merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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App zur Hilfe bei Cybermobbing
Klicksafe. (2024). Cyber-Mobbing Leichte Hilfe. App, iOS, kostenfrei.
Die Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App soll Menschen mit Behinderung helfen, die Opfer von Hass und Gewalt im Netz werden. Außerdem werden Informationen zum Thema zielgruppengerecht in einfacher Sprache aufbereitet. Entwickelt wurde die App von klicksafe und der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Berlin e. V.
Die Vielfalt innerhalb des Entwicklungsteams, bestehend aus Menschen mit Behinderung, Fachkräften aus Sozialdiensten Berliner Werkstätten, einem Gebärdensprachendolmetscher und einer Medienpädagogin von klicksafe, ermöglicht, dass die Zielgruppe der App besonders effektiv angesprochen wird. Dem voran ging ein partizipativer Prozess von zwei Jahren, in denen die Arbeitsgruppe sich das Thema aneignete.
Die App behandelt das Thema sehr vielfältig, der Fokus liegt auf einem verantwortungsbewussten Umgang sowie Aufklärungs- und Verhinderungsarbeit gegen Cybermobbing. In der Kategorie Mobbing im Internet wird zunächst erklärt, was Mobbing überhaupt ist, wo es auftreten kann und wie Cybermobbing und Mobbing im analogen Leben zusammenhängen können. Auch das Thema Sexuelle Gewalt im Internet wird behandelt, inklusive Tipps zum Selbstschutz und zur Selbstreflexion. In der Kategorie Hilf anderen! werden den Nutzer*innen Tipps gegeben, wie sie Mobbingopfern helfen und sie unterstützen können. Zudem wird im Themenbereich Gesetze aufgezeigt, welche Handlungen verboten sind und angezeigt werden können. Ebenfalls interessant ist die Kategorie Tipps und Beratung, in der eine Vielzahl von Anlaufstellen mit Telefonnummern und Websites bereitgestellt werden. Die Rubrik Anleitungen zeigt anhand von Bildern, wie man Personen auf Plattformen wie WhatsApp oder Instagram blockieren, melden oder löschen kann. Zudem gibt es auch eine Erklärung, wie man eine Onlineanzeige erstellen kann. Die Ru- brik Videos enthält Bewegtbildformate in Lautoder Gebärdensprache mit Untertiteln zu verschiedenen Themen.
Die Vorgänger-App Cyber-Mobbing Erste Hilfe App, ebenfalls von klicksafe und auf Kinder und Jugendliche spezialisiert, diente als Grundlage für die Cyber-Mobbing leichte Hilfe App. Letztere steht als kostenlose iOS-Version zur Verfügung; bald auch für Android.
Die App ist eine große Bereicherung für Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung, die Unterstützung im Bereich Cybermobbing benötigen. Die Barrieren werden innerhalb der App möglichst gering gehalten und es wird in einfacher Sprache kommuniziert, damit alle Personen unabhängig ihrer kognitiven Kompetenzen und ihres Bildungsstandes Zugang zu den Informationen haben
Buettner, Anke, Ebert, Olivia & Hasselberg, Viola (Hrsg.) (2024). Female Peace Palace. Schreiben, Widerstand und Pazifismus im Krieg. Berlin: Verbrecher. 254 S., 25,00 €.
