merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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    Diskriminierung geht uns alle an: Apraku, Josephine (Hrsg.) (2025). Diskriminierung geht uns alle an. Carlsen Verlag. 176 S., 18,00 €.

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    Aufgrund bestimmter Merkmale wie Herkunft, Geschlecht, Religion, einer Behinderung oder der sexuellen Orientierung werden Menschen ungleich behandelt und benachteiligt. Dabei kann Diskriminierung zum Beispiel in Form von unfairen gesetzlichen Regelungen, Vorurteilen oder ungleichen Bildungs- und Berufschancen in Erscheinung treten.  Die Herausgeberin und weitere Autor*innen beschreiben in persönlichen Texten, wie Diskriminierung entsteht, wie sie sich für Betroffene anfühlt und woran man sie erkennt. Diskriminiert zu werden, ist für Betroffene in der Regel eine große psychische Belastung. So kann es dazu kommen, dass sie sich sozial isolieren, an sich selbst zweifeln, Despressionen entwickeln und/oder langfristig mit wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen haben.  Im Buch werden auch komplexe Begriffe wie Ableismus, Adultismus oder Rassismus erklärt. Für eine tiefere Auseinandersetzung der Leser*innen mit den Inhalten finden sich darüber hinaus verschiedene Beispiele und Fragen, die eigenständig bearbeitet werden können.  Das Werk richtet sich an alle, die unsere Gesellschaft verstehen und verbessern wollen. Es kann mit Heranwachsenden ab 12 Jahren auch in medienpädagogischen Projekten eingesetzt werden, in denen Diskriminierung thematisiert wird.&nbsp

    Social Commerce und jugendliches Konsumverhalten

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    Um Produkte in der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen zu bewerben, machen Dienstleister*innen, Unternehmen und Creator*innen sich die täglich genutzten Sozialen Medien zunutze. Laut einer Recherche der Initiative jugendschutz.net, im Rahmen derer Beiträge von 35 Content-Creator*innen untersucht wurden, greifen sie dabei auf unterschiedliche, manipulative Strategien zurück. Zum Beispiel werden absolute ‚Must-Have!‘-Produkte angepriesen, die laut den Werbenden schnell ausverkauft seien und für das Dazugehören oder Im-Trend-Sein zentral seien. Darüber hinaus sprechen Creator*innen die Zielgruppe in ihren Beiträgen wiederholt direkt an und rufen sie zur Teilhabe auf. Auch Bonus-Zugaben, besondere Mitgliederzugänge, Gewinnspiele oder Rabatte sind laut Analyse beliebte Strategien, um die junge Zielgruppe zu locken.  Zusätzlich merkt jugendschutz.net in seinem Report an, dass Werbung und Unterhaltung nicht immer klar getrennt seien. Auch die Kennzeichnung durch die Creator*innen werde unterschiedlich praktiziert – sei es in Hinblick auf die Größe, die Position oder die Auffälligkeit des entsprechenden Hinweises. Insgesamt entsteht durch die Konzeption der Social Media-Plattformen und die damit einhergehenden Interaktionsmöglichkeiten eine scheinbare Nähe zwischen Werbenden und Nutzer*innen. Diese Form des Werbens ermöglicht Unternehmen und Dienstleister*innen, ihre Produkte kostengünstig und vor allem schnell zu verbreiten.  jugendschutz.net warnt davor, dass diese Werbemaschinerie vielfach auf Kosten minderjähriger Personen passiere und zu einem exzessiven Kauf- und Nutzungsverhalten junger Menschen verleite. https://jugendschutz.ne

    Blast from the Past: Reflexionen aus den Werkstätten der Erinnerung

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    Tempus fugit – die klassische Erinnerungsarbeit mit Zeitzeug*innen steht vor radikalen Veränderungen. Neue Formate und Ansätze sind nötig – und durch den technologischen Fortschritt auch möglich. Der essayistische Beitrag skizziert mögliche Problemstellen und gewährt einen exemplarischen sowie persönlichen Überblick über medienpädagogische Projekte mit Jugendlichen, die in den letzten 20 Jahren im Umfeld des Medienzentrums München des JFF entstanden sind

