden ist: Die Kolumne. Mal sehen, was die Konkurrenz so macht.Im Augenwinkel sehe ich, dass auf dem Tablet viele Videos über Pferde aufgelaufen sind. Meiner Leidenschaft für Pferde hilflos ausgeliefert, kann ich nicht widerstehen und wende mich wieder dem Internet zu. Da gibt es zunächst eine traurige Nachricht zu verarbeiten: Pippi, das Pferd eines Influencers, ist leider bei einer OP verstorben. Dafür hat der Umzug eines anderen Influencers mit seinem Pferd Jasper in einen anderen Stall gut geklappt; und ein Ehepaar versucht tapfer, die Alpen mit Pferden zu überqueren.Ein Video weckt aber meine besondere Neugierde: Hobby-Horsing, das Glück der Erde, Steckenpferde (siehe: Hobby Horsing: Das Glück der Erde, Steckenpferde (youtube.com).Hobby Horsing – auch Steckenpferd-Reiten genannt – kommt aus Finnland und erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Beim Hobby Horsing werden gemeinsam mit einem Steckenpferd Elemente aus dem Pferdesport, zum Beispiel Dressur- oder Springreiten, nachgeahmt. Die Steckenpferde werden von den Besitzer*innen genauso liebevoll behandelt, wie lebendige Pferde: Es werden Zöpfe in die Mähnen geflochten, kunstvoll verzierte Trensen angelegt und das Fell (geht schnell, ist ja nur ein Kopf) hingebungsvoll gestriegelt, bevor sich die Reiter*innen in das Dressurviereck begeben oder über Hürden springen. In den Ferien werden auch Trainingslager angeboten, in denen man seine Dressur- und Springfähigkeiten verbessern kann. Und woher weiß ich das? Natürlich durch zahlreiche Berichte auf Instagram oder Tiktok von begeisterten Hobby Horsing-Sportler*innen. Habe ich den Sport anfänglich noch belächelt, so bin ich mittlerweile zu einem Fan geworden. Die Ernsthaftigkeit, mit der vor allem junge Mädchen diesen Sport betreiben, nötigt mir Respekt ab, ebenso wie die erbrachten sportlichen Leistungen. Wer das nicht glaubt, sollte selbst einmal versuchen, mit einem Steckenpferd zwischen den Beinen über ein Hindernis von 1,40 m Höhe zu springen, ohne dass eine Stange fällt. Außerdem ist das endliche eine Variante des Pferdesports, in der dem Ehrgeiz der Sportler*innen nicht das Tierwohl geopfert wird.Ich hätte da auch noch eine Idee: Vielleicht sollte man Hobby-Horsing um die Disziplin des Kutschenfahrens erweitern. Als neue Zielgruppe habe ich da die Senior*innen im Blick. Als Kutschen könnten die vielfach schon vorhandenen Rollatoren dienen, vor die dann einfach ein Steckenpferd gespannt wird. Anspruchsvolle Parcours könnten beispielsweise im Speisesaal eines Seniorenheims aufgebaut werden und die Medien-AG 70 Plus könnten das Ganze unter Anleitung einer/eines Medienpädagog*in mit dem Handy filmen und ins Netz stellen. Ich denke, damit fange ich gleich mal bei uns in Fürth an und gründe die weltweit allererste Kutschen-Hobby-Horsing-Gruppe. Und vielleicht schaffe ich es mit dieser Idee endlich, zu einem berühmten Influencer zu werden

    #68 – Medienpädagogik und KI Folge 1: Fachredaktionstalk mit Prof. Dr. Angelika Beranek, Prof. Emily Engelhardt und Dr. Eike Rösch