„Wie geht Frieden?“ ist die erste Frage, die die Herausgeberinnen im Vorwort stellen. Ausgangspunkt der Publikation Female Peace Palace ist das Festival, das vor 16 Monaten durch die Monacensia, Literaturarchiv und literarisches Gedächtnis der Stadt München, sowie die Münchner Kammerspiele und Theater der Stadt veranstaltet wurde. Die Publikation knüpft an die Auseinandersetzungen mit Krieg und den Aktivismus weiblicher Akteur*innen, Gestalter*innen und Kämper*innen für Frieden an. Bezugspunkt ist der Internationale Frauenfriedenskongress, der im Jahr 1915 in Den Haag in den Niederlanden stattfand. Die Fragen nach Gelingensbedingungen von Frieden, nach zu ertragenden Widersprüchen und Visionen für eine bessere Zukunft sind weiterhin aktuell. Sie stellten sich über die Jahrzehnte immer wieder neu und in veränderter Form. Die Publikation zeigt eindrücklich, wie schnell diese Fragen aktualisiert werden: Zwischen dem Festival und Erscheinen des Buches, während der Arbeit an den Texten, ereignete sich am 06./07. Oktober 2023 der Terrorangriff auf Israel. Das Buch versammelt 32 Texte, die das Geschehen des Festivals dokumentieren und um andere Perspektiven erweitern. Künstler*innen und Autor*innen aus verschiedenen Jahrzehnten und Regionen dieser Welt äußern sich darin. Diese teils historischen Texte verweisen nicht nur auf die Vergangenheit, sondern werden in einen besonderen Bezug zu gegenwärtigen Ereignissen gestellt. Das Festival, das im April 2023 Anreize und Zugänge für Reflexion und Diskurse schuf, öffnete auch auf anderen Ebenen Räume dafür: Die Publikation erweitert diese Perspektiven. Die plattformübergreifende Kommunikation vieler Akteur*innen, die über den Hashtag #femalepeacepalace auffindbar sind, trägt ebenfalls dazu bei. Zudem finden sich online ein Podcast sowie die Festivaldokumentation mit Videos und weiteren Texten
Reichert, Ramón (2023). Selfies. Selbstthematisierung in der digitalen Bildkultur. Bielefeld: transcript. 200 S., 30,00 €.
Selfies sind aus dem alltäglichen Handeln mit Medien nicht mehr wegzudenken und omnipräsent in den Bildkulturen der Gegenwart. Der Kultur- und Medientheoretiker Ramón Reichert analysiert in seinem Werk die Selbstthematisierung im digitalen Zeitalter und verbindet dabei Plattformkritik mit einer Kritik an digitaler Subjektivität.
Selfies werden von Reichert aber auch als Ermöglichung einer kritischen Reflexion des Selbst und seiner Praktiken des Erzählens, Zeigens und Mitteilens in den Fokus gerückt. Dabei wird auch die innovative Dynamik einer kritisch-reflexiven Distanzierung des Selfie-Kults auf der Grundlage praktischer Mediennutzung sichtbar gemacht.
Anhand von Beispielen wie dem Hashtag #rkoi (Rich Kids of Instagram) werden jugendliche Medienpraktiken analysiert. Reichert zeigt hier die Komplexität der Inszenierungen sozialer Ungleichheit in Social Media nachvollziehbar auf. Auch „Selfie Wars“ (S. 66) ist ein Kapitel gewidmet: Reichert zeigt hier, wie hybride Kriegsführung, zum Beispiel in Syrien oder im Irak, auch medialisierte Formen militärischer Gewalt benutzt, um „den digitalen Informationskrieg im Internet für die Beeinflussung der öffentlichen Meinung zu instrumentalisieren.“ (S. 67).
Diese und weitere Aspekte machen Selfies zu einer interessanten Lektüre für alle, die sich analytisch mit dem Phänomen Selfies auseinandersetzen wollen.
Reichert, Ramón (2023). Selfies. Selbstthematisierung in der digitalen Bildkultur. Bielefeld: transcript. 200 S., 30,00 €
Ingold, Selina & Maurer, Björn (Hrsg.). (2024). Making und Schule. Praxishandbuch für Schulentwicklung und Unterricht. kopaed. 360 S., 24,80 €.
Immer wieder stehen traditionelle Lernmethoden in der Kritik. Ergänzend zu institutionali- sierten Formen der Bildung entwickeln sich daher neue Ansätze wie das Making. Die sogenannte Maker*innen-Bewegung basiert auf dem Grundgedanken ‚Do it yourself‘, der mithilfe von Handwerk, neuen Technologien so- wie der Entwicklung von zum Beispiel Elektronik umgesetzt wird. Außerdem trägt Making dazu bei, die Digitalität greif- und erlebbar zu machen. Der Fokus liegt auf dem Erleben von Selbstwirksamkeit, außerdem zeichnet sich das Making durch praktisches Lernen, Kreativität und Lerngemeinschaft aus. Um diese Werte umzusetzen, gibt es sogenannte Maker-Spaces, also offene Werkstatträume, in welchen Menschen ihren kreativen Ideen nachgehen können und Materialien dafür zur Verfügung gestellt bekommen. Basierend auf diesem Konzept entwickelt sich der Trend, über außerschulische MakerSpaces hinaus Making auch in den Schulalltag zu integrieren. Das Handbuch Making und Schule nimmt Lehrende und weitere schulische Akteur*innen an die Hand, welche Schulentwicklungsprojekte mit Fokus auf Maker Education anstoßen wollen. Innerhalb von sechs Abschnitten werden Informationen über die Phasen der Realisierung eines Maker-Projekts erläutert, gegliedert in Starten, Planen, Konzipieren, Umsetzen, Unterrichten und Weiterentwickeln. Ergänzt werden die Inhalte durch grafische Checklisten und konkrete (visuelle) Vorschläge zur praktischen Umsetzung. Die Inhalte reichen von Grundvoraussetzungen einer Schule über die Budgetplanung bis hin zu den Zuständigkeiten im Making-Team. Zudem werden Ideen für die Unterrichtsgestaltung sowie Beispielprojekte vorgestellt.