    Gib deinem Körper eine Stimme

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    Wer – so wie ich – einmal im Jahr den Rucksack packt und zu einer mehrtägigen Bergwanderung aufbricht, tut etwas für seine Fitness, erweitert den Horizont, trifft nette Menschen und entlastet nicht zuletzt seine Partner*in – mit der er oder sie beispielsweise durch Kinder oder ein Eheversprechen verbunden ist – für eine Zeit von seiner Anwesenheit. Was oft allen guttut. So sieht es zumindest die beste Ehefrau von allen. Der Abschied ist meist mit der Bitte verbunden, nicht zu früh zurückzukommen, da sonst ihr kosmisches Gleichgewicht gestört werde. Doch was sagt eigentlich mein Körper zu der Auszeit – von Arbeit, Frau, Mittelfranken und stündlicher Mediennutzung? Bisher musste er alles über sich ergehen lassen, ohne zu Wort zu kommen. Nun aber verleihen ihm Fitness-Apps eine Stimme. Die Health-App auf dem iPhone misst Schlafdauer, -phasen und Bettzeiten. Schrittzähler erinnern daran, dass das Tagesziel noch nicht erreicht ist oder der Puls unregelmäßig schlägt. Auch die entrüstete Zurückweisung der Behauptung, man habe unerträglich geschnarcht, ist dank Tonaufnahme samt Zeit- und Dezibelangabe nicht mehr möglich. Selbst beim Wandern ertönt prompt die Nachfrage, ob ich das Training wirklich schon beenden wolle, wenn ich nur kurz stehen bleibe, um die Landschaft zu betrachten. Noch mehr Stimme erhält der Körper durch den neuen Smart-Ring, der mit dem Slogan wirbt: „Hör auf das, was dein Herz sagt. Verstehe die Frauengesundheit in all ihren Facetten. Oder auf den Punkt gebracht: Verleihe deinem Körper eine Stimme.“ Von außen wirkt er wie ein gewöhnlicher Ring; innen, wo sonst „In Liebe, dein Markus“ eingraviert ist, sitzen elektronische Kontakte, die Daten ans Smartphone senden. Bei all den schönen Werbebildern kam mir folgende Fantasie in den Kopf: Ein junges Paar hat sich für die Hochzeit zwei schicke Smart-Ringe ausgesucht. Bei der freien Trauung auf einer Wiese unter einem Rosenbogen stecken sie sich feierlich die Ringe an. Kaum ist die Zeremonie in Gang, meldet sich der erste Ring aufgrund der übermittelten Daten des zweiten Rings mit folgender Botschaft: „Die Leberwerte sind unnormal hoch, der Puls erstaunlich niedrig und die Schlafdaten für die letzte Nacht fehlen. Ich würde mir noch einmal überlegen, ob ich wirklich eine dem Alkohol übermäßig zugeneigte Person heiraten möchte, die offensichtlich auch nicht die Wahrheit gesagt hat, wo sie die letzte Nacht verbracht hat.“ Der zweite Ring kontert: „Das angegebene Alter stimmt nicht mit den Biodaten überein. Und wenn ich mir die Werte des Schrittzählers so anschaue, ist die Chance groß, dass du dir eine Couch-Potato angelacht hast, die außer Mediennutzung nicht viel mit ihrer Freizeit anzufangen weiß.“ Beide sind irritiert, weil diese Infos den Angaben auf Elitepartner.de widersprechen. Ob die Geschichte gut ausgeht oder im Desaster endet, überlasse ich der geneigten Leser*innenschaft. Und die Moral von der Geschichte: Augen auf bei der Ringauswahl

    #94 - Mitgestalten oder Verbot? Jugendliche über Partizipation und Medien

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    Anna-Lena Thaler und Julian Krell aus dem Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes sprechen in dieser Folge über Mitbestimmung, Mediennutzung und darüber, was echte Teilhabe für sie bedeutet. Dabei diskutieren wir auch über die aktuelle Verbotsdebatte von Handys und Social Media – wo haben Jugendliche hier eine Stimme und welche Lösungen erscheinen ihnen sinvoll (oder auch nicht)? Das eindrucksvolle Gespräch mit zwei engagierten Jugendlichen zeigt, wie groß die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Partizipation für alle Altersgruppen ist

    Demokratie will gelernt sein: Praxisnahe Tipps für (digitale) Partizipationsprojekte

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    Die Förderung von Partizipation ist eine zentrale Zielsetzung der Medienpädagogik und der Medienkompetenzförderung. Es geht darum, Jugendliche dafür zu sensibilisieren, dass ihre Stimme Gewicht haben kann. Medienpädagogische Partizipationsprojekte können dazu bei­tragen, dass Anliegen von Jugendlichen sichtbar, hörbar und vermittelt werden. Dies kommt zum Tragen in Projekten der Förderung von Engage­ment online, der Förderung von Wertediskursen oder der Beteiligung von Jugendlichen an der Ausgestaltung von pädagogischen Programmen oder Stadtplanungsprozessen. In diesem Artikel wollen wir pädagogische Anregungen für Projekte zur Partizipation von Jugendlichen an Planungs- oder Entscheidungsprozessen geben