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    Die große Aufregung um KI fordert einmal mehr die Medienpädagogik heraus und setzt diese unter Druck, angemessen zu reagieren, sich zu positionieren und entsprechende Angebote nicht nur für Kinder und Jugendliche zu entwickeln. Um die medienpädagogische Perspektive weit aufzumachen, liegt der Fokus des aktuellen Hefts sowohl auf der Relevanz von Medienkompetenz im theoretischen Diskurs, als auch auf praktischen Ansätzen der Aktiven Medienarbeit zum Thema KI.  Im Podcast stellen Prof. Dr. Angelika Beranek, Prof. Emily Engelhardt und Dr. Eike Rösch ihre Sicht auf das Thema dar und erläutern Hintergründe zur Heftentstehung.  Hier geht\u27s zu unserer neuen Ausgabe 24/3 Medienpädagogik und KI. Zum Vortrag: Wieviel Kreativität steckt im Künstlichen? Zum Podcast Sternstunden der Philosopohi

    #63 – Kleinkinder und Medien Folge 3: Prof. Dr. Ines Sura über die Schnittstelle von Gesundheitsförderung und Medienkompetenz

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    Prof. Dr. Ines Sura von der Universität Greifswald ist Projektleiterin vom webbyversum, einem Projekt, das an der Schnittstelle von Gesundheitssförderung und Medienkompetenz ansetzt. Wie sich das Projekt gestaltet, was dabei erste zentrale Erkenntnisse sind und was sie Menschen entgegnet, die ein Moratorium für digitale Medien in der Bildung fordern, darüber sprechen wir mit Ines Sura in dieser Folge. merz Ausgabe Kleinkinder und Medie

    #60 – Streaming Folge 2: Prof. Dr. Andreas Lange zu gesellschaftlichen Veränderungen durch Streaming

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    In der heutigen Folge berichtet uns Andreas Lange, Professor für Soziologie an der RWU, wie sich die gesellschaftlichen Lagerfeuer durch eine veränderte Mediennutzung verlagern, warum Partizipation die Zukunft der Mediennutzung ist und warum Medienbildung auch in der Streamingnutzung eine Rolle spielt. Hier geht es zum Hef

    „Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.“: Das Bloch’sche Konzept der Konkreten Utopie

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    Philosophie und Sozialwissenschaften haben sich lange nicht systematisch mit Utopien und ihrer Bedeutung auseinandergesetzt. Dies unternahm erst der heute gelegentlich ‚Philosoph der Hoffnung‘ genannte Ernst Bloch, der die Geschichte des utopischen Denkens analysierte und das Konzept der ­Konkreten Utopie entwickelte. Er zeigte damit auf, wie gangbare Wege in demokratische und selbstbestimmte Zukünfte möglich werden. Gerade heute können Utopien­ jungen Menschen helfen, gegen die vielfältigen Krisen, Problemlagen und ­Manipulationen ein aktives und kreatives Leben zu führen, anstatt zu ­resignieren. Der Bloch‘sche Ansatz liefert hierfür eine Basis. Zunächst wird auf Blochs Leben eingegangen, dann werden seine Analyse der Geschichte der Sozial­utopien und sein Verständnis von Utopie umrissen. Weiter wird die daraus resultierende Erweiterung der Philosophie skizziert und schließlich der Begriff der Konkreten Utopie und deren Potenzial erläutert

    Demokratiedämmerung – Eine Kritik der Demokratie­theorie: Selk, Veith (2023). Demokratiedämmerung. Eine Kritik der Demokratietheorie. Berlin: Suhrkamp. 336 S., 23,00 €.