Lesende profitieren von umfangreichen praktischen Erfahrungen der Autor*innen, da das Buch auf der dreijährigen Erprobung von Making Education an fünf Pilotschulen mit unterschiedlichen Bedingungen fundiert. Daher eignet es sich hervorragend für alle, die Making in ihrem eigenen Umfeld umsetzen möchten. Der chronologische Schritt-für-Schritt-Auf- bau sorgt dafür, dass man langsam einen Zugang zum Thema gewinnen kann und sich abschließend umfangreich informiert fühlt
Gravelmann, R. (2024). Jugend online! Soziale Arbeit offline? Digitale Lebenswelten junger Menschen als Herausforderung für die Praxis Sozialer Arbeit. Beltz Juventa. 157 S., 25,00 €.
Ein erheblicher Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen findet digital statt. Wie steht die Soziale Arbeit dazu? Inwiefern muss sie selbst digitaler werden und was sollten Erziehungsberechtigte, Pädagog*innen und Sozialarbeiter*innen über die digitale Jugendkultur unbedingt wissen? All diese Fragen werden fachkundig und aktuell von Reinhold Gravelmann, Referent des Bundesverbands für Erziehungshilfe, Eltern-Medientrainer und Autor, in seiner aktuellen Publikation behandelt. Das Werk richtet sich vor allem an Fachkräfte, die im Bereich der Sozialen Arbeit tätig sind.
Gravelmann geht von der Beobachtung aus, dass die digitale Welt einer der wenigen Bereiche ist, in denen viele Heranwachsende sich besser auskennen als die Erwachsenen, die mit der Internetkultur und aktuellen Trends und Phänomenen der Sozialen Netzwerke weniger vertraut sind. Der Wissensvorsprung, auf den Erwachsene in vielen anderen Bereichen bauen können, ist hier nicht vorhanden. Entsprechend verstärkt seien daher die Ängste einiger Erwachsener bezüglich der Nutzung von digitalen Angeboten durch Jugendliche. Ein Reagieren auf die aktuellen Umstände ist jedoch laut Autor unerlässlich, denn „Die Jugend wartet nicht auf die Soziale Arbeit.“ (S. 18). Auch wenn sich parallel zur heutigen Debatte um ‚Mediensucht‘ historische Pendants wie etwa die ‚Lesesucht‘ finden, lassen sich die neuen Entwicklungen der Medienwelt nicht allein mit vergangenen Medienerfahrungen begreifen, wie Gravelmann in einer kurzen Darstellung der Medienhistorie zeigt. Daher gelte es, die aktuellen Entwicklungen in ihrer neuen Qualität und Bedeutung für Kinder und Jugendliche zu begreifen.
In der Jugendkultur sind die Online- und Offlinewelt schon längst nicht mehr zu trennen und Soziale Plattformen und digitale Spiele bieten neue Möglichkeiten der Identitätsbildung. Dementsprechend werden in der Publikation allgemeine Trends wie E-Sport, Let’s Plays und sexuelle Dienstleistungen im Internet vorgestellt. Konkret werden in diesem Zuge auch die derzeit beliebtesten Social Media Apps hinsichtlich ihrer Funktion und Bedeutung für Heranwachsende beschrieben.