    Unterschiedliche Menschen wollen auch unterschiedlich teilnehmen: Ein Gespräch über das Beteiligungsverfahren beim Bayerischen Aktionsplan QUEER

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    Im Interview erläutert die Geschlechterforscherin Katharina Jäntschi, wie das Beteiligungsverfahren beim Bayerischen Aktionsplan QUEER aufgebaut und gestaltet ist, was dabei gut funktioniert und wo es Hürden gibt. Auch ein Shitstorm spielt dabei eine Rolle, den das Projektteam letztlich für einen zusätzlichen Bildungsauftrag genutzt hat

    Zwischen Heiterkeit und Unmut: Ein Gespräch mit Ilkay Idiskut über den Dokumentarfilm Favoriten

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    Ende Januar 2025 war der DVD- und VoD-Start des Dokumentarfilms Favoriten von Ruth ­ Beckermann, der durch seinen beobachtendem Stil dazu einlädt, über die Strukturen unseres Bildungssystems nachzudenken. Die Regisseurin begleitete drei Jahre lang eine Klasse von Schüler*innen im Alter von sieben bis zehn Jahren und ihre Lehrerin Ilkay Idiskut an einer großen, sogenannten Brennpunkt-Grundschule in einem vielfältigen, traditionell von der Arbeiterklasse geprägten Bezirk in Wien. Mehr als sechzig Prozent der Wiener Volksschüler*innen benutzen Deutsch nicht als Erstsprache, und das System leidet unter akutem Lehrkräftemangel. Im Film lernt man die Kinder als Individuen kennen, während man ihre täglichen Abenteuer, Kämpfe, Niederlagen und Siege miterlebt. MERZ Am 19. September 2024 kam der Dokumentarfilm Favoriten in die deutschen Kinos. Sie sind die Hauptdarstellerin und hatten drei Jahre lang das Kamerateam in Ihrer Klasse. Können Sie ein paar Worte dazu sagen, worum es in dem Film geht? IDISKUT Der Film zeigt den Alltag einer Wiener Volksschulklasse im zehnten Gemeindebezirk, Favoriten. Dieser Bezirk wird in den Medien oft als der gefährlichste Bezirk Wiens dargestellt, indem häufig über Konflikte berichtet wird. Das führt dazu, dass die Menschen sich bereits fürchten, sich in dem Bezirk aufzuhalten. Im Film geht es um eine Klasse, die aus Kindern mit unterschiedlichen Hintergründen und Backgrounds besteht und die entsprechend plurale Perspektiven in den Schulalltag einbringen. Favoriten zeigt aus meiner Perspektive, wie ein schönes Miteinander gelingen kann, auch wenn verschiedene Ansichten und Meinungen aufeinandertreffen. Gleichzeitig thematisiert der Film auch die Schwächen unseres Bildungssystems, da ich als Lehrerin oft allein gelassen werde und ohne Unterstützung in der Klasse stehe. MERZ Wie erleben Sie denn Ihren Alltag als Lehrerin an der Schule? IDISKUT Meine Rolle als Lehrperson sehe ich nicht nur darin, zu unterrichten. Da kann ich wahrscheinlich im Namen vieler Lehrer*innen sprechen, die in gewissen Bezirken unterrichten. Wir übernehmen oft mehrere Rollen für die Kinder: Wir sind oft Mütter und Väter, Sozialarbeiter*innen, Ärzt*innen oder Polizist*innen. Auch ich habe diese zusätzlichen Rollen schon oft übernommen, was aber auch viel Zeit erfordert, die eigentlich für den Unterricht vorgesehen ist. So ist es zum Beispiel gerade bei Konflikten zwischen den Kindern wichtig, diese zu besprechen und Lösungen zu finden, auch wenn man dafür mal auf eine Unterrichtsstunde verzichten muss. Da müssen wir als Lehrpersonen auch an das Soziale und den respektvollen Umgang miteinander denken und das den Kindern auch vorleben. MERZ Im Film sieht man vor allem, mit wieviel Freude und Engagement Sie arbeiten. Was ist denn das Schönste für Sie an Ihrer Arbeit? IDISKUT Das Schönste für mich ist, dass wir Kindern dabei helfen können, zu besseren Menschen zu werden. Kinder kommen sehr unschuldig zur Welt: Sie müssen alles erst lernen und haben noch keine gefestigte Meinung. So kommen auch die Kinder mit sechs Jahren in die Schule, und auch da haben sie oft keine eigene Meinung. Oft wiederholen sie das, was sie von zu Hause hören, auch wenn das nicht reflektiert ist. Es erfüllt mich, Kinder dazu zu ermutigen, selbstständig und kritisch zu denken und sich zu besseren Menschen zu entwickeln. MERZ Im Film dürfen die Kinder ihr Leben in und außerhalb der Schule mit dem Smartphone filmen, und geben so spannende Einblicke in ihre Gedanken und Wahrnehmungen. Mir haben besonders die Szenen über die Einstellungen