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    Vor dem Hintergrund aktueller Wahlen stellt sich leider die Frage, ob unsere Demokratie bald Geschichte sein könnte. Doch welchen Blick haben die Politikwissenschaft und ihr Teilbereich der Demokratietheorie auf dieses Thema? Demokratiedämmerung – Eine Kritik der Demokratietheorie von Veith Selk, Privatdozent für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt, bietet eine umfassende und tiefgreifende Analyse der gegenwärtigen Krise der Demokratie und der Demokratietheorie. Selk untersucht dabei die historische Entwicklung und gegenwärtigen Herausforderungen demokratischer Systeme und stellt die zentrale Frage, ob die Demokratie, wie wir sie kennen, noch zukunftsfähig ist. Die Annahme, dass Demokratie untrennbar mit gesellschaftlichem Fortschritt verbunden sei, wird dabei gleich zu Anfang kritisch hinterfragt. Der zentrale Schwerpunkt des Buchs liegt auf der sogenannten Devolution der Demokratie. Mit diesem Begriff beschreibt Selk, wie die Grundlagen demokratischer Politik und Legitimation allmählich zersetzt werden. Diesen Prozess macht er an mehreren Ebenen fest. Auf der ersten Ebene wird der Zusammenhang zwischen Politisierung und Legitima­tionsproblemen beleuchtet. Selk argumentiert, dass die Demokratie selbst zunehmend zum Gegenstand politischer Konflikte wird, anstatt als gemeinsamer Rahmen für politische Auseinandersetzungen zu dienen. Dies führt zu einer Erosion des ‚common ground‘, eines breiten gesellschaftlichen Konsenses über die grundlegenden Prinzipien und Regeln der Demokratie. Auf der zweiten Ebene thematisiert Selk die zunehmende Komplexität der Politik. Durch die immer stärker werdende Differenzierung politischer Prozesse ist die Politik für viele Bürger*innen kaum noch nachvollziehbar und es entsteht der Eindruck, Demokratie sei unsteuerbar. Auf der dritten Ebene zeigt Selk auf, dass die ungleiche Verteilung von Wissen, Bildung und politischen Chancen dazu führt, dass sich in der Bevölkerung zunehmend heterogene Wissens- und Identitätsgemeinschaften herausbilden. Diese Kognitionsasymmetrie erschwert es, eine gemeinsame Basis für politische Diskussionen zu finden, da die unterschiedlichen Gruppen oft über ungleiches politisches Wissen verfügen. Auf der vierten und letzten Ebene beleuchtet Selk das Ende des demokratischen Kapitalismus, den er als eine „historische Kompromissinstitution“ beschreibt, die lange Zeit für eine „relative Angleichung von Lebensverhältnissen und Zukunftschancen“ sorgte. Die damit einhergehende soziale Befriedungsfunktion gehe jedoch zunehmend verloren. Die wachsende Ungerechtigkeit, die daraus resultiert, untergräbt das Vertrauen in die Demokratie weiter und verstärkt die Wahrnehmung, dass das System nicht mehr in der Lage ist, soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten. Vor dem Hintergrund dieser Bruchstellen attestiert Selk, dass die Idee der Demokratie es nicht mehr schafft, ein realpolitisches Gegenstück zu finden. Stattdessen sind mehrere Reaktionen bzw. Alternativen zu beobachten, deren Präsenz immer mehr zunimmt, deren Natur allerdings undemokratisch ist und den Prozess der Devolution nurmehr beschleunigt. Zum einen wird Rechtspopulismus benannt, der durch eine rückwärtsgewandte Simplifizierung der Komplexität der Demokratie entgegenwirken will, dabei allerdings ein Freiheitsdefizit aufweist. Zum Zweiten wird die Idee der Expertokratie analysiert, die eine Rationalisierung durch Expertise verspricht, aber an einem Freiheits- und Gleichheitsdefizit krankt. Zum Dritten wartet das Konzept der partizipativen Governance mit mehr Beteiligung und einer Erhöhung der Bürger*innenkompetenz auf, das aber durch die Bildung einer Partizipationselite ein Solidaritäts- und Gleichheitsdefizit mit sich bringt. Selk analysiert, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit Demokratie in Zukunft verwirklicht werden kann und diagnostiziert diesen Bedingungen dann im Anschluss, dass sie durch Devolution sabotiert werden. Den Niedergangserscheinungen und undemokratischen Reaktionen stellt Selk im Anschluss verschiedene Modelle der Demokratietheorie gegenüber, die er nacheinander widerlegt. Der Demokratietheorie attestiert er eine gewisse idealistische Realitätsferne, da die theoretische Idee der Demokratie es nicht mehr schaffe, reale, devolutionär transformierte demokratische Regime zu beschreiben, oder deren Zukunft vorauszusagen. Dennoch neigt das Feld der Politikwissenschaft dazu, das Demokratieparadigma kontrafaktisch zu verteidigen. Demokratie und Demokratietheorie haben an Plausibilität und Kredibilität verloren. Dass dies zu einem gesellschaftlichen Niedergang führt, verneint Selk genauso wie das befürchtete nahe Ende der Demokratie in Theorie und Praxis. Die Politikwissenschaft müsse jedoch einen Umgang mit dem Widerspruch finden, existierende Demokratien theoretisch zu legitimieren, oder aber über die Devolution ebendieser aufklären. Das Werk gibt den Leser*innen einen teils bedrückenden, teils ernüchternden, teils erhellenden Überblick auf unsere demokratisch geordnete westliche Welt. Wer mit Sorgen in dieses Buch einsteigt, wird diese nicht verlieren, aber dafür einen scharfsinnigen Perspektivwechsel erhalten, der unsere zeitgenössische Entwicklung unaufgeregt unter die Lupe nimmt