In der Spannbreite der Nutzung digitaler Medien liegen sowohl eine Freizeitgestaltung, bei der soziale Kontakte gepflegt werden und Internettrends die Jugendkultur konstituieren, als auch ein problematisches Nutzungsverhalten bis hin zum suchtartigen Verhalten. Diese Spannungen zwischen Chancen und Risiken durchziehen auch den Einsatz digitaler Medien in der Sozialen Arbeit. Immer wieder verweist Gravelmann darauf, dass der Einsatz digitaler Medien seit der Corona Pandemie in der Sozialen Arbeit zwar stärker etabliert wurde, aber etwa der Einsatz von KI noch in der Erprobungsphase steht und es noch viele ethische und rechtliche Fragen zu klären gilt.
Weiterhin besteht bei vielen datenschutzrechtlichen Fragen und im Bereich des Jugendschutzes eine so umfangreiche Gesetzeslage, dass die vorliegende Publikation hierzu einen Überblick gibt, da sowohl Fachkräfte als auch Jugendliche eine Reihe von Rechtsverstößen im digitalen Raum begehen können. Zudem merkt der Autor ein Hinterherhinken der gesetzlichen Regelungen hinter der sich wandelnden Medienwelt an und resümiert: „Auch wenn das Jugendschutzgesetz (endlich) den Erfordernissen der veränderten Medienwelt angepasst wurde, bleibt es den einzelnen Mediennutzer*innen sowie den Fachkräften in der Sozialen Arbeit überlassen, mit den dennoch weiterhin bestehenden Herausforderungen und gesetzlichen Unzulänglichkeiten umzugehen […]“ (S. 91–92).
Jugend online! Soziale Arbeit offline? bietet einen gelungenen Überblick über die aktuellen Problemfelder der Sozialen Arbeit in Bezug auf die Digitalisierung und berücksichtigt dabei die Perspektive und Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen sowie die Rolle der Fachkräfte in angemessener Weise. Durch die Beschreibung des Nutzungsverhaltens der Jugendlichen von digitalen Dienstleistungen wird gut nachvollziehbar beschrieben, dass diese Anwendungen tief in das Sozialleben, die Freizeitgestaltung und Identitätsfindung eingedrungen sind, sodass ein Verständnis der digitalen Lebenswelt unerlässlich bei der Konzeption von Hilfsangeboten für Kinder und Jugendliche ist.
Positiv fällt zudem auf, dass neben den Jugendlichen, den sozialen Einrichtungen, Eltern, Fachkräften und dem Gesetzgeber die Anbieter von digitalen Medien Erwähnung finden. Eine Verantwortungszuschreibung seitens des Gesetzgebers an diejenigen, die digitale Medien anbieten, hält Gravelmann für wünschenswert. Auch wenn es das Feld der Sozialen Arbeit überschreiten würde, umfangreiche medienethische Kritik an Angeboten der Anbieter von digitalen Medien zu üben und dies wohl nicht zu den Aufgaben einzelner Fachkräfte zählen mag, wäre es interessant gewesen, diesen Punkt weiter zu vertiefen. Die Erkenntnisse, die die Soziale Arbeit in Auseinandersetzung mit Problemen, wie etwa exzessivem oder suchtartigem Medienkonsum erfährt, könnten wichtige Hinweise für den Gesetzgeber bieten.
Den Schwerpunkt für eine Umsetzung der digitalen Transformation macht Gravelmann vorrangig in einer besseren Ausstattung der sozialen Einrichtungen mit Ressourcen und Fortbildungsangeboten für die Fachkräfte aus. Insgesamt zeigt Gravelmann, dass digitale Medien in der Sozialen Arbeit Teil der Lösung und Teil des Problems sind und arbeitet differenziert heraus, wann welcher Schwerpunkt überwiegt.
Marcus Müller ist studentische Hilfskraft bei merz | medien + erziehung. Er studiert Medienwissenschaften und Philosophie an der Universität Paderborn.