der Mädchen übers Heiraten und der Versuch, den Begriff ‚Kultur‘ zu erklären, gut gefallen. Sie kennen die Kinder und ihre Lebens- und Erfahrungswelten sehr gut, das zeigt auch der Film. Was sind Themen, die die Kinder im Alltag und in der Schule beschäftigen? IDISKUT Es sind vor allem mediale Themen, die die Kinder mit in die Schule nehmen. Viele der Kinder haben Ängste, die sie von ihren Familien übernehmen. Sie haben bereits in jungem Alter Zugang zu Smartphones und dem Internet sowie zum Fernsehen, und werden mit Informationen konfrontiert, die sie nicht immer richtig einordnen können. Die Kinder kommen dann oft mit ihren Ängsten in die Schulen. Es ist wichtig, ihre Sorgen zu hören und die Themen in der Schule zu besprechen. Auch mit den Eltern arbeiten wir eng zusammen, um das Beste für die Kinder zu erreichen. Die Elternhäuser sind alle unterschiedlich, manchmal müssen wir da als Lehrkräfte auch eingreifen.  MERZ Gab es besondere Momente während der Drehzeit? Vielleicht auch Szenen, die nicht in die finale Filmfassung eingeflossen sind? IDISKUT Es gab einen Moment, der am Ende nicht im Film zu sehen ist, den ich aber besonders schön fand. Ich habe mit den Kindern über ihre Zugehörigkeit gesprochen. Wenn du aus der Türkei kommst, fühlst du dich eher der Türkei oder Österreich zugehörig? Obwohl viele Kinder im Zwiespalt waren, gab es genauso viele Kinder, die sich als Österreicher*innen fühlten. Als ich sie gefragt habe, welche Sprache sie denn gerne sprechen, haben sie ganz souverän mit „Ja, Deutsch!“ geantwortet. Das war ein berührender Moment, weil ich gemerkt habe, dass die Kinder sich in diesem Land wohlfühlen und dass Integration gelingt, wenn man ihnen ein gutes Vorbild ist und es ihnen vorlebt. MERZ Themen, die im Film adressiert werden, sind ja auch der Lehrkräftemangel sowie der Umgang mit Sprachschwierigkeiten und die Kriegs- und Fluchterfahrungen der Kinder. Was ist aus Ihrer Sicht und Erfahrung die größte Herausforderung oder Hürde im Schul- und Bildungswesen? IDISKUT Die größte Herausforderung ist momentan, dass viele Kinder aus armen Familien kommen und emotional sehr stark belastet sind. Ich spreche hier das Thema Kinderarmut an und die Entwicklung, dass wir sehr viele gefühlsstarke Kinder haben. Gleichzeitig wird man als Lehrperson oft allein gelassen und kann so auch nicht immer auf jedes einzelne Kind eingehen, das es nötig hätte. Integration muss bereits früh in der Schule beginnen, doch ohne ausreichende Unterstützung geht das oft nicht. In Österreich, besonders in Wien, fehlen Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen und Psycholog*innen. Dadurch bleiben viele Kinder auf der Strecke, und das wirkt sich später auch wieder auf den Fachkräftemangel im Land aus, da wir weniger Arbeitskräfte haben werden. Aber da entwickeln wir uns gerade hin, wenn wir diese Kinder nicht richtig und passend unterstützen können. Das bedeutet, man müsste in der Politik darüber diskutieren, Maßnahmen wie die Erweiterung von Ressourcen ergreifen und unterstützendes Personal in die Schulen holen, um das Bildungssystem nachhaltig zu ändern. Gerade an den Schulen, an denen wir die Ressourcen notwendig hätten, fehlt es an Geld. Schulen auf dem Land bekommen genau so viel Geld wie Schulen in Wien, die aber 34 Klassen haben. Das finde ich nicht fair und sehr schade, denn gerade mit Blick auf den Umgang mit dem Fachkräftemangel müssen wir die Kinder voranbringen. MERZ Als letzte Frage – was ist Ihre persönliche Filmbotschaft? IDISKUT Die Botschaft des Films ist, dass wir dringend über unser Bildungssystem diskutieren müssen: Wie schaffen wir für alle Kinder das richtige Bildungssystem? Wir brauchen ein System, das auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht, und wir müssen sowohl die Kinder als auch ihre Eltern stärker einbeziehen. Das ist keine Aufgabe von einigen Lehrer*innen, sondern eine gesellschaftliche und politische Aufgabe, Lösungen zu finden, damit wir die Kinder auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft unterstützen können. Und ich hoffe, dass auf die Diskussion dann auch schnell Reaktionen folgen.   FAVORITEN Österreich 2024, 118 Minuten Regie: Ruth Beckermann Drehbuch: Ruth Beckermann, Elisabeth Menasse-Wiesbauer Darstellende: Ilkay Idisku