    Der Medienbegriff als Element einer Strukturlogik professionalisierten Handelns von Medien­pädagog*innen: Eine biografische Perspektive

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    In einer qualitativen Studie werden die Ausgestaltung von Strukturlogiken des beruflichen Handelns von Medienpädagog*innen und die darin eingelagerten Assoziationen zum Medienbegriff untersucht. Dafür wird auf den Ansatz von Hugger im Anschluss an Oevermann zurückgegriffen, Professionalität von Medienpädagog*innen strukturtheoretisch zu konzeptualisieren. Dieser Ansatz wird in eine explorative biografische Analyse überführt und ihre Ergebnisse dargelegt.Based on a qualitative study, this paper deals with the structural logics of the professional actions of media pedagogues and the related associations with the concept of media. In this regard, the investigation draws on Hugger’s approach, following Oevermann, to conceptualize the professionalism of media pedagogues in terms of structural theory. This approach is transferred into an explorative biographical analysis and its results are presented

    Qualitätsstandards für Digital Streetwork

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    Eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre in Chats und Communitys, die Zusammenarbeit im Übergang von Online- zu Offline-Begleitung sowie die spezifische Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse junger Menschen in digitalen Lebenswelten sind Schlüsselfaktoren für gelingendes Digital Streetwork – so steht es in den Leitlinien. Die Qualitätsstandards für Digital Streetwork sind ein Meilenstein in der Weiterentwicklung des Arbeitsfelds. Sie dienen nicht nur als Grundlage und Orientierungshilfe für Fachkräfte, Organisationen und Institutionen im Bereich Digital Streetwork, sondern betonen auch die Relevanz von Digital Streetwork in der Jugendhilfe. Herausgegeben wurden sie durch den Bayerischen Jugendring und inhaltlich erarbeitet in Kooperation mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. Die Entstehung der Qualitätsstandards wurde durch den BJR initiiert und basiert auf einem spezifischen Ansatz, der im Rahmen des Projekts Digital Streetwork in Zusammenarbeit mit dem JFF entwickelt wurde. Das Resultat sind fundierte Empfehlungen, die auf der wissenschaftlichen Begleitung durch das JFF beruhen, gestützt durch praktische Erfahrungen von bis zu 14 Digital Streetworker*innen sowie die Projektkoordination. Darüber hinaus floss ein kontinuierlicher fachlicher Austausch im Landesvorstand des BJR, mit den Bezirksjugendringen und Vertreter*innen angrenzender Arbeits- und Handlungsfelder der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in die Ausarbeitung der Standards ein. Die dokumentierten Standards fungieren als Leitlinien, die eine qualitativ hochwertige Umsetzung von Digital Streetwork sicherstellen sollen. Dies umfasst Aspekte wie die erweiterte Zielgruppenansprache, den gezielten und thematischen Zugang zu Online-Plattformen sowie die Abwägung zwischen digitalen Kinderrechten und Datenschutzvorgaben. Die Qualitätsstandards greifen zudem die Herausforderungen der Arbeit im digitalen Raum auf, insbesondere im Hinblick auf rechtliche Risiken, und ermutigen zu einer gezielten, aber verantwortungsbewussten Risikobereitschaft. https://shop.bjr.d

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