Gravelmann, R. (2024). Jugend online! Soziale Arbeit offline? Digitale Lebenswelten junger Menschen als Herausforderung für die Praxis Sozialer Arbeit. Beltz Juventa. 157 S., 25,00 €
Das Science-Fiction-Zukunftslabor: Bildungspotenziale für die Kompetenzen von morgen
Das Science-Fiction-Zukunftslabor nutzt das Science-Fiction-Genre, um utopische und dystopische Zukunftsszenarien zu reflektieren und wünschenswerte Zukünfte zu gestalten. Es fördert Zukunftskompetenzen und ein aufgeklärtes Demokratieverständnis, indem es proaktiv gegenwärtige und zukünftige Handlungsräume erschließt und verschiedene medienpädagogische Ansätze integriert. Das Labor kann als Methode sowohl an Hochschulen und in der politischen Bildung als auch in Unternehmen eingesetzt werden
Die Kampagne "Startchance kita.digital" in Bayern
Die Kampagne ist eine mehrjährige Qualifizierungsinitiative für das pädagogische Personal in Kitas, die im September 2021 gestartet ist. Mit ihr werden die Ergebnisse aus dem Modellversuch Medien-kompetenz in der Frühpädagogik stärken (2018 bis 2020) und der Kampagne in die Fläche getragen. Sie richtet sich an alle bayerischen Kinderkrippen, Kindergärten und Häuser für Kinder; für Horte gibt seit dem dritten Kampagnenjahr ein eigenes Angebot, zugeschnitten auf die Medienbedürfnisse von Grundschulkindern. Veranstalter der Kampagne sind das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) und das Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) gemeinsam mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik. Die Kampagne wird durch das StMAS ge-fördert und über Mittel des Bundesfamilienministeriums aus dem Kita-Qualitätsgesetz mitfinanziert.
ZIELE DER KAMPAGNE
Beim Eintritt in die Kita haben die allermeisten Kinder Erfahrungen mit digitalen Medien. Diese Erfahrungen und die digitalen Kinderrechte aufzugreifen, ist Auftrag der Kita. Wie die Gestaltung ihres bestehenden digitalen Bildungsauftrags (§ 9 AVBayKiBiG) mit Kindern gelingen kann, lernen und erleben Kitas in der Kampagne. Sie
erfahren, warum digitale Bildung in der Kita für Kinder wichtig ist,
erproben vielfältige Möglichkeiten der digitalen Foto-, Audio- und Filmarbeit,
lernen, worauf es ankommt, um mit den Kindern diese digitalen Bildungsaktivitäten kreativ, kritisch-reflektiert und sicher zu gestalten,
erproben, wie sie Eltern gute Einblicke in ihre digitale Bildungsarbeit geben können,
nutzen im Kurs die Onlineplattform KITA HUB BAYERN und lernen dessen Lern-, Material- und Vernetzungsangebote kennen.
KONZEPTION DER KAMPAGNE ALS KURSANGEBOT
Qualifizierte kita.digital.coaches* begleiten die Kitas in einjährigen Kursen, die in der Regel vor Ort kreisfreie Städten und Landkreise anbieten, die sich dafür beworben haben. IFP und JFF bieten zusätzlich überregionale Online-Kurse an, die alle Veranstaltungen per Videokonferenz durchführen; die Hort-Kurse gibt es nur als Online-Kurs. Jeder Kurs, an dem bis zu zehn Kitas kostenfrei teilnehmen, umfasst vier aufeinander aufbauende Bausteine:
Auftaktveranstaltung (September), an der alle Kurskitas mit je zwei bis drei Fachkräften und je eine Träger- und Elternvertretung teilnehmen
Fortbildungsphase (Oktober bis November) mit drei Fortbildungstagen im Präsenzkurs bzw. sechs halbtägigen Fortbildungseinheiten im Online-Kurs, an denen alle Kurskitas mit je zwei Fachkräften teilnehmen; dazwischen kleine Praxisaufgaben
Praxisphase (Dezember bis Juni), in der im Wechsel zwei Coaching-Termine in jeder Kita und zwei Praxistreffen mit allen Kurskitas stattfinden; dazwischen zwei kurze praktische Einheiten mit den Kindern, ein Infoangebot für die Eltern und am Ende eine Abschlussreflexion mit dem Team
Abschlussveranstaltung (Juni/Juli) mit selber Besetzung wie bei der Auftaktveranstaltung, in der jede Kita kurze Einblicke in ihre Praxisphase gibt und eine Teilnahme-Urkunde erhält.
DER KITA HUB BAYERN ALS DIGITALE INFRASTRUKTUR
Alle Kurskitas registrieren sich mit zwei bis drei Personen auf dem KITA HUB, um Zugang zum Kursraum zu haben sowie die Dienste Chat und Meeting für ihre Kursteilnahme und Einrichtung, auch nach Kursende, nutzen zu können:
Für jeden Kampagnenkurs wird einheitlich strukturiert ein Kursraum angelegt, in dem die Kursmaterialien abrufbar, die Aufgaben der selbstorganisierten Lernphasen hinterlegt sind und die Kitas ihre Ergebnisse einreichen können.