    Elektronische Mitgift

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    In vielen Kulturen gibt oder gab es die Tradition der Mitgift oder Aussteuer. Die Währungen waren völlig unterschiedlich: Kamele, Pferde, Ackerland, Geschirr, Geld. In der modernen Zeit ist diese Tradition in den Hintergrund getreten und Sprüche wie Liebe vergeht, Hektar besteht erscheinen uns seltsam altmodisch. Nur die gegenseitige Zuneigung soll jetzt das Bindeglied einer modernen Beziehung sein. Im digitalen Zeitalter scheinen sich die Programmierer*innen moderner Bonusprogramme jedoch wieder an die Tradition der Mitgift zu erinnern. Aufgrund ständiger Nachfrage an der Kasse Haben Sie schon die REWE-App? beschlossen die beste Ehefrau von allen und ich gemeinsam - und trotz gewisser Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes - uns auf das Sammeln von Bonuspunkten mit der REWE-App einzulassen. Ich denke, meine Frau hat vor allem deshalb zugestimmt, weil sie – nachdem die Payback-Karte bei REWE nicht mehr akzeptiert wird – weiterhin genau sehen möchte, wann ich am Samstag einkaufen war, wie lange ich dafür gebraucht und ob ich womöglich kleine Zeitfenster für nicht genehmigte Extratouren genutzt habe. Hinzu kommt jetzt noch, dass sie aufgrund der mittels App übermittelten Kassenzettel schon vor meiner schwerbepackten Rückkehr nach Hause weiß, was ich wieder vergessen habe, obwohl sie mir einen Einkaufszettel mitgegeben hat. Zurück zur Tradition der Mitgift Wir haben also beide die App auf unseren Handys installiert und uns als eine Sammelgemeinschaft registriert. Diese Gemeinschaft ist monogam angelegt – es ist nur möglich, eine*n Partner*in auszuwählen. Postwendend bekam ich eine Mail mit der Nachricht: „Du sammelst jetzt gemeinsam mit Andrea, und sie bringt 7,50 € in eure Gemeinschaft ein.“ Andrea erhielt die Nachricht: „Klaus hat deine Einladung angenommen. Schau dir an, ob Klaus ein Bonusguthaben mitbringt.“ Leider nein – 0 €. Meine Frau hat zum Glück ihre Einladung trotzdem aufrechterhalten und so haben wir unsere Partnerschaft nun nicht nur vor dem Standesamt besiegelt, sondern auch bei REWE. Mir ist allerdings nicht ganz klar, mit welchem Verfahren – im unwahrscheinlichen Fall einer Trennung – sich die Gemeinschaft wieder auflösen lässt und wie das gesammelte Guthaben dann unter uns aufgeteilt wird. Aber vielleicht gibt es bei REWE neben den Selbstzahlerkassen bald auch einen Scheidungsscanner, mit dem sich dieses Problem lösen lässt. Anmerkung Wenn ich mich dazu durchringen könnte, meiner Frau meinen Standort bei Google Maps freizugeben, könnten wir uns das alles vielleicht sparen. Außerdem ließ mich meine Frau nach dem Lesen des Entwurfs wissen, dass sie schon wisse, wie die Punktescheidung funktionieren würde - eine Information, die nicht gerade zu meiner Beruhigung beiträgt.   Klaus Lut

    Klimawandel: Ein Desinformationsdauerbrenner

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    Dass der Klimawandel existiert und der Mensch dafür verantwortlich ist, ist unter Klimaforschenden schon seit Jahren Konsens. Dennoch kursieren immer wieder Behauptungen, die dessen Existenz oder die menschliche Verantwortung in Frage stellen und Gegenmaßnahmen diskreditieren. Dass gerade der Klimawandel immer wieder von Desinformationen betroffen ist, ist dabei kein Zufall. Vielmehr tragen eine lange Geschichte geplanter Kampagnen und bestimmte Eigenschaften des Themas dazu bei. Dennoch sind Gegenmaßnahmen möglich

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