Weitere Kursbausteine sind der offene Online-Kurs MOOC Startchance kita.digital im Kursbereich und die freie Materialsammlung Digitalisierung & Medienkompetenz in der Medienecke des KITA HUB; sie sollen den Teamtransfer der Fortbildungsinhalte in den Lernphasen erleichtern.
TEILNAHMEBEDINGUNGEN FÜR KITAS
Voraussetzungen für die Kursteilnahme sind:
Mindestens zwei Tablets (iOS/Android) bei Fortbildungsbeginn
Stabile Internetverbindung (inklusive WLAN) in der Kita
IT- und Datenschutz-Support durch den Träger
Zeitlich-personelle Ressourcen für den Kurs
Bereitschaft zur Teilnahme an einer Online-Befragung am Kursende.
WISSENSCHAFTLICHE BEGLEITUNG UND NACHJUSTIERUNG
Im Sinne einer agilen Steuerung gestalten alle Beteiligten die Kampagne mit – durch Online-Befragungen der Kitas und Coaches, die ein IFP-Team durchführt, und durch Reflexionsgespräche mit den Coaches. So gelang es die Kampagne von Jahr zu Jahr durch Nachjustierungen zu optimieren. Im IFP-Ergebnisbericht zum ersten Kampagnenjahr Was sagen Kitas und Coaches? empfehlen 96 Prozent der Kitas die Teilnahme.
BEGLEITUNG DER KITAS NACH DER KAMPAGNE
Nach dem Kurs sind die Kitas Mitglied im Netzwerk kita.digital.vernetzt, das Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote bereithält. Dem Netzwerk gehören bereits 800 Kitas an, ab Herbst werden es 1.100 sein.
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Friedensbildung für pädagogische Fachkräfte: Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg
Die Website richtet sich an Lehrer*innen und pädagogische Fachkräfte und stellt Materialien und Anregungen zur Friedensbildung im Unterricht und darüber hinaus zur Verfügung. Die Informationen und Lehrmaterialien sind übersichtlich gegliedert und auf unterschiedliche Altersgruppen zugeschnitten. Neben Materialien (Filme, Handouts, Projektbeschreibungen, Texte usw.) für den pädagogischen Einsatz finden sich auch Informationen zu Veranstaltungen, Ausstellungen und Fortbildungen
Kindergerechte Informationen zu aktuellen Ereignissen: Logo! Themenseite: Krieg im Gazastreifen
Die logo!-Redaktion bietet Kindern im Grundschulalter aktuelle Informationen, Hintergründe, aber auch Einblicke in den Krieg aus Sicht von betroffenen Kindern. Die Ereignisse und Zusammenhänge werden in kindgerechte Sprache übersetzt und an Beispielen erklärt. Zentrale Rubrik auf der Seite ist Eure Frage: Hier werden Anfragen von Kindern in kurzen Clips von Expert*innen beantwortet
Die Macht des Narrativs: Versuch einer kritischen Diskursanalyse der Medienberichterstattung über den Konsum von Bildschirmmedien bei Kindern und Jugendlichen
Der Beitrag untersucht die Dynamik von bewahrpädagogischen Begriffskonstruktionen und Handlungsempfehlungen im öffentlichen Diskurs über den Medienkonsum Heranwachsender und deren Einfluss auf die Medienpädagogik im digitalen Wandel. Mittels einer kritischen Diskursanalyse werden exemplarisch Tendenzen eines bewahrpädagogischen Narrativs anhand von zwei Fernsehbeiträgen herausgearbeitet und diskutiert. Dabei wird besonders die Notwendigkeit betont, die Perspektive der Nutzer*innen in den Diskurs einzubeziehen und ihre Partizipation in Forschungsprozessen zu fördern.The article examines the dynamics of conservatively pedagogical term constructions and recommendations for action in the public discourse on adolescent media consumption and their influence on media education in the digital transformation. Through a critical discourse analysis, tendencies of a conservatively pedagogical narrative are exemplarily elaborated and discussed based on two television contributions. Special emphasis is placed on the importance of incorporating the perspective of users into the discourse and promoting their participation in